Arto Paasilinna Der Mann mit den schönen Füßen

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Inhaltsangabe zu „Der Mann mit den schönen Füßen“ von Arto Paasilinna

Aulis Rävänder ist ein erfolgreicher Unternehmer, er hat volle Auftragsbücher, eine schöne Wohnung in einem teuren Stadtteil Helsinkis und − nicht zuletzt - eine attraktive Frau und zwei Kinder. Alles steht zum Besten, bis ihm seine Frau eines Tages eröffnet, dass sie einen anderen Mann kennengelernt hat und die Scheidung will. Völlig verstört zieht sich Rävänder auf eine einsame Insel zurück. Verzweifelt wie er ist, ruft er bei der Telefonseelsorge an, verwählt sich, und landet stattdessen bei der resoluten Geschäftsfrau Irene Oinonen. Und damit kommt sein Leben erst so richtig in Schwung - Der neue Roman vom finnischen Meister des skurrilen Humors.

Liest sich wie ein modernes, schräges, finnisches Märchen. Eben ein klassischer Paasilinna.

— YvonneKaeding
YvonneKaeding

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  • Typisch Paasilinna!

    Der Mann mit den schönen Füßen
    lievke14

    lievke14

    12. July 2016 um 11:08

    Aulis Rävänder ist ein erfolgreicher Unternehmer. Alles steht zum Besten, bis ihm seine Frau eines Tages eröffnet, dass sie einen anderen Mann kennengelernt hat und die Scheidung will. Völlig verstört zieht sich Rävander erst einmal auf eine Insel zurück. Verzweifelt wie er ist, ruft er bei der Telefonseelsorge an, verwählt sich und landet stattdessen bei der resoluten Geschäftsfrau Irene Oinonen. Und damit kommt sein Leben erst so richtig in Schwung ... Hier bekommt der Leser einen Arto Paasilinna in Höchstform präsentiert! Reeder Aulis Rävänder ist ein Gemütsmensch. Er ist mit dem zufrieden was er hat und das ist seiner Meinung nach viel….einen guten Schlepper und eine gute Frau. Die Situation ändert sich allerdings schnell, als er von seiner Angetrauten vor die Tür gesetzt wird. Von einem Tag auf den anderen wird aus dem reichen Geschäftsmann ein gehörnter Ehemann, der sich von einem Großteil seines Vermögens verabschieden muss. Einem Zufall sei Dank lernt er die couragierte Irene kennen, die sich des Fremden annimmt und sein Leben in völlig ungeahnte Bahnen lenkt. In dieser Geschichte wird von einer Scheidung und ihren kuriosen Folgen erzählt. Der Leidtragende ist insbesondere Aulis, der mit den sich überschlagenden Ereignissen zunächst total überfordert ist. Nach und nach nimmt er sein Leben aber in die eigenen Hände und mausert sich regelrecht zu einem Haudegen. Dabei muss er sich mit einem toten Wildschwein, einem Erpresser, einem Haufen Halunken, dem Liebhaber seiner Frau und natürlich seine Ex als Teufelsbrut sondersgleichen herumschlagen. Wie unser Held mit all diesen Widrigkeiten fertig wird, erscheint nicht immer ganz koscher und glaubwürdig….aber unterhaltsam alle Male. Die Nebencharaktere werden ebenfalls kurz und prägnant beschrieben. Hier zeigt sich, dass in der Kürze durchaus viel Inhalt stecken kann. Der Autor benötigt keine ausschweifenden Ausführungen zu den einzelnen Personen. Deren Besonderheiten werden kurz und bündig umrissen. Das reicht völlig aus, um deren Rolle in der Geschichte zu manifestieren. Paasilinna überzeugt wieder auf ganzer Linie mit einem sehr skurrilen Blick auf seine finnischen Landsleute und einer extrem überzogenen Handlung, die immer wieder unerwartete Szenen auf die Leinwand wirft. Sein Schreibstil ist leicht zu verfolgen und trieft an vielen Stellen vor schwarzen Humor. Ernst zu nehmen ist fast gar nichts an dieser Geschichte….dafür bekommt man als Leser eine kurzweilige und amüsante Story geboten, die sich von all dem Einheitsbrei der Belletristik gehörig abhebt.

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  • „Und es gewannen alle, die etwas besaßen, mit dem sie gewinnen konnten.“

    Der Mann mit den schönen Füßen
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    „Reeder Aulis Rävänder schätzte sich aus zweierlei Gründen glücklich. Er hatte einen guten Schlepper und eine gute Frau.“ Mit diesen Worten beginnt der neue Paasilinna, der kürzlich bei mir einzog. Dass ich ihn sofort kaufte, als ich ihn entdeckte, war überhaupt keine Frage, denn ich besitze eine vollständige Sammlung aller bisher auf Deutsch erschienen Bücher dieses finnischen Autors. Und auch diesmal wurde ich von der Lektüre nicht enttäuscht. Wer zum ersten Mal ein Buch von Paasilinna liest, wird sich möglicherweise fragen, in welchem Zustand der Autor es wohl geschrieben hat. Tatsächlich ist die Handlung meist sehr skurril. In ihrem Mittelpunkt steht sehr häufig ein finnischer Mann, der sich irgendwie durchs Leben schlägt. Das Szenario, in dem das Ganze stattfindet, ist dabei gerne äußerst schräg. So auch hier. Es geht also um den Reeder Aulis Rävänder. Das Eingangszitat stellt gleich klar, was die wichtigsten Dinge in seinem Leben sind. Wobei die Reihenfolge der kurzen Aufzählung schon Aussagekraft besitzt ;-) Rävänders Leben wird eines Tages völlig aus der Bahn geworfen, als ihn seine Frau nach 20jähriger Ehe verlässt. Als ihm auch noch klar wird, dass die angekündigte Scheidung ihm die Hälfte seines Vermögens und unter Umständen auch noch seinen Schlepper nehmen wird, ist die Verzweiflung groß. Als dann vor seinem Strandhaus, in das er sich betrunken und leidend zurückgezogen hat, auch noch ein totes Wildschwein angeschwemmt wird, greift er zum Telefonhörer und sucht Hilfe bei der Telefonseelsorge. Da er sich verwählt hat, landet er allerdings beim Fußpflegesalon von Irene Oinonen, die ihm nicht nur zuhört sondern spontan beschließt, sich um diesen Mann zu kümmern… „Die Männer schienen einfach die normalen Missgeschicke im Leben nicht ertragen zu können, jedenfalls nicht nüchtern.“ Wer das bis hierhin schon schräg fand, der wird anschließend aus dem Staunen nicht mehr rauskommen, denn im weiteren Verlauf geht es um (unter anderem) einen Tierpräparator, einen Erpresser, eine Versammlung krimineller Erpressungsopfer und einen Mordanschlag. Paasilinna versteht es, all diese Dinge in eine Handlung einzuarbeiten, die sich wie nichts wegliest und auf jeder Seite Spaß macht. Es sind seine Formulierungen, die mich immer wieder zum Lachen bringen. Sein tiefschwarzer Humor, mit dem er wirklich jedes Thema anpackt und dem absolut nichts heilig ist. Weswegen mit kleinen Seitenhieben so ganz nebenbei ausgeteilt wird: An Frauen, an Männer, an Minister, Kirchenvertreter, Reiche, Alkoholiker, Anhänger aller möglichen sexuellen Orientierungen, Banken, die Polizei und und und. Dabei ist alles leicht geschrieben und klingt selbst in den abwegigsten Schilderungen logisch. In diesem Buch hatte ich beispielsweise großen Spaß daran, wie akribisch eine Konferenz geplant und einberufen wird, bei der die oben erwähnte Versammlung krimineller Erpressungsopfer den weiteren Umgang mit dem Erpresser plant… „Rävänder fand, dass man die Konferenz ein bisschen vorbereiten müsse, indem man zum Beispiel formuliere, um welche Probleme es gehe. An zentraler Stelle stand die Entscheidung darüber, was man mit Iivonen machen sollte. Ihn gründlich vermöbeln? Ihn aus dem Land jagen? Ihn zu Tode erschrecken? Ihn lebenslänglich in Klaukkala gefangen halten? Ihn kastrieren? Ihn der Polizei übergeben? Oder ihn töten und ausstopfen? Möglichkeiten gab es viele, und dazu mussten die Teilnehmer auf dem Schiff Stellung nehmen.“ Paasilinna spielt mit menschlichen Schwächen. Keine seiner Figuren ist makellos, viele gerade deshalb so liebenswert. Gerne lässt er seine Figuren auch mal philosophieren. Dabei kommen herrliche Dinge heraus… „Finnland hat in den letzten Jahren den Verstand verloren. In diesem Land wird nichts anderes getan als amerikanische Werbung geguckt und sinnlos geshoppt. Und dann wird die Jugend geisteskrank und nimmt Rauschgift in Überdosen. Früher hängte sich ein Mann zumindest noch auf, wenn es darauf ankam, aber heute lassen sich die Leute aus purer Faulheit in die Irrenanstalt einweisen.“ Eigentlich war das Einzige, was mir in diesem Buch gefehlt hat, Seppo Sorjonen. Dieser Charakter hat sich ja in den letzten Jahren zu einer Art Running Gag entwickelt, als Paasilinna-Fan ist man jedes Mal gespannt, ob er in diesem Buch wieder auftauchen wird und wenn ja, welche Rolle er diesmal spielen wird. Der Grund für sein Fehlen ist wohl der, dass es sich bei diesem Buch um ein Werk von 1985 handelt, dass nun erstmalig auf Deutsch erschienen ist. Die Übersetzerin Regine Pirschel hat ohnehin noch einiges zu tun, denn Arto Paasilinna bringt seit 1972 praktisch jedes Jahr ein Buch heraus. Ich freu mich jetzt schon das nächste!

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    • 12
  • Wunderbar schräge Geschichte!

    Der Mann mit den schönen Füßen
    Erdana

    Erdana

    08. August 2014 um 08:03

    Wer eine kurzweilige, skurrile Geschichte mit einer gehörigen Portion schwarzen Humor lesen möchte, ist mit diesem Buch bestens beraten! Ich habe das Buch an einem Tag gelesen, und werde nun bestimmt noch andere Bücher dieses Autors probieren.