Arno Geiger

 4 Sterne bei 809 Bewertungen
Autor von Der alte König in seinem Exil, Es geht uns gut und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Arno Geiger

Momentaufnahmen aus dem Leben: Der im Juli 1968 in Bregenz geborene, österreichische Schriftsteller Arno Geiger nahm 1996 und 2004 am renommierten Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb teil. Der Durchbruch gelang ihm mit „Es geht uns gut“ (2005), einem Drei-Generationen-Gesellschaftsroman, der mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Damit war er der erste Preisträger des bedeutendsten Preises für deutschsprachige Literatur. In „Der alte König in seinem Exil“ (2011) thematisierte Geiger die Alzheimer-Erkrankung seines Vaters. Für diesen Roman erhielt er mehrere Auszeichnungen und eine Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse. Sein Werk „Unter der Drachenwand“ (2018) führt die Leser in das Jahr 1944 und schildert das Leben und die Liebe im Schatten des Krieges. Mit dem Buch schafft er es erneut auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. Zu den weiteren bekannten Romanen des Autors zählen „Alles über Sally“ (2010) und „Selbstporträt mit Flusspferd“ (2015). Arno Geiger lebt und arbeitet in Wien.

Alle Bücher von Arno Geiger

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Der alte König in seinem Exil

Der alte König in seinem Exil

 (309)
Erschienen am 01.05.2014
Es geht uns gut

Es geht uns gut

 (133)
Erschienen am 09.03.2018
Alles über Sally

Alles über Sally

 (106)
Erschienen am 01.08.2011
Selbstporträt mit Flusspferd

Selbstporträt mit Flusspferd

 (71)
Erschienen am 14.10.2016
Unter der Drachenwand

Unter der Drachenwand

 (61)
Erschienen am 10.01.2018
Anna nicht vergessen

Anna nicht vergessen

 (43)
Erschienen am 01.07.2009
Alte König in seinem Exil

Alte König in seinem Exil

 (14)
Erschienen am 07.02.2011
Irrlichterloh

Irrlichterloh

 (8)
Erschienen am 01.03.2008

Neue Rezensionen zu Arno Geiger

Neu

Rezension zu "Selbstporträt mit Flusspferd" von Arno Geiger

Wenn Fragen ihre Zeit haben
Duffyvor 6 Tagen

22 Jahre und man geht durch das Tor zum Erwachsenenleben. So empfindet es Julian, Student der Veterinärmedizin, als seine erste große Beziehung endet. Er entdeckt eine neue Unordnung in seinem Leben, eine Richtungslosigkeit und die Öffnung neuer Qualitäten. Da sich das allerdings nicht so schnell in den Griff bekommen lässt, übernimmt er erst mal einen Job bei Professor Beham und kümmert sich um das Wohlergehen eines Zwergnashorns. Er verliebt sich in die Tochter des Professors, Aiko, eine ebenfalls nicht gerade einfache Persönlichkeit. Aber nicht nur die neue Beziehung stellt ihn vor Herausforderungen, beunruhigt muss er auch zusehen, wie der Rest der Welt aus den Fugen gerät, auch wenn er das nur über die Nachrichten erfährt.

Wenn man sich durch das erste Drittel des Buches gelesen hat, kann man schon klar die Handschrift des Autors Geiger erkennen, aber noch nicht, wo die Reise hingehen soll. Doch im weiteren Verlauf wird der Leser gepackt, noch einmal an seine Jugend erinnert und zum Reflektieren gebracht, wie das wohl war, die eigene Grenzüberschreitung zum Erwachsensein. Bis zum Schluss versorgt uns der Roman mit einer Menge kleiner Schritte, die wir nachvollziehen können, mit Fragen ohne Antworten und Gefühle ohne Herkunft.

Arno Geiger ist ein wundervolles Buch gelungen, mit viel Wärme und Herz geschrieben, mit kleinen Erkenntnnissen, die wie Weisheiten klingen, aber doch nur Schritte auf dem Weg in die „weite Welt“. Wäre das hier ein Musikstück, könnte man sagen: Bis zum Finale hervorragend durchkomponiert. Ein Buch des Trostes, der Hoffnung und der Erkenntnisse. Und – mit einem Happy-End. Irgendwie.

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Rezension zu "Unter der Drachenwand" von Arno Geiger

Vom Krieg der Daheimgebliebenen
sursulapitschivor 2 Monaten

Wie lebt es sich so im Krieg? Es ist Zweiter Weltkrieg in Österreich und selbst wenn Tausende sterben, an der Front, aber auch zuhause, unterwegs, in der Bahn, beim Konzert, überall kann es passieren, leben doch viele weiter und müssen sich mit den Gegebenheiten arrangieren. Was das für ein Leben ist, bekommt man hier aus unterschiedlichen Perspektiven eindrucksvoll vor Augen.

Der rote Faden ist die Geschichte von Veit Kolbe, einem jungen Soldaten, der nach fünf Jahren an der Front erschöpft, verwundet und kriegsmüde ist. Die Durchhalteparolen seiner Eltern, für Volk und Vaterland, kann er nicht mehr ertragen und sucht deshalb Erholung in Mondsee, einem verschlafenen Nest direkt unter der Drachenwand. Er setzt alles daran, um nicht mehr an die Front zu müssen. Der Krieg ist fast vorbei, eigentlich schon verloren. Da sind doch alle Anstrengungen umsonst.


In Mondsee passiert nicht viel, aber dorthin werden junge Stadtmädchen verschickt. So einige Menschen suchen in dem verschlafenen Ort Sicherheit vor dem Krieg.
Aus Briefen erfährt man dann, wie es anderswo zugeht. Oskar und Walli stellen fest, dass Juden nicht mehr in Wien leben können. In Darmstadt ist alles zerbombt, Margots Mutter schreibt verzweifelt nach Mondsee. Und Kurt, dessen Liebste verschickt wurde, hätte so gerne seinen Schulabschluss in der Tasche, bevor er kämpfen muss.

Arno Geiger schreibt wunderbar, unglaublich, wie er sich in jede dieser Figuren einfühlt. Sie sind alle authentisch, sprechen eine ganz eigene Sprache und haben ganz eigene Probleme.
Dieses Buch erzählt vom Krieg der Daheimgebliebenen, der kaum weniger grausam ist, als wenn man in die Schlacht zieht. Es ist ein Buch voller Leid, das trotzdem ein Genuss ist durch den wunderbar eigenen Erzählstil des Autors, feinsinnig, erlesen, erstaunlich.
Es ist kein Spaß, dieses Buch zu lesen, aber ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.


Kommentare: 1
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Rezension zu "Unter der Drachenwand" von Arno Geiger

Warten auf das Kriegsende
buecherwurm1310vor 2 Monaten

Veit Kolbe wurde kurz vor Weihnachten 1943 in Russland schwer verwundet und nun hält er sich am Mondsee unter der Drachenwand auf, um sich zu erholen. Er ist erschöpft und ausgelaugt und hofft, dass er nicht mehr zurück an die Front muss. In seinem Quartier ist auch die Darmstädterin Margot, die mit ihrem Kind hier gelandet ist. Mit der Kinderlandverschickung ist die Lehrerin Margarete und über dreißig Mädchen aus Wien in diesen Ort gekommen. Dann ist da auch noch der Gärtner, der davon träumt, nach Brasilien zurückzugehen. Veit wird ein Jahr hier verbringen und der Leser lernt diese Menschen kennen, die hoffnungslos sind und einfach nur überleben wollen. Aber da ist auch Trude Dohm, die Zimmerwirtin, die immer noch ihre Durchhalteparolen von sich gibt.

Die ganze Zeit spürt man die Hoffnung, die die Menschen haben auf eine bessere Zeit nach dem Kriegsende. Aber es ist auch eine unterschwellige Bedrohung spürbar. Es ist ein melancholisches Buch,

Veit hat so viel mitgemacht, auch wenn er nicht in der vordersten Linie dabei war, dass er nicht mehr an die Wehrmacht und nicht an den Sieg glaubt. Er will nicht mehr an die Front und versucht mit allen Mitteln, seine Erholungsphase zu verlängern. Dabei helfen im Margot und die „Panzerschokolade“. Doch für Veit ist der Krieg noch nicht zu Ende, denn es kommt ein neuer Einberufungsbefehl.

Arno Geiger bringt unter der Drachenwand die unterschiedlichsten Menschen zusammen und wir dürfen ihre Gedanken, ihre Sehnsüchte und Hoffnungen kennenlernen.

Es ist keine leichte Lektüre und mehr als einmal musste ich schlucken aufgrund des Pragmatismus, mit dem die Menschen versuchten, in diesen Ausnahmezeiten zu überleben.

Ein packender und sehr eindringlicher Roman, der noch lange nachhallt.

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Gespräche aus der Community

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Wanderbuch zu "Der alte König in seinem Exil" von Arno Geiger

Hallo ihr Lieben,

leider habe ich dieses Buch noch nicht gelesen. Betonung steht auf "noch" ;o)

Aber es muss ja hier nicht jungfräulich im Regal stehen. Aus diesem Grund wird es nun hier zum Wanderbuch befördert. *täterätähh*
Es wäre toll, wenn ihr anschließend eine Rezension dazu schreiben würdet, weil ich neugierig bin, wie es bei anderen Lesern ankommt.

Inhalt des Buches:
Arno Geiger hat ein tief berührendes Buch über seinen Vater geschrieben, der trotz seiner Alzheimerkrankheit mit Vitalität, Witz und Klugheit beeindruckt. Die Krankheit löst langsam seine Erinnerung und seine Orientierung in der Gegenwart auf, lässt sein Leben abhandenkommen. Arno Geiger erzählt, wie er nochmals Freundschaft mit seinem Vater schließt und ihn viele Jahre begleitet. In nur scheinbar sinnlosen und oft so wunderbar poetischen Sätzen entdeckt er, dass es auch im Alter in der Person des Vaters noch alles gibt: Charme, Witz, Selbstbewusstsein und Würde. Arno Geigers Buch ist lebendig, oft komisch. In seiner tief berührenden Geschichte erzählt er von einem Leben, das es immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden. (Quelle: amazon.de)

*** Wie das Wanderbuch funktioniert ***
Wenn ihr interessiert seid, dann schreibt einfach hier in den Thread. Ich nehme euch dann in die Liste auf.
Ich schicke es an den ersten los. Jeder hat dann zwei Wochen Zeit, um es zu lesen und weiterzuschicken.
Erfragt bei eurem Nachfolger bitte die Adresse, wenn das Buch bei euch angekommen ist - das hat sich bewährt.
Schreibt hier bitte kurz eine Mitteilung in den Thread, wenn das Buch bei euch eingetroffen bzw. weitergeschickt worden ist. Und bitte, bitte behandelt es gut.
Geht es verloren, dann teilen sich der Absender und der Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar.

PS: Wenn ihr euch andere Wanderbücher wünscht, könnt ihr das hier sagen:
http://www.lovelybooks.de/thema/Welche-Wanderb%C3%BCcher-w%C3%BCnscht-Ihr-Euch-Wunschliste-zum-Eintragen-753415628/

Annelchen verschickt am 27.02.2012 an:

01.) Arista (gelesen vom 10.03.2012 bis 17.04.2012)
02.) The iron butterfly  (gelesen vom 24.04.2012 bis 04.05.2012 )
03.) Ichbinswieder  (gelesen vom 16.05.2012 bis 29.05.2012)
04.) KiSa  (gelesen vom 06.06.2012 bis 28.06.2012)
05.) SharonBaker (gelesen vom 02.07.2012 bis 16.07.2012)
06.) Lutra (gelesen vom 20.07.2012 bis 28.07.2012)
---> 07.) loewenkind (liest seit 30.07.2012)
08.) steffchen3010 
09.) melanie_reichert 


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Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Arno Geiger wurde am 22. Juli 1968 in Bregenz (Österreich) geboren.

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