Arthur Schnitzler Lieutenant Gustl

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Inhaltsangabe zu „Lieutenant Gustl“ von Arthur Schnitzler

Text und Kommentar in einem Band. In der Suhrkamp BasisBibliothek erscheinen literarische Hauptwerke aller Epochen und Gattungen als Arbeitstexte für Schule und Studium. Der vollständige Text wird ergänzt durch anschaulich geschriebene Kommentare.

Eine einmalige Meisternovelle.

— Moni 3007
Moni 3007

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  • Ungustls verletzte K&K Militärseele - eine herrliche Dramödie

    Lieutenant Gustl
    awogfli

    awogfli

    07. June 2017 um 11:08

    😂😂 normalerweise kann ich diese sabbernden sudernden labernden nutz- und geistlosen Leute - seien sie aus der russischen Oberschicht wie bei Dostojewski, dem gähhnend langweiligen amerikanischen Mittelstand, aus dem österreichischen Militär oder sonstwoher, die einen inneren Monolog bezüglich ihrer Luxusproblemchen führen, so gar nicht ausstehen, aber bei Schnitzler ist dies alles anders. Der Lieutnant Gustl bzw. Schnitzler hält sich sehr kurz, knapp und bündig und lamentiert sich nicht auf 200-800 Seiten in einem Crescendo einen Wolf und bringt damit mich als Leserin nicht nahezu in ein gehirndurchbrochenes katatonisches Lesekoma., Das Luxusproblemchen und die Sinnlosigkeit in vorliegender Novelle ist sogar bei Protagonisten dieser Schicht und dieses Lebensstils derart grotesk überspitzt vom Autor konzipiert, dass auch ich als normalerweise genervte Leserin ob so eines Irrsinns herzhaft lachen musste. Dieser Lieutnant Gustl (eigentlich müsste er Ungustl heißen) ist ein typischer Vertreter des österreichischen Militärs, ein wohlhabender, unterbeschäftigter Lebemann, zudem offenbart sich tatsächlich ein relativ schlechter Charakter: Antisemitismus, Kriegstreiberei, gnadenlose Selbstüberschätzung-und dieses weinerliche Gesudere, als ob ihm die ganze Welt was schuldig wär. In vorliegender Novelle will sich der Herr Lieutnant doch tatsächlich umbringen, weil ihn ein bekannter Bäckermeister im Theater einen dummen Bub genannt hat, was er ja auch realiter ist. Durch die Aufbauschung dieser Petitesse zum lebensbedrohlichen Drama inklusive Pflicht zur Selbstentleibung zerlegt Schnitzler den traditionellen Ehrbegriff der K&K-Monarchie umso mehr, weil sie derart satirisch überhöht und somit alle daraus resultierenden Hirngespinste und geplanten Reaktionen völlig unrealistisch sind. Kein Wunder, dass Schnitzler bei einigen seiner Zeitgenossen alles andere als beliebt und als subversiver Brunnenvergifter und Zerstörer von Moral und Anstand berüchtigt war. Nichts ist schlimmer, als diesen unverrückbaren Begriff von männlicher Ehre derart der Lächerlichkeit preiszugeben.Sprachlich ist das Werk relativ kurios aber auch sehr kurzweilig in seiner abgedrehten Verschrobenheit des Hauptprotagonisten, der in seinem Wahnwitz von Ehre sowohl sprachlich als auch als Figur sehr konsistent herüberkommt, solange man sich nur kurz mit so jemandem  beschäftigen muss. Das Ende ist übrigens grandios und überraschend.Fazit: Lesenswert. Im ausführlichen Nachwort werden auch noch ein paar spannende Details offenbart. Da wäre beispielsweise die Form des inneren Monologs, die Schnitzler im Lieutnant Gustl schon Jahre vor Joyce anwandte, der eng gesteckte Zeitrahmen des Werkes und die Erkundung der Stadt Wien durch eindeutige Ortsangaben. Kommt Euch das nicht bekannt vor? Wurde Ulysses von Gustl inspiriert?Weiters gibt es eine witzige biografisch-historische Konsequenz aus dieser Novelle: Schnitzler war definitiv infolge seines Medizinstudiums und des einjährigen freiwilligen Engagements als Sanitäter beim Militär im Offiziersrang. Er wusste also genau, was er kritisierte. Neben dem Umstand, dass die K&K Militärs über die Novelle not amused waren, was verständlich ist, wurde der Autor zudem von der bürgerlichen Zeitung „Die Reichswehr“ aufs heftigste persönlich attackiert, In Militärkreisen erwartete man nun offenbar mit unerschütterlicher Automatik, dass Schnitzler als Offizier den Chefredakteur zum Duell fordern würde. Als der Autor den Teufel tat und sich in seiner Meinung über die Absurdität des Duellzwangs nicht erschüttern ließ, erklärten man ihn des Offizierscharakters für verlustig, ergo man revidierte sein Offiziersdiplom und stufte ihn zum einfachen Soldaten hinab.

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  • Rezension zu "Lieutenant Gustl" von Arthur Schnitzler

    Lieutenant Gustl
    Cloudine

    Cloudine

    11. November 2012 um 11:20

    Lieutenant Gustl habe ich für die Schule gelesen. Und jetzt, wo ich gerade fertig bin, muss ich sagen, dass es eindeutig zu den besseren Schullektüren zählt. Die äußere Handlung ist so banal und aus heutiger Sicht belanglos. Gustl aber, beschließt sich umzubringen, nachdem er von einem rangniedrigeren Mitbürger als "dummer Bub" beschimpft wurde. Die innere Handlung ist viel interessanter. Auf dem Heimweg von der Auseinandersetzung läuft er durch die Straßen Wiens und durchläuft gleichzeitig seine Vergangenheit. Mal fühlt er sich mit seiner Entscheidung wohl, mal zerren die Erinnerungen an schönere Tage an ihm. Alles in allem ein interessantes Stück, dass mit seinen 45 Seiten auch schnell gelesen ist.

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  • Rezension zu "Leutnant Gustl" von Arthur Schnitzler

    Lieutenant Gustl
    Splitterherz

    Splitterherz

    15. May 2011 um 22:02

    Ehre verloren, alles verloren! Inhalt: Der junge Offizier Gustl, besucht die Oper, doch eigentlich interessiert er sich nicht für das Geschehen auf der Bühne. Viel mehr wecken die Frauen im Umfeld sein Interesse. So betrachtet er jede Dame, die ihm ins Auge fällt und hübsch erscheint. Doch nicht nur die Frauen lassen seine Gedanken schweifen, auch die Aussicht auf den darauf folgenden Tag, schwirrt in dem Kopf der Hauptfigur herum. Denn am nächsten Tag, steht ein Duell gegen einen Doktor an, der die Ehre von Gustl beschmutzt hat. Um diese Ehre wiederherzustellen, muss dieser sich nun mit dem Doktor, mit Degen, duellieren. Doch ehe es dazu kommt, gerät der junge Offizier, an der Gaderobe der Oper mit einem Bäckermeister in einen Disput. Auf Drängen von Gustl, ihm seinen Mantel auszuhändigen, und die damit verbundene, etwas forsche Anweisung, dass "Maul" zu halten, ergreift der Bäckermeister zornig, das Wort und nennt Gustl einen "dummen Bub". Dieser fühlt sich darauf so in seiner Ehre gekränkt, dass er den Bäckermeister am Liebsten zum Kampf herrausfordern würde, doch da dies aus Grund der verschiedenen Klassenverhältnisse nicht möglich ist, verfällt der junge Offizier immer mehr in einen Strudel der Zerissenheit. Schließlich sieht dieser keinen anderen Ausweg mehr, als den Selbstmord [...] Schreibstil: Die Geschichte um den jungen Offizier: Gustl, wird über knapp 40 Seiten, dem Leser in einem inneren Monolog nahegebracht. Dabei merkt man sofort, dass die Hauptperson in sich sehr Zerissen ist und sehr viel Wert auf ihr eigenes Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit legt. Durch die innere Sichtweise, bekommt man demnach auch sehr schnell einen Einblick in die Persönlichkeit und Gefühlswelt der Hauptperson. Charakter: Wie schon erwähnt, bekommt man durch den Schreibstil einen genauen EInblick in die Gefühlswelt von Gustl. Dieser wird, wenn er doch zu anfang, recht unsympathisch wirkte, mit der Zeit immer sympathischer und man kann seine Handlungen und Empfindungen mehr und mehr nachvollziehen. Wenn man ihn demnach zu anfang der Geschichte auf Grund seiner ganzen Vorurteile anderer gegenüber sehr kritisiert hat, so wird doch mit der Zeit immer klarer, dass er selbst zu bemitleiden ist, da sein ganzes Leben danach ausgerichtet ist, wie sein Bild nach Außen ist. Deshalb spielt für ihn besonders die Ehre, eine zentrale Rolle. Sie deffiniert ihn und macht ihn, in seinen Augen aus und zu etwas Besonderem. Meinung: Man kennt das ja... Der Lehrer sagt im Unterricht "Bitte kauft euch dieses Buch, denn dies wird unsere nächste Lektüre sein!" Und die ganze Klasse stöhnt und jammert, denn keiner hat so richtig Lust auf trockenen, literarischen Stoff, bei dem man hinter jedem Wort eine Bedeutung erkennen muss. So war es auch mal wieder bei mir, als wir mit dieser Lektüre anfingen zu arbeiten. Doch ich muss zugeben, dass mich diese Novelle positiv überrascht hat. Durch den inneren Monolog ist es mir sehr leicht gefallen, einen Einblick in die Hauptperson zu bekommen und ich fand es von Seite zu Seite interessanter, denn auch der Schreibstil, ist im Gegensatz zu anderen Lektüren sehr einfach und flüssig von der Hand zu lesen gewesen. Die vierzig Seiten, sind demnach eine Kleinigkeit, für einen geübten Leser. Auch wenn das Ende, keinen Sinn ergibt und die ganze vorhergegangene Handlung außer Kraft setzt und auch die Dramatik herunterstuft, so kann man doch bei genauerer Betrachtung immerhin einen kleinen Einblick bekommen, in ein ziemlich trauriges und zielloses Leben, welches erst durch einen Selbstmord für die Hauptfigur einen Sinn und ein Ziel aufwirft. Fazit: Zwar handelt es sich bei "Leutnant Gustl" nicht um ein "überflieger" Buch, welches einen sofort in seinen Bann zieht, doch dafür handelt es sich um eine spannende Lektüre, die sich durch einen außergewöhnlichen, inneren Monolog auszeichnet. Der besonders das Empfinden und den Alltag eines jungen Mannes wiederspiegelt, dessen Leben kein wirklcihes Ziel verfolgt, sondern viel mehr nur damit bemüht ist, nach Richtlinien zu leben.

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  • Rezension zu "Leutnant Gustl" von Arthur Schnitzler

    Lieutenant Gustl
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. April 2011 um 22:28

    Eine Schullektüre. Da ist man natürlich skeptisch. Zu Unrecht. Inhaltlich wird eine Nacht samt Abend und Morgen eines jungen, niederen Militärs in der k. und k. Monarchie dargestellt. Die Geschichte ist natürlich interessant und hat den gewissen Kniff, aber sie ist nicht der Grund für die fünf Sterne. Diese vergebe ich, aufgrund der Darstellung. Der Innere Monolog Gustls ist einfach herrlich und erfrischend zu lesen. Wie er den Mädchen hinterherläuft, überall Juden zu entdecken scheint und alles und jeden in sein beschränktes Weltbild zwingt: Es bereitet wahrlich Vergnügen Einblick in die Figur Gustl zu erhalten. Eine der lohnens- und lesenswerten Schullektüren!

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  • Rezension zu "Leutnant Gustl" von Arthur Schnitzler

    Lieutenant Gustl
    dramelia

    dramelia

    16. November 2010 um 20:05

    Naja, diese Schullektüre ist nicht unbedingt das, was ich "gut" nennen würde. Dieses Buch hat für mich keinerlei Sinn. Der junge Leutnant Gustl ist im Theater und langweilt sich, bekommt bei den vielen Frauen sicherlich Stielaugen und denkt über seine Affäre Steffi nach (bzw. einer seiner vielen Affären, die er bis jetzt im Leben hatte, da er von Frauen nicht viel hält und nur Sex von ihnen möchte). Als er das Theater verlässt, rempelt ein Bäckermeister ihn an und beleidigt ihn ("dummer Bub"), verspricht aber, dass er dies niemanden erzähle. Daraufhin denkt Gustl, seine Ehre sein verloren und nun will dieser sich umbringen, da er seine Ehre auf keine Weise wieder herstellen kann. Er überlegt eine ganze Nacht lang, wie er sich umbringen könnte und erfährt am nächsten Morgen, dass der Bäckermeister einen Schlag bekommen hat und nun tot ist. Gustl freut sich und lebt sein Leben weiter, als wäre nie etwas geschehen. Schön, und weiter? Das "Buch" ist stolze 41 Seiten lang und es ist ein einziger Monolog und recht selten liest man andere Leute reden. So richtig den Sinn hinter der Geschichte hab ich noch nicht herausgefunden, aber wer weiß, wa da noch herauskommt. Auf alle Fälle bin ich nicht besonders begeistert davon, obwohl ich schon den ein oder anderen Lachanfall bekommen habe. Lag aber sicherlich daran, dass wir heutzutage andere Werte und Ansichten haben als die Zeit, in der das Buch geschrieben wurde (1900/01).

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  • Rezension zu "Lieutenant Gustl" von Arthur Schnitzler

    Lieutenant Gustl
    Moni 3007

    Moni 3007

    01. December 2009 um 15:45

    Der junge Leutnant Gustl durchlebt eine Nacht der inneren Zerrissenheit: Nach der Beleidigung durch einen satisfaktionsunfähigen Bäckermeister sieht er sich zum Selbstmord gezwungen. Schnitzlers Meisternovellen - für mich sind es ganz eindeutig und unmissverständlich einmalige Meisternovellen - sind wegweisend für die Erzähltechnik des inneren Monologs und schildert ganz einfach einzigartig brillant, wie der Leutnant Gustav in die sehr dramatische Grenzsituation kommt. Man kann sich dem Sog dieser einzigartigen Novelle nicht entziehen. Ich liebe sehr die erstklassigen Novellen von Arthur Schnitzler und ich habe inzwischen zahlreiche Schriftwerke von ihm gelesen. Er gehört mit zu meinen Lieblingsautoren und ich muss es zugeben, ich bin ein sehr grosser Leser solcher klassischen Novellen. Noch ein Tip von mir. Man kann im Internet ein kostenloses Hörbuch von dieser Novelle finden. Für mich sehr, sehr empfehlenswert. Auch dieses Hörbuch ist wunderbar gelesen worden.

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  • Rezension zu "Lieutenant Gustl" von Arthur Schnitzler

    Lieutenant Gustl
    Leya

    Leya

    15. August 2008 um 15:27

    Gustl wird nach einem Opernaben in seiner Ehre beleidigt und beschließt sich umzubringen. Dieses Buch behandelt eine Nacht im Leben des Lieutnant Gustl. es geht um den Begriff der Ehre innerhalb des Militärs in der KuK Monarchie und zeichnet ein erstaunlich detailliertes Bild des Charakters der Hauptfigur. Das Buch ist als innerer Monolog verfasst, was es manchmal schwer verständlich macht, aber gleichzeitig auch sehr interessant.

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  • Rezension zu "Leutnant Gustl" von Arthur Schnitzler

    Lieutenant Gustl
    JeunesseDoree

    JeunesseDoree

    26. February 2008 um 19:15

    Gekonnte Erzählungen, in denen die Protagonisten auf den Rasierklingen innerer Konflikte tanzen. Schnitzler konfrontiert seine Figuren, die alle der Wiener Gesellschaft der Jahrhundertwende entnommen sind, urplötzlich mit Ausnahmesituationen und lässt uns tief in die Gedankenwelt von diesen blicken. Das besondere an den Erzählungen "Fräulein Else" und "Leutnant Gustl" ist, daß die ganzen Geschichten praktisch nur aus dem Gedankenstrom der Hauptpersonen besteht und das wirklich Schöne dabei ist, das dies wunderbar funktioniert. Während das junge Fräulein Else an den Konflikten, die sie auszustehen hat, zerbricht und ihrem Leben ein Ende setzt, lässt Schnitzler den armen Leutnant Gustl durch eine Unbeherrschtheit einen inneren Kampf um ein unwürdiges Leben oder ehrenhaften Tod durchstehen, wobei die Geschichte gekonnt zwischen Tragik und Komik changiert. Wer Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut" gesehen hat, wird bei der "Traumnovelle" ein kleines Déjà-Vu haben, denn der Film basiert auf dieser Novelle. Man folgt dem Arzt Fridolin in eine geheimnisvolle und sinnliche Nacht, die für ihn selbst und seine Ehe zur Probe wird. Die letzte Geschichte "Spiel im Morgengrauen" lässt einen jungen Leutnant am Spieltisch sein Laufbahn ruinieren und endet ebenfalls tragisch. Fazit: nicht von den altbackenen Titeln der Geschichten abschrecken lassen und lesen!

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  • Rezension zu "Leutnant Gustl" von Arthur Schnitzler

    Lieutenant Gustl
    Franzi

    Franzi

    10. July 2007 um 03:40

    Sammlung Fischer