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MelE

vor 2 Jahren

(14)

Leider konnte ich mich auch mit dem zweiten Jugenthriller des Autors nicht anfreunden und gestehe eine leichte Enttäuschung meinerseits. Ich empfand die Story recht nett, aber mir fehlte die menschliche Seite. Eine Castingshow in der es nicht nur darauf ankommt, dass gesungen wird, sondern auch diverse andere Prüfungen auf die Kandidaten zukommt und wenn diese nicht spuren, werden sie rausgekickt. Knallhartes Shwobiz, welches mir sehr überspitzt vorkam, obwohl man natürlich aus diversen TV Formaten weiß, dass Privatsphäre missachtet wird, sobald man in der Top 20 angelangt ist. Nicht immer ist es Talent, sondern die Präsenz vor der Kamera, das wird in "Schlusstakt" sehr verdeutlicht. Ich fand manches mehr als unverschämt und wirklich menschenfeindlich. Selbst als ein junges Mädchen zu Tode kommt, bleibt keine Zeit zu trauern, denn es gilt eine Show aufzuziehen. Ein gruseliger Gedanke, zumal einige der Kandidaten das erschlagene Mädchen am Strand aufgebahrt gefunden haben. Wie kann man also einfach weitermachen, als wäre nichts geschehen? Germanys MegaStar ist definitiv nicht utopisch, denn wir wissen selbst, wie manche Kandidaten schon in der Vorausscheidungen / Recall behandelt werden. Für mich ein Grund solches zu vermeiden, da mir tatsächlich die Galle überläuft. Arnos Strobel hat manche Dinge wirklich genial wiedergegeben, aber an manchen Punkten fehlte mir der Funke, der irgendwann hätte überspringen müssen. Leider kam ich an einen Punkt an dem mir die Story nur noch seicht und lieblos vorkam und ich immer enttäuschter wurde. Da erwartet man eine ganze Weile einen neuen Strobel und klappt das Buch am Ende zu, da es nichtssagend und eigentlich auch unspannend ist. Es gab eigentlich nichts, was mich hätte überraschen können, da er Klappentext schon alles sagt, was mich erwartet und mehr kommt dann auch nicht hinzu, außer einer gewissen Langeweile. Schade! Selbst Vicky die Protagonistin konnte mich nicht überzeugen, da sie mir als gut für diese Welt erschien. Insgesamt erschienen alle beschriebenen Personen recht blass und niemand wäre mir näher aufgefallen, bzw. hätte mich beeindruckt. Selbst die eingeflochtenen Kindheitserinnerungen können letztendlich nicht überzeugen, da recht schnell klar wird, wessen Gedanken und Erinnerungen wir beiwohnen durften.

Fazit: Nett, aber nicht herausragend. Die Idee eine Castingshow als Bühne zu nehmen, klang attraktiv, hat aber letztendlich nicht überzeugen können.

Autor: Arno Strobel
Buch: Schlusstakt
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