Arta Ramadani

 4,6 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf

Arta Ramadani ist eine preisgekrönte ZDF-Redakteurin. Bereits als Teenager moderiert sie beim Jugendradio, um ihr Taschengeld aufzubessern, und entdeckt so ihre Leidenschaft für den Journalismus. In Prishtina geboren, in Mannheim aufgewachsen, in Heidelberg und USA studiert: Sie kennt das Leben zwischen den Kulturen und genießt es, sich darin zu bewegen. Arta Ramadani spricht fließend Albanisch, lebt und arbeitet in Mainz.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Arta Ramadani

Cover des Buches Die Reise zum ersten Kuss (ISBN: 9783991380276)

Die Reise zum ersten Kuss

 (4)
Erschienen am 27.02.2023
Cover des Buches Brot, Salz und Herz (ISBN: 9783990295496)

Brot, Salz und Herz

 (1)
Erschienen am 30.09.2022

Neue Rezensionen zu Arta Ramadani

Cover des Buches Die Reise zum ersten Kuss (ISBN: 9783991380276)
awogflis avatar

Rezension zu "Die Reise zum ersten Kuss" von Arta Ramadani

Flucht und Integrationsgeschichte, die ich schon besser gelesen habe
awogflivor einem Jahr

Ich hätte mir so gewünscht, dass mir dieser Roman sehr gut gefallen hätte, denn die Geschichte von einer Flucht aus dem Kosovo, dem Cultural Clash in Berlin und der allmählichen Integration hat natürlich sehr viel Potenzial, aber leider wurde ich nicht so richtig warm mit dem Plot und der Sprachfabulierkunst. Es ist nicht so, dass mir die Story und wie sie umgesetzt wurde überhaupt nicht gefallen hätte, aber Begeisterung schaut bei mir auf jeden Fall anders aus.

Dabei beginnt alles richtig grandios: Das aktualisierte Vorwort der Autorin zu Flüchtlingen und der Ukraine ist großartig, hier wird vom Kosovokrieg eine Brücke zur derzeitigen Situation geschlagen und wie sich Flüchtlinge generell fühlen.

Auch als es um die Kindheit der zwölfjährigen Protagonistin Era aus Priština geht, bevor sie fliehen muss und wie sich die Situation nach und nach immer mehr verschlechtert, war ich noch ein bisschen angetan. Wobei mir das Stilmittel der Ich-Erzählerin bis zum Schluss diesmal einfach zu wenig passend erschien, denn es flacht die gesamte Geschichte von der sprachlichen Qualität her auf Schulaufsatzniveau ab. Was nicht problematisch wäre, wenn sich der Umstand mit fortlaufendem Alter und Plot ändern würde, das tut es aber nicht. Authentizität wird hier leider völlig der Sprachqualität geopfert. Mir hätte eine andere Erzählform oder eine Mischung der Formen besser gefallen.

Handlungsmäßig ist die Geschichte in Priština noch einigermaßen interessant, wie sich die Probleme langsam aufbauen, aber auch hier habe ich schon besser beobachtende und reflektiertere Teenager zum Thema Flucht aus Ex-Jugoslawien gelesen, die aus der Ich-Perspektive durchaus mit kindlicher Sprache die Bedrohungen besser gefühlt, genauer beobachtet, analysiert und viel besser formuliert haben (ein gutes Beispiel für wesentlich bessere Umsetzung ist: Lauf! warte nicht auf mich - in den beigefügten Büchern unten ). Era ist so eine typisch naive Teenager Tussi, mehr an Oberflächlichkeiten interessiert und auch nie hinterfragend, was ja auf eine glückliche, behütete und auch problemverdrängende Kindheit und Jugend schließen lässt, was aber dann halt auch keinen Stoff für eine erzählenswerte Kriegs- Flucht und Integrationsgeschichte hergibt, weil in der Tiefe Einiges fehlt.

Ganz klar kommen diese Defizite dann in der Situation in Deutschland raus. Hier wird das Manko am meisten offenbar, vor allem, dass auch bei schwierigen Situationen und emotionalen Krisen, wie das beengte Wohnen im Flüchtlingsheim und der Abschiebung ihrer Freundin einfach kaum tiefergehende Worte und Gefühlsbeschreibungen existieren. Es scheint so, als ob die einzigen substantiellen Gedanken von Era um das Ziel kreisen, vom Deutschen Daniel einen Kuss zu bekommen und auf ein Madonna Konzert zu gehen. Versteht mich nicht falsch, unbeschwerte, oberflächliche Kinder sind in der Realität wunderbar. Für eine interessante fiktionale Geschichte taugen sie für mich hingegen gar nicht, das musste ich schon beim ersten Teil von Elena Ferrantes Saga konstatieren, an die mich dieser Roman irgendwie erinnert und die ich dann nicht fortgesetzt habe.

Fazit: Konnte mich einfach nicht abholen.

Cover des Buches Die Reise zum ersten Kuss (ISBN: 9783991380276)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Die Reise zum ersten Kuss" von Arta Ramadani

Die Geschichte einer jungen Kosovo-Albanerin, die plötzlich nach Berlin verpflanzt wird
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Der Roman spielt in den 1990-er Jahren. Era wohnt mit ihren Eltern und ihrer Großmutter in Pristina, im Kosovo. Die Mitglieder der Familie sind albanischer Abstammung und ihr Leben wird ihnen von serbischen Milizen schwer gemacht. Täglich gibt es Übergriffe auf die Bevölkerung. Eras Familie ist diesen besonders ausgesetzt, da sich Vater und Mutter politisch engagieren. Der Großvater wurde seinerzeit aufgrund seiner Gesinnung getötet.  

Dann verschwindet der Vater für zwei Jahre. Der knapp zwölfjährigen Era wird erzählt, er arbeite im Ausland. Und überhaupt wird versucht, das Mädchen modern zu erziehen. So darf sie Musik von Madonna und Michael Jackson hören. Die Leidenschaft für Madonna wird ihr dann in weiterer Folge Mut machen. Denn sie folgen dem Vater, der in Deutschland wegen seiner politischen Gesinnung Asyl erhält, nach Berlin. 

Der Kulturschock ist gewaltig - nur die Musik von Madonna ist immer noch dieselbe. Schon in der trostlosen Flüchtlingsunterkunft formuliert sie drei Ziele: 

1. Deutsch lernen,

2. das Madonna-Konzert besuchen,

3. einen deutschen Jungen küssen, 

Durch ihr offenes, freundliches Wesen findet Era recht schnell Freund. Doch ihre kleine neue Welt scheint auseinanderzufallen, als ihre Freundin nach Mazedonien abgeschoben wird. 

Meine Meinung: 

Era, die Heldin dieses Romans, der durch autobiografische Elemente aus Ramadanis Leben inspiriert worden ist, ist ein sehr sympathischer Charakter, der mich manchmal durch ihrer Fixierung auf Madonna nervt.  

Arta Ramadani stammt selbst aus Pristina, erlebte dort eine glückliche Kindheit und übersiedelte nach Mannheim. Diese Stadt ist natürlich nicht mit Berlin, in das sie Era verpflanzt, zu vergleichen.  

Sehr interessant sind Eras Eltern, die sich für ihre einzige Tochter mehr wünschen als einen albanischen Mann und viele Kinder. Era staunt, dass es in der albanischen Community Deutschlands ziemlich engstirnig und traditionell denkende Menschen gibt.   

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Roman 5 Sterne, denn er zeigt, dass Integration auch sehr gut gelingen kann. 

 

Cover des Buches Brot, Salz und Herz (ISBN: 9783990295496)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Brot, Salz und Herz" von Arta Ramadani

Kochen wie Oma aus dem Kosovo
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Arta Ramadani, eine im Kosovo geborene deutsche Journalistin und Halim Meißner, Koch und Schwager der Journalistin, haben sich mit diesem Kochbuch einen Herzenswunsch erfüllt: das Bewahren der traditionellen Küche aus dem Kosovo.  

Die gekochten und gebackenen Gericht sind jene Rezepte, die in der Familie von Generation zu Generation weitergegeben worden sind. Die eine oder andere Zutat ist behutsam an den modernen Geschmack angepasst worden. 

Dieses Kochbuch entstand während der Corona-Pandemie als Halim Meißner von Kurzarbeit betroffen und Arta die Rezepte der Großmutter wieder in die Hände fielen. Meißner war, wie die Autorin im Vorwort schreibt, gleich Feuer und Flamme, jedoch unter der Bedingung, dass ohne Fleisch zubereitet würde.

Ein Verzicht, der bei den meisten Rezepten kein Problem dargestellt, denn Fleisch ist in der kargen Landschaft des Kosovos ein Luxusgut. 

Da ein Großteil der Speisen mit Buchweizenmehl hergestellt wird, sind sie auch für Menschen mit Weizenunverträglichkeit ideal. 

Zwei Rezepte haben es mir besonders angetan: Das Pire genannte Kürbis-Maroni-Pürree und das Pogaqë, ein Fladenbrot, das hauptsächlich aus Wasser, Mehl und Joghurt besteht, und schnell zubereitet werden kann.  

Das Duo kochte, buk und fand mit seinen Rezepten beim Kärntner Verlag Wieser eine Heimat. Die Gerichte hat Halim Meißner, ein leidenschaftlicher Fotograf, gekonnt in Szene gesetzt. Durch die gediegene Aufmachung mit Lesebändchen eignet sich das Buch auch hervorragend als Geschenk. 

Fazit:

Für Liebhaber von einfacher, vegetarischer Küche. Gerne gebe ich diesem kulinarischen Streifzug in den Kosovo 5 Sterne. 

 

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