Arthur Schnitzler Fräulein Else

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Inhaltsangabe zu „Fräulein Else“ von Arthur Schnitzler

Die neue Reihe Schroedel Lektüren bietet preiswerte Textausgaben für Schülerinnen und Schüler sowie sorgfältig ausgearbeitete Modelle für den Literaturunterricht.§§Die Textausgaben enthalten Worterläuterungen neben dem Text, Sacherläuterungen im Anhang sowie einen ausführlicheren Überblick zu Leben und Werk des Autors.§§Die Module und Materialien für Lehrerinnen und Lehrer beginnen mit einer tabellarischen Übersicht und einer fachlichen Orientierung zum behandelten Werk.§§Den Hauptteil bildet die Darstellung des Unterrichts in Modulen, die insgesamt einen vollständigen Unterrichtsgang bieten, sich aber auch einzeln unterrichten und mit eigenem Material kombinieren lassen.§§Jeder Unterrichtsvorschlag ist mit einem Erwartungshorizont versehen. Alle bewährten Methoden des Literaturunterrichts werden aufgegriffen. Im Zentrum steht jedoch die analysierende und deutende Arbeit am Text.§§Arbeitsblätter (Kopiervorlagen) sowie Klausurvorschläge mit Erwartungshorizonten vervollständigen das Angebot.§ (Quelle:'Flexibler Einband/01.02.2015')

Als Schullektüre eigentlich mal ganz anders und interessant

— nscho-tschi

ein Klassiker in Monologform

— Iduna

Der Versuch, psychoanalytische Erkenntnisse in Sprache zu verwandeln. Sehr interessant!

— Knigaljub

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    Fräulein Else

    Nadl17835

    30. November 2015 um 13:20

    Die Hauptperson Else befindet sich in einem italienischen Kurort bei ihrer wohlhabenden Tante, als sie den Brief ihrer Mutter, mit der dringenden Bitte den reichen Dorsday um 30.000 Gulden zu bitten, um den Vater vor dem Gefängnis zu retten, erhält. Gleich darauf bittet sie Dorsday ihr das Geld für ihren Vater zu leihen, woraufhin Dorsday unter der Bedingung zustimmt, Else solle sich vollkommen nackt vor ihm entblößen, damit er ihren Körper für eine Weile betrachten könnte. Die junge Else verlässt empört den Raum. In den folgenden Momenten, kann die Zerrissenheit und Unentschlossenheit Elses anhand ihrer Gedanken gut nachvollzogen werden. Einerseits möchte sie ihrem Vater unbedingt helfen und ihn nicht im Stich lassen. Andererseits möchte sie frei über ihren Körper entscheiden können und sich nicht von anderen ( dem männlichen Geschlecht - Dorsday) dominieren lassen. Hin und her gerrissen und durch ständige Änderungen ihrer Entscheidungen, beschließt sie schließlich sich vor allen anderen Gästen des Hotels zu entblößen, somit auch vor Dorsday, um der Bedingung gerecht zu werden. Nachdem sie sich auszieht und von allen Seiten schockierende Blicke erhält - so auch von ihrer Tante, die sie als Schande empfindet - fällt sie in eine gespielte Ohnmacht, um der Situation zu entkommen. Daraufhin wird sie in ihr Zimmer gebracht. Dort nimmt sie die doppelte Dosis des Schlafmittels Veronal, in der Absicht ihrem Leben ein Ende zu setzen. Dann sickert sie weg. Ob sie tatsächlich stirbt bleibt offen.   Besonders toll fand ich, dass das Werk in einem inneren Monolog geschrieben ist -  bis auf einige Gespräche mit anderen Gästen. Dadurch erhält man einen tiefen Einblick in die Gedankengänge von Else und bemerkt, wie sie versucht aus dem Dilemma herauszukommen, aber festellen muss das es keinen Weg gibt, außer Selbstmord zu begehen. Besonders der Inhalt bietet sich hervorragend für einen inneren Monolog an, da dieser nie langweilig wird. Etwas nervend ist Elses ständiger Meinungswechsel und was sie als nächstes tun möchte, da der Wechsel sehr oft vorkommt und das hin und her sich oft wiederholend durch den ganzen Text zieht. Dennoch fand ich das Buch sehr erfrischend geschrieben, weil es mal etwas anderes ist.

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  • Rezension zu "Fräulein Else" von Arthur Schnitzler

    Fräulein Else

    cosima73

    02. September 2012 um 09:58

    Drei Erzählungen, welche die Welt aus der Innensicht zeigen. Arthur Schnitzler zeigt die Macht der Gedanken und präsentiert, ohne moralisierend zu wirken, die Gesellschaft seiner Zeit und die Kräfte, welche in ihr wirken. Blumen Innerer Monolog eines Mannes, der einer verflossenen Liebe gedenkt. Er denkt an ihre letzte Begegnung, denkt an den Abschied, an die Gefühle, die schon lange schweigen. Er erfährt von ihrem Tod, der ihm nichts bedeutet. Er fühlt sich gefühllos, hart. Alles ist kalt, alles ist tot, bis er Blumen erhält. Wie jeden Monat an einem bestimmten Tag, ihrem gemeinsamen Tag. Diesen Blumen gegenüber empfindet er all die Gefühle, welche er vorher nicht zulassen konnte. Er steht in ihrem Bann, sieht sie langsam verwelken, kann sich nicht trennen. Und er merkt, dass er alles beherrschen konnte und kann in seinem Leben, nur die eigene Erinnerung nicht. Und diese Erinnerung haftet an den Blumen. "Gespenster! – Sie sind, sie sind! – Tote Dinge spielen das Leben. Und wenn welkende Blumen nach Moder riechen, so ist das nur Erinnerung an die Zeit, wo sie blühten, dufteten. Und Gestorbene kommen wieder, solange wir sie nicht vergessen." Eine Geschichte über die Macht der Gedanken. Arthur Schnitzler, im Denken Freud und seiner Psychologie verwandt, zeigt auf, wie das Unbewusste sich an Dinge klammert, die man im Bewusstsein unterdrückt. Erst wenn man sie durchlebt, sie verarbeitet, kann man sich von ihnen befreien. Die Blumen in dieser Geschichte dienen als äusserer Anstoss für diese Arbeit an der Vergangenheit und an den eigenen Gefühlen. Oft ist es einfacher, die inneren Konflikte im Aussen zu sehen und zu lösen. Sinnbildlich für das Innen. Das Innen wird dem Aussen folgen. Der Andere Nach vielen glücklichen gemeinsamen Jahren ist die geliebte Frau gestorben. Zurück bleibt ihr trauernder Mann, welcher in einem inneren Monolog seine Trauer reflektiert. Sein Leben, all sein Tun ist geprägt von dieser Trauer und von der Erinnerung an die Verblichene, welche ihn auffrisst. "Meine Trauer hat nichts Mildes…ich bin zornig, ich knirsche mit den Zähnen, ich hasse alles und alle… Vor allem diejenigen, die mit mir leiden." Er steht am Grab und sieht die anderen Trauernden. Er spürt keine Verbundenheit mit ihnen, im Gegenteil. "Etwas in mir lehnt sich dagegen auf, dass alle diese da zwischen den Gräbern herumirren mit demselben unsäglichen, ewigen Schmerz." Wäre der Schmerz nicht ewig, wäre das Betrug, dessen ist er sich sicher. Die Zeit, welche den Schmerz schwinden liesse, die Betrügerin. Er ist gefangen in seinem Schmerz, bis er einen anderen Trauernden sieht, der ihn mitleidig anschaut. Dieser Mann nimmt ihn in seinen Bann, bis er ihn eines Tages am Grab seiner Frau sieht und die Gedanken vom Schmerz über den Verlust hin zu einem möglichen Betrug im Leben wandern. Gefangen von dieser Idee verurteilt seine Frau, zögert an ihrer Liebe, zögert an seiner eigenen Geschichte mit ihr. Fräulein Else Else wird von ihrer reichen Tante in ein nobles Hotel eingeladen, als sie eine Depesche ihrer Mutter erreicht, dass zur Rettung ihres Vaters, welcher Mündelgelder veruntreut hatte, dreissigtausend Gulden nötig wären. Sie verlangt von Else, sich in dieser Angelegenheit an Vicomte Dorsday, einen alten Freund des Papas, zu wenden. Er sei die letzte Hoffnung. Also, ich soll Dorsday anpumpen… Irrsinnig. Wie stellt sich Mama das vor? Warum hat sich Papa nicht einfach auf die Bahn gesetzt und ist hergefahren? Immer schneller drehen die Gedanken, Else ahnt, dass das Geld nicht ohne Gegenleistung zu haben ist. Sie schwankt zwischen der Aufopferung als Tochter und der Scham vor dieser Aufgabe. Schlussendlich ringt sie sich durch und wendet sich an Dorsday …für diesmal will ich genügsam sein, wie Sie. Und für diesmal will ich nichts anderes, Else, als – Sie sehen. [...] ich bin nur ein Mensch, der mancherlei Erfahrungen gemacht hat, – unter andern die, dass alles auf der Welt seinen Preis hat… Eine zweite Depesche der Mutter erhöht den geforderten Betrag noch und Else versinkt in einer inneren Verzweiflung. Die Gedanken überschlagen sich, gehen von Selbstmord über die Suche nach einer anderen Lösung bis hin zur Rechtfertigung einer solchen Handlung für diesen Preis. Sie denkt sich förmlich in einen Fieberwahn hinein, verzweifelt an dieser ihr gestellten Aufgabe. Sie fühlt sich allen ausgeliefert, dem Vater, den Männern, der ganzen Welt. Sie hat sich selber umgebracht, werden sie sagen. Ihr habt mich umgebracht, Ihr alle, Ihr alle. Arthur Schnitzler erzählt die Geschichte von Else aus deren Innensicht, aus ihrem inneren Monolog. Durch ihre Augen und ihre Gedanken erlebt man die Welt der Reichen und sieht die Verzweiflung der jungen Frau, welche sich in dieser Welt prostituieren soll, um ihren Vater vor dem Gefängnis zu retten. Fräulein Else ist eine kritische Sozialstudie und ein unbarmherziger Blick auf die Zustände der Gesellschaft der damaligen Zeit, ohne dabei moralisierend zu wirken. Fazit: Geschichten, die aufzeigen, wie die eigenen Gedanken zur Realität werden können, der man nicht mehr entfliehen kann. Meisterhaft erzählt und absolut lesenswert.

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  • Rezension zu "Fräulein Else" von Arthur Schnitzler

    Fräulein Else

    Asaviel

    20. March 2011 um 11:35

    Else ist die Tochter eines Rechtsanwalt. Sie befindet sich im Urlaub in Italien, als ein Brief ihrer Mutter sie erreicht. Hier wird sie darum gebeten, den Herrn Dorsday, einen Kunsthändler, darum zu bitten eine größere Summe Geld für ihren Vater bereit zu stellen. Elses Vater hat (nicht zum ersten Mal) Mündelgelder veruntreut. Ihm droht nun das Gefängnis. Else geht tatsächlich auf den Kunsthändler zu und schildert die Situation. Dorsday stimmt zu, ihrem Vater zu helfen. Da es aber auf dieser Welt nichts umsonst gibt, fordert er als Gegenleistung Else nackt sehen zu dürfen. In einem ständigen Hin und Her erleben wir in dem inneren Monolog, in dem die gesamte Erzählung verfasst ist, wie Else abwägt, ob sie sich dieser Erniedrigung hingeben will und kann. Am Ende wird Dorsday sie nackt sehen, aber auch ganz andere Weise als erwartet und danach versucht Else den letzten Fluchtweg zu nehmen, der übrig bleibt. Die höhere bürgerliche Schicht ist getränkt von Problemen, nicht nur Liebe, sondern auch die Existenz steht mancherorts auf dem Spiel. Mit diesen Grundlagen ist „Fräulein Else“ ein typisches Werk der Wiener literarischen Moderne. Unterstrichen wird dieser Charakter noch damit, dass Geld der Auslöser des Konfliktes ist und immerzu die Hauptrolle spielt. Fräulein Else ist – wie alle anderen Frauen der Gesellschaft, so suggeriert Schnitzler – den Wünschen der Männerwelt hilflos ausgeliefert. Bis zuletzt wird sie von den umgebenden Personen nicht verstanden. Ihre eigene Persönlichkeit ist dabei entweder noch nicht voll entwickelt oder ist großen Schwankungen unterworfen, wobei sie viele Entscheidungen eher spontan trifft. Auch ihre letzte Tat der Erzählung – nach dem Schlafmittel zu greifen – scheint hierzu zu gehören. Der Leser erfährt nicht, ob sie an einer Überdosis verstirbt oder lediglich Wahnvorstellungen ihren Geist trüben. Arthur Schnitzler gelingt es eine Erzählung zu verfassen, die einerseits flüssig und gut zu lesen ist. Andererseits werden wir durch Else mit Fragen konfrontiert, die die Existenz der jungen Frau bedrohen. Obwohl man manches Mal schmunzeln muss, ist ihr Schicksal und ihr Leben doch tragisch. Durch die Form des inneren Monologes, die durchgehend gewahrt wird, erfährt der Leser von jeder Gefühlsregung und empfindet mal mit Leid, möchte sich ein anderes Mal an den Kopf fassen. Eine kurze Erzählung, die Spaß macht und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Auch für alle, die eher selten „alte“ Bücher lesen, zu empfehlen, denn die Sprache ist gut verständlich.

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  • Rezension zu "Fräulein Else" von Arthur Schnitzler

    Fräulein Else

    Madame_Mim

    17. October 2008 um 18:39

    Der Autor Arthur Schnitzler lässt uns Einlass in Fräulein Elses Gedanken und Gefühlswelt. Das Buch ist ausschließlich aus der Sicht einer 19jährigen geschrieben, die im Urlaub in einer Pension einen Brief ihrer Familie erhält. Der Vater, ein Rechtsanwalt, ist durch seine Spielsucht in Geldnot geraten und ersucht seine Tochter, einen Freund um einen großen Geldbetrag zu bitten. Dieser allerdings verlangt eine Gegenleistung von Fräulein Else und bringt das Mädchen in eine große Not. LESENSWERT!

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  • Rezension zu "Fräulein Else" von Arthur Schnitzler

    Fräulein Else

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. August 2008 um 22:22

    Also, ich muss sagen, dass ich das Buch überhalut nicht mag. Vielleicht liegt es daran, dass wir es vor kurzem in der Berufsschule lesen mussten...
    Aber dieser innere Monolog und diese permanente Unentschlossenheit der Protagonistin! Damit komm ich einfach nicht klar, bin froh, dass ich es hinter mir hab!

  • Rezension zu "Fräulein Else" von Arthur Schnitzler

    Fräulein Else

    JuliaO

    24. July 2008 um 10:02

    Normalerweise bin ich kein großer Klassiker -Leser, aber Fräulein Else war eifach toll. Die Art wie sie denkt - genau so denke ich. Nicht WAS sie denkt, sondern WIE sie es denkt. Unglaublich gut beschrieben!

  • Rezension zu "Fräulein Else" von Arthur Schnitzler

    Fräulein Else

    Schelmuffsky

    08. November 2006 um 17:43

    "Fräulein Else" ist eine der bedeutendsten Vorläufererzählungen des Todesarten-Zyklus' von Ingeborg Bachmann und zeigt die Einzigartigkeit von Arthur Schnitzler, der für mich neben Tschechow und Alice Munro zu den besten Erzählern überhaupt gehört.

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