Arthur C Doyle

 4,5 Sterne bei 11 Bewertungen

Lebenslauf von Arthur C Doyle

Zur Person Conan Doyle etwas Neues oder auch nur Originelles zu sagen, fällt schwer. Zu viele Autoren haben sich über ihn geäußert, es liegen ausreichend biographische Werke vor - die meisten leider nur in Englisch -, so soll an dieser Stelle nur ein kurzer und sehr persönlicher Eindruck wiedergegeben sein, der den einen oder anderen Leser vielleicht doch dazu anzuregen vermag, Conan Doyle als Schriftsteller kennenlernen zu wollen. Da wir voraussetzen dürfen, daß dem Leser Doyles erfolgreichste literarische Conan DoyleErfindung - die Figur des Detektivs Sherlock Holmes - bereits bekannt ist, bleibt nur zu ergänzen, daß Doyle so gut wie jedes literarische Genre beackert hat: Krimi, Horror und Abenteuer ebenso wie den Liebesroman, Science Fiction und den historischen Roman. Sachbücher über Krieg bis Spiritismus nahmen einen wichtigen Platz ins seinem Schaffen ein - und daneben verfaßte er über 200 Erzählungen in allen nur denkbaren Spielarten. Was noch? Viel! Die Bandbreite reicht vom Opernlibretto bis zum politischen Zeitungsartikel, vom Kriegsbericht bis zur juristischen Streitschrift. Fast unüberschaubar ist diese Vielfalt - und wird doch übertroffen durch sein "wirkliches" Leben, also das Leben jenseits der Literatur. Unmöglich, es hier auch nur anzudeuten, wie ihm dieser Spagat vom Arzt zum Autor, Sportsmann aller Klassen, Militärhistoriker und Kriegsteilnehmer, Politiker (ohne Fortune, da er es ablehnte, einen "sicheren" Listenplatz zu belegen) und Verfechter des Spiritismus gelang. Eines aber war immer gleich: was er anging, unternahm er mit dem ganzen ihm möglichen Engagement - und als Gentleman. So war er überzeugt, der Burenkrieg in Südafrika verdiene seine Unterstützung - und also ging er selbst hin, obwohl er zu alt für den aktiven Militärdienst war, und arbeitete als Arzt inmitten einer wütenden Seuche. Er war, falls der Begriff eines Gentleman nicht mehr aussagekräftig genug sein sollte, ein redlicher Mann, dessen Überzeugungen ihm heilig waren. Dazu ein guter Autor, einer der besten und vielseitigsten. Nun - was kann man mehr sagen - viel Spaß beim Lesen: er hat für Sie geschrieben!

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Die Abenteuer des Sherlock Holmes (ISBN: 9783596522316)Alexander_Ballys avatar

Rezension zu "Die Abenteuer des Sherlock Holmes" von Arthur C Doyle

Krimikurzgeschichte vom Meister!
Alexander_Ballyvor 3 Tagen

Natürlich ist Sherlock Holmes seit Jahrzehnten eine der großen Ikonen der Literatur, so dass man die Bücher nicht gelesen haben muss, um eine klare von Vorstellung von dem Detektiv aus der Bakerstreet 221b zu haben. Ich kannte noch vor unserem ersten Kontakt den Namen als ein Synonym für einen scharfsinnigen Detektiv. Ich war in der sechsten Klasse, als meine Deutschlehrerin ein Heftchen mit einer seiner Kurzgeschichten als unsere erste Klassenlektüre auswählte. Es ging ihr dabei sicherlich weniger darum, uns ein literarisches Qualitätsprodukt erster Güte zu zeigen. Sie wollte wohl vor allem alle in der Klasse für die Geschichte zu begeistern. Auch die, die vor allem bislang Fix und Foxy, Bessy, die Silberpfeilhefte oder Wendy als den Gipfel der Literatur kannten. Es war vor allem Leseförderung, aber wir lernten auch, als Klasse gemeinsam eine Geschichte zu lesen und ein wenig hinter die Handlung zu schauen. Eine Fertigkeit, die wir im Sommer bei unserer zweiten Lektüre – der Löwe Leopold, politische Lyrik eines DDR-Autors – dringend brauchten.

Das war mein erster direkter Kontakt. Ich mochte dem brilliant-kauzigen Ermittler und die Geschichte mit der überraschenden Auflösung. Sie machte Lust auf mehr. Im heimischen Buchregal fand sich vieles, aber Krimis waren dünn gesät und Holmes war hier nicht daheim. Doch ich hatte ja meinen Büchereiausweis.

Damals waren Bibliotheken noch recht weihevolle Buchhorte, deren Atmosphäre von einem omnipräsenten „Psst“ bestimmt war. "Unsere Regale", der Kinderbuchbereich war offener und nahe am Tisch, wo man entliehenen Bücher abstempelte. Das war so, damit wir „Kleinen“ uns ja nicht unbeobachtet fühlten. Unter den Augen der ernsten Bibliothekarin Unfug machen oder lachen? Undenkbar!

Bald wusste ich, auch hier, bei den Kinderbüchern, gab es Sherlock nicht. Doch vielleicht war er im Büchermeer der Erwachsenen zu finden. Doch, durfte ich in diese Reihen vordringen, die nicht für Meinesgleichen bestimmt waren?
Ich fragte schüchtern die Bibliothekarin, ob ich dort nach dem Detektiv suchen durfte. Sie aber wies mir statt dessen den Weg zum Schubladenschrank mit den Katalogkarten auf Karton. An diesem Nachmittag lernte ich, was Stich- und Schlagworte sind und ergründete erstmals die Geheimnisse der Bibliothekssigel, die dem Eingeweihten den Weg zum Buch wiesen. So öffnete mir Sherlock auch einen Spalt in der Tür zur Buchwissenschaft. Dann endlich hatte ich das Buch, dieses Buch, die Abenteuer, in dem auch die Geschichte aus der Schule stand, in Händen und erlebte weitere spannende Fälle des Meisters.

Natürlich sind die Geschichten alt und nicht mehr ganz zeitgemäß. Große Fragen der Welt oder des Menschseins werden hier nicht erörtert. Es ist „nur“ Unterhaltungsliteratur, sogar eine gewisse Gleichförmigkeit kann man den Geschichten vorwerfen, stereotype Detektivgeschichten, Serienliteratur, Dutzendware, die man im Englischen pulp fiction nennt. Das ist alles nicht falsch, doch andererseits ist da doch noch mehr.

Sir Arthur Conan Doyle schrieb zwar Geschichten von der Stange, doch die Erfindung der Detektivpaars und auch der vielen ikonischen Nebenfiguren ist kaum anders als genial zu bezeichnen. Wären sie banal, hätte man sie nicht immer wieder mit Faszination aufgegriffen und weiterentwickelt. Und auch in anderer Hinsicht waren die Bücher genial. Mit Sherlock Holmes begann die Wissenschaftlichkeit in die Kriminalermittlung einzuziehen. Die Fiktion nutze noch vor der Kriminalistik alle Möglichkeiten der Sachbeweise und ebnete modernen Ermittlungsmethoden der Polizei den Weg. Sherlock erst zeigte auch vielen Beamten in unserer Welt, dass es weit bessere Möglichkeiten der Täterüberführung gab, als wirre und widersprüchliche Zeugenaussagen und dem trügereischen Anschein folgende Ermittlungen. Tatortbegutachtung, Beweissicherung, Dokumentation … all das war noch kaum etabliert und es ist unklar, wie sie die Kriminalistik ohne diese Bücher entwickelt hätte. Holmes Lupe, in der Studie in Scharlachrot noch ein verspottetes Kuriosum, wurde binnen Jahrzehnten zum Symbol für den Detektiv, auch im Polizeidienst.
Und erst die Kriminallitatur … Sie wäre ohne Holmes und Watson kein so großes und reiches Genre geworden. Waren Geschichten der Verbrechensaufklärung bisher eher vereinzelt aufgetreten, wurden sie nun populär. Father Brown, Hercule Poirot, Sam Spade, Jules Maigret, Kalle Blomquist und nicht zuletzt mein Metzgermeister Ludwig Wimmer, sie alle fahren munter in dem Kielwasser, dass die Holmesbücher wie ein Eisbrecher erst fahrbar gemacht hatten.

Ich finde die Geschichten nach wie vor schön und sie sind trotz ihres Alters immer noch frisch. Das liegt zum einen an dem wunderbaren Erzähler. James H. Watson MD ist tapfer, zupackend und sprachgewandt, und gleichzeitig bescheiden. Er wirkt neben dem Superhirn so wunderbar beschränkt, dass Doyle diesen Topos in immer neuen Variation dem Leser serviert. In den Augen von Watson ist Homes ein Heldengenie. Doch wenn man den Schleier seiner Heldenverehrung nur ein wenig beiseite zieht, zeichnet Doyle in Watsons Beschreibungen einen Asberger-Patienten mit allen Merkmalen: Eingeschränktes, stereotypes Repertoire von Interessen und Aktivitäten, aber keine allgemeine Entwicklungsverzögerung, auch nicht sprachlich, jedoch signifikante Auffälligkeiten bei sozialen Interaktionen. So zeigt er kaum Empathie, sondern bleibt stets rational und ist immer wieder für viktorianische Verhältnisse ein Rüpel. Für Snobismus fehlt ihm der Pedegree. Seine Verstöße gegen die strenge Etikette verzeiht man ihm nur wegen seines einzigartigen Talents und Erfolgs. Dazu neigt er zu exzessiver Kokainsucht, doch all das weiß sein Freund, Sidekick und bewundernde Chronist liebevoll zu bemänteln, ohne es zu leugnen.

Aus dieser Kluft zwischen der freundlichen Schilderung und der eigentlich krassen fiktionalen Wirklichkeit generiert Doyle eine Energie, die den Charakter bis heute lebendig hält und zu immer neuen, gelungenen oder weniger gelungenen Interpretationen in Buch, Film und Computerspielen anregt. Was stören da ein paar kleine Schwächen oder die Tatsache, dass der Zufall, der in der Kriminalistik nicht ohne Grund den Rang des Kommissars hat, bei Sherlock Homes keine Rolle spielt? Keine so große, dass ich dafür einen Punkt abziehen möchte.

Rezension auch auf www.perspektivwechsel.webador.de

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Cover des Buches Die Abenteuer des Sherlock Holmes (ISBN: 9783150205952)Kristall86s avatar

Rezension zu "Die Abenteuer des Sherlock Holmes" von Arthur C Doyle

Gut kombiniert!
Kristall86vor 7 Monaten

221 B Bakerstreet in London. Diese Adresse ist wohl jedem von uns ein Begriff, egal ob er London bereits besucht hat oder nicht. Wenn dann noch Tweed und der Duft einer Pfeife dazu kommt, wissen wir alle, es geht um Sherlock Holmes und seinen Kollegen Dr. Watson. 

Diese 12 Geschichten hier von Arthur Conan Doyle brillieren in einer genialen Übersetzung.  Hier erleben wir eine sehr harmonische Sprachkultur gepaart mit einer klassischen Erzählung und eben diesem Stil. Der Leser begibt sich hier auf Zeitreise und taucht völlig mit den Beiden ab. Man muss ein wenig genauer und aufmerksamer lesen, als man das vielleicht von anderen Romanen/Krimis kennt, denn es ist ein wenig „old english“ übersetzt. Ich muss gestehen, mir hat diese Art glänzend gefallen, denn es wirkte authentischer....

Dieses Buch sollte in keiner Bibliothek fehlen! 5 von 5 Sterne!

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Cover des Buches Die Abenteuer des Sherlock Holmes (ISBN: 9783458350170)Frauke-Ms avatar

Rezension zu "Die Abenteuer des Sherlock Holmes" von Arthur C Doyle

Rezension "Die Abenteuer des Sherlock Holmes"
Frauke-Mvor 8 Monaten

In diesem Buch aus dem Insel Taschenbuch - Verlag sind zwölf klassische Geschichten von Arthur C. Doyle abgedruckt, die sich um seinen weltberühmten Charakteren Sherlock Holmes und Dr. Watson folgen.

Für mich war es das erste Mal, dass ich tatsächlich die Geschichten des Meisterdetektivs gelesen und nicht nur von ihnen gehört habe. Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich diese Sammlung von Kurzgeschichten mit nach Hause genommen habe.

Doyles Geschichten sind Klassiker, also wusste ich schon einiges über sie, aber ich war doch überrascht, wie gut sie sich zum Zwischendurchlesen eignen. Wenn ich eine halbe Stunde übrig hatte, konnte ich einfach eine der Geschichten aufschlagen, mich für eine Weile damit beschäftigen und mich danach um meinen restlichen Tagesablauf kümmern. Die Geschichten sind spannend aber nicht so, dass sie einen in die Nervosität treiben oder emotional mitnehmen, das hohe Interesse am Ausgang des Geschehens hängt vielmehr mit der Neugierde zusammen, die Doyle ganz geschickt aufkommen lässt.

Wir folgen Holmes und Watson auf ihrem Weg zu Tatorten, wir hören die Gespräche, die sie mit den Opfern oder Tätern führen mit, aber genau wie Watson tappen wir im Dunkeln, während der Detektiv uns ziemlich genau wissen lässt, dass er das Rätsel längst entschlüsselt hat. Eben diese Lösung hat mich beim Lesen so interessiert: Ich wollte wissen, was denn nun genau vorgefallen war und vor allem, wie Holmes zu dieser Antwort gelangt war. Glücklicherweise wurden diese Fragen am Ende jeder Geschichte zuverlässig geklärt.

Doyle hat im späten 19./ frühen 20. Jahrhundert gelebt, was sich natürlich auch in seinen Kurzgeschichten niederschlägt, und bin und wieder ein wenig seltsam aufstößt, aber das ist bei so alten Klassikern nun einmal unvermeidlich.

Ein paar schöne Kurzgeschichten für Zwischendurch, die interessant und angenehm zu lesen sind.


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