Arno Schmidt Orpheus

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Inhaltsangabe zu „Orpheus“ von Arno Schmidt

Über dieses Buch: Arno Schmidts Bargfeld-Erzählungen ›Orpheus‹ aus 1962/63, ›Kundisches Geschirr‹, ›Wasserstraße‹, ›Abenteuer der Sylvesternacht‹, ›Caliban über Setebos‹, und ›Sonn’ entgegen‹ aus 1960, sind die letzten der 1949 mit ›Leviathan‹ einssetzenden Prosatexte, bevor er sich fortan seinem Hauptwerk ›Zettel’s Traum‹ widmete, auf dessen äußere Gestalt als Bargfeld-Epopoe diese Stücke bereits angelegt sind: Handübungen zu wechselnden Besucher- und Gesprächsgruppen auf dem Lande, Stellproben einer künftigen Inszene und von ihm vorausschauend auch signalisiert. Mit ihnen ist die Bargfelder Umwelt abgeschritten voll Merkwürdigkeiten vom Tage, dem Aufwärtswaten im perlmuschelführenden Schmalwasser (In ›Gesellschaft von Bäumen‹), der Waldwanderung in schweißtreibender Hitze mit Teichbad und heißem Analysedisput (›Rohrfrei! ‹); dem Rundmarsch entgegen dem Tagesgestirn mit mathematisch-geodätischer Preisaufgabe, dem einsamen Trunk der Karteisklaven in der Jahresnacht und geselligem Schlurf der Whiskey-Gallone im Kleinbürger-Kneipenelysium (›Nightlife of the Guts‹), wo der Orpheuserzähler Düsterhenn, calibanischer Lästerer des Sete-Boß einer verpfuschten Welt, Hades-Quartier nimmt bei (›Pluto‹) O. Tulp. Sich einquartiert hier am stygischen Bach auf der Suche nach der Jugendliebe des ›Leviathan‹ (›und sie hieß Fiete‹), aber nur auf eine Rieke im Stallhof trifft, deren Anblick erschreckt und vom alten Zauber befreit, der einst die erdachte Gestalt hervorgerufen. Düsterhenn schnürt sein Bündel, entflieht zur Nacht, ein zweites Mal desillusioniert vor den obszönen Riten anderer Plutogäste, der erynnischen Jägermaiden, die den Voyeur in der Scheune entdecken und hetzen, bis ihn der Levit in Sicherheit bringt. Neun Musen wachen professionell über Düsterhenns Enttäuschungen, die in einer kunstvoll-mehrschichtigen Sprache und deren Wortspiegelungen Ausdruck finden.

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