Der Club Dumas

von Arturo Pérez-Reverte 
4,3 Sterne bei139 Bewertungen
Der Club Dumas
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Neue Kurzmeinungen

Besonders empfehlenswert für Dumas-Freunde und insbesondere für Freunde der drei Musketiere. Die haben sicher ihre helle Freude daran.

Yasmin_El_Hakims avatar

lesenswerter Buchthriller

Alle 139 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der Club Dumas"

Corso ist Bücherjäger und er erhält zwei neue Aufträge: ein Originalmanuskript von Alexandre Dumas überprüfen und die letzten Exemplare eines Buches ausfindig machen, von dem viele glauben, der Teufel selbst habe es geschrieben. Er ist der Beste, und dazu gehört, sich nicht beeindrucken zu lassen. Doch kurze Zeit später wird Corso beinahe von einem Gerüst erschlagen, dann fast von einem Auto erfasst, und an der Straßenecke steht dieser Mann mit der Narbe im Gesicht, als sei er einem Abenteuerroman entstiegen. Corso ahnt, diese Aufträge kosten ihn vielleicht mehr als seine Selbstsicherheit …

Das Zeugnis einer gefährlichen Leidenschaft. Der Weltbestseller über den Wahnsinn, den es bedeutet, zu lesen. Das Abenteuer rund um ein teuflisches Geheimnis. In seinem berühmten Klassiker »Der Club Dumas« erzählt Arturo Pérez-Reverte von einem Bücherjäger auf der Jagd – rasant und atmosphärisch.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458362494
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:06.02.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 14.06.2018 bei Audible Studios erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    PagesofPaddys avatar
    PagesofPaddyvor einem Monat
    Anspruchsvoll und großartig. Aber nicht für jeden

    Wenn Bücher einen in den Wahnsinn treiben. So oder so ähnlich würde ich wahrscheinlich zusammenfassen worum es in diesem Buch geht. Mich selbst hat das Buch aber glücklicherweise nicht in den Wahnsinn getrieben. Prominent (und gleichzeitig grob) verfilmt unter dem Titel „Die Neun Pforten“ bietet diese Mischung aus Umberto Eco und Indian Jones light ein wunderbares Setting, hochinteressante Inhalte und eine faszinierende Hauptfigur. Pérez-Reverte schafft ein sehr komplexes Werk über Literatur und vor allem über Alexandre Dumas. Was zu Beginn noch super interessant ist wird aber nach kurzer Zeit relativ anstrengend zu lesen. Der Autor bombardiert einen mit Verweisen, Inhalten und eine ausuferndes Wissen aus der Literaturwelt, dass das manchmal ziemlich anstrengend zu lesen ist (oder wie ich es gemacht habe, wenn mal wieder eine Seite Quellenverweise kamen, überlesen) Diese Mischung aus Lateinunterricht und Geschichtsunterricht ist zwar wahnsinnig interessant aber eben nach einer gewissen Zeit auch ermüdend. Ähnlich wie bei Eco ist hier schon ein gewisses Interesse vorausgesetzt. Sonst kann es ganz schnell nach hinten losgehen. Trotzdem ist der Plot spannend und immer wieder fesselnd. Leider fand ich die 2te Hälfte des Buches nicht ganz so gut und die Auflösung dann eher enttäuschend wenn auch ordentlich. Der Spanier schafft es aber immer eine tolle Atmosphäre aufrecht zu halten und getragen davon ist das Buch eigentlich nie langweilig.

    Ein unterhaltsames Buch das inhaltlich und atmosphärisch überzeugt. Die sehr komplexe Geschichte und die übermäßige Masse an Informationen die man erzählt bekommt lassen aber manchmal Längen aufkommen. Ein Grundinteresse an der Thematik sollte also vorhanden sein.

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    tob82s avatar
    tob82vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein ungewöhnlicher, recht anspruchsvoller und dennoch unterhaltsamer Roman.
    Ein ungewöhnlicher, recht anspruchsvoller und dennoch unterhaltsamer Roman

    In "Der Club Dumas" von Arturo Pérez-Reverte geht es um den Madrider Buchjäger Lucas Corso. Dieser bekommt von einem befreundeten Antiquar den Auftrag, ein Originalmanuskript eines Kapitels der "Drei Musketiere" von Alexandre Dumas auf Echtheit überprüfen zu lassen. Zeitgleich tritt auch der steinreiche Sammler von okkulten Werken, Varo Borja, an Corso heran. In seinem Besitz befindet sich eins von nur drei bekannten Exemplaren eines Buches namens "Die neun Pforten ins Reich der Schatten", mit dem man angeblich in der Lage sein soll, den Teufel selbst zu rufen, um einen Pakt mit ihm zu schließen. Auch Borja zweifelt an der Echtheit seines literarischen Besitzes und beauftragt Corso damit, sein Exemplar des Buches mit den zwei anderen zu vergleichen und ggf. die anderen mit allen Mitteln für ihn zu aquirieren. Corso macht sich sofort an die Erledigung beider Aufgaben, doch schon bald passieren merkwürdige Dinge. Ein Mann mit einer Narbe im Gesicht verfolgt ihn; ein geheimnisvolles junges Mädchen schließt sich ihm auf seiner Reise an; Büchersammler sterben unter mysteriösen Umständen. Corso kommt es immer mehr so vor, als würde er in eine moderne Version der Drei Musketiere hineingezogen.

    "Der Club Dumas" ist für mich in mehrerer Hinsicht ein ungewöhnliches Buch. Es handelt sich grundsätzlich um einen Kriminalroman, der aber viele Elemente anderer Genres enthält. Es wird recht viel auf das Sammeln alter Bücher eingegangen. Man könnte vielleicht von einer Hommage an die Bibliophilie sprechen. Ganz zentral ist auch die Geschichte der Drei Musketiere, auf die auch immer wieder explizit eingegangen wird. Zuguterletzt hat Pérez-Reverte einen ganz besonderen Schreibstil, der das Buch weit von gängigen 0815-Thrillern entfernt. Das Buch ist so für einen Unterhaltungsroman recht anspruchsvoll, vermittelt wahrscheinlich sogar etwas "Bildung", ist aber dennoch größtenteils kurzweilig und sehr unterhaltsam.

    Vor der Lektüre des Buches hatte ich zuerst den Film "Die Neun Pforten" mit Johnny Depp gesehen. Dieser hat mir gut gefallen, er unterscheidet sich aber vom Buch recht stark v.a. in der Tatsache, dass das Dumas-Thema explizit komplett fehlt und Dumas/Neun Pforten in einen Handlungsstrang verwoben werden.

    Ähnlich wie im Film könnte man das etwas enttäuschende Ende der Geschichte bemängeln. Nachdem eine gute Spannung aufgebaut wird, wirkt es etwas, als bleibe der große Abschluss einfach aus. Auch wenn mir auf Anhieb keine besser Variante einfällt, ziehe ich dafür einen Stern ab. Dennoch kann ich das Buch jedem empfehlen, der an einer anspruchsvolleren Art von Unterhaltungsliteratur interessiert ist.

    Kommentare: 2
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    Nespavanjes avatar
    Nespavanjevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine gewisse Affinität zu Literatur, sollte man haben, sonst könnte dieser Roman ein wenig langweilig wirken.
    Dumas, Depp und der Teufel

    Lucas Corso ist ein Buchhändler, dessen Aufgabe im Aufstöbern, Kauf und Verkauf von Originalmanuskripten und antiquarischen Büchern liegt. Sein neuester Auftrag besteht darin, dass er ein handschriftliches Manuskript von Alexandre Dumas auf dessen Echtheit überprüfen soll. Seine Untersuchungen führen ihm auch zu „Die neun Pforten“. Es ist eines von drei noch existierenden Büchern des Buchdruckers Aristide Torchia, der auf einem Scheiterhaufen umgekommen ist. Er soll die Ausgaben miteinander vergleichen und soll sie auf die jeweilige Echtheit überprüfen. Dabei kommen ihm immer wieder die Studentin Irene Adler und ein Mann, dem er den Namen Rochefort gibt, in die Quere.

    Eigentlich lese ich lieber gerne vorher den Roman, bevor ich mich über die filmische Umsetzung hermache und Die neun Pforten alias Der Club Dumas ist eine der Ausnahmen der Regel, mitunter weil mir nicht klar war, dass es sich um eine Romanverfilmung handelt. Nun hab ich beim Lesen immer wieder Johnny Depp als  Lucas Corso vor Augen, was mich allerdings nicht wirklich störte: Ich mag den Akteur und beinahe seine ganze Filmografie. Zwischen Film und Roman, gibt es ein paar eklatante Unterschiede: Polanski hat einen ganzen Handlungsstrang ausgelassen, dafür ein paar Protagonisten anders benannt und innerhalb der Erzählung eine andere Figuren und Vornamen verpasst. Die im Roman, ineinander verflochtenen Handlungsstränge haben daher meine volle Aufmerksamkeit gefordert. Ich gehe jetzt darauf nicht näher ein, schließlich will ich in dieser Rezension nicht zu viel verraten. Die Themen und Elemente, die Pérez-Reverte in diesem Roman behandelt reichen von alten und antiken Bücher, über das Leben von Alexandre Dumas und die Schaffung der drei Musketiere, streift die Inquisition und den Teufel. Letzteres verleiht der Geschichte einen Touch Mystizismus. Eine gewisse Affinität zur Literatur, speziell auch zu Dumas, schadet beim Lesen dieser Geschichte bestimmt nicht, eher ist es so, dass es vielleicht sogar für den einen oder anderen, ein bisschen langatmig, ja sogar ein bisschen langweilig zu lesen ist. Auf alle Fälle empfehle ich dem geneigten Leser meiner Rezension, den Roman zu lesen und den Film zu sehen. In welcher Reihenfolge, sei jedem selbst überlassen.

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    ElkeKs avatar
    ElkeKvor 4 Jahren
    Rezension zu "Der Club Dumas"

    Inhaltsangabe:

    Lucas Corso, überzeugter Single und zu tiefen Gefühlen nicht fähig, ist ein klassischer Bücherjäger. Im Auftrag von reichen Bibliophilen sucht und sammelt er teure und seltene Exemplare. Sein Freund Flavio La Ponte, Buchhändler, hilft ihm bei der Arbeit.

    Flavio hat ihm gerade ein paar handgeschriebene Seiten von Alexandre Dumas gegeben, um ein Gutachten über die Echtheit der Papiere anfertigen zu lassen, als auch Varo Boras ihm einen brisanten Auftrag erteilt: Er soll das Buch “Die neun Pforten in das Reich der Schatten” unter die Lupe nehmen und mit den zwei anderen noch auf der Welt existieren Exemplaren vergleichen. Dieses Buch soll angeblich Luzifer selbst mitgeschrieben haben und beinhaltet eine Beschwörungsformel.

    Lucas Corso macht sich auf den Weg nach Spanien und wird dabei von Irene Adler begleitet. Aber auch andere Schatten folgem ihn und sehr bald merkt er, das er in ein Spiel verwickelt ist, wo bald niemand mehr weiß, was Realität und was Fiktion ist.

    Mein Fazit:

    Ich habe an dieses Buch sehr hohe Erwartungen gesetzt – bedingt durch den Film mit Johnny Depp.

    Tatsächlich muss man sich an den Schreibstil erst gewöhnen. Die ersten dreißig bis vierzig Seiten war der Autor damit beschäftigt, Titel und Namen berühmter Werke zu nennen. Es ist etwas mühseelig, denn im Grunde werden die Werke im Laufe des Buches etwas näher beschrieben. Wenn man das erste Drittel ungefähr geschafft hat, wird es spannend, denn dann eröffnen sich einem spannende und auch witzige Situationen. Der trockene Humor des Autors hat vieles wieder gut gemacht, was Anfangs schief gelaufen ist.

    Lucas Corso ist eine verschrobene Figur, mit der man erst warm werden muss. Er ist zu tiefen Gefühlen nicht fähig, dennoch trauert er einer alten Liebe nach. Seine Gedanken vertreibt er stets mit Gin und er ist eigentlich nirgends sesshaft. Aber dennoch hat er sympathische Seiten, lässt sich die Butter vom Brot nicht nehmen und weiß einen diskreten Dienst durchaus zu schätzen. Seine wahre Aufrichtigkeit gilt den Büchern.

    Der Autor erweckt dem Leser den Eindruck, das es sich um eine Geschichte mit zwei Fäden handelt. Tatsächlich gibt es zwei verschiedene Geschichten. Die Auflösung ist dem Autor meines Erachtens nach nicht gelungen, das kam mir irgendwie zu nichtssagend rüber.

    Dies ist ein Buch über die Liebe zu den Büchern, zu den alten und seltenen Büchern, die nicht in jedermanns Hand gehören. Einige Stellen diesbezüglich haben mich sehr berührt. Einige Sätze haben mich zum Nachdenken angeregt und werden immer irgendwie in meinem Kopf bleiben. Somit hat der Autor für mich sein Werk unvergessen gemacht, wenn es auch nicht das Meisterwerk ist.

    Es bekommt 3 von 5 Punkten.

    Anmerkung: Die Rezension stammt aus Februar 2009.

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    -
    -TillyVanillibooks-vor 5 Jahren
    unglaublich spannend!!

    eindeutig 5 Sterne!!
    es ist so spannend!ich hab es an einem tag durchgelesen und bin begeistert!bekommt eindeutig einen platz in meinen Top ten!

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    Glimmerfees avatar
    Glimmerfeevor 6 Jahren
    Rezension zu "Der Club Dumas" von Arturo Perez-Reverte

    Von dem Buch ‚Die neun Pforten‘ soll es nur noch drei Exemplare geben und Lucas Corso, ein gewiefter Bücherjäger erhält den Auftrag, diese Bücher genau unter die Lupe zu nehmen. In seiner Segeltuchtasche befindet sich ein Kapitel des Originalmanuskript von Alexandre Dumas ‚Die drei Musketiere‘ und diese beiden Schätze der bibliophilen Welt bringen den Bücherjäger in große Gefahr.

    Ein Buch für Buchliebhaber, die neben einer erstklassig erzählten Geschichte auch noch jede Menge über die Kunst der Buchdruckerei und das Sammeln dieser Werke erfahren. Die Idee, eines Buches, mit dessen Hilfe man den Teufel beschwören kann und die damit verbundenen Gefahren für Körper und Seele, ist genial umgesetzt. Doppelte Freude wird der Leser sicherlich empfinden, der die Geschichte ‚Der drei Musketiere‘ gut kennt. Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet und der Leser kann sich sehr gut in den ‚einsamen Wolf‘ Lucas Corso hineinversetzen. Seine Gegenspieler der mysteriöse Rochefort, Milady Taillefer und der skrupellose Varo Boja geben Lucas Rätsel auf und lassen keinen Zweifel an der Gefährlichkeit dieser Buchsuche. Das Mädchen Irene Adler ist sowohl die Beschützerin von Lucas, aber auch eine sehr geheimnisvolle Person, die Lucas in seiner gewollten Einsamkeit erschüttert.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen und dieser wohldosierte Horror-Effekt, hat mir beim Lesen immer wieder eine leichte Gänsehaut beschert und der letzte Satz, wird mich wohl noch lange begleiten.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Rezension zu "Der Club Dumas" von Arturo Pérez-Reverte

    Inhalt:
    Lucas Corso liebt Bücher. Und wer Bücher liebt, der lebt gefährlich, jedenfalls erweckt das Leben von Corso diesen Anschein.
    Lucas Corso ist eine Art Bücherdetektiv, der im Auftrag von Antiquaren und Bibliophilen nach Erstausgaben und seltenen Sonderausgaben sucht.
    Nun hat er gleich zwei Aufträge am Hals: Das Kapitel eines Originalmanuskriptes von Alexandre Dumas und ein seltener okkulter Band mit dem Titel "Die neun Pforten", geschrieben von Aristide Torchia, der für sein Werk am Scheiterhaufen starb.
    Die große Frage ist: Sind beide wirklich echt? Corsos Aufgabe ist es, genau das heraus zu finden. Auf seinen Spuren gerät er immer mehr in Gefahr - und in den Wahnsinn.

    Meinung:
    Ich gestehe: Ich war schon immer ein großer Fan des Films "Die neun Pforten". Erst dadurch kam ich auf die Idee, das Buch zu lesen, an dem sich die Verfilmung orientiert hat.
    Schon als ich das Buch in den Händen hielt und einfach durchblätterte, war ich allein begeistert durch die Holzschnitte, die es enthält. Auch der Inhalt hat mich nicht enttäuscht. Es ist nicht nur die spannende Geschichte eines Buchermittlers, es ist gleichzeitig ein Fundstück für Buchliebhaber.
    Die Beschreibungen und Informationen zu den alten Büchern, die Diskussionen über sie, sind unheimlich interessant, selbst wenn vielleicht nicht alle Details wirklich wahr sind.
    Ich würde allerdings nicht empfehlen, Buch und Film zu vergleichen, da sie sich in vielerlei Hinsichten sehr unterscheiden.

    Fazit: Ein Muss für jeden, der Bücher liebt.

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    Laxs avatar
    Laxvor 7 Jahren
    Rezension zu "Der Club Dumas" von Arturo Pérez-Reverte

    „Der Club Dumas“ ist ein Abenteuerroman, der der Frage nachgeht, ob ein Roman das Leben imitiert oder ob es gar umgekehrt ist. Doch leider hat das Werk etliche Schwächen.

    Der Roman handelt von der Liebe zu Büchern und den Süchten und Gefahren, die durch diese Bibliophilie entstehen können. Zudem verknüpft Arturo Pérez-Reverte geschickt Fiktion mit historischen Fakten über Bücher und über Alexandre Dumas dem Älteren. „Bücher, die nicht der Wirklichkeit treu sind, sondern den Träumen des Menschen.“ Er konstruiert eine Geschichte, die sich an die alten Abenteuerromane von Dumas und auch Arthur Conan Doyle orientiert.
    Der stets rauchende und Gin trinkende Buchjäger Lucas Corso wird beauftragt ein Manuskript, das angeblich von Alexandre Dumas stammen soll, auf seine Echtheit zu prüfen. Gleichzeitig bekommt er den Auftrag Recherchen über das okkulte Buch „Die neun Pforten“ anzustellen. Von diesem Buch wird gesagt, es soll die Macht besitzen, den Teufel zu beschwören.
    Im Laufe der Ermittlungen beginnt Coros eine Verbindung zwischen diesen beiden Büchern zu ziehen. Menschen werden ermordet; Corso wird von zwielichtigen Gestalten verfolgt; eine geheimnisvolle Frau wird seine Begleiterin. Doch welche Rolle hat ein jeder in diesem Spiel? „Gesichter, Schauplätze und Gestalten zwischen dem Fiktiven und dem Realen waren auf seltsame und noch undurchsichtige Weise miteinander verknüpft.“
    Die Geschichte vermag zu fesseln, doch wird der Lesegenuss durch den exzessiven Gebrauch von Adjektiven getrübt. „Seine Augen waren klein, flink und hinterlistig. Die füllige Taile vertuschte er mit engen, lebhaft gemusterten…Er hatte eine bewegte und und ziemlich windige…“ Nun ist natürlich gegen den Gebrauch von Eigenschaftswörtern zu sagen, doch eine Vielzahl von ihnen schränkt die Vorstellungskraft zu sehr ein. Genauso wie die oft vorkommenden, manchmal abstrusen Vergleiche. „Schließlich zog er noch eine andere Grimasse, diesmal die eines unschuldigen Häschens.“ Störend kommt noch die Umschreibung der sexuellen Akte hinzu. Es findet kein Geschlechtsverkehr statt, vielmehr sind es Kämpfe oder sonstiges und dies wirkt mitunter lächerlich. „…die es grundsätzlich in den Uterus zurückzieht…“
    Die eigentliche Frage nach Realität und Fiktion kommt manchmal zu kurz, ebenso wie das okkulte Thema. Vielleicht hätte sich der Autor ein paar Stränge weniger einbauen sollen. Der Leser erfährt viel über Alexandre Dumas den Älteren und seine Werke. Ebenso werden etliche andere Bücher zitiert. Es wird über Restaurierung, Fälschung, Druck und Bindungen von Büchern gesprochen, ebenso über die Sucht, die Bücher bei manchen Menschen auslosen können. „Wer sich nur für Bücher interessiert, braucht niemand anderen…“
    Arturo Pérez-Reverte geb. 1951 in Cartagena, arbeitete zunächst als Journalist, bevor er 1986 sein erstes Buch veröffentlichte. Bis heute hat er mehrere Bücher erfolgreich herausgebracht, von denen einige auch verfilmt wurden.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Die neun Pforten" von Arturo Pérez-Reverte

    Ein sehr originelles und lesenswertes Buch. Der Film, mit Johnny Depp in der Hauptrolle, ist ebenfalls sehr sehenswert und gut umgesetzt. Kann ich beides nur empfehlen, daher auch 5 Sternchen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Club Dumas" von Arturo Pérez-Reverte

    Corso ist ein "Bücherjäger". Im Auftrag seiner Mandanten macht er sich auf die Suche nach alten, seltenen und verschwundenen Büchern. Sein neuster Auftrag: sämtliche Ausgaben eines okkultes Handbuches zu finden. Doch je näher er den Büchern kommt, umso skuriller werden seine Erlebnisse.
    "Der Club-Dumas", verfilmt unter dem Namen "Die neun Pforten" (mit meinem Liebling Johnny Depp), hat mich in eine faszinierende Welt der okkulten Bücher geführt. Verwirrend, chaotisch, aber doch nachvollziehbar, spinnt sich die Geschichte ans Ende weiter, nur um einen dort wieder zweifeln zu lassen.
    Gelungene Mysterie, gepaart mit Horror und etwas Leidenschaft. Faszinierend.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    L
    Hallo lBuchfreunde, ich suche ein Buch das so ähnlich ist, wie der Club Dumas, ich mag es, wenn man gleichzeitig etwas lernen kann und der Autor einen spielerisch und spannend in neue Gebiete führt. Gerne historisch.
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