Artur Becker Wodka und Messer

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Inhaltsangabe zu „Wodka und Messer“ von Artur Becker

Kuba Dernicki ist ein glücklicher Mensch. Er hat Arbeit und Familie und lebt seit vielen Jahren im Paradies, in Deutschland. Doch eines Tages treibt ihn eine starke Sehnsucht zurück nach Polen, in die alte Heimat, an die Stätten seiner Kindheit, an den Dadajsee. In eine wunderschöne Landschaft, bevölkert von überaus eigenwilligen Menschen, die mit List, Humor und Wodka überleben. Und die sich Geschichten erzählen, in denen die Toten, auch wenn sie nicht katholisch sind, wiederauferstehen. Wie Marta, Kubas junge Geliebte, die vor vielen Jahren auf der Flucht vor kommunistischen Häschern im eiskalten Dadajsee ertrunken ist – und die in der Hoteldirektorin Justyna Star (einer Doppelgängerin?) weiter lebt, schön und begehrlich, wie damals. Kein Wunder, daß Kuba sich in Justyna verliebt und daß von nun an ein ganzes Dorf verrückt spielt, der Bürgermeister Król wie der alte Pfarrer Kazimierz, die einäugige Tante Ala wie Wojtek, ihr Galan. Und in deren Mitte taumelt Kuba, den ein sprechendes Messer begleitet, von Augenblick zu Augenblick, hinein ins Herz der Erinnerung. Wodka und Messer ist ein Heimatroman, ein Liebesroman, ein kunterbuntes Buch, über dem der polnische Himmel leuchtet, „sternhagelvoll wie die Männer von Bartoszyce, wie die Fische im Dadajsee.“

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    • 1702
  • Rezension zu "Wodka und Messer" von Artur Becker

    Wodka und Messer
    KollegeKraftwagen

    KollegeKraftwagen

    01. September 2008 um 23:10

    Der Deutschpole Artur Becker ist ein Sprachmigrant: In Polen aufgewachsen schreibt er seit vielen Jahren auf deutsch. Seine zu unrecht kaum wahrgenommene Romane gipfeln jetzt in "Wodka und Messer", seinem Hauptwerk, einem deutsch-polnischen Großroman, den ich mal als "fast gelungen" beschreiben würde. Gut lesbar und sehr beeindruckend ist er auf alle Fälle. Hier mischen sich osteuropäische Sprachmelodie mit deutscher Einsilbigkeit und Akribie, magischer Realismus östlicher Spielart (sprechende Morddinstrumente, ein sprechender, seine Bewohner in den Tod durch Ertrinken treibender See, Determinierung der Leben durch die masurische Landschaft) mit deutscher Bewußtseinsprosa. Der Held Jakub (alias Kuba) scheint einem typisch deutschen Gegenwartsroman entsprungen, er ist Programmierer, hat Frau und zwei Kinder, er ist einst aus Polen ins gelobte Land Deutschland emigriert und hat geschafft, worum ihn viele beneiden: Die eiserne Umklammerung durch die heimatliche Natur und die verarmte und perspektivlose Gesellschaft der masurischen Fischer und Bauern zu durchbrechen und ein neues Leben anzufangen. Allzu entscheidungsfreudig ist er nicht, wie seine deutschen Altersgenossen. Aber dann kehrt er zurück und das alte Leben ergreift schnell wieder Besitz von ihm. Der See wäscht seine deutsche Ersatzidentität hinweg, seine Verwandten nehmen ihn sofort wieder auf in ihr Leben, er findet eine Doppelgängerin seiner einst auf der gemeinsamen Flucht vor dem polnischen Geheimdienst im See ertrunkenen ersten Liebe - und scheint alle Brücken nach Deutschland abzubrechen. Schon auf den ersten Seiten wird eine zauberische, diffuse und lähmende Atmosphäre geschaffen, die zugleich Geborgenheit und Regression vermittelt. Etwas unterschwellig Beunruhigendes liegt dem ganzen Text zugrunde, man muß ständig mit einer Katastrophe rechnen: Wird der See neue Opfer fordern? Wird Kuba einen Mord begehen, wie der angebliche Dorfpfarrer es von ihm verlangt? Wird er bei seiner neuen Geliebten Justyna bleiben? Bis zum rätselhaften und magisch aufgeladenen Ende bleibt all das im Dunkeln, geradezu magnetisch werden alle Figuren und auch die Leser am Ort des Geschehens festgebannt. EIne durch und durch faszinierende Geschichte, die vor allem durch ihre Vagheit so ergreift. Man wird geradezu hypnotisiert von dieser Atmosphäre, herabgezogen auf den Grund des Sees, als Ertrinkende(r) all den anderen Ertrunkenen zugeführt, um sich in ihrer Gesellschaft der unstillbaren Sehnsucht nach dem eigentlichen, dem wirklichen, dem glücklichen Leben zu ergeben, das es in Masuren nicht geben kann, ja eigentlich nirgendwo auf der Welt geben kann. Der Roman schildert gleichermaßen eine Reise nach Innen wie er eine Reise in die Heimat, die Kindheit, in den Schoß der Familie und vertrauter Menschen darstellt. Man wird hineingezogen in einen dunklen Traum, der sich immer wieder als reine subjektive Stimmung und als nicht real bedrohlich herausstellt. Die (osteuropäisch) pathetische Aufladung der Szenerie wird immer wieder gebrochen durch den (deutschen) Drang nach Entzauberung, poetischer Sachlichkeit, nach Authentizität. Ergebnis ist eine sehr faszinierender Zwittertext, für den ich keinen Vergleich zu finden in der Lage bin. Warum also nur drei Sterne bei all der Begeisterung? [Nachtrag: Das Buch hat mich so nachhaltig beschäftigt, daß ich jetzt noch einen Stern nachlegen muß, die Lesequalen sind schon großteils vergessen...] Ich würde es vorsichtig auf die technischen Fähigkeiten des Autors schieben, über seinen Stil habe ich mich vor allem in der ersten Hälfte ständig geärgert. Da wurde die dichte Atmosphäre durch holpriges Erzählen gestört, zu viel Unzweifelhaftes erklärt. Gerade die Verbindungen zwischen starken Einzelepisoden sind oft ziellos und unentschlossen umgesetzt, der Text tritt auf der Stelle. Zentrale Motive werden penetrant wiederholt, teilweise dutzendfach auf kaum zwanzig Seiten. Die Dialoge sind oft hölzern, sind weder lebensecht, noch konsequent stilisiert. Die tragende Rolle der Natur wird nicht richtig klar, weil der Fokus stets auf dem sehr kleinen Romanpersonal ruht. Weniger magisches Gedöns und etwas mehr Eleganz und erzählerische Ökonomie hätten dem Erzählfluß sicher gut getan und wäre dem großen Thema angemessen gewesen. Trotz allem hat die Lektüre (meistens) großen Spaß gemacht und einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

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