Rauschzeit

von Arnold Stadler 
3,0 Sterne bei2 Bewertungen
Rauschzeit
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Wunderbare Sätze drehen sich im Kreis, kommen immer wieder, beginnen an der Seele des Lesers zu haften und machen ihn nachdenklich.

Kritisch (1):
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Zäh dahinfließende Geschichte, die mehr aus Assoziationen und Gedanken besteht als aus Handlung. Enttäuschend!

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Inhaltsangabe zu "Rauschzeit"

Alain und Irene, beide vierzig und seit 15 Jahren miteinander verheiratet, sind in der Mitte des Lebens angekommen. Es ist das Jahr 2004. Die Liebe haben sie hinter sich – jetzt beginnt 'die vegetarische Zeit ihres Lebens'. Als eine gemeinsame nahe Freundin stirbt, reißen bei beiden alte Wunden auf – und die Erinnerung an einen Sommer an der französischen Atlantikküste, an dem ihre Jugend endgültig zu Ende war. Jetzt, mehr als 20 Jahre danach, begegnet Alain seiner großen Liebe Babette wieder. Und Irene verliebt sich schlagartig in einen blonden Dänen, der sich in der Oper neben sie setzt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596195305
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:560 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:27.02.2019

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    Aliknechtvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wunderbare Sätze drehen sich im Kreis, kommen immer wieder, beginnen an der Seele des Lesers zu haften und machen ihn nachdenklich.
    Was ist Glück?

    Alain nimmt 2004 an einer Tagung in Köln teil. Dort trifft er überraschend auf seine einstige Jugendliebe Babette. Sie sagt "Du bist grau geworden". Während dessen sieht  Mausi, mit der Alain seit 15 Jahren verheiratet ist, in Berlin erwartungsvoll einem Opern-Abend an der Seite eines blonden Dänen entgegen. Alain und Mausi blicken wechselweise auf ihr Leben zurück. Als sie noch jung waren, verbrachte die Freiburger Wohngemeinschaft 1983 mit Alain, Mausi, Elfi, Norbert, Justus, Inge, Toby und Babette einen unvergesslichen Sommer-Urlaub voller Aufbruchstimmung und Freiheit an der französischen Atlantikküste. Damals entfloh Babette mit Toby und brach Alain das Herz. 

    Norbert war bald darauf einer der frühen Aids-Toten und Justus und Inge entwickelten sich zu einem schwer erträglichen Spiesserpärchen. Während der Tagung erreicht sie die Nachricht vom Tod der trink- und männerfreudigen Photographin Elfi.

    Arnold Stadler entwickelt aus verschiedenen Perspektiven in seinen Dialogen, Gedanken, Träumereien und Rückblenden eine Sicht über das Leben, das nur von der Jugend aus gesehen lange währt. Einige sind bereits tot und auch Alain und Mausi haben schon die "vegetarische Zeit" ihrer Ehe erreicht.  

    Der Autor hat den Meßkircher Dialekt, der für einen Schriftsteller eigentlich ein schweres Handicap sein müsste, in einer an verschiedenen Studienorten purifizierten Form in eine scharfe Waffe verwandelt. Mit dem süddeutschen Knoten im Kopf gelingen ihm die wunderlichsten Formulierungen, wie man es in seinen früheren Büchern wie etwa "Ich war einmal" oder "Mein Hund, meine Sau mein Leben" lieben gelernt hat. Hier in Rauschzeit liest man beispielsweise den ersten Satz «Was ist Glück? Nachher weiß man es.» oder später «Dass die Liebe das Warten auf die Liebe war» oder dann  «Mein Leben war eine Vermeidungsstrategie, damit es glückte.» Wunderbare Sätze drehen sich im Kreis, kommen immer wieder, bleiben schließlich an der Seele des Lesers haften und machen nachdenklich. Ein wunderbares Buch. 

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    Xirxes avatar
    Xirxevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Zäh dahinfließende Geschichte, die mehr aus Assoziationen und Gedanken besteht als aus Handlung. Enttäuschend!
    Zäh dahinfließende Geschichte über 'alte und neue Lieben'

    Von diesem Autor habe ich bereits 'Komm, gehen wir!' als Hörbuch gehört, eine Liebesgeschichte, die von drei jungen Menschen in den Zwanzigern erzählt. Auch 'Rauschzeit' ist eine Liebesgeschichte, allerdings liegt der Schwerpunkt im Rückblick eines Ehepaares, das in den frühen Vierzigern ist. Die Liebe in den Leben von Mausi und Alain scheint der Gewohnheit gewichen zu sein, doch als Alain auf einer Geschäftsreise seine Jugendliebe Babette wiedertrifft, verliebt sich zeitgleich Mausi in ihren zufälligen Opernbegleiter, der für Alain 'einspringt'.
    Diese Geschehnisse sind der Auslöser für die Erinnerungen an die Zeit vor rund 20 Jahren, die das eigentliche Thema des Buches bilden: die Rauschzeit von Mausi und insbesondere Alain. Eigentlich steht der Begriff ‚Rauschzeit‘ für die Brunstzeit des Schwarzwildes, aber auch nach dem Lesen des Buches ist mir noch immer nicht recht klar, weshalb der Autor diesen Begriff gewählt hat – so schweinemäßig verlief diese Zeit der Beiden nun doch nicht ;-) Mehr als zwei Drittel handeln von Alain, der in der Ich-Form insbesondere von der Vergangenheit erzählt; der Rest betrifft Mausi, die deutlich mehr in der Gegenwart lebt. Höhepunkte, auf die das Ganze sich zuspitzen könnte, gibt es nicht: ganz allmählich schreitet das Geschehene wie auch das Jetzt voran.
    Unterstützt wird dieses sich allmähliche Dahinschreiten durch die sich ständig wiederholenden Aussagen: Immer wieder werden die gleichen Inhalte, zum Teil auch in gleichen Satzkonstellationen stets aufs Neue wiedergekäut. Zugegeben, der Autor kann überaus poetisch formulieren und neue Wortgebilde kreieren, doch das hilft nicht über die sich fortwährend zäher dahinschleppende Geschichte hinweg. Dazu noch zahlreiche Assoziationen des Ich-Erzählers, die mich häufig kopfschüttelnd zurück ließen - wie dieses Buch auf die Longlist des Deutschen Buchpreises des Jahres 2016 gekommen ist, bleibt mir ein Rätsel.

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    Verspielt, prall voll mit Beobachtungen, die den Zeitgeist unterminieren. Das Buch ist melancholisch, von hintergründigem Humor und kein bisschen zynisch.

    Inmitten wehmütiger Erinnerungen schenkt Stadler seinen beiden Protagonisten auch Hoffnung auf einen Neuanfang (…) 500 Seiten starke Literatur.

    Ein Roman wie ein langes Liebesspiel […] ein schalkhaftes Buch […] Ein Buch, das sich Zeit für philosophische Gedanken nimmt.

    Verspielt, prall voll mit Beobachtungen, die den Zeitgeist unterminieren. Das Buch ist melancholisch, von hintergründigem Humor und kein bisschen zynisch.

    Ein grandioses, ein beglückendes Sprach- und Leseerlebnis.

    Wer sich in den ›Rauschzeit‹-Kosmos begibt, wird reich belohnt. In der vermeintlichen Leichtigkeit des philosophischen Plaudertons erreicht der Roman eine ungeheure emotionale Beschreibungsgenauigkeit.

    Es gibt kaum einen Autor, der den Mut besitzt, die Bandbreite menschlicher Emotionen so auszumessen wie Arnold Stadler

    Herrlich, diese ersten Sätze [.] Sie umfassen alles, das Leben, die Liebe, den Roman, den man gerade liest (…) Hinterher kommen die Variationen.

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