Arnold van de Laar

 4.3 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Schnitt!.

Alle Bücher von Arnold van de Laar

Arnold van de LaarSchnitt!
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Schnitt!
Schnitt!
 (9)
Erschienen am 02.11.2016

Neue Rezensionen zu Arnold van de Laar

Neu
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Schnitt!" von Arnold van de Laar

Schnitt - Virtuosen mit dem Skalpell
Bellis-Perennisvor 4 Monaten

Der Autor Arnold van de Laar ist selbst Chirurg und erzählt in 28 Operationen den geschichtlichen Werdegang seiner Zunft.  

Ursprünglich sind die Chirurgen (Bader und/oder Feldschere) – reine Handwerker und werden daher von der studierten Ärzten scheel angesehen. Wenn jemand erkrankt, holt man den Bader und nicht den Medicus. Zur Aderlassen, Einläufe geben oder Furunkel aufschneiden, das sind Jahrhunderte lang die Aufgaben des Chirurgen. Knochenbrüche richtete sowohl der Chirurg als auch der Henker ein. Erst mit der Erfindung der Narkose ist ein schonendes Operieren möglich. Zuvor üben sich die Chirurgen im Wettstreit um das „schnellste Messer“. 

Die Geschichte ihrer Zunft ist eine interessante, wie Arnold van de Laar in seinem Buch "Schnitt! Die ganze Geschichte der Chirurgie erzählt in 28 Operationen" beschreibt. 

Dieses Buch ist ein reines Lesevergnügen! Es ist sehr gut aufgebaut. Ein Lob muss auch der Übersetzung ausgesprochen werden. Die 28 Operationen sind anschaulich und mit einem Augenzwinkern geschildert. Die eine oder Anekdote lockert den fachlichen Teil recht gut auf.  

Einen Namen vermisse ich allerdings persönlich: Jean-Dominique Larrey, der Chirurg Napoleons wie er häufig genannt wird. Larrey studierte Medizin und war gleichzeitig als Militärchirurg auf den Schlachtfeldern, die Napoleon hinterlassen hat. Larrey ist so etwas wie das „missing link“ zwischen Chirurg und Arzt. Er war nicht nur ein Virtuose mit dem Skalpell, das vor allem den Soldaten, denen Gliedmaßen amputiert werden musste, sondern er hat auf dem Russlandfeldzug 1812 die lokalanästhetische Wirkung der Kälte beobachtet und versucht ein Mindestmaß an Hygiene in den Lazaretten einzuführen. 

Fazit: 

Trotz aller wirklich spannend erzählten historischen Rückblicken bin ich allerdings sehr dankbar, heute und hier in Mitteleuropa zu leben. Gerne gebe ich diesem interessanten Buch 5 Sterne und eine Leseempfehlung..


Kommentare: 1
8
Teilen
MeinLesezeichenBlogs avatar

Rezension zu "Schnitt!" von Arnold van de Laar

Für medizininteressierte Laien
MeinLesezeichenBlogvor einem Jahr

Meine Meinung
Zu Beginn habe ich befürchtet, dass es eine trockene und komplizierte Abhandlung über die Chirurgie werden würde. Noch nie habe ich mich dermaßen geirrt. Obwohl das Buch nur so von Fachterminologie strozt, erklärt der Autor die Fachtermini auf eine einfache und leicht verständliche Weise, ohne, dass man sich als Leser dumm vorkommt.

 Der Autor macht dem Leser die Geschichte der Chirurgie schmackhaft, indem er sachlich und trotzdem mit ein wenig Humor über denkwürdige Operationen, bewundernswerte Pioniere und einmalige Entwicklungen schreibt. Er hat damit genau das eingefangen, was die Chirurgie für viele Laien so faszinierend macht. Der Gott im weißen Kittel wird zum Menschen und seine Geheimnisse werden gelüftet.

 Der Autor beschreibt eine Reise, die in der Antike beginnt und in der Neuzeit endet. Außerdem wirft er einen kurzen Blick in die Zukunft. Teilweise wirklich erschreckend, wie Menschen damals behandelt wurden und vor allem unter welchen (unhygienischen) Umständen. Die Chirurgie, wie wir sie heute kennen, ist noch gar nicht so alt, wie ich dachte. Die Schilderungen sind größtenteils unblutig (soweit möglich) und nicht sensationsheischend.

 Der Text wird von Infokästen zu Themen rundum die Chirurgie (Krankheiten, Untersuchungen, Abläufe) durchbrochen. Am Ende befindet sich ein Glossar, in dem an die Fachterminologie nochmal nachschlagen kann. Zusätzlich gibt der Autor ein ausführliches Quelenverzeichnis, für diejenigen, die die Them weiter vertiefen möchten.

 Der Autor und Chirurg, Arnold van de Laar, hat ein tolles und lesenswertes Sachbuch verfasst, welches Laien in die sagenumwobene und rätselhafte Chirurgie einführt. Einiges kam mir durch die vielen Arztserien bereits bekannt vor (Krankheiten, Organe, Operationen), aber der Löwenanteil war mir neu. Dieses Buch poliert das eigene Allgemeinwissen auf jeden Fall auf. Jedes Kapitel lädt dazu ein, seine Mitmenschen mit einem nervigen „Wusstest du schon, dass…“ in den Wahnsinn zu treiben und ihnen alles über Einsteins abdominales Aortenaneurysma zu erzählen (ob wie wollen oder nicht). Mein Freund nennt es ‚gefährliches Halbwissen‘. So ganz Unrecht hat er damit nicht, denn das Buch ersetzt ganz sicher keine medizinische Ausbildung und es ist auch fraglich wie viel von dem darin komprimierten Wissen tatsächlich hängen bleibt.

 

Fazit
Dieses Sachbuch empfehle ich medizininteressierten Laien, jedem Grey’s Anatomy Fan aber auch angehenden Medizinern. Ich habe einer Freundin von diesem Buch erzählt und sie war sofort Feuer und Flamme es zu lesen (nächste Woche verteidigt sie ihre Abschlussarbeit; sie studiert Medizin). Schade nur, dass es von dem Buch noch keine englische (oder italienische) Übersetzung gibt. Ansonsten hätte ich es ihr zum Abschluss geschenkt.

Kommentieren0
2
Teilen
Ambermoons avatar

Rezension zu "Schnitt!" von Arnold van de Laar

Medizingeschichte mal anders
Ambermoonvor einem Jahr

Von den dunklen Anfangszeiten der Chirurgie, als noch ohne Betäubung amputiert wurde, über königliche Operationen und den Luftröhrenschnitt des Jahrhunderts bis zu den heutigen High-Tech-OPs – der Chirurg Arnold van de Laar beschreibt in seinem Buch so packend wie allgemeinverständlich die Geschichte seines Fachs. In 28 Kapiteln erzählt er anhand von berühmten Fällen aus Historie und Gegenwart, was genau im Operationssaal geschieht...(Klappentext)

                              --------------------------------

.... und besser als im Klappentext lässt sich der Inhalt dieses Buches fast nicht beschreiben.

Anhand kurioser Fälle, berühmter Patienten und/oder Ärzten, wird einem die Geschichte der Chirurgie näher gebracht.
Wie sehr sich dieses Handwerk im Laufe der Geschichte gewandelt hat - von einem nicht geachteten, von allen gefürchteten, aber notwendigen Handwerk, über Pioniere und Erfinder von damals belächelten, aber heute noch durchgeführten Operationen, bis hin zum Hightech OP und Mikrooperationen.

Dieses Sachbuch wendet sich hauptsächlich an Leser ohne Fachkenntnisse. Hier bedient sich der Autor nämlich einer auch für den Laien gut verständlichen Sprache. Auch einfaches Grundwissen wird hier gut erklärt, z. B.: was genau ist eine Entzündung, wie entsteht diese und was wird alles als Entzündung bezeichnet, oder wie setzt sich ein OP-Team zusammen, etc.
Selbst die Anatomie und die Evolution bezüglich dieser wird verblüffend einfach erklärt.
Selbst für mich als Krankenschwester, die jahrelang auf einer Traumatologie arbeitete, gab es Neues, aber vor allem Interessantes zu entdecken, bereits vergessenes Wissen wurde wieder aufgefrischt und das alles auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise.
Arnold van de Laar schreibt nämlich nicht nur fesselnd und leicht verständlich, sondern auch mit Witz. Nicht selten lässt er Ironie und Sarkasmus einfließen.

Hier ein paar Beispiele behandelnder Themen:
- Die Fresssucht der Päpste und deren Folgen
- Johannes Paul II. - der meistoperierte Papst
- Wie sich ein Schmied in seiner Verzweiflung einen Blasenstein entfernte
- Das Attentat auf Kaiserin Sissi und ihr durchbohrtes Herz
- Beschneidungen und weshalb sie damals notwendig waren und heute im Grunde eine unnötige OP sind
- Krampfadern und wieso wir diese der Evolution zu verdanken haben
- Wieso man Königin Victoria für die Anästhesie dankbar sein sollte und weshalb durch sie die schwarzen Arztkitteln zu weißen wurden

und noch Vieles mehr.

Im Anschluß befindet sich ein Glossar, in dem die gängigsten med. Begriffe nochmals in alphabetischer Reihenfolge erklärt werden.
Ich hätte mir jedoch auch noch eine Auflistung berühmter Ärzte mit kurzer Erklärung in chronologischer Reihenfolge gewünscht.

Fazit:
Dieses Sachbuch über die Geschichte der Chirurgie hat mich nicht nur aufgrund interessanter Fakten und Kuriositäten unterhalten, sondern mich auch aufgrund des lockeren Plaudertons und der humorvollen Art des Autors fesseln können.
Ich hätte noch ewig weiterlesen wollen.
Ein Buch, welches ich jedem angehenden Mediziner, jeder zukünftigen Pflegekraft und/oder allen Medizin- und Geschichtsinteressierten ans Herz legen möchte.
Von mir gibt es daher eine absolute Leseempfehlung.

Kommentare: 6
182
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Community-Statistik

in 18 Bibliotheken

auf 6 Wunschlisten

von 2 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks