Dreimal im Leben

von Arturo Pérez-Reverte 
3,9 Sterne bei72 Bewertungen
Dreimal im Leben
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Positiv (47):
Isaoperas avatar

Gefühlvoller und melancholischer, sprachlich überzeugender Roman zwischen Ocean's Twelve und Gatsby-Flair ;)

Kritisch (8):
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Alle Tangogeschichten sind schön, alle Schachgeschichten befremdlich; die Geschichte ist unausgewogen und das Halbfinale zu dramatisch.

Alle 72 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Dreimal im Leben"

"Ein junges schönes Paar, erfasst von einer Leidenschaft, so drängend wie das Leben, sieht sich in die Augen und tanzt einen noch ungeschriebenen Tango im stillen, verlassenen Salon eines Überseedampfers, der über das nächtliche Meer gleitet."§Es ist das Jahr 1928, als der Eintänzer Max, jung und von wildem Charme, der aparten Schönheit Mecha auf einem Ozeandampfer begegnet. Sie ist gebunden, ein Tanz die einzige Möglichkeit, ihr näherzukommen. Als sie kurz darauf in Buenos Aires durch die zwielichtigen Tangobars der Stadt ziehen, beginnt für Max und Mecha das Abenteuer ihres Lebens: die große Liebe. Eine Liebe, die erst viele Jahre später auf der Promenade Nizzas zwischen entrücktem Glamour und den Wirren des Krieges eine zweite Chance erhält ... §"Dreimal im Leben" erzählt eine Geschichte voller Sehnsucht und Leidenschaft. Durchweht von der Erinnerung an eine Welt, deren Glanz verblasst und deren Melodie verklungen ist, beschwört der Roman den Zauber verstrichener Gelegenheiten und die lebenslange Liebe zweier Menschen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458360247
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:525 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:10.11.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 12.08.2013 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Herbstroses avatar
    Herbstrosevor 4 Monaten
    Tango und Schach …

    1928, auf der Überfahrt nach Argentinien, begegnen sie sich zum ersten Mal – der junge Max Costa und die schöne Mecha Inzunza. Max arbeitet als Eintänzer auf dem Luxusdampfer und ist sofort fasziniert von der Ehefrau des berühmten Komponisten Armando de Troeye, von ihrer einmaligen Schönheit, von ihrer verheißungsvollen Art den Tango zu tanzen und nicht zuletzt von dem wertvollen Perlencollier an ihrem Hals. In Buenos Aires führt Max das Paar durch die zwielichtigen Tangobars seiner Heimatstadt und tanzt mit Mecha den Tango ihres Lebens. In dieser Nacht gerät alles außer Kontrolle - eine verhängnisvolle Liebe nimmt ihren Anfang, die viele Jahre später in Nizza eine Fortsetzung erfahren soll. Ein drittes zufälliges Zusammentreffen der Beiden wird beinahe dreißig Jahre danach, anlässlich eines Schachtturniers in Sorrent im Golf von Neapel, stattfinden. Max ist jetzt 64 Jahre alt …

    Arturo Pérez-Reverte
    wurde 1951 in Cartagena/Spanien geboren. Bevor er mit seinen Romanen bekannt wurde, arbeitete er als Journalist und war Afrika-Korrespondent für eine spanische Tageszeitung und war zwei Jahrzehnte lang Reporter für den öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Televisión Espanola und berichtete von den Kriegsschauplätzen der Welt. Den 2013 erschienenen Roman „Dreimal im Leben“ (El tango de la Guardia Vieja, 2012) hatte er zwanzig Jahre zuvor zu schreiben begonnen und er soll „eine ganze Reihe von autobiografischen Details“ enthalten. Pérez-Reverte erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen und gilt inzwischen als einer der größten spanischen Autoren.

    Das Buch beginnt etwas verhalten und bietet im ersten Drittel wenig Handlung. Man erfährt viel über den Tango, seine Ursprünge und Entstehung und lernt die beiden so unterschiedlichen Protagonisten näher kennen. Man erahnt vage ihre Gefühle, spürt aber deutlich die Gegensätze zwischen der eleganten, reichen Frau und dem gut aussehenden aber armen Gigolo. Interessant wird es erst in der Nacht in Buenos Aires beim Besuch zwielichtiger Tangobars, wenn Mechas Ehemann seine dunklen Seiten und moralischen Abgründe offenbart und das Paar Max dazu benutzt, ihre Begierden ausleben zu können.

    Richtige Spannung kommt jedoch auf, als das Geschehen in die Gegenwart verlegt wird und die Vergangenheit in Rückblenden erscheint. Überraschungen tun sich auf und aus dem Liebesroman wird plötzlich ein Thriller um Geheimdokumente, Intrigen und Mord. Großen Raum nehmen auch das Schachspiel und die Hinterlist seiner Spieler bei Turnieren ein. Dabei rückt die Geschichte der beiden so unterschiedlichen Menschen, die sich manchmal sogar hassen und doch nicht voneinander lassen können, beinahe in den Hintergrund. Doch dem Autor gelingt es ausgezeichnet, die verschiedenen Handlungen miteinander zu verknüpfen und zu einem verblüffenden Abschluss zu bringen.

    Fazit: Ein außergewöhnlicher Roman, der dem Leser den Glanz der guten alten Zeit näher bringt, aber auch seine Schattenseiten aufzeigt – eine Geschichte der verpassten Gelegenheiten, eindrucksvoll geschrieben, wenn auch mit einigen, aus meiner Sicht unnötigen, Längen.

    Kommentare: 1
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    engineerwifes avatar
    engineerwifevor einem Jahr
    Die Geschichte einer großen aber tragischen Liebe ...

    Großartig und atmosphärisch sehr dicht. Beim Lesen sah ich in Max immer eine Mischung aus dem „talentierten Mr. Ripley“ und dem großen Gatsby vor mir obwohl Max ja als heißblütiger Argentinier recht dunkel war. Das „erste Mal im Leben“ der beiden jungen Menschen Max und Mecha steht ganz unter dem Zauber des Tangos. Des traditionellen Tangos, wie ihn nur noch wenige kennen und der mit dem heute bekannten „Tango Milonga“ wenig gemein hat … Beim „zweiten Mal im Leben“ verschlägt es den Leser nach Nizza kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Hier wird Max in eine Handlung verwickelt, die ihn zur Flucht zwingt und unweigerlich damit auch zum Verlust der wunderbaren Mecha führt. Doch viele, viele Jahre später gibt es ein „drittes Mal“ im Leben der Beiden, die sich doch wohl ihr ganzes Leben lang geliebt haben. In diesem Teil, der vom Thema „Schach“ beherrscht wird, fallen mir einige Längen auf, die den Roman für mich leider die Bestnote kosten.
    Nichtsdestotrotz bin ich begeistert von der Geschichte und dem Autor. Er lässt es am Schluss offen, ob es je ein „viertes Mal im Leben“ geben wird … das Buch hallt nach, soviel ist sicher! 

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    Biene759s avatar
    Biene759vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Viel Tango, viel Schach, viel Gaunerei. Nicht was ich erwartet hab. Das Buch war interessant, konnte mich aber leider nicht glücklich machen
    Das echte Leben kennt kein Happyend

    Inhalt:

    Auf einem Ozeandampfer begegnen sie sich das erste Mal, es ist das Jahr 1928. Max, jung und von wildem Charme, arbeitet als Eintänzer in der ersten Klasse. Mecha zieht ihn augenblicklich in den Bann, ihre aparte Schönheit, der weltberühmte Komponist an ihrer Seite, das funkelnde Perlencollier um ihren schlangek Hals. Es folgt ein Tanz, ein nichtssagender Smaltalk, der verheißungsvoller nicht sein könnte. In Buenos Aires angekommen, führt Max das Paar durch die zwielichtigen Tangobars seiner Geburtsstadt. Doch in dieser Nacht geraten die Dinge außer Kontrolle, und für Max und Mecha beginnt das Abenteuer ihres Lebens: die große Liebe. Eine Liebe, die erst viele Jahre später auf der Promenade Nizzas zwischen entrücktem Glamour und den Wirren des Krieges eine zweite Chance erhält.

    Meinung:

    Bei diesem Buch hab ich mich sofort in das Cover verliebt. Da stimmt einfach alles, die Farben, die Frau, die an der Schiffsreling lehnt und in die Ferne schaut. Als ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, hatte ich an das Buch völlig andere Erwartungen, als es mir dann geben konnte. Nachdem ich mich von diesen Erwartungen gelöst hatte, war es aber durchaus interessant.

    An den Schreibstil des Autors musste ich mich erst gewöhnen. Nach dieser Gewöhnungsphase konnte ich das Buch aber flüssig lesen. Ich kann auch nicht sagen, was mich zu Beginn gestört hat.

    Der Autor springt im Buch zwischen der Geschichte in der Gegenwart und Max (und Mechas) Geschichte in der Vergangenheit hin und her. Am Anfang muss ich immer erst mal rausfinden, in welcher Zeit wir uns denn gerade befinden. Irgendwann hatte ich dann aber raus, dass die Geschichte in der Vergangenheit auch in der Vergangeheitsform geschrieben ist und die Geschichte jetzt in der Gegewart.

    Die Geschichte an sich, egal ob in der Vergangeheit oder Gegenwart, fand ich interessant und die hab ich auch gerne gelesen. Allerdings hat der Autor teilweise sehr lang und sehr viel über den Tango und seine Geschichte und über Schach geschrieben. Ich muss ehrlich sagen, das interessiert mich beides nicht wirklich, hat mich auch eher gelangweilt, und, gerade was Schach angeht, bin ich jetzt auch nicht schlauer als vorher. Meiner Meinung nach waren diese Teile für das Buch nicht wichtig. Dass Mechas Mann einen Tango komponiert hat, ja, aber die ganze Geschichte vom Tango hätte ich nicht gebraucht. Genau wie die Fachsimpelei vom Schach.

    Trotz allem hab ich das Buch gerne gelesen. Sowohl Max als auch Mecha mochte ich eingerseits irgendwie, andererseits hatten beide Züge, die ich einfach nicht nachvollziehen konnte. Bei Max natürlich wie er mit den Frauen gespielt hat. Mecha konnte ich nicht verstehen, was ihren ersten Mann anging. Vorlieben hat jeder seine eigenen, so soll sie auch ihre haben. Aber wenn sowohl Max als auch Mecha wussten, dass sie den jeweils anderen lieben ... ich finde es so schade, dass sie ihre Leben nicht zusammen verbringen konnten. Nicht mal zum Schluss. Aber wie Max gesagt hat, das echte Leben kennt kein Happyend.

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    Isaoperas avatar
    Isaoperavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Gefühlvoller und melancholischer, sprachlich überzeugender Roman zwischen Ocean's Twelve und Gatsby-Flair ;)
    Ocean's Twelve trifft Gatsby-Feeling


    "Dreimal im Leben" ist für mich ein überzeugender Roman, der in einer besonderen Weise Melancholie und Gefühle einfängt.
    Der Protagonist Max Costa und seine Liebe für Mecha, die ihm dreimal im Leben, nämlich auf einem Kreuzfahrtschiff, später in Nizza und zuletzt in Sorrent begegnet, eigentlich aber sein halbes Leben mitbestimmt, haben mich oft bewegt und konnten mich packen.
    Der Schreibstil des Autors ist zugegebenermaßen nicht ganz einfach. Gerade zu Anfang brauchte ich eine längere Eingewöhnungsphase. Wenn man aber einmal in der Geschichte drin ist, liest es sich flüssig und interessant. Gerade diese Ausflüge in die Kriminalität und der Einblick in das Leben eines "Meisterdiebes" vor der Kulisse des beginnenden 20. Jahrhunderts fand ich sehr gelungen. Später kommt das Thema Schach dazu, was ich ebenfalls sehr bereichernd fand.
    Für mich war es teilweise ein wenig schwierig, den vielen Zeitsprüngen zu folgen. Man kriegt zwar ganz gut raus, an welchen Merkmalen man die einzelnen Phasen unterscheiden kann (später ist es zum Beispiel so, dass immer im Präsens aus Sorrent und im Präteritum aus Nizza berichtet wird), aber gerade in Kombination mit den vielen ausländischen und teilweise schwer zu merkenden Namen liest es sich dadurch einfach komplizierter. Ich persönlich hätte mir an manchen Stellen eine geradlinigere (nicht einfachere!) Erzählweise gewünscht.
    Insgesamt für mich ein lesenswerter Roman, der mit einer leisen Melancholie zu packen weiß.

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    Jisbons avatar
    Jisbonvor 2 Jahren
    Man sieht sich immer zw- DREImal im Leben

    Das Konzept der Liebesgeschichte, die hier erzählt wird, ist auf den ersten Blick nicht neu: ein Mann und eine Frau treffen sich, schlafen miteinander und werden durch das Schicksal getrennt, bis sie sich schließlich nach langen Jahren wieder sehen. In gewöhnlichen Geschichten wäre dieses zweite Treffen allerdings das Happy End, während Max und Mecha sich erneut verlieren und für neunundzwanzig Jahre nicht mehr sehen. Und als sie sich zum dritten Mal sehen, bedeutet dies keineswegs, dass nun alles gut wird...
    Max Costa ist ein sehr sympathischer Protagonist, obwohl man ihn durchaus als Hochstapler und Kleinkriminellen bezeichnen kann. Mecha Inzunza ist ebenfalls recht sympathisch, auch wenn sie im Vergleich zu Max etwas blass bleibt. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass wir hauptsächlich IHN auf seinem Weg begleitet.
    Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein - dennoch ist vom ersten Moment an eine seltsame Anziehung zwischen den beiden. Dem Autor ist es dabei vortrefflich gelungen, diese Gefühle glaubwürdig darzustellen und so zu präsentieren, dass der Leser mit den beiden fühlt und versteht, wieso sie genau so und nicht anders handeln.

    Die Liebesgeschichte ist alles andere als süß oder ruhig. Sie ist zunächst von Leidenschaft geprägt, von körperlicher Anziehung. Dennoch ist ihre Geschichte, die "Beziehung" der beiden sehr faszinierend und fesselnd. Sie wirkt authentisch, glaubhaft. Man kann sich sehr gut vorstellen, dass Max und Mencha sich wirklich 1928 kennen gelernt haben könnten. Man fühlt sich hineinversetzt in die Zeit der Tangos, der Eintänzer und der zwielichtigen Gestalten, die Pérez-Reverte hier heraufbeschwört.

    Leider stockte ich, gerade am Anfang, ständig im Lesefluss. Dies liegt zum einen am häufigen Einsatz des Konjunktivs. Pérez-Reverte fasst oft längere Passagen, die im Dialog gesprochen werden würden, in der indirekten Rede zusammen. Dies kürzt zwar die Handlung und ich bin mir nicht sicher, ob ein endloser Monolog besser zum Lesen gewesen wäre, aber diese Abschnitte luden mich sehr dazu ein, sie nur zu überfliegen.
    Zu Beginn des Romans sind zudem mehrere spanische Worte (scheinbar zusammenhangslos) in den Fließtext eingestreut, die nicht übersetzt werden. Es waren zwar keine wichtigen Stellen und das Verständnis der Handlung blieb unbeeinträchtigt, dennoch stolperte ich immer darüber, weil ich versuchte, mir die Bedeutung zusammenzureimen.

    Insgesamt hat mir "Dreimal im Leben" aber sehr, sehr gut gefallen. Die Geschichte ist atmosphärisch dicht, die handelnden Charaktere sind weder übertrieben perfekt noch handelnde Klischees und die Erzählung ist perfekt in die realen Geschehnisse zwischen 1928 und 1966 eingebettet.
    Für die oben erwähnten Probleme mit dem Lesefluss würde ich einen halben Stern abziehen, ansonsten kann ich das Buch wärmstens empfehlen.
    __________________
    Herzlichen Dank an den Verlag und Vorablesen für den Gewinn.

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    winter-chills avatar
    winter-chillvor 2 Jahren
    Tango, Schach, Gigolos und die Liebe

    Es beginnt mit einem glühenden Tango auf einem Kreuzfahrtschiff Richtung Buenos Aires und endet mit einem Schachturnier in Sorrent. Dazwischen entspinnt sich eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, die alle Zeit zu überdauern scheint. Arturo Pérez-Reverte hat mit seinem Roman „Dreimal im Leben“ einen wunderschönen, sehnsuchtsvollen Roman geschaffen, der einen in die abenteuerliche Welt der Liebe, der Leidenschaft, der Gigolos und des Verbrechens entführt.

    Die beiden Protagonisten heißen Max und Mecha. Als sie sich das erste Mal begegnen, schreiben wir das Jahr 1928. Er, gutaussehend, charmant, heißblütig, arbeitet als Eintänzer auf einem Ozeandampfer. Sie, jung, elegant, betörend schön, ist die Frau eines berühmten Komponisten. Der Tango bringt die beiden zusammen. In Buenos Aires angekommen soll Max dem Ehepaar den unverfälschten, ursprünglichen Tango zeigen und so landet das Trio in einer anrüchigen Bar. Doch diese Nacht ändert alles. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg laufen sich Max und Mecha unter völlig anderen Umständen in Nizza über den Weg. Doch es müssen nochmal fast 40 Jahre vergehen, ehe die Geschichte der beiden bei der Schachweltmeisterschaft in Sorrent ein Ende nimmt.

    Pérez-Reverte erzählt sehr elegant, atmosphärisch und bildgewaltig. Man spürt regelrecht die Kraft der Musik und gerade die Szenen in der etwas zwielichtigen Bar in Buenos Aires sind sehr stimmungsvoll beschrieben. Sehr gelungen fand ich auch die Charaktere, die doch sehr außergewöhnlich und – für eine Liebesgeschichte – auch etwas ungewöhnlich waren. Max der undurchsichtige Gigolo, der es faustdick hinter den Ohren hat, ein Gentleman, aber auch ein Gauner. Mecha, die abgebrühte Schöne, die einerseits so verletzlich wirkt, sich aber nicht verletzen lässt. Nebenbei erfährt man auch noch einiges über die Geschichte des Tangos und Schach. Ein toller Roman voller wehmütiger Nostalgie, sinnlich und melancholisch.

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    Langeweiles avatar
    Langeweilevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr emotionale, gut erzählte Geschichte
    Mecha und Max

    Dreimal im Leben ist die wechselvolle Geschichte von Mecha und Max. Im Jahre 1928 begegnen sich die beiden Protagonisten zum ersten Mal.Mecha macht mit ihrem Mann, dem bekannten Komponisten Armando de Troye, eine Serreise,Max Costa ist auf dem Schiff der Eintänzer. Er ist ein gutaussehender Mann und begnadeter Tänzer,besonders der Tango hat es ihm angetan.Er ist von Mecha sofort hingerissen und läßt keine Gelegenheit aus mit ihr zu tanzen.Armando und Mecha führen eine offene Ehe ,sodaß Mecha und Max kaum Grenzen gesetzt sind. Bei der Ankunft in Buenos Aires bittet Armando Max ihnen die einschlägigen Lokale zu zeigen,um mehr über die Geschichte des Tango zu erfahren.Sie besuchen ziemlich anrüchige Etablissements,dort kommt es zu sexuellen Ausschweifungen. Danach trennen sich die Wege .Neun Jahre später treffen die Beiden sich zufällig in Nizza wieder, es kommt erneut zu einer kurzen Affäre.Max ist in zwielichtige Machenschaften verstrickt und muß fliehen. Nach 28 Jahren entdeckt Max seine einzige wirkliche Liebe auf der Promenade in Nizza.Er hat ein wechselvolles Leben hinter sich mit vielen Aufs und Abs und immer wieder Verstrickung in kriminelle Machenschaften.Vom einstigen Glanz ist nichts übrig ,er arbeitet als Chauffeur. Jetzt überschlagen sich die Ereignisse,darüber möchte ich aber nichts verraten ,um die Spannung zu erhalten. Die Geschichte wurde sehr gefühlvoll erzählt und hat mich von Anfang an fasziniert.Lediglich der Wechsel in die verschiedenen Zeitebenen hat mich anfangs etwas verwirrt. Ich möchte für dieses Buch eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Buchtitel: Dreimal im Leben

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    lisibookss avatar
    lisibooksvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein lesenswerter Roman, der den Leser in authentisch beschriebene alte Zeiten entführt und eine außergewöhnliche Liebesgeschichte erzählt.
    Rezension zu "Dreimal im Leben"

    1928 – Max Costa arbeitet als Eintänzer auf einem Kreuzfahrtschiff und die Damenwelt liegt dem jungen, attraktiven Mann zu Füßen. Als wahrer Charmeur und Filou erleichtert er dabei so manche gut betuchte Dame um mehr als ein paar unerfüllte Hoffnungen auf die große Liebe. Als Max die wunderschöne Mecha, Ehefrau eines berühmten Komponisten, trifft und mit ihr den Tango tanzt, wird er von ihrer unverblümten Art vollkommen in den Bann gezogen. Max soll dem Ehepaar den wahren, ursprünglichen Tango und die dazugehörigen Etablissements zeigen und so findet sich das Trio in rauchigen, zwielichtigen Bars in Buenos Aires wieder. Diese Nacht verändert vieles…Jahre später treffen sich Max und Mecha unter abenteuerlichen Bedingungen in Nizza wieder. Abermals rund dreißig Jahre später laufen sich die nun Anfang Sechziger bei einem bedeutenden Schachturnier über den Weg.

    Der Roman “Dreimal im Leben” hat mich sehr erstaunt. Vom Klappentext hatte ich hauptsächlich eine Liebesgeschichte mit verstrichenen Gelegenheiten und viel Gefühl erwartet, doch der Roman trumpft noch mit ganz anderen Themen und einigen Überraschungen auf, die genau meinen Geschmack getroffen haben.

    Bildgewaltig lässt der Autor Arturo Pérez-Reverte den Tango vor den Augen der Leser zum Leben erwachen. Obwohl ich selbst nicht tanze, habe ich die Kraft der Musik gespürt und die besondere Verbindung von Tänzer und Tänzerin wahrgenommen. Den Ausflug zum Ursprung des Tangos in die eher anrüchigen, teils gefährlichen Etablissements und die schon kindlich wirkende Begeisterung von Mecha und ihrem Ehegatten fand ich spannend und sehr atmosphärisch beschrieben. Zwischenzeitlich war es sehr amüsant zu erleben, wie Max die Kontrolle bei dem doch gefährlichen Ausflug behalten musste, während das Ehepaar immer übermütiger wurde.

    Neben dem Tango spielt auch Schach eine größere Rolle im Roman, da ein bedeutendes Schachturnier stattfindet, an dem Mechas Sohn teilnimmt. Intrigen, Betrug, aber vor allem die anspruchsvolle Seite dieses Sports und die hohen kognitiven Leistungen der Spieler verknüpft der Autor beeindruckend miteinander.

    Die Charaktere werden anschaulich skizziert und besonders für Max konnte ich große Sympathien aufbringen. Vom Klappentext war nicht zu erahnen, dass es Max so faustdick hinter den Ohren hat und auch vor kleineren und größeren Gaunereien nicht zurückschreckt. Sein Charme macht dabei so manche Übeltat wieder wett, weshalb ich verstehen kann, dass Max bei den Frauen so gut ankommt. Mecha wurde mir vor allem in der “Gegenwart” sympathisch, weil ich sie dort vielschichtiger beschrieben fand.

    Die Geschichte von Max und Mecha wird in drei Zeitspannen erzählt, wobei die “Gegenwart” der Zeit der dritten Begegnung, den Sechziger Jahren entspricht. Der Wechsel zwischen den Zeitspannen erfolgte für mich zunächst abrupt, denn es gibt außer einem Absatz keine Markierung, wie zum Beispiel eine Datumsangabe. Lediglich die Zeitform ändert sich, hier hätte ich mir eine deutlichere Abgrenzung gewünscht. Man gewöhnt sich jedoch schnell an die Übergänge, was auch darauf zurückzuführen ist, dass es dem Autor gelungen ist, Parallelen in den drei Begegnungen zu konstruieren, die einen fließenden Übergang und eine Verbindung zwischen den Ebenen schaffen. Besonders gefallen hat mir, dass alle drei Zeitebenen interessant und spannend sind. Sonst habe ich oft einen Favoriten, doch hier hat jede Zeit ihre Anziehung.

    Der Spannungsbogen wird durch die vielen Zeitwechsel den ganzen Roman über hoch gehalten, wodurch sich die Geschichte sehr zügig hat lesen lassen. Besonders im letzten Viertel fand ich die Spannung so groß, dass ich unbedingt wissen musste, wie die Geschichte ausgeht und den letzten Teil in einem Rutsch beendet habe.

    Alles in allem ist “Dreimal im Leben” ein lesenswerter Roman, der den Leser in authentisch beschriebene vergangene Zeiten entführt und eine außergewöhnliche Liebesgeschichte erzählt ohne ein typischer Liebesroman zu sein.

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    M
    Minoovor 3 Jahren
    Tolle Charaktere und lebendige Atmosphäre

    Das Cover finde ich, ebenso wie den Klappentext, absolut gelungen und passend zu der Geschichte. Leider hatte ich zu Beginn einige Probleme in die Geschichte hineinzufinden. Der Schreibstil ist recht komplex und zu Beginn gewöhnungsbedürftig. "Dreimal im Leben" ist somit kein Buch, dass man "mal eben kurz" liest. Auch größere Pausen sollte man beim Lesen vermeiden, da es sonst schwer werden könnte, wieder hineinzufinden.

    Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre, die Arturo Pérez-Reverte in "Dreimal im Leben" schuf. Als Leser fühlt man sich an verschiedenste Orte versetzt und spürt das Leben in der jeweiligen Zeit. Und ich spürte es wirklich, sah die beschriebenen Orte, tanzte den Tango und lernte die Charaktere kennen. Denn auch diese sind unglaublich gut gezeichnet und authentisch. Auch wenn ich die beiden Protagonisten nicht unbedingt in mein Herz schloss - Mecha war mir viel zu kühl, Max hingegen zu arrogant - konnte ich mir die beiden sehr gut vorstellen. Eine gute Geschichte muss ja nicht zwangsläufig sympathische Charaktere beinhalten. Die Liebesgeschichte, die der Klappentext verspricht, konnte ich in diesem Buch nicht finden. Die beiden haben eine unglaubliche Anziehungskraft aufeinander, was auch die vielen Jahre in welchen sie sich nicht sahen, nicht verändert. Diese Anziehungskraft konnte ich fühlen. Doch eine starke Liebe konnte ich während des Lesens nicht ausmachen.

    Auch der Schreibstil konnte mich nicht ganz überzeugen. Viel zu oft wiederholten sich Worte oder Beschreibungen. An einigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass der Autor mit aller Gewalt versuchte, einen Satz möglichst poetisch klingen zu lassen oder diesen unnötig verschachteln wollte. Der Schreibstil wirkte nicht immer natürlich sondern an einigen Stellen sehr gewollt. Wie bereits erwähnt ist er zudem nicht einfach zu lesen, sondern anspruchsvoll, was jedoch nicht als Kritik aufgefasst werden soll.

    Der Hauptgrund, weshalb ich in der Endwertung zwei Sterne abziehe, liegt an der Handlung selbst. Stellenweise konnte mich diese mitreissen. Ich liebte das Gefühl das ich beim Lesen hatte ebenso wie die Atmosphäre. An anderen Stellen widerum war ich von zu detailreichen Beschreibungen wie bspw. die genaue Einführung in den Tango, gelangweilt. Zudem verlor sich der Autor noch in zahlreichen Beschreibungen, Erklärungen und Fachsimpeleien eines Schachspiels.

    Fazit: Ein toller Roman der insbesondere durch die Zeichnung der Charaktere und der besonders dichten Atmosphäre begeistert. Die Handlung sowie der Schreibstil hingegen, konnten mich jedoch nicht ganz überzeugen. Empfehlenswert ist dieses Buch insbesondere, für Personen die Interesse an Tango oder Schach - oder im besten Fall sogar an beidem - haben.

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    I
    Insel56vor 3 Jahren
    Die drei Leben von Max

    Max arbeitet als junger Mann als Eintänzer auf einem Passagierschiff - dies in den 20ziger Jahren. Dort lernt er Meecha kennen, die Frau eines Komponisten. Max führt sie beide in zwielichte Ecken, da der Komponist den unverfälschten Tango kennenlernen möchte. Max lebt sein Leben ohne die große Liebe an seiner Seite, doch er trifft Meecha wieder und zwar weitere zwei Mal. Max selber ist zwielichten Geschäften nachgegangen und war mal ganz reich, dann ganz arm. Als er die Frau zufällig nach vielen Jahren wiedertrifft ist sie die "alte" Mutter eines Schachgenies und Max ein angestellter Chauffeur. Die Geschichte ist sehr vielschichtig aufgebaut. Sie hat mir einerseits sprachlich sehr gut gefallen andererseits konnte ich mich mit den Figuren des Buches überhaupt nicht identifizieren, so dass ich das Buch wiederherum leicht aus der Hand gelegt habe. Das einzige was ich wirklich mitgenommen habe, ist das man sich im Leben entscheiden muss und Chancen nutzen sollte.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Daniliesings avatar
    Hallo,

    ich tue mich aktuell sehr schwer mit meinen Büchern, die ich hier so habe und dabei sind das wirklich nicht wenig. Vielleicht brauche ich also mal was ganz neues, etwas, das mich wirklich überrascht und vielleicht nicht unbedingt das ist, was ich immer lese.

    Deshalb wollte ich euch nach Buchkauftipps fragen! Es wäre klasse, wenn ihr mir hier eure Lieblingsbücher nennt, die ich auf keinen Fall verpassen sollte. Es dürfen gern auch Geheimtipps sein, sowas mag ich ganz besonders :-) Es sind also solche Bücher gesucht, die euch richtig am Herzen liegen und die ihr am liebsten immer wieder empfehlen würdet. (Bitte keine Eigenwerbung von Autoren!)

    Wichtig dabei: ich sollte das Buch noch NICHT in meiner Bibliothek hier haben.

    Denn von den Büchern, die ihr mir hier empfehlt, möchte ich mir danach 3-5 kaufen und selbst schauen, wie ich sie finde. Natürlich werde ich berichten, für welche Bücher ich mich entscheide und hier verraten, wie sie mir gefallen haben.

    Jetzt bin ich ganz gespannt und dankbar für jeden Tipp! Eure Empfehlungen möchte ich bis einschließlich 18.5. sammeln und danach werde ich eine Entscheidung treffen und die Bücher kaufen.

    Dankeschön!

    Bisherige Vorschläge hänge ich mal an:
    Zum Thema
    Tinkerss avatar
    Im Juli starte ich hier eine Leserunde zu "Dreimal im Leben".

    Zum Welttag des Buches 2014 verloste ich das Buch auf meinem Blog tinkersbuchwelt.blogspot.de und werde es nun hier mit meiner Gewinnerin britta70 lesen.

    Aber auch andere, die das Buch bereits haben, dürfen gerne mitdiskutieren!!!

    Die Unterthemen erstelle ich bis dahin noch!
    Zur Leserunde
    Tinkerss avatar
    Zum Welttag des Buches verlose ich nochmal 4 völlig unterschiedliche Bücher.

    Eins davon ist "Dreimal im Leben".

    Alle wichtigen Details zur Verlosung findet ihr hier: http://tinkersbuchwelt.blogspot.de/2014/04/verlosung-2-bsl-welttag-des-buches-2014.html

    Schaut auch gerne auf meiner Facebook-Seite vorbei, da gibts immer mal wieder Überraschungen zu entdecken: https://www.facebook.com/pages/Tinkers-Buchwelt/384854341533660
    Zur Buchverlosung

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