Arno Surminski

 4.3 Sterne bei 41 Bewertungen
Autor von Vaterland ohne Väter, Die Vogelwelt von Auschwitz und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Der lange Weg

Neu erschienen am 14.02.2019 als Hardcover bei Langen-Müller.

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Vaterland ohne Väter

Vaterland ohne Väter

 (12)
Erschienen am 13.05.2009
Die Vogelwelt von Auschwitz

Die Vogelwelt von Auschwitz

 (9)
Erschienen am 01.01.2008
Malojawind. Eine Liebesgeschichte

Malojawind. Eine Liebesgeschichte

 (3)
Erschienen am 01.12.1988
Winter Fünfundvierzig

Winter Fünfundvierzig

 (1)
Erschienen am 01.02.2013
Kein schöner Land

Kein schöner Land

 (1)
Erschienen am 01.03.1999
Amanda oder Ein amerikanischer Frühling

Amanda oder Ein amerikanischer Frühling

 (1)
Erschienen am 23.07.2009

Neue Rezensionen zu Arno Surminski

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Rezension zu "Vaterland ohne Väter" von Arno Surminski

Wie sich die Kriege gleichen!
Waschbaerinvor 2 Jahren

Dass Arno Surminski ein Meister seines Fachs ist, muss man nicht extra betonen. Allein seine Sprache ist schon ein Lesevergnügen für sich.

In dem vorliegenden Buch werden mehrere Kriege nebeneinander gesetzt. Verblüffend, wie sich die Bilder/Worte gleichen.

Rebeka Rosen, nun im Ruhestand nimmt sich endlich die Zeit, alte Briefe und Aufzeichnungen, die schon jahrelang verstauben, endlich zu sichten und zu ordnen. Vielleicht weil ihr eigener Sohn in einer Friedensmission/Krieg auf dem Balkan ist, wächst ihr Interesse an Robert Rosen, ihrem in Russland gefallenen Vater.

Als junge Mensch wird er in einen Krieg geworfen, den er im Grunde nicht will. Er ist Landwirt und will die Felder der Familie in Ostpreußen bestellen. Doch er muss den Fahneneid schwören und ins Feld ziehen. Niemand fragt ihn nach seinen persönlichen Wünschen.

Er kommt nach Russland und sieht die Schönheit des Landes und der Natur, bringt dies auch zu Papier. Er hat das Glück, nicht  in vorderster Front zu stehen, weshalb seine Kriegseindrücke anfangs eher friedlicher Natur sind.

Seinen ersten Heimaturlaub nützt er dazu, Erika, seine Jugendfreundin zu heiraten. Sie haben nur diese wenigen Tage des Urlaubs für ihre Ehe. Danach muss er wieder ins Feld und kommt nicht mehr zurück.

Diese kurze, gemeinsame Zeit genügte, dass von ihm etwas bleibt. Erika wird schwanger und bringt seine Tochter zur Welt, genau an dem Tag, als Robert in Russland fällt. 

Rebeka ist eines der vielen Kinder, die während des Krieges geboren werden und ihren Vater nie kennenlernten. Alte Briefe und Notizen müssen reichen.

Arno Surminski schafft es, den Leser in die Rolle von Rebeka schlüpfen zu lassen. Ihre Gefühle kann man nachempfinden und dabei spüren, wie sie ihrem unbekannten Vater immer näher kommt. Man wird zum Zuschauer einer kleinen Gruppe junger Soldaten, die Läuse fangen und in russischen Flüssen baden, von alten Frauen bekocht werden, übermütig auf Obstbäume klettern und Kirschen essen und vorwärts marschieren müssen, ohne genau zu wissen, wo sie ankommen.

In den Roman sind Aufzeichnungen eines Westfalen verwoben, der ca. 200 Jahre zuvor mit Napoleon den gleichen  Weg in einem sinnlosen Krieg nach Russland marschierte und nach der Niederlage wieder zurück. Auch der erste Weltkrieg spielt eine Rolle. Es bleibt das Gefühl, alle Kriege sind miteinander verwandt, durch Machtbesessenheit und Gier.

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Rezension zu "Am dunklen Ende des Regenbogens" von Arno Surminski

Zeitbild und Rübensirup. Joggen und Marathon
Armilleevor 3 Jahren

Was bewegt die Menschen..?
u.A. Freude. Neugier. Schmerz. Liebe. Sehnsucht.
In diesem Buch bin ich mit Hans Tabel auf die Reise gegangen. Er nahm mich mit in seinen Gedanken und Sehnsüchten. Seinem Kampfgeist und Eifer. Problemen, Erfolge und Niederlagen.
Eine tolle Geschichte und viele Zwischentöne im Bereich Familie und die Vergangenheit der Deutschen in den schweren Kriegszeiten.

5 Sterne für ein außergewöhnlichen Beitrag zur Literatur!!

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Rezension zu "Malojawind. Eine Liebesgeschichte" von Arno Surminski

Ein Sommer im Bergell
Barbara62vor 3 Jahren

"Mein Zusammenleben mit Julia war auf jenen Punkt zugesteuert, der nur drei Wege zuließ: Entweder springe ich von der Köhlbrandbrücke, oder ich ermorde Julia, oder ich schließe die Tür hinter mir und fahre auf und davon. Für die Lösungen eins und zwei war ich zu feige."

Das "Ich" in diesem Roman des 1934 in Ostpreußen geborenen Autors Arno Surminski ist der Hamburger Computerfachmann Werner Gersdorf, um die 40 Jahre alt. Seine Frau Julia, mit der seit zehn Jahren verheiratet ist, ist seit drei Jahren alkoholkrank, oder, wie er es ausdrückt, hat ein Dämon von ihr Besitz ergriffen.

Im Mai stellt Gersdorf ihr sechs Flaschen billigen Branntwein und eine Kiste Bier ins Haus und flieht. Sein Mitleid hat sich aufgebraucht, geblieben ist nur noch der Ekel. Ziellos fährt er Richtung Schweiz und landet schließlich jenseits des Malojapasses im Bergell, im 60-Einwohner-Dorf Cassagia. Seine Stimmung schwankt zwischen der Hoffnung, Julia wäre tot, und quälenden Schuldgefühlen. Doch je länger er im Bergell ist, wird ihm immer klarer, wie sehr er sie immer noch liebt. Und während er sich am Anfang versteckt, legt er es nach einiger Zeit regelrecht darauf an, gefunden zu werden.

Zu dieser absolut ungewöhnlichen Liebesgeschichte greife ich seit 20 Jahren immer wieder. Längst habe ich die Originalschauplätze besucht und sogar mit viel Zittern die halsbrecherische Bergbahn zum Stausee benutzt. Die klare, schnörkellose Sprache, die absolut nichts beschönigt, die umwerfende Beschreibung der Natur im Bergell und die einfühlsame Schilderung sowohl der Alkoholkrankheit und des damit verbundenen Verfalls als auch der Machtlosigkeit Gersdorfs machen diesen kleinen Roman für mich zu einem absoluten Meisterwerk.


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