Arthur-Heinz Lehmann Der Herrgott der Pferde

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Inhaltsangabe zu „Der Herrgott der Pferde“ von Arthur-Heinz Lehmann

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    Der Herrgott der Pferde

    Aoibheann

    12. November 2017 um 17:20

    Die Geschichten spielen in Wöllrain, einem kleinen idyllisch gelegenen Dorf in Österreich. Es ist ein verrücktes Dorf, genauer gesagt: ein pferdeverrücktes Dorf. In einer Zeit zwischen zwei Weltkriegen ist das Pferd in den Bergregionen noch ein wichtiges Verkehrs- und Transportmittelt, Autos sind in diesen Regionen noch Ausnahmen und nur wenige sind auf den Straßen zu sehen. Gefahren wird wie seit Jahren mit der Kutsche oder dem Pferdewagen. Doch für die Wöllrainer sind ihre Rösser weitaus mehr als nur ein zuverlässiges Transportmittel. Mit jeder Faser ihres Herzens hängen sie an ihren Pferden. Und stolz sind sie natürlich auf ihre Vierbeiner, die Haflinger und Lipizzaner. Und das Erstaunen umso größer, als eine der schönsten Haflingerstuten der Gemeinde ein Muli zur Welt bringt. Ein Kinder der Liebe könnte man sagen - aber was nun machen mit dem Tier? Erstmal abwarten! Denn auch so ein Muli muss wachsen und gedeihen. Und während sich herumspricht, dass mit eben jener Mulidame nicht zu spaßen ist, bricht der Pfarrer Vilmos eine Lanze für das Tier. Was ihm letztlich unverhofft zum neuen Besitzer des Tieres macht. Natürlich ist kein Tier von Natur aus schlecht und auch das Muli hat so seine Erfahrungen mit den Menschen gemacht. Und diese enden oft in urkomischen Zwischenfällen - und erhöhen nur die Zuneigung der Dorfbewohner zu ihrem ungewöhnlichsten vierbeinigen Dorfbewohner.​Doch um die Geschichten des Mulis gibt es vielerlei mehr aus dem Dörfchen Wöllrain zu berichten. So plant der Bürgermeister Kamberger ​nach einem Streit mit dem Pfarrer doch tatsächlich den Bau einer eigenen Kirche. Das schlägt dem Fass glatt den Boden aus und Pfarrer Vilmos sinnt danach dieses gottlose Unternehmen zu sabotieren. Doch wie so oft im Leben dreht sich der Wind und bezanken sich beiden Streihähne Kamberger und Vilmos im einen Moment, so halten sie im nächsten doch wieder fest zusammen um Katastrophen abzuwehren und den Bürgern der Gemeine Wöllrain zu helfen. Und Pfarrer Vilmos verdient sich auf diese Art und Weise eher unfreiwillig den Titel "Herrgott der Pferde".​"Der Herrgott der Pferde" habe ich in einem Antiquariat gefunden und mich sehr darüber gefreut. Ich habe bereits Bücher des Autors gelesen und mich immer über die Geschichten aus der pferdeverrückten österreichischen Idylle gefreut. Mir gefällt einfach diese herzliche Art und Weise, wie er die Bewohner des Dorfes schildert mit all ihren Stärken und Schwächen. Viele Passagen sind mit einem Augenzwinkern zu lesen. Etwa, wenn sich Bürgermeister Kamberger und Pfarrer Vilmos mal wieder wegen der Privatkirche des Kambergers in der Wolle haben. Denn das, was sie im Notfall aneinander haben, wissen beide Männer ganz genau. Im Grunde ihres Herzens sind sie sich nämlich durchaus freundschaftlich zugetan,  die beiden Zankhähne. Über manche Unvernunft musste ich grinsend den Kopf schütteln, an anderen Stellen konnte ich mir ein lautes Auflachen einfach nicht verkneifen.​Es handelt sich bei dem Buch um einzelne Episoden, die vom Autor zu einer Geschichte zusammengezogen wurden. Zwischen einzelnen Episoden liegt immer mal wieder eine ereignislose Zeit, die dann einfach übersprungen wird. Jede Episode nimmt noch einmal ein wenig Bezug auf die vorherige. Man kann zwischendurch also auch mal eine Lesepause einlegen ohne den Faden zu verlieren, denn man wird immer wieder in die Geschichte hineingeholt und an den Verlauf erinnert. Die Gespräche der Wöllrainer untereinander sind in österreischischem Dialekt geschrieben. Das hat mir zu Beginn einige Schwierigkeiten bereitet, denn ich bin dieses Dialekts absolut nicht kundig. Und so manches Wort oder Ausdruck musste ich gar im Internet nachschlagen. Aber je mehr ich gelesen habe, desto besser kam ich auch mit den sprachlichen Besonderheiten zurecht und am Ende waren sie dann kein wirkliches Problem mehr für mich.​​"Der Herrgott der Pferde" würde ich empfehlen, wenn man selbst der Reiterei oder den Pferden zugetan ist oder grundsätzlich eine Schwäche für Tiere und tierverrückte Mitmenschen hat. Wenn man über eine gute Portion schwarzen/bissigen Humor verfügt und nicht jedes Wort auf die Goldwaage legt. Das Buch erschien 1956, demnach dürften einige Zoten heute nicht mehr in die Kategorie "politisch korrekt" fallen. Das sollte man beim Lesen im Hinterkopf behalten, allerdings auch nicht überbewerten. Denn man würde sich selbst eine Menge an Lesespaß nehmen, wenn man den resoluten und trinkfesten Figuren dieses Buches ihren eigenen Humor nehmen und sie dadurch ihres raubeinigen Charmes berauben würde.

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