Arno Surminski Vaterland ohne Väter

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Inhaltsangabe zu „Vaterland ohne Väter“ von Arno Surminski

Wer war Robert Rosen? Sechzig Jahre nach dem Tod ihres Vaters, der am 31. Januar 1943 in Russland fiel, begibt sich Rebeka Lange, geb. Rosen, auf Spurensuche. Sie gehört zu den Millionen Soldatenkindern, die ihre Väter nie gesehen haben.

Im Ruhestand holt Rebeka die Vergangenheit ein. Durch Briefe und Tagebuch lernt sie ihren Vater kennen, der am Tage ihrer Geburt fiel.

— Waschbaerin

Arno Surminskis Roman überzeugt mich sowohl wegen des exzellent ausgeführten Themas als auch wegen der angewandten Montagetechnik.

— Barbara62

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  • Wie sich die Kriege gleichen!

    Vaterland ohne Väter

    Waschbaerin

    23. September 2016 um 20:58

    Dass Arno Surminski ein Meister seines Fachs ist, muss man nicht extra betonen. Allein seine Sprache ist schon ein Lesevergnügen für sich. In dem vorliegenden Buch werden mehrere Kriege nebeneinander gesetzt. Verblüffend, wie sich die Bilder/Worte gleichen.Rebeka Rosen, nun im Ruhestand nimmt sich endlich die Zeit, alte Briefe und Aufzeichnungen, die schon jahrelang verstauben, endlich zu sichten und zu ordnen. Vielleicht weil ihr eigener Sohn in einer Friedensmission/Krieg auf dem Balkan ist, wächst ihr Interesse an Robert Rosen, ihrem in Russland gefallenen Vater. Als junge Mensch wird er in einen Krieg geworfen, den er im Grunde nicht will. Er ist Landwirt und will die Felder der Familie in Ostpreußen bestellen. Doch er muss den Fahneneid schwören und ins Feld ziehen. Niemand fragt ihn nach seinen persönlichen Wünschen. Er kommt nach Russland und sieht die Schönheit des Landes und der Natur, bringt dies auch zu Papier. Er hat das Glück, nicht  in vorderster Front zu stehen, weshalb seine Kriegseindrücke anfangs eher friedlicher Natur sind.Seinen ersten Heimaturlaub nützt er dazu, Erika, seine Jugendfreundin zu heiraten. Sie haben nur diese wenigen Tage des Urlaubs für ihre Ehe. Danach muss er wieder ins Feld und kommt nicht mehr zurück. Diese kurze, gemeinsame Zeit genügte, dass von ihm etwas bleibt. Erika wird schwanger und bringt seine Tochter zur Welt, genau an dem Tag, als Robert in Russland fällt.  Rebeka ist eines der vielen Kinder, die während des Krieges geboren werden und ihren Vater nie kennenlernten. Alte Briefe und Notizen müssen reichen. Arno Surminski schafft es, den Leser in die Rolle von Rebeka schlüpfen zu lassen. Ihre Gefühle kann man nachempfinden und dabei spüren, wie sie ihrem unbekannten Vater immer näher kommt. Man wird zum Zuschauer einer kleinen Gruppe junger Soldaten, die Läuse fangen und in russischen Flüssen baden, von alten Frauen bekocht werden, übermütig auf Obstbäume klettern und Kirschen essen und vorwärts marschieren müssen, ohne genau zu wissen, wo sie ankommen.In den Roman sind Aufzeichnungen eines Westfalen verwoben, der ca. 200 Jahre zuvor mit Napoleon den gleichen  Weg in einem sinnlosen Krieg nach Russland marschierte und nach der Niederlage wieder zurück. Auch der erste Weltkrieg spielt eine Rolle. Es bleibt das Gefühl, alle Kriege sind miteinander verwandt, durch Machtbesessenheit und Gier.

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  • Wer war Robert Rosen?

    Vaterland ohne Väter

    Barbara62

    Rebeka Lange gehört zu den Millionen Soldatenkindern des 2. Weltkrieges, die ihre Väter nie kennengelernt haben. Mit 60 Jahren begibt sie sich auf Spurensuche, nicht ohne Angst, den Vater Robert Rosen als Täter zu entlarven. Nach einem Jahr der Recherche kann sie für ihn einen Nachruf in die Zeitung setzen: "Ich suchte Mörder und fand Menschen". Arno Surminskis Roman überzeugt mich sowohl wegen des exzellent ausgeführten Themas als auch wegen der angewandten Montagetechnik. Da sind einmal Rebekas Recherchen, die die letzten Lebensmonate des Vaters im Russlandfeldzug und das Leben der Familie zu Hause in Masuren nachzeichnen. Roberts Tagebuch, sein Briefwechsel und der von zwei Kameraden spiegeln glaubhaft die Stimmungslage an der Front und zu Hause wieder. Parallel dazu hat Surminski Tagebuchnotizen eines westfälischen Soldaten Napoleons eingebaut, der 1812 am Russlandfeldzug teilgenommen hat. Die Aktualität des Themas wird nicht zuletzt an Rebekas Sohn deutlich, der als Soldat im Kosovo stationiert ist und Vergleiche seiner Friedensarmee mit der Wehrmacht des Großvaters ablehnt. Rebeka dagegen ist am Ende überzeugt, dass alle Kriege miteinander verwandt sind und einer den anderen nach sich zieht wie eine ansteckende Krankheit. Ein empfehlenswerter Roman, aber nicht der beste von Arno Surminski.

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    • 2

    Sick

    04. August 2015 um 17:25
    Barbara62 schreibt Rebeka dagegen ist am Ende überzeugt, dass alle Kriege miteinander verwandt sind und einer den anderen nach sich zieht wie eine ansteckende Krankheit.

    Davon bin ich auch überzeugt. Klingt nach einem tollen Buch, das werde ich mir mal näher ansehen...

  • Rezension zu "Vaterland ohne Väter" von Arno Surminski

    Vaterland ohne Väter

    Ulf_Borkowski

    24. February 2011 um 01:49

    “Vaterland ohne Väter“ ist ein beindruckender Roman, der sowohl den Eltern ohne Väter, als auch den Enkeln ohne Großväter, gewidmet ist. Die soeben pensionierte Rebeka Lange begibt sich auf Spurensuche nach ihrem unbekannten Vater, Robert Rosen, der am Tag ihrer Geburt am 31. Januar 1943 in Rußland gefallen ist. Anhand der Kriegstagebücher ihres Vaters, sowie eines Kameraden nähert sich Rebeka ihrem unbekannten Vater an und findet einen jungen Mann in einem grausamen Krieg, der so gar nicht in das Bild der vermeintlichen Tätergeneration paßt. Ein Mann der seine ostpreußische Heimat verlassen muß, seine noch frische Liebe und sein Elternhaus, um in einen Krieg zu ziehen, den er kaum verstehen kann, der gegen Menschen kämpft, die er nicht hassen kann, der geliebte Kameraden sterben sieht, bis er selbst auf groteske Art Opfer dieses Krieges wird. „Vaterland ohne Väter“ ist ein wichtiges Buch, nicht nur für die Nachkriegsgeneration, auch für die Generation der Enkel. Nach Jahrzehnten der systematischen Dehumanisierung einer ganzen Generation wurde es Zeit, das diejenigen die diesen Krieg erlebten und vielleicht auch überlebten als das gesehen werden dürfen, was sie waren: Menschen in einem unmenschlichen Krieg, nicht nur Täter, sondern auch Opfer einer verführten Generation. Kaum passender läßt Surminski seinen Roman mit einer Erinnerungs-Anzeige mit den Worten „Ich suchte Mörder und fand Menschen.“ enden. Viele mögen in der fiktiven Geschichte der Rebeka Lange ein Stück ihrer eigenen Familiengeschichte wieder finden, so fiel mein eigener Großvater zwei Monate vor der Geburt meiner Mutter (die von diesem Buch im übrigen ebenfalls sehr beeindruckt ist). Aber auch ohne diesen Hintergrund ist „Vaterland ohne Väter“ dazu geeignet, sich jenseits der einseitigen medialen eine differenziertere Bewertung einer ganzen Generation zu bilden. Ein Buch, das im Schulunterricht gelesen werden sollte.

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  • Rezension zu "Vaterland ohne Väter" von Arno Surminski

    Vaterland ohne Väter

    greteb

    06. May 2009 um 09:23

    Vaterlos aufwachsen, den Vater erst spät kennenlernen. Eine Frau setzt sich zu Beginn ihres Ruhestandes mit ihrem im Krieg gefallenen Vater auseinander. Sie konnten sich nicht kennenlernen. Der Roman beschreibt auch die Sinnlosigkeit anderer Kriege (Russlandfeldzug Napoleons, Jugoslawien). Man nähert sich den Soldaten, die im Graben liegen und fern der Heimat sind.

  • Rezension zu "Vaterland ohne Väter" von Arno Surminski

    Vaterland ohne Väter

    Jens65

    29. July 2008 um 18:02

    Surminski beschreibt auf seine gewohnt eindringliche Art die Suche einer Frau nach ihren Wurzeln, die ein Krieg, den kein normaler Mensch versteht, ihr nahm. Dabei läßt er uns eintauchen in ein Mischgeschehen aus Krieg und Frieden, Heiterkeit und Trauer, Menschlichkeit und Unmenschlichkeit. Und er führt uns, einer Generation, die Kriege nur als buntes Feuerwerk bei CNN erlebt, vor Augen, was dieser Krieg für ein Volk wirklich bedeutet.

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