Arto Paasilinna Der heulende Müller

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Inhaltsangabe zu „Der heulende Müller“ von Arto Paasilinna

In einem kleinen Dorf im Norden Finnlands taucht Anfang der fünfziger Jahre ein sonderbarer Mensch namens Huttunen auf, der die seit langem unbenutzte Mühle des Dorfes kauft und wieder in Betrieb setzt. Zunächst nimmt man ihn wohlwollend auf, aber bald stellt sich heraus, dass er mit einem Makel behaftet ist: er verfällt bisweilen in tiefe Traurigkeit, und bei Widrigkeiten aller Art flüchtet er in die Wälder und heult wie ein Wolf den Mond an. Die Dorfbewohner, um ihren Schlaf gebracht, beginnen den Müller zu hassen und verfallen schließlich auf die Idee, ihn ins Irrenhaus einweisen zu lassen. Huttunen kann in die Wälder fliehen. Mit seinen nun folgenden nächtlichen Ausfällen in das Dorf bringt er die Einwohner erst recht gegen sich auf: die Treibjagd auf den heulenden Müller beginnt ...

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  • Traurige Komik mit Wahrheitsgehalt

    Der heulende Müller
    Cla

    Cla

    14. September 2013 um 11:32

    Zum Inhalt: In einem kleinen Dorf im Norden Finnlands taucht ein Mann namens Huttunen auf. Ihm gelingt es, die baufällige Mühle wieder in Betrieb zu setzen. Der eigenbrötlerische Müller hat nur eine befremdliche Angewohnheit: Er verfällt bisweilen in tiefe Traurigkeit - und heult wie ein Wolf. Um ihren Schlaf gebracht, verbünden sich die Dorfbewohner gegen Huttunen. Sie wollen, dass der Sonderling ins Irrenhaus eingewiesen wird. Doch Huttunen kann fliehen und versteckt sich in der Wildnis der Wälder. Und so macht sich das Dorf auf die Jagd nach dem heulenden Müller... Meine Meinung: Es ist zweifellos eine Geschichte der etwas anderen Art - kein Buch, wie ich es für gewöhnlich lese. Auch wenn er in Finnland so bekannt ist, hatte ich zuvor noch nie von Paasilinna gehört und wählte diesen Roman nicht etwa wegen seiner Bekanntheit. Der Pressestimme auf der Titelseite muss ich widersprechen: Das Zielpublikum dürfte nicht unbedingt aus "allen Fans von Jonas Jonasson" bestehen, da sich er und der Schwede doch in einigen Punkten unterscheiden. Nicht nur, dass sie verschiedenen Nationalitäten angehören - ich habe "Vom Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand" letztes Jahr selbst gelesen und musste dabei immer wieder lachen. Was beim "Heulenden Müller" nicht der Fall war. Paasilinnas Humor ist subtiler, tiefergehender und viel näher an menschlichen Abgründen angesiedelt als der seines skandinavischen Schriftstellerkollegen. Der "Hundertjährige" ist eine ebenso unrealistische wie in sehr positivem Sinn komische Geschichte, in der immer wieder die absurdesten Dinge geschahen, die den Protagonisten quer über den Erdball reisen lassen. Dagegen spielt Huttunen global gesehen keine wichtige Rolle, war nie bei hohen Politikern zu Gast und zog nicht im Ausland die Fäden. Er ist ein einfacher Müller, der in einem kleinen finnischen Dorf lebt, und was ihm widerfährt, kann als Anklage gegen die Vorgangsmethode der Gesellschaft gegenüber Menschen, die nicht der Norm entsprechen, gewertet werden.  Anfangs erscheint einem das Benehmen des Müllers selbst eigenartig, doch je länger man liest, desto sympathischer wird einem der Mann. Er handelt zwar gelegentlich nach einer sonderbaren Logik und genauso, wie es ihm gerade zumute ist, womit er eben den Ärger der Dorfleute auf sich zieht - doch hat er auch ein großes Herz und will nur das Beste für die Frau, in die er sich verliebt hat. Sie, die Klubberaterin Sanelma Käyrämö, ist wiederum eine der wenigen Personen, die auch noch während der allgemeinen Jagd auf ihn zu ihm steht und ihm um nichts auf der Welt verraten würde. Sein von offizieller Seite bestätigter Wahnsinn ist für sie kein Grund, sich nicht mehr mit ihm zu treffen, da sie ihn mit all seinen Fehlern liebt. Ich mochte sie von Anfang an und hoffte die ganze Zeit über auf ein Happy-End für die beiden.  Vieles von dem, was erzählt wird, ist bildlich zu verstehen. Huttunen steht für jemanden, der anders ist, einen Außenseiter in einem Dorf, das sonst aus lauter langjährigen Einwohnern besteht. Allein deshalb misstraut man ihm erst einmal, denn vielleicht hat er ja doch irgendeinen unlauteren Grund, aus Südfinnland in den kleinen Ort im Norden zu ziehen? Als er die alte Mühle wieder in Stand setzt, kommt ihm das nicht nur auf wirtschaftlicher Seite zugute - denn von nun an ist der Fremde auch den anderen nützlich. Einzig und allein sein ihm selbst nicht begreiflicher Drang, in den Nächten wie ein Wolf zu heulen, stellt eine Störung des dörflichen Friedens dar. Deshalb wird er in ein Irrenhaus (keine Psychiatrie, in diesem geht es nämlich überhaupt nicht professionell zu) eingeliefert, wo den gelegentlich ganz gesunden Patienten mit äußerst fragwürdigen Methoden Jahrzehnte ihres Lebens gestohlen werden. Kurzum: Jemand ist anders, das passt seinen Mitmenschen nicht, und deshalb wird er eingesperrt. Mit der Begründung, dass er für die anderen so keine "Gefahr" mehr darstellt, obwohl beide Seiten sicherlich gut miteinander auskommen würden, wenn die sich als "normal" bezeichnenden Leute näher mit ihm beschäftigten. Dann würden sie nämlich bestimmt bemerken, dass er im Grunde niemandem Böses will und keinen größeren Wunsch hat, als mit der seiner Sanelma ein glückliches Leben zu führen. Später handelt er auch nur zu ihrem Nachteil, weil sie zuvor mit ihm dasselbe machten. Überhaupt stellt sich die Frage: Wen oder was kann man schon als "normal" bezeichnen? Jeder hat irgendwelche Eigenarten und seltsamen Angewohnheiten - zählt die gute Absicht eines Menschen nicht am meisten, und ist es nicht gut, dass sich jeder von den anderen unterscheidet? Außer Sanelma zählen auch noch ausgerechnet zwei Männner, die sich eher am Rande der Gesellschaft befinden, zu Huttunens Helfern. Ein alkoholabhängiger Briefträger, dem der in allen möglichen Dingen bewanderte Müller beim Schnapsbrennen hilft, und ein nicht geisteskranker Immobilienmakler, der sich nur ins Irrenhaus einliefern ließ, um nicht in den Krieg ziehen zu müssen. (Leider durfte er dieses aber auch nicht mehr verlassen, als der Krieg vorbei war und er sich als geistig völlig unbeschadet herausstellte, weshalb er eines Tages die Flucht wagte.) So ist es tatsächlich oft: Die, die wenig haben, helfen trotzdem bereitwilliger anderen, denen es schlecht geht, als wohlhabende. Sie wissen nämlich, wie sich das anfühlt.  Und dann ist da noch der wankelmütige Polizist Postimo, der sich zwar auf Huttunens Seite schlägt, das aber niemals vor seinen Mitbewohnern zugeben würde und sich mit ihnen sogar auf die Jagd nach ihm macht. Man weiß nicht wirklich, woran man bei ihm ist und ob ihm der Müller vertrauen kann - bis zum Ende, an dem seine wirkliche Position in dem skurrilen Kräftemessen doch noch deutlich wird. 

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  • Rezension zu "Der heulende Müller" von Arto Paasilinna

    Der heulende Müller
    Kamila

    Kamila

    15. October 2011 um 17:49

    Ich habe die ersten vier Kapitel gelesen und dann aufgegeben. Wie auch schon in den anderen Büchern, die ich von ihm gelesen habe, beschreibt der Autor recht exzessiv kleine Dinge des Lebens und eine Menge Details. Diesmal hatte ich nicht die Geduld, und auch nicht das Interesse, allzuviel über nordfinnische Mühlen und deren Instandsetzung zu erfahen. Außerdem fehlte mir beim letzen Buch die Pointe, und irgendwie hatte ich das Gefühl, bei diesem würde auch keine kommen. Vielleicht eine Fehleinschätzung, aber für mich sind vier fertig gelesene Paasilinna-Bücher genug.

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  • Rezension zu "Der heulende Müller" von Arto Paasilinna

    Der heulende Müller
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. March 2010 um 07:16

    Eine wunderschön geschriebene, sympathische Geschichte über einen Aussenseiter, die gleichzeitig schmunzeln lässt und doch sehr ernst ist.
    Dies war mein erstes Buch von Paasilinna und bestimmt nicht mein Letztes.

  • Rezension zu "Der heulende Müller" von Arto Paasilinna

    Der heulende Müller
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. March 2009 um 12:09

    Neben dem Jahr des Hasen für mich das beste Buch von Paasilinna.