Arnold Stadler Sehnsucht

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Inhaltsangabe zu „Sehnsucht“ von Arnold Stadler

Arnold Stadlers Ich-Erzähler – Melancholiker, Mitte vierzig, verheiratet – befindet sich auf einer Vortragsreise. Je weiter er kommt, desto größer wird seine Sehnsucht nach dem richtigen Leben. Voller Verzweiflung, aber zugleich auch voller Selbstironie streift er durch die Landschaft – in dem Versuch, sich aus seiner Schieflage zu befreien.

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  • Rezension zu "Sehnsucht" von Arnold Stadler

    Sehnsucht
    Babscha

    Babscha

    25. November 2012 um 22:45

    Trauer. Melancholie. Verzweiflung. Wahrscheinlich von jedem etwas, was den Protagonisten des Buches, einen namenlosen Mittvierziger, antreibt, uns seine Geschichte zu erzählen. Die Geschichte eines introvertierten Einzelgängers, der in seinem ganzen Leben nirgends Halt, niemals eine Schulter zum Anlehnen, bei keinem ein offenes Ohr oder Herz für seine ganz speziellen Probleme mit dem Leben an sich gefunden hat. Geboren Anfang der Fünfziger in die miefige und nachkriegsbelastete Welt eines aristokratischen Clans im südlichen Württemberg, in der nur die Welt der Jagd und der mannhaften Ehre etwas zählen, ist er von Anfang an ein Sonderling, ein Ausgestoßener, der lieber mit Puppen als mit Bällen oder Schusswaffen spielen würde. Stück für Stück und in vielen Rückblenden während seiner Fahrt in einen Swingerclub in Niedersachsen erfährt der Leser das ganze Drama eines Menschen, der, von klein auf wandelnd zwischen den Geschlechtern, orientierungslos und unverstanden durch sein Leben taumelt, es weggeworfen hat an flüchtige Liebschaften, an eine unglückliche, in absoluter Sprachlosigkeit endende Ehe, und das irgendwann in einer tiefen klinischen Depression mündet. Ein Blick in die Seele eines hypersensiblen, nahezu autistischen Beobachters, der keine Chance hat, sich seinen Mitmenschen zu artikulieren, den sowohl seine genetische Disposition wie auch sein furchtbares, verständnisloses Elternhaus unter der Knute eines despotischen Kriegshelden von Anfang an in die Knie zwingen. Aufbegehren, Hilfeschrei und Abrechnung zugleich. Das Buch überzeugt durch eine große Sprachvirtuosität und eine eindringliche bildhafte Sprache, lässt jedoch trotz allem beim Leser irgendwie keine Nähe zu dem schicksalsgeplagten Erzähler aufkommen, zu abgeklärt und hoffnungslos ist letztlich sein Bericht. Aber wahrscheinlich ist dies auch gar nicht beabsichtigt. Eine erdrückende, anstrengende Lektüre, die zu verhangenen Herbsttagen durchaus passt, der man sich aber in hellen, positiven Sommertagen kaum öffnen könnte.

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