Arno Schmidt Alexander oder Was ist Wahrheit

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Inhaltsangabe zu „Alexander oder Was ist Wahrheit“ von Arno Schmidt

Dieser Erzählungsband vereinigt die Titelgeschichte ›Alexander‹ mit ›Gadir‹ und ›Enthymesis‹ zu den frühen ›Handübungen‹ Arno Schmidts im antiken Gewand. Um 1946/47 mit ihrem Entwurf anzusetzen, markieren sie den Auftakt seiner schriftstellerischen Arbeit nach dem Kriege aus einem Pathos leidenschaftlicher Unbedingtheit. Wunschbild-Selbstmaskierungen, spielen sie Grenzsituationen durch, jede mit einem starken persönlichen Rigorosum versehen: Erkenne dich selbst! Was ist Wahrheit? Wie ich euch hasse!

Ihr inneres Thema von Haftüberwindung, Freisein von Bindungen und Vorwagen ins Imaginäre verkörpert sich im jungen aufsässigen Geometer Philostrat in ›Enthymesis‹, vom listigen Erathostenes zur Erdmessung in südliche Breiten ausgeschickt, dem der Autor kühnlich sein eignes Bild leiht (136/37) – verkörpert sich im eisgrauen Geographen Pytheas von Massilia, der, verwitternd lebenslänglich in karthagischem Kerker, noch im Wahntraum des Endes den Ausbruch in die Freiheit vollzieht.

Zwischen beiden der erheiternde Bilderbogen einer Babylonreise des Aristotelesschülers Lampon im runden Lederboot auf dem Euphrat, in den Tagen, da Alexanders Tyrannis endet.

Die antiken Bildszenen folgen frühen Phantasieanregungen aus Arno Schmidts Hamburger Schulzeit schon, vorzüglich Kumstellers Geschichtsbuch, für ›Alexander‹ von ihm ausdrücklich belegt (vgl. ›Porträt einer Klasse‹, 1982, Anh.). Den antikischen verschollenen Entwurf ›Sataspes‹ las er bereits dem Gesprächspartner vor (›Zettels Traum‹ 1021); zu ›Enthymesis‹ heißt es dort zur: '(›E(N)THYMESIS‹ (Hatt’ Ich nich ma so=was.? (ganz früh schon?. ' (ZT 223). Für den ›Sitz im Leben‹ biographisch nicht weniger bedeutsam als die Bahnfahrten nach Görlitz für ›Leviathan‹, die Grübeleien in der Kriegsgefangenschaft für ›Schwarze Spiegel‹ als ›Längeres Gedankenspiel‹.

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