Arto Paasilinna

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Arto Paasilinna

Lebenslauf von Arto Paasilinna

Immer wieder ein Paasilinna im Herbst: Der Finne Arto Paasilinna gehört zu den erfolgreichsten Schriftstellern seines Landes. Für seine skurril-humorvollen Bücher wurde er schon mit etlichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Außerdem wurden viele seiner Werke verfilmt. Nach seiner Arbeit als Zeitungsredakteur begann er Bücher zu schreiben, die schon in mehr als 45 Sprachen veröffentlicht wurden. Jedes Jahr im Herbst wird ein neues Buch des Erfolgsautor herausgebracht. Sein Bruder Erno ist ebenfalls Autor und sein anderer Bruder, Reino ist Politiker. Arto Paasilinna hat zwei Kinder und lebt in der Nähe von Helsinki.

Alle Bücher von Arto Paasilinna

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Der wunderbare Massenselbstmord

Der wunderbare Massenselbstmord

 (235)
Erschienen am 16.09.2014
Im Jenseits ist die Hölle los

Im Jenseits ist die Hölle los

 (119)
Erschienen am 15.08.2006
Die Giftköchin

Die Giftköchin

 (116)
Erschienen am 21.12.2017
Das Jahr des Hasen

Das Jahr des Hasen

 (85)
Erschienen am 16.09.2014
Der Sommer der lachenden Kühe

Der Sommer der lachenden Kühe

 (81)
Erschienen am 16.09.2014
Vorstandssitzung im Paradies

Vorstandssitzung im Paradies

 (65)
Erschienen am 22.06.2004
Nördlich des Weltuntergangs

Nördlich des Weltuntergangs

 (57)
Erschienen am 20.09.2005
Im Wald der gehenkten Füchse

Im Wald der gehenkten Füchse

 (51)
Erschienen am 27.11.2001

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Neue Rezensionen zu Arto Paasilinna

Neu

Rezension zu "Der liebe Gott macht blau" von Arto Paasilinna

Unterhaltsam....
LaraLaliivor einem Monat

Dadurch das es von Jürgen von der Lippe gelesen wird ist es nach meiner Meinung, ideal vertont.

Ich finde seine Stimme sehr angenehm und höre ihm gerne zu.

Gott will mal Urlaub machen und sucht nun eine Stellvertret für die Zeit. Sie finden auch einen, aber ist er so geeignet und macht Gott wirklich Urlaub?!

Eine sehr unterhaltsame Geschichte mit zum Teil sehr kritischen Blick auf uns, unsere Leben, unsere Welt und unsere Geschichte.

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Rezension zu "Das Jahr des Hasen" von Arto Paasilinna

Ein schräges Machwerk
EliasWittekindvor 3 Monaten

Der verheiratete Journalist Vatanen streift sein altes Leben ab, als er am Straßenrand einen verletzten Hasen aufliest. Zusammen mit dem Tier geht er auf Wanderschaft durch Finnland und gerät in viele skurrile Situationen.

Der Autor, Arto Paasilinna, macht keine großen Worte, er erklärt nichts. Trotzdem verstand ich als Leser, wie ein erwachsener, verheirateter Mann, der einen halb tot gefahrenen Hasen am Straßenrand aufliest, von einem Moment auf den nächsten sein altes Leben abstreift und ohne ein bestimmtes Ziel mit dem kleinen Tier umherzieht. Einfach so, weil seine Frau und seine Kollegen sind, wie sie sind, und er wieder sein möchte, wer er ist. Ich verstand es gut, ohne dass der Autor Bitternis in die Geschichte einfließen lässt, einfach indem er einen derart skurrilen Blick auf das Leben wirft, welcher das Handeln seines Protagonisten nur als logische Konsequenz erscheint.

"Nach der Mahlzeit rief Vatanen von der Hotelhalle aus seine Frau in Helsinki an. »Aha, du bist es!«, schrie sie wütend. »Aus welchem Loch rufst du an? Komm sofort nach Hause!«
»Ich wollte eigentlich überhaupt nicht mehr nach Hause kommen.«
»Was du nicht sagst! Du bist übergeschnappt, dir wird nichts anderes übrig bleiben, als herzukommen. Mach keine Zicken! Du verlierst noch deinen Job! Antero und Kerttu wollen uns heute Abend besuchen, was soll ich denen bloß sagen?«
»Sag, ich bin von zu Hause weggelaufen, das ist wenigstens nicht gelogen.«
»Das kann ich doch nicht sagen, was sollen sie denken? Glaub bloß nicht, dass ich einer Scheidung zustimme, falls du das erreichen willst! Du kommst mir nicht so einfach davon, wo du mein ganzes Leben zerstört hast. Acht Jahre habe ich durch dich verloren! Ich war verrückt, dich zu nehmen!« Sie fing an zu weinen. »Heul schneller, das Gespräch wird teuer genug.«"


Vatanenen kümmert sich fortan um das Wohlergehen des kleinen Hasen. Das Tier öffnet ihm manche Tür - das macht die Geschichte mitunter sehr amüsant.

„Die weiblichen Bankangestellten hatten ihre Arbeit unterbrochen und sich versammelt, um das niedliche Tier zu bewundern, alle wollten es streicheln. »Vorsicht mit dem Hinterlauf«, mahnte Vatanen gutmütig.
»Ach, wie goldig«, sagten die Frauen.
In der Bank herrschte plötzlich eine Atmosphäre, dass einem warm ums Herz wurde. Nur mit Mühe gelang es Vatanen, die Bank zu verlassen.“


Durch den Hasen wird Vatanens Leben aber auch turbulenter, denn oft muss er angesichts der Pedanterie oder Blödheit oder geringen Wertschätzung seiner Mitmenschen für das kleine Tier um das Wohlergehen des Hasen fürchten - das macht die Geschichte mitunter sehr spannenend.

„Der Hase war schon weit fort, die Hunde ebenfalls. Sie heulten, die Hatz war also noch im Gange und der Hase noch am Leben.
Diese brutale Jagd musste ein Ende haben, dachte Vatanen, aber ihm fiel nichts ein. Wie konnte es nur solche Menschen geben? Welches Vergüngen hatten sie an dieser Art von Gewalt, wie konnten Menschen so tief sinken?
Der verzweifelte Hase rannte im Kreis. Die Meute näherte sich. Plötzlich kam der Hase zwischen den Bäumen hervorgesaust, und als er Vatanen sah, sprang er Hals über Kopf in seine Arme. Aus seinem Maul rannen ein paar hellrote Blutstropfen. Das Geheul der Hunde wurde lauter. Vatanen wusste, dass die Hunde ihn zerreißen konnten, wenn er mitten im Wald mit dem Hasen im Arm stehen blieb. Sollte er jetzt die geliebte Kreatur im Stich lassen, sie preisgeben, um das eigene Leben zu retten?“


Der Schreibstil beschränkt sich auf das Notwendigste. Zudem verzichtet der Autor auf sämtliche füllenden Szenen und bleibt immer beim Wesentlichen der Gesichte. Lange Gedankengänge, Selbstreflexionen oder Beschreibungen der Kulisse findet man nicht. Das fehlte mir, macht aber den besonderen Stil aus, den ich aktuell mit niemand vergleichen könnte. Paasilinna baut die unterschiedlichen Episoden meist sehr kurz auf und springt im Wesentlichen von einer Mitte des Geschehens in die nächste. Der Austausch von Gedanken, erfolgt in Dialogen, über Gefühle wird kaum berichtet. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte zwischendurch bewegend.

Einige Szenen werde ich bestimmt nicht mehr vergessen, z.B. als der Bär durch das Fenster plumpst, als Vatanen die Kuh aus dem Sumpfloch zieht, als der Waldbrand um Vatanen tobt, als eine Planierraupe in den See gesteuert wird und als der Hase in die Suppe macht.

"Der Trubel machte dem Hasen Angst. Er ließ Kötel fallen und verstreute sie in reichlicher Zahl übers Tischtuch, ein paar fielen der Schwedin in die Suppe. Er machte einen Hüpfer, entkam dem Zugriff der Frau und hoppelte mitten über die Tafel, wobei er eine Kerze umriss und in seiner Angst hier und da zwischen den Speisen weitere Kötel hinterließ."

Ich möchte diesem ulkigen, skurrilen und seinesgleichen suchenden Machwerk 4 von 5 Sternen geben. Als altem Romantiker fehlte mir noch ein bisschen Emotion. Auch das episodenhafte, die immer wieder wechselnden Personen und Orte der Wanderschaft, sind weniger mein Geschmack. Da bevorzuge ich eher Geschichten mit einem anhaltenden Spannungsbogen. Aber wenn ich zwischendurch wieder ein wenig Abwechslung brauche, wird Passillina sicher einer der ersten Autoren sein, an den ich denke.

Schließlich möchte ich noch die Botschaft teilen, die ich aus dem Buch gelesen habe:
Ein gutes Herz kann sich in einer unmoralischen Welt viel zu Schulden kommen lassen, und muss viel kämpfen, wenn es an etwas hängt, dem sonst kaum jemand Wert beimisst. In dieser Geschichte ist es der kleine Hase.

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Rezension zu "Für eine schlechte Überraschung gut" von Arto Paasilinna

Irgendwo in Finnland
KerstinMCvor 3 Monaten

Das Cover passt zu den deutschen Büchern von Arto Paasilinna. Auf dem Schnee sitzen bzw. aus dem Schnee heraus schauen zwei Murmeltiere. Viel mehr ist auf dem Cover nicht zu sehen. Irgendwie passt es zum Humor der Geschichte.

Der Roman spielt irgendwo in Finnland im zweiten Weltkrieg. Zwei russische Soldaten landen eher unfreiwillig im Niemandsland. Alleine schon das zusammentreffen der zwei Soldaten regt zum Schmunzeln an. Wie kann ein Apotheker ohne Kampferfahrung als Fallschirmjäger eingesetzt werden? Die zwei geraten auf ihrer Mission zu überleben immer wieder in Schwierigkeiten. Sehr unterhaltsam wird die Suche nach Lebensmitteln und Treibstoff geschildert. Dabei vollführen die zwei einen wagemutigen Überlebenskampf.

Die Geschichte lässt sich gut lesen. Die Seiten fliegen so dahin. Immer wieder musste ich bei den skurrilen Szenen vor mich hin schmunzeln. Wobei Spannung nicht wirklich aufgebaut wird. Es ist eher eine aneinander Reihung von unterhaltsamen Episoden. 

Der Roman ist voller Melancholie, Tragik und schwarzem Humor. Es ist eine leichte Unterhaltung für zwischendurch, wenn man auf den Humor von Arto Paasilinna steht. Ich finde ihn ab uns zu einfach gut.

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Gespräche aus der Community

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Ich lese momentan "Der liebe Gott macht blau" wer kann mir ähnliche Bücher empfehlen?
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Arto Paasilinna wurde am 18. April 1942 in Kittilä (Finnland) geboren.

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