Arno Geiger

 4 Sterne bei 1.329 Bewertungen

Lebenslauf

Arno Geiger, 1968 geboren, lebt in Wien und Wolfurt. Sein Werk erscheint bei Hanser, zuletzt "Alles über Sally" (Roman, 2010), "Der alte König in seinem Exil" (2011), "Grenzgehen" (Drei Reden, 2011), "Selbstporträt mit Flusspferd" (Roman, 2015) und "Unter der Drachenwand" (Roman, 2018). Er erhielt u. a. den Deutschen Buchpreis (2005), den Hölderlin-Preis (2011), den Literaturpreis der Adenauer-Stiftung (2011), den Alemannischen Literaturpreis (2017), den Joseph-Breitbach-Preis (2018), den Bremer Literaturpreis (2019) und den in den Niederlanden vergebenen Europese Literatuurprijs (2019).

Quelle: Hanser Literaturverlage

Alle Bücher von Arno Geiger

Cover des Buches Der alte König in seinem Exil (ISBN: 9783423148085)

Der alte König in seinem Exil

(367)
Erschienen am 20.10.2021
Cover des Buches Das glückliche Geheimnis (ISBN: 9783446276178)

Das glückliche Geheimnis

(193)
Erschienen am 10.01.2023
Cover des Buches Es geht uns gut (ISBN: 9783423146500)

Es geht uns gut

(150)
Erschienen am 09.03.2018
Cover des Buches Alles über Sally (ISBN: 9783423140188)

Alles über Sally

(123)
Erschienen am 01.08.2011
Cover des Buches Unter der Drachenwand (ISBN: 9783446258129)

Unter der Drachenwand

(112)
Erschienen am 10.01.2018
Cover des Buches Reise nach Laredo (ISBN: 9783446281189)

Reise nach Laredo

(102)
Erschienen am 19.08.2024
Cover des Buches Selbstporträt mit Flusspferd (ISBN: 9783423145268)

Selbstporträt mit Flusspferd

(88)
Erschienen am 14.10.2016
Cover des Buches Anna nicht vergessen (ISBN: 9783446261594)

Anna nicht vergessen

(46)
Erschienen am 20.07.2018

Videos

Neue Rezensionen zu Arno Geiger

Cover des Buches Reise nach Laredo (ISBN: 9783446281189)
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Rezension zu "Reise nach Laredo" von Arno Geiger

Hubertus_Feldmann
Eine mit zauberhafter Melancholie erzählte Geschichte

Was bedeutet es, wenn man sich erst am Ende seines Lebens mit einer solchen Frage konfrontiert sieht, wenn die Last des bisherigen Lebens den Körper ruiniert hat, einen nur noch „ein Geruch nach Alter und Enttäuschung“ zu umwehen scheint, und wenn das Leben zwar noch Ahnungen erlaubt, deren Umsetzung hingegen enge physische Grenzen gesetzt sind? Und dennoch scheint es möglich, dass man selbst unter diesen Umständen aus dem bisherigen engen Lebenskorsett noch ausbrechen kann, wenn man nur die vorhandenen Gelegenheiten nutzt bzw. auf Menschen trifft, die das Schöne am Leben verkörpern, auch wenn dieses Leben von ständigen Herausforderungen begleitet wird. Von einem solchen Leben handelt die hier mit zauberhafter Melancholie erzählte Geschichte.

Was bleibt, wenn Reichtum und Ruhm verblassen, und stattdessen körperliche Gebrechlichkeit das Leben ausfüllt, wird hier an der historischen Figur von Karl V. eindrucksvoll geschildert. Dabei blitzen für Momente die Möglichkeiten auf, in denen sich die tatsächlich wichtigen Dinge des Lebens widerspiegeln. Da wäre zum einen der Kontakt zu seinem elfjährigen Sohn Geronimo, dem er allerdings nicht in seiner Vaterrolle entgegentreten kann (Sehnsucht und Leiden bilden hier eine traurige Melange), und zum anderen die lebensstützende Verbindung von Schwester und Bruder, die verdeutlichen, was unverbrüchliche Freundschaft bedeutet und wie hierdurch auch extreme Lebensbedingungen gemeistert werden können, weil immer noch die Hoffnung durchscheint, mal ein besseres Leben führen zu können. So in diese neue Welt eingewoben, werden lange verschüttete Gefühle wieder lebendig und erlauben letztlich auch einen guten Abschied von dieser Welt.

Insofern kann dieser Geschichte auch als eine gelesen werden, die Hoffnung macht, dass es für einen grundsätzlichen Wandel nie zu spät ist. 

(1.10.2024)

Cover des Buches Das glückliche Geheimnis (ISBN: 9783446276178)
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Rezension zu "Das glückliche Geheimnis" von Arno Geiger

Hubertus_Feldmann
Wie nah kann man einem Schriftsteller kommen?

Die Antwort ist in diesem Fall recht einfach: äußerst nah. Viel näher geht es kaum, auch kaum intensiver, kaum nachhaltiger. Das Geschriebene gräbt sich ein, lässt einen nicht los, die Offenheit verblüfft und fasziniert zugleich. Hier schreibt jemand, der nichts verbergen möchte, der sein Innerstes preisgibt, ohne die äußere Form zu vernachlässigen. Die Lektüre dieses Buches ist ein Hochgenuss. Und mit Sicherheit ist es eines jener Bücher, die zu Lebzeiten einen besonderen Platz einnehmen werden – und von dem ich hoffe, dass es niemals entsorgt werden wird – auch wenn es den Autor nicht stört, „das Exemplare des Buches rasch im Abfall landen werden. Das ist der Lauf der Welt. Fünfzigtausend Wörter auf 350 Gramm Papier. Jetzt Altpapier – im Gegenwert von ungefähr zwei Cent.“ 

Kann man einer solchen Lebensgeschichte eine passende Überschrift geben? Eine, die sich eignet, um sowohl Inhalt als auch Qualität des Geschriebenen wiederzugeben? Schwerlich. Inhaltlich gelänge es vielleicht mit Folgendem: Persönlichkeitsbildung und Schreibwerkstatt aus dem Altpapiercontainer. So ungelenk wie unvollständig, und so gar nicht der emotionalen Wucht dieses Buches Rechnung tragend. Man liest nicht nur über dieses jahrelange, erfahrungsfördernde „Kreisen“ um die Papiercontainer Wiens, sondern man ist hautnah dabei, wenn es um das Abtauchen in das scheinbar wertlos Gewordene geht, man nimmt Teil an dem Glück, wenn Dinge dem endgültigen Vergessen entrissen werden, wenn diese eine neue Bedeutung, einen neuen Wert bekommen und so dabei helfen Fragen an das eigene Leben zu beantworten.

Es sind auch die intimen Details (über Beziehungen, Eltern), die dieses Buch nicht nur auflockern und gleichzeitig beschweren, sondern es in seiner Glaubwürdigkeit so verstärken, dass man allenthalben Anklänge an das eigene Leben sieht oder zumindest verspürt. Dieses Buch ist geeignet, das eigene Leben durch eine andere, durch eine besondere Brille zu sehen. Nicht umsonst habe ich in diesem Buch mehr unter- und angestrichen, mehr fett markiert und mit eigenen Notizen kommentiert als je in einem anderen literarischen Werk. Dieses Buch ist eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht, ja, man könnte sogar von einer Art Lebensseil sprechen, einem Seil, das man bei Bedarf zu sich ziehen kann, in der Gewissheit, nicht fallengelassen zu werden.

Mehr kann man kaum von einem Buch erwarten. Aber nicht genug. Es sind auch die tiefgründigen Betrachtungen über so manches Phänomen der heutigen Zeit, die hier eine Ausdrucksform finden, die nicht einfach so daher gesagt erscheint, sondern man spürt förmlich: Hier hat nicht jemand im Trüben gefischt und ist dabei fündig geworden. Nein, hier hat sich jemand aus dem Konvolut von tausenden Lebensschnitzeln eine Lebensweisheit erarbeitet, die das Zeug hat, zu einer Art Maßstab zu werden: „Ich lege keinen Wert darauf, Leistung zu erbringen, ich lege nur Wert darauf, mein Leben besser zu verstehen.“ Und in diesem Verständnis ist es offensichtlich möglich ganz besondere Leistungen zu erbringen. Davon zeugt dieses grandiose Buch von Arno Geiger.

(19.1.2023)

Cover des Buches Unter der Drachenwand (ISBN: 9783446258129)
Hubertus_Feldmanns avatar

Rezension zu "Unter der Drachenwand" von Arno Geiger

Hubertus_Feldmann
Liebe(n) und Schreiben als „Therapie“ gegen die Folgen des Krieges

Niemand braucht einen Krieg. Erst recht nicht, wenn man am Anfang eines Lebens steht. Wenn man voller Energie und Pläne ist. Und der Liebeszauber über allem schwebt. Aber gerade in diesem Lebensabschnitt ist man besonders verführbar. Auch heute noch – nach all den furchtbaren Kriegen, die schon die Welt durchtost haben. Gibt es dennoch Hoffnung, dass sich dies ändern könnte? Wenn man die aktuellen Nachrichten verfolgt, möchte man resignieren, wenn man allerdings Bücher wie dieses zu lesen bekommt, möchte man sein ganzes eigenes „Gewicht“ in die Waagschale werfen, damit sich derartiges nicht wiederholt.

In diesem Ausnahmebuch von Arno Geiger bilden konkrete Kriegsereignisse allerdings nur die Hintergrundgeräusche, auch wenn sich dessen Folgen bei dem Protagonisten und Ich-Erzähler in Form einer sogenannte Posttraumatischen Belastungsstörung (kurz: PTBS; zu jener Zeit als „Kriegszitterer“ bezeichnet) manifestiert haben („Warum diese Nervenanfälle […]? Bis jetzt hatte ich doch alles überstanden, hatte in allem entsprochen, als Sohn, als Schüler, als Soldat.“).

Im Vordergrund steht der trotz intensiver Kriegserfahrungen (vier Feldzüge in mehr als vier Jahren) und schweren Verwundungen ungebrochene Leben- besser Überlebenswille des Veit Kolbe. Die aufflammende Liebe zur (verheirateten) „Darmstädterin“ schützt ihn weitgehend vor dem Schmerz der Erinnerungen, der Angst vor der Zukunft und auch vor der Resignation, die besten Jahre seines Lebens für seinen „Dienstgeber“, den „F.“ (damit sowohl galant als auch distanzschaffend, in der Manier eines Helmut Schmidt, der den F. als „Adolf-Nazi“ zu bezeichnen pflegte, den elendigen Namen vermeidend) – verschwendet zu haben – und es ist ja längst noch nicht vorbei. Der Krieg dauert an, wird auch manifest in den Briefen, die in diesem Roman eingestreut sind und verschieden Erfahrungen und Lebensperspektiven teilweise äußerst dramatisch wiedergeben. Man wird durch diese sehr persönliche Darstellungsform förmlich hineingezogen in die jeweiligen Lebensumstände mit ihren Ängsten und Hoffnungen.

 Es ist diese sanfte Sprachgewalt (!) die diesen Roman unvergleichlich macht. Es sind Sätze dabei, die man aufschreiben sollte, die nachhallen sollten, damit man sich in entscheidenden Situationen daran erinnern kann. Sätze wie: „Es ist leichter, Menschen zu Hass anzustacheln, als sie zu Liebe und Achtung zu bringen.“ Dieses Buch ist ein Gegenmittel gegen Hass und Lieblosigkeit.

(5.8.2018)

Gespräche aus der Community

"Es gibt dunkle Geheimnisse, und es gibt glückliche Geheimnisse", schreibt Arno Geiger. Sein glückliches Geheimnis ist das Doppelleben, das er jahrzehntelang führte. Jetzt erzählt er davon, pointiert, auch voller Witz und mit großer Offenheit.
Es ist keinesfalls alltäglich, obwohl es von etwas ganz Alltäglichem handelt. Es geht um Lebens- und Straßenerfahrung, Menschenkenntnis, Liebe und Trauer, und die Frage, die sich jeder stellt: Wie finde ich meinen Weg durchs Leben?

705 BeiträgeVerlosung beendet
1007merles avatar
Letzter Beitrag von  1007merle
Wanderbuch zu "Der alte König in seinem Exil" von Arno Geiger

Hallo ihr Lieben,

leider habe ich dieses Buch noch nicht gelesen. Betonung steht auf "noch" ;o)

Aber es muss ja hier nicht jungfräulich im Regal stehen. Aus diesem Grund wird es nun hier zum Wanderbuch befördert. *täterätähh*
Es wäre toll, wenn ihr anschließend eine Rezension dazu schreiben würdet, weil ich neugierig bin, wie es bei anderen Lesern ankommt.

Inhalt des Buches:
Arno Geiger hat ein tief berührendes Buch über seinen Vater geschrieben, der trotz seiner Alzheimerkrankheit mit Vitalität, Witz und Klugheit beeindruckt. Die Krankheit löst langsam seine Erinnerung und seine Orientierung in der Gegenwart auf, lässt sein Leben abhandenkommen. Arno Geiger erzählt, wie er nochmals Freundschaft mit seinem Vater schließt und ihn viele Jahre begleitet. In nur scheinbar sinnlosen und oft so wunderbar poetischen Sätzen entdeckt er, dass es auch im Alter in der Person des Vaters noch alles gibt: Charme, Witz, Selbstbewusstsein und Würde. Arno Geigers Buch ist lebendig, oft komisch. In seiner tief berührenden Geschichte erzählt er von einem Leben, das es immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden. (Quelle: amazon.de)

*** Wie das Wanderbuch funktioniert ***
Wenn ihr interessiert seid, dann schreibt einfach hier in den Thread. Ich nehme euch dann in die Liste auf.
Ich schicke es an den ersten los. Jeder hat dann zwei Wochen Zeit, um es zu lesen und weiterzuschicken.
Erfragt bei eurem Nachfolger bitte die Adresse, wenn das Buch bei euch angekommen ist - das hat sich bewährt.
Schreibt hier bitte kurz eine Mitteilung in den Thread, wenn das Buch bei euch eingetroffen bzw. weitergeschickt worden ist. Und bitte, bitte behandelt es gut.
Geht es verloren, dann teilen sich der Absender und der Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar.

PS: Wenn ihr euch andere Wanderbücher wünscht, könnt ihr das hier sagen:
http://www.lovelybooks.de/thema/Welche-Wanderb%C3%BCcher-w%C3%BCnscht-Ihr-Euch-Wunschliste-zum-Eintragen-753415628/

Annelchen verschickt am 27.02.2012 an:

01.) Arista (gelesen vom 10.03.2012 bis 17.04.2012)
02.) The iron butterfly  (gelesen vom 24.04.2012 bis 04.05.2012 )
03.) Ichbinswieder  (gelesen vom 16.05.2012 bis 29.05.2012)
04.) KiSa  (gelesen vom 06.06.2012 bis 28.06.2012)
05.) SharonBaker (gelesen vom 02.07.2012 bis 16.07.2012)
06.) Lutra (gelesen vom 20.07.2012 bis 28.07.2012)
---> 07.) loewenkind (liest seit 30.07.2012)
08.) steffchen3010 
09.) melanie_reichert 


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Zum Thema
96 Beiträge
Ichbinswieders avatar
Letzter Beitrag von  Ichbinswieder
Ich habe Dir ja schon ein PN geschrieben.... Hat es sich denn nun geklärt ?

Zusätzliche Informationen

Arno Geiger wurde am 22. Juli 1968 in Bregenz (Österreich) geboren.

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