Artur Becker

 3.7 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Der Lippenstift meiner Mutter, Wodka und Messer und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Der unsterbliche Mr. Lindley
Neu erschienen am 10.09.2018 als Hardcover bei Weissbooks.

Alle Bücher von Artur Becker

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Artur BeckerDer Lippenstift meiner Mutter
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Der Lippenstift meiner Mutter
Der Lippenstift meiner Mutter
 (3)
Erschienen am 13.02.2012
Artur BeckerWodka und Messer
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Wodka und Messer
Wodka und Messer
 (3)
Erschienen am 08.09.2008
Artur BeckerDie Zeit der Stinte
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Die Zeit der Stinte
Die Zeit der Stinte
 (3)
Erschienen am 01.03.2006
Artur BeckerWodka und Messer. - Lied vom Ertrinken
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Wodka und Messer. - Lied vom Ertrinken
Wodka und Messer. - Lied vom Ertrinken
 (2)
Erschienen am 03.05.2010
Artur BeckerDas Herz von Chopin
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Das Herz von Chopin
Das Herz von Chopin
 (2)
Erschienen am 01.09.2008
Artur BeckerOnkel Jimmy, die Indianer und ich
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Onkel Jimmy, die Indianer und ich
Onkel Jimmy, die Indianer und ich
 (1)
Erschienen am 01.08.2001
Artur BeckerSieben Tage mit Lidia
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Sieben Tage mit Lidia
Sieben Tage mit Lidia
 (1)
Erschienen am 01.09.2014
Artur BeckerDrang nach Osten
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Drang nach Osten
Drang nach Osten
 (0)
Erschienen am 01.03.2019

Neue Rezensionen zu Artur Becker

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SitataTirulalas avatar

Rezension zu "Sieben Tage mit Lidia" von Artur Becker

Sieben Tage mit Lidia
SitataTirulalavor 3 Jahren

Ich will bloß frei sein, und das ist womöglich mein Fehler, so wie es dein Fehler ist, Lidia, dass du reich werden willst. Man kann sich seine Wünsche oder Träume nicht erfüllen, das ist eine Illusion, man erfüllt bloß seine Bestimmung und denkt dabei, man habe einen freien Willen und eine Vorstellung von den Dingen.

Andrzej besucht seinen Freund Jaczek in Venedig, den er seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen hat. Eigentlich will er nur zwei Wochen dort bleiben, doch dann kommt Jaczeks Tochter Lidia aus London zu Besuch und stellt alles auf den Kopf. Kurz darauf wird in Andrzejs Heimat Polen das Kriegsrecht verhängt. Während er verzweifelt versucht, seine daheim gebliebene Frau Monika und den gemeinsamen kleinen Sohn zu erreichen, führt er in Venedig ein Parallelleben - mit Lidia als seiner Geliebten, die ihn ebenso wie sein Freund dazu drängt in Venedig Asyl zu beantragen. Doch kann er wirklich seine Heimat zurücklassen, seine Familie, um in Lidias Armen ein neues Leben zu beginnen?


Ein wunderschönes Cover und ein knackig kurzer Umfang haben mich gleich gelockt. Eine Novelle bietet nicht so viel Spielraum für Charakterentwicklungen wie beispielsweise ein Wälzer von 800 Seiten. Das war von vorne herein klar, aber schon ziemlich zu Anfang des Buches war ich davon enttäuscht, wie unglaubwürdig manche von Andrzejs Gedanken und Handlungen rüber kamen. Gut, dass es in der Ehe mit seiner Frau Monika nicht besonders gut läuft, das hab ich recht schnell verstanden. Aber dass er bei ausbrechendem Kriegsrecht und Kampfhandlungen in der Heimat kaum einen Gedanken an seinen Sohn verschwendet? Er begnügt sich mit einem Anruf pro Tag und wenn er niemanden erreicht? Tja, Pech, dann kann man ja immer noch mit Lidia ausgehen und sich zwischen den Laken wälzen. Eine Er-kam-er-sah-er-liebte-Liebesgeschichte, die mich einfach vorne und hinten nicht überzeugen konnte.
Abgesehen von dieser meiner Ansicht nach wenig einfühlsamen und nicht nachvollziehbaren Charakterzeichnung beleuchtet Becker aber eine Zeit, die ich bisher persönlich selbst gar nicht so im Blick hatte, nämlich die Verhängung des Kriegsrechts 1981 in Polen unter Jaruzelski. Dafür wählt er den ungewöhnlichen Blickwinkel von Andrzej, der zwar Pole ist, aber zu dieser Zeit im fernen Venedig einen alten Freund und Emigranten besucht. Einen Hauch Interesse konnte dann doch der Zwiespalt in Adrzej wecken, ob er dem Rat seiner Freunde folgt und in Venedig Asyl beantragt oder ob er zu seiner Familie in die Ungewissheit zurückkehrt. Der Rest des Buches beschäftigt sich im Wesentlichen mit Lidia und Andrzej, die jeweils finden nicht gut genug füreinander zu sein, nur um sich dann doch tagtäglich in einem Stundenhotel einzumieten und von großer Liebe und dem Verlassenwerden zu säuseln, sowie endlosen Beschreibungen von Venedigs Straßen, Kanälen und Gebäuden.

Das Buch hat mit dem Aufmerksammachen auf diese politische Phase in Polen zwar sicherlich zu meiner Allgemeinbildung beigetragen, war sonst aber eher blass und farblos für mich - obwohl es vor der wunderschönen Kulisse Venedigs spielt. Beim besten Willen nur zwei Blümchen.

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Rezension hier: http://licentiapoeticae.blogspot.de/2015/06/br-artur-becker-sieben-tage-mit-lidia.html

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K

Rezension zu "Der Lippenstift meiner Mutter" von Artur Becker

Rezension zu "Der Lippenstift meiner Mutter" von Artur Becker
Kornelisvor 8 Jahren

http://www.lovelybooks.de/autor/Artur-Becker/Der-Lippenstift-meiner-Mutter-489966532-w/

„Wenn Artur Becker eines kann, dann ist es dies: erzählen!“, lobte Tim Schleider in der Stuttgarter Zeitung vom 5. Oktober Beckers jüngsten Roman. „Der Lippenstift meiner Mutter“, der im Herbst diesen Jahres erschienen war, hat seitdem durchweg begeisterte Kritiken erhalten. Als geradezu euphorisch kann man die Porträts von Radio Bremen, dem HR2 und Matthias Balzners Kritik in der Berliner Zeitung bezeichnen, ohne dabei zu übertreiben. Klaus Hübner zeigte sich in der WELT am 9. Oktober darüber verwundert, weshalb Beckers jüngstes Werk nicht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises zu finden sei. Der Lippenstift sei der „beste Roman“ Beckers.

“Artur Becker ist schon lange kein Unbekannter mehr in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.”

Seinen Verfasser, den 1968 in Polen geborenen Dichter, Poeten und Übersetzer, bezeichnete er als „einen wortgewaltigen Chronisten“ des menschlichen Lebens in all seinen bunten Facetten. Nach 13 Büchern, zahlreichen Essays zur deutschen und polnischen Literatur, Geschichte und Kultur, diversen Aufenthaltsstipendien und Preisen (darunter 2009 der Adelbert-von-Chamissopreis) und über 400 Lesereisen ist Artur Becker kein Unbekannter in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur mehr. Ein solch einstimmiges Kritikerlob wie für den Roman „Der Lippenstift meiner Mutter“ hat Becker aber bisher noch für keines seiner anderen Bücher erhalten – und in der Polarisierung der Kritikermeinungen hat er bisher auch noch nichts Schlechtes gesehen, wie der Autor auf einer Lesung während der Frankfurter Buchmesse verkündete. So zeigte er sich ein wenig misstrauisch angesichts der einstimmigen Lobeshymnen, die ihm, der als 17jähriger nach Deutschland gekommen war, im Lande Thilo Sarrazins plötzlich entgegenschlagen.

Was macht den Reiz dieses Buches aus?

Dolina Roz – von den deutschen Bewohnern einst Rosenthal genannt, ist der Schauplatz des temporeich erzählten Romans. Ein masurisches Nest in den späten 70er Jahren, im Würgegriff der grauen Realität des Sozialismus – könnte man meinen. Aber bereits mit den ersten Sätzen wird klar, dass hier, genau hier, im „Wilden Osten“ Polens, die Zeit reif ist für einen sensationellen Widerstand, ja, eine Revolution im Kleinen. Das finden zumindest der 15jährige Bartek und seine Freunde, und es soll nicht lange dauern, bis eine Serie von Brandanschlägen den eisigen Winternächten Dolina Rozs mächtig Leben einhaucht.

“Das Herzstück des Romans bildet aber gar nicht seine Handlung, sondern der reiche Kosmos seiner Figuren.”

Das Herzstück des Romans bildet aber gar nicht seine Handlung, sondern der reiche Kosmos seiner Figuren. Das wird auch durch den Schutzumschlag verdeutlicht, auf dem sie alle versammelt sind: die stalinistische Dichterin Natalia, der verschlagene Schtschurrek, der Mörder und Wunderheiler Baruch, die verführerische Dorfschönheit Maria, der weibstolle Verführer Opa Franzose und natürlich die Schuster des Städtchens, deren Schusterwerkstatt zum Nabel der Welt, zu einem kleinen Europa wird: der preußische Soldat Opa Monte Cassino und sein patriotischer Widersacher Kronek ebenso wie der chassidische Jude Lupicki, der aus der Ukraine stammt. Alle diese und noch einige weitere Figuren lernt der Leser während der Lektüre kennen und lieben, kann über sie lachen, wenn sie nackt vor dem Spiegel tanzen und mit ihnen fühlen, wenn sie unglücklich verliebt sind und in ihrem pubertären Zorn vor allem eins wollen: von zu Hause abhauen. Unter der Oberfläche verhandelt der Roman die Themen Sexualität und pubertäre Selbstfindung auf verblüffend neuartige Weise. So kommt bspw. dem titelgebenden Lippenstift ein symbolischer Wert zu. Außerdem greift Becker das problematische Verhältnis vieler Polen (und Deutscher) zur Homosexualität auf.

Daneben brilliert der Roman auch mit seinem reichen Fundus von literarischen Anspielungen auf vor allem polnische Autoren wie Bruno Schulze, Witold Gombrowicz, Wislawa Szymborska, Adam Mickiewicz und Czeslaw Milosz. Letzterer hatte seine polnischen Leser 1982 mit der „Hymne von der Perle“ bekannt gemacht, jenem gnostischen Text aus den Thomasapokryphen, der in poetischen Versen und Bildern vom Fall und Aufstieg der Seele kündet. Becker lässt den gealterten Eisenbahner und Abenteurer „Opa Franzosen“ seinem Enkel Bartek eben diese Geschichte erzählen, kurz vor dem Einschlafen in abgetragener Unterwäsche auf Rand eines Bettes sitzend. Aber auch Fryderyk Nietzsche, der sich selbst als einen Abkömmling eines polnischen Adelsgeschlecht stilisierte, geistert durch den Roman.

Das Buch ist sehr dicht, dabei flott und mit viel Freude am Fabulieren erzählt – ein Hauch von Phantastik und ein Schuss mit eingeflossener Biographie des Autors geben dem brillianten Roman Beckers den letzten Schliff. Die Stimmung ist wesentlich heiterer als in den letzten Bücher Beckers – da bereitet die Lektüre gleich doppeltes Vergnügen.

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A

Rezension zu "Der Lippenstift meiner Mutter" von Artur Becker

Rezension zu "Der Lippenstift meiner Mutter" von Artur Becker
Anavor 8 Jahren

Ein wunderbares Buch!

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