Cover des Buches Offline (ISBN: 9783596703944)L
Rezension zu Offline von Arno Strobel

Offline aber trotzdem höchst spannend

von linda-liest vor 2 Jahren

Review

L
linda-liestvor 2 Jahren

– Prolog –

Eine Frau befindet sich nach einem anstrengenden Arbeitstag in ihrer Wohnung vor einer Flasche Wein. Es ist ihr Geburtstag. Sie vermisst ihren Florian, ihren Freund. Er befindet sich bei Geschäftsterminen in Rom. Sie wäre lieber nicht alleine. Kurz nach 22 Uhr geht sie dann doch ins Bett.

Wenig später hört sie ihren Namen flüsternd. Sie glaubt an eine Überraschung!

Start der Triple-O-Journey.

Mehrere Tage offline. Mehrere Tage mit einigen Bekannten, aber auch mit vielen Fremden in einer einsamen Berghütte, ohne Internet.

Na das kann ja was werden. Vorher noch eine mehrstündige Wanderung bis dahin. Schnee ist auch noch angesagt…

Ich habe das Buch durchgesuchtet. Das sagt auch schon alles, was gesagt werden muss. Arno Strobel schafft es einfach immer wieder mich mit seinen kranken Gedanken und Phantasien zu fesseln.

Die Geschichte ist großartig konstruiert. Zunächst werden die einzelnen Charaktere kurz und knapp eingeführt, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Es bleibt also noch Spielraum, nicht alles wird von den einzelnen Protagonisten preisgegeben und das ist auch gut so. Schließlich soll jeder einzelne unter ihnen nach Möglichkeit bis zum Ende verdächtig sein. Einer von ihnen muss es immerhin getan haben oder jemand anderen decken. Irgendwas verbirgt sich hinter all den schrecklichen Vorfällen, die sich nach und nach häufen. Mit der Zeit offenbart Strobel dem Leser zusätzliche bisher verborgene Details aus den Leben einzelner Charaktere. Das lässt sie wiederum bei anderen verdächtig wirken. Aber macht es einen wirklich verdächtig das eine oder andere Detail aus seinem eigenen Leben für sich zu behalten? Mit der Zeit schwindet das Vertrauen untereinander. Würde die Gemeinschaft zusammenhalten, wäre alles ein viel kleineres Problem. Doch die Gruppe entzweit sich, verständlicherweise. Dieses Stück für Stück zerfallende Vertrauen und die verloren gehende Verbundenheit untereinander trifft Strobel genau auf den Punkt. Er schafft es den Leser bis zur letzten Seite zu verwirren, einfach nur genial.

Auch gefallen hat mir der Schreibstil allgemein. Ab einem gewissen Punkt wechselt der Autor zwischen dem, was sich zwischen den einzelnen „Hotelgästen“ abspielt und den Gedanken eines der Opfer. Dadurch geriet der Leser zwangsläufig in die Lage sich in die Rolle des Opfers hineinzufühlen, die Schmerzen mitzuempfinden. Für mich hat es das Lesen jedenfalls noch echter gemacht.

Insgesamt bleibt nicht viel zu sagen: definitiv eine absolute Leseempfehlung. Eines der spannendsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe und eines der am schnellsten durchgelesenen Bücher. Weiter so, Strobel. ;)

Meine vollständige Rezension (inkl. Charakterübersicht) findet ihr auf meinem Buchblog: Nach dem Lesen

Dort gibt es auch einen Beitrag zu meinen Erwartungen an das Buch, bevor ich mit dem Lesen begonnen habe: Vor dem Lesen

Außerdem findet ihr dort Eindrücke zu einer besuchten Lesung von dem Autor Arno Strobel: Lesung

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