Arno Schmidt

 4,1 Sterne bei 245 Bewertungen

Lebenslauf von Arno Schmidt

Arno Schmidt, 1914 in Hamburg geboren, war nach dem Abitur und einer kaufmännischen Lehre 1937 - 1940 graphischer Lagerbuchhalter in Greiffenberg (Schlesien) und von 1940 bis 1945 Soldat, überwiegend in Norwegen. Ab 1947 lebte er als freier Schriftsteller u.a. im Saarland und in Darmstadt, ab 1958 in Bargfeld, Kreis Celle. Arno Schmidt starb 1979 in Celle.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Schwarze Spiegel (ISBN: 9783518225288)

Schwarze Spiegel

Neu erschienen am 10.10.2021 als Hardcover bei Suhrkamp.
Cover des Buches Zettel's Traum (ISBN: 9783961052141)

Zettel's Traum

Neu erschienen am 20.09.2021 als Hörbuch bei Aufbau audio.

Alle Bücher von Arno Schmidt

Cover des Buches Die Gelehrtenrepublik (ISBN: 9783518224106)

Die Gelehrtenrepublik

 (20)
Erschienen am 28.08.2006
Cover des Buches Leviathan und Schwarze Spiegel (ISBN: 9783596291106)

Leviathan und Schwarze Spiegel

 (17)
Erschienen am 01.10.1987
Cover des Buches Aus dem Leben eines Fauns (ISBN: 9783596291120)

Aus dem Leben eines Fauns

 (14)
Erschienen am 01.10.1987
Cover des Buches Seelandschaft mit Pocahontas / Die Umsiedler (ISBN: 9783596291182)

Seelandschaft mit Pocahontas / Die Umsiedler

 (17)
Erschienen am 01.01.1996
Cover des Buches Zettels Traum (ISBN: 9783100706263)

Zettels Traum

 (13)
Erschienen am 27.10.2004
Cover des Buches Brand's Haide (ISBN: 9783596291137)

Brand's Haide

 (12)
Erschienen am 01.10.1987
Cover des Buches Horrorgeschichten (ISBN: 9783458362319)

Horrorgeschichten

 (10)
Erschienen am 13.08.2012

Neue Rezensionen zu Arno Schmidt

Cover des Buches Schwarze Spiegel (ISBN: 9783518188712)Mira123s avatar

Rezension zu "Schwarze Spiegel" von Arno Schmidt

Schwarze Spiegel
Mira123vor 3 Monaten

Okay, heute habe ich mal wieder ein Buch für euch, das ich für die Uni gelesen habe. Und nicht nur für die Uni: Es ist eines der Bücher, über die ich meine Bachelorarbeit geschrieben habe. Zum ersten Mal habe ich es vor über einem Jahr gelesen, bis jetzt habe ich aber nicht gewagt, es zu rezensieren. Ich weiß nicht, es hätte sich für mich so angefühlt, als würde ich damit die Göttin der schlechten Noten herausfordern. Aber jetzt, über ein Jahr und sicher ein Dutzend Re-Reads später, kommt endlich die Rezension.

In Arno Schmidts "Schwarze Spiegel" geht es um einen namenlosen Erzähler, der einen Atomkrieg überlebt hat. Ihr könnt euch alle vorstellen, wie das Leben nach einem Atomkrieg so aussieht: Der Erzähler hat seit fünf Jahren keinen anderen Menschen mehr gesehen! Alle sind tot. Nur er ist noch da. Also fährt er mit seinem Fahrrad durch die Welt, liest Bücher, schreibt zornige Briefe an Autoren, denen er nicht zustimmt und macht sich über die Welt der Vergangenheit lustig.

Mich hat dieses Buch überrascht. Der Erzähler ist unglaublich zynisch und verspottet alles und jeden. Dass er einsam ist und seine Situation nicht nur gut findet, merkt man nur an wenigen Stellen. Wenn er zum Beispiel stundenlang versucht, Radiosignale aufzufangen, um so andere Überlebende zu finden. 

Solltet ihr dieses Buch lesen wollen, dann empfehle ich euch, eine Ausgabe mit Kommentar zu lesen, wie die, die ich gelesen habe. Es gibt eigene Seminare, die sich nur damit beschäftigen, auf welche Ereignisse und Texte "Schwarze Spiegel" anspielt, es gibt unglaublich viele Verweise auf Personen, Kunst und Literatur. Es gibt Einschübe auf anderen Sprachen, der Erzähler verwendet Dialekt und manchmal verliert die Sprache einfach mal ihren Sinn, so wie das im Expressionismus halt passiert. Ohne den Kommentar im Anhang wäre der Text für mich wohl nicht lesbar gewesen. Erst durch den Kommentar und das Wissen, das ich dadurch gewinnen konnte, wurde das Buch für mich zu einem Highlight.

Mein Fazit? Unglaublich coole Lektüre - aber nur, wenn man eine Ausgabe mit Kommentar liest.

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Cover des Buches Das steinerne Herz. Historischer Roman aus dem Jahre 1954 nach Christi (ISBN: 9783866155480)Hellena92s avatar

Rezension zu "Das steinerne Herz. Historischer Roman aus dem Jahre 1954 nach Christi" von Arno Schmidt

Unglaublich interessant
Hellena92vor 2 Jahren

Walter Eggers, ein Büchersammler und hervorragender Kenner (bis in die numismatischen Details) der hannoverschen Landesgeschichte, mietet sich im niedersächsischen Ahlden bei Familie Thumann ein. In ihrem Haus vermutet er rare statistische Handbücher. Eggers hat Erfolg: Er fängt ein Verhältnis mit Frieda Thumann an, und er findet die gesuchten Bücher. Mit Karl Thumann fährt er, weiterhin auf Büchersuche, nach Berlin. Er wohnt bei dessen Freundin Line Hübner im Ostteil der Stadt, was ihn veranlaßt, die Folgen der Spaltung Deutschlands zu beobachten und zu bedenken. Nach der Rückkehr bereitet er seinen Abgang vor, aber der Fund eines Goldmünzenschatzes in dem ergiebigen Haus eröffnet ihm Aussichten auf eine Zeit gelehrten Müßiggangs, und er beschließt, einstweilen zu bleiben.
»Irgendwann, in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts, wird die Ostzone des Steinernen Herzens für neue Leser gleichberechtigt neben der phantastischen Interzone des Romans Naked Lunch von W. S. Burroughs stehen. Und eine Zeitlang gedeihen dann die Namen aus beiden Büchern in jenem Zwielicht, in jener Dämmerzone, in der die Namenwörter sich der Kontrolle fester Zuschreibung entziehen und ihre Kraft aus Ahnungen und Assoziationen saugen. Dann kommt die große Zeit der Ostzone«, phantasiert Georg Klein (Barbar Rosa). Listig weckt er unsere Lust, doch lieber gleich mit der Lektüre des »historischen Romans« zu beginnen, den Arno Schmidt (1914–1979) vor 46 Jahren veröffentlichte.

Mein Fazit:
Ich habe sehr lange für diese Lektüre benötigt. Es dauerte immer wieder eine Ewigkeit, bis ich mit dem Schreib- und Erzählstil klarkam, jedoch hat mich einfach der Ehrgeiz gepackt und siehe da, ich habe es abgeschlossen und zum Ende als wirklich gut empfunden. Arno Schmidt nimmt das ganze Leben aus West und Ost auf die Schippe und gibt ihm eine übergreifende Geschichte. Die Idee ist klasse und die Umsetzung einzigartig. Ein sehr intelligenter Autor. Ich werde mir mit Sicherheit noch etwas von ihm holen.
Es war sehr anspruchsvoll.
Sehr zu empfehlen, wenn man etwas für den Geist sucht, was man nicht so schnell vergisst.

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Cover des Buches Die Frau in Weiss (ISBN: 9783596125326)SCKeidners avatar

Rezension zu "Die Frau in Weiss" von Wilkie Collins

Die Frau in Weiss
SCKeidnervor 3 Jahren

Der Zeichenlehrer Walter Hartright wird engagiert, um zwei junge Damen auf dem Landsitz Limmeridge House das Zeichnen beizubringen. Bevor er nach Limmeridge aufbricht, trifft er eines Nachts auf die Frau in Weiss, die genauso geheimnisvoll verschwindet, wie sie aufgetaucht ist, und anscheinend aus einem Sanatorium geflüchtet ist. Die Frau in Weiss kennt Limmeridge zu Walters Überraschung und als er sie einer der jungen Damen, Marian, gegenüber erwähnt, finden sie heraus, dass sie in der Vergangenheit mit Limmeridge verbunden war. Zur selben Zeit verliebt sich Walter in die andere junge Frau, Laura Fairlie, die aber bereits dem zwielichten Percival Glyde versprochen ist ...


Die Geschichte wird von den Beteiligten und Augenzeugen in Berichten erzählt, deren Hintergrund erst zum Schluss des Romans klar wird. Collins schafft es hierdurch, jeder Figur eine unverwechselbare Stimme zu geben und eine einzigartige Spannung zu schaffen, auch wenn die Berichte ab und an ein wenig langatmig wirken. Durch die Berichte ergibt sich außerdem eine Beschreibung der viktorianischen Gesellschaft, die ich sehr interessant fand. Die Sprache ist natürlich altertümlich, aber in Vergleich zu modernen Kriminalerzählungen komplex und gerade in den Landschaftsbeschreibungen wunderschön.

Mit den Figuren konnte ich mitfiebern, auch wenn ich von Laura Fairlie, die dem in der viktorianischen Literatur häufig bemühten Frauentyp des hübschen aber hilflosen Weibchens entspricht, relativ schnell genervt war. Hier hätte ich mir eine etwas komplexere Figur gewünscht und ziehe für sie einen Stern ab. Dass Collins in der Lage ist, komplexe  Figuren zu entwickeln, zeigt er am Beispiel des Conte Fosco, von dem man sich über lange Strecken des Romans fragt, ob er denn nun zu den Guten oder den Bösen gehört. Auch nutzt Collins gerne übertrieben charakterisierte Figuren - über Frederick Fairlie musste ich lachen.

Mir hat dieser Mystery-Krimi sehr gut gefallen. Bis zum Ende hält Wilkie Collins die Spannung und man fiebert mit, um zu erfahren, ob es denn nun ein Happy End gibt oder nicht. Eine Empfehlung für alle, die vor altertümlicher Sprache und dem Fakt, dass es keine blutigen Leichenberge gibt, nicht zurückschrecken. 


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