Das Ministerium des äußersten Glücks

von Arundhati Roy 
3,2 Sterne bei5 Bewertungen
Das Ministerium des äußersten Glücks
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Anja_Levs avatar

Die Autorin holt weit aus, erst im letzten Drittel wurde es für mich wirklich fesselnd. Die Vielzahl an Personen ist schwer zu überschauen

Code-between-liness avatar

Hat für mich nicht als Hrbuch funktioniert - zu poetisch, zu verschlungen erzählt. Ich greife nochmal zur Printausgabe...

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Inhaltsangabe zu "Das Ministerium des äußersten Glücks"

Auf einem Friedhof in der Altstadt von Delhi wird ein handgeknüpfter Teppich ausgerollt. Auf einem Bürgersteig taucht plötzlich ein Baby auf. In einem verschneiten Tal schreibt ein Vater einen Brief an seine 5-jährige Tochter über die vielen Menschen, die zu ihrer Beerdigung kamen. In einem Zimmer im 2. Stock liest eine einsame Frau die Notizbücher ihres Geliebten. Im Jannat Guest House umarmen sich im Schlaf zwei Menschen, als ob sie sich eben erst getroffen hätten – aber sie kennen sich schon ein Leben lang.

Voller Inspiration, Gefühl und Überraschungen beweist der Roman in jedem Moment Arundhati Roys Kunst. Ihre Helden werden von der Welt zerbrochen, aber durch die Liebe geheilt. Und so werden sie unbezwingbar.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839815878
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Argon
Erscheinungsdatum:10.08.2017
Das aktuelle Buch ist am 10.08.2017 bei S. FISCHER erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Stoneheavens avatar
    Stoneheavenvor 7 Monaten
    Plädoyer für Zivilcourage und Mitgefühl


    Selten wurde ich von Buchtitel und Klappentext auf so eine falsche Fährte geführt wie bei diesem Buch. Ich vermutete ein Fantasiemärchen und bekam ein großartiges Buch über Liebe , Mitgefühl und Zivilcourage .
    Das Buch beschreibt in poetischen Bilder den Kaschmirkonflikt . Damit weckt es das Bewusstsein für einen Winkel der Erde der zur Zeit nicht in den Nachrichten vorkommt. 
    Spielerisch entspinnt sich die Geschichte und nach und nach wird daraus eine Abrechnung mit der indischen Regierung und jeglichem religiösem Fanatismus . Die Brutalität des Kampfes wird ungeschönt beschrieben aber die Schönheit der Charaktere macht es immer wieder erträglich .
    Obwohl ich jetzt wieder mehr Fakten über das Land Indien kenne ist es mir ferner geworden .

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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor einem Jahr
    'Hier ist niemand glücklich. Es ist unmöglich.‘

    ‚Weißt du, warum Gott Hijras erschaffen hat? [...]‘

    ‚Nein, warum?‘

    ‚Es war ein Experiment. Er beschloss, etwas zu erschaffen, ein Lebewesen, das erwiesenermaßen unfähig ist, glücklich zu sein. Also erschuf er uns.‘

    ‚[...] Wie kannst du so etwas sagen? Ihr seid doch alle glücklich hier! Das ist die Khwabgah! [...]‘

    ‚Wer ist hier glücklich? Alles nur geheuchelt und vorgetäuscht. [...] Hier ist niemand glücklich. Es ist unmöglich.‘

    Anjum lebt auf dem Friedhof hinter dem staatlichen Krankenhaus: Jede Nacht rollt sie ihren fadenscheinigen Perserteppich zwischen den Gräbern aus, jeden Morgen schließt sie ihn ein und verbringt den Tag mit Besuchern wie dem blinden Imam.

    Sie ist das vierte von fünf Kindern, und nach den drei Töchtern hat sich ihre Mutter sehnsüchtig einen Jungen gewünscht. In der Nacht der Geburt ist die Mutter überglücklich, denn ihr Wunsch scheint in Erfüllung gegangen zu sein: Die Hebamme erkennt im Dämmerlicht männliche Genitale, und die Familie freut sich über den erstgeborenen Sohn. Doch bald weicht die Freude tiefer Verstörung, denn Aftab, wie das Kind genannt wird, ist ein Hermaphrodit, wird von seiner Mutter jedoch jahrelang als Junge aufgezogen.

    Eines Tages beobachtet Aftab auf der Straße eine Frau, die weiblich aussieht, sich aber freier und selbstbewusster als eine Frau bewegt und verhält. Er ist fasziniert und sieht sie als ein Vorbild, dem er nacheifern möchte. So sucht er ihre Nähe, erledigt Botengänge und verschafft sich so Zugang zum Haveli Khwabgah, wo die von Aftab bewunderte Frau mit sieben anderen Frauen lebt, die allesamt Hijras sind, sich also als Mitglieder eines dritten Geschlechts verstehen. Im Alter von 15 Jahren zieht Aftab selbst in die Khwabgah, unterzieht sich einer Geschlechtsumwandlung und wird zur berühmtesten Hijra Delhis.

    Neben der Geschichte um Anjum/Aftab werden noch unzählige andere Handlungsstränge entworfen, die kaleidoskopartig wirken und die zusammengenommen ein komplexes Bild des Subkontinents zeichnen.

    Mit dieser fragmentierten Geschichte ist ‚Das Ministerium des äußersten Glücks‘ ganz anders als Arundhati Roys Debütroman ‚Der Gott der kleinen Dinge‘, den ich vor knapp 20 Jahren mit Begeisterung gelesen und vor ein paar Wochen erneut als Hörbuch gehört habe, um meine Erinnerung aufzufrischen. Auch nach fast zwei Jahrzehnten hat mir ‚Der Gott der kleinen Dinge‘, der 1997 mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet wurde, zwar immer noch gefallen, aber meine Begeisterung war im Vergleich zum ersten Lesen etwas abgeflaut, und ich empfand manche Schilderungen im Buch als zu schwülstig. Nichtsdestotrotz war ich sehr gespannt auf den zweiten Roman Arundhati Roys, der so lange auf sich warten ließ.

    Der Einstieg in ‚Das Ministerium des äußersten Glücks‘ hat mir sehr gut gefallen: Die Sprache ist blumig, sehr bildhaft und stimmungsvoll, und die Geschichte um Anjum/Aftab hat mich von Anfang an gefangen genommen und mich nach Indien versetzt. Da ich mich schon sehr viel mit der Geschichte des Landes und dem Hinduismus beschäftigt habe, war mir das von Roy Erzählte oft geläufig bzw. zumindest nicht völlig fremd. Ich bin mir allerdings sicher, dass diejenigen Leser, für die die angeschnittenen Themen noch Neuland sind, größere Schwierigkeiten mit dem Roman haben könnten, da meiner Meinung nach viel Vorwissen vorausgesetzt wird, um der Handlung (zumindest halbwegs) folgen zu können.

    Gerade den Einstieg mit den Einblicken in die Kultur der Hijras fand ich spannend und gelungen, denn die beiden ersten Kapitel zeichnen ein opulentes und farbenfrohes Bild der indischen Gesellschaft und stimmen so perfekt auf den Roman ein, machen neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte und auf den Subkontinent.

    Sehr gut gefallen haben wir auch die magisch-realistischen Elemente, die bisweilen im Buch auftauchen und vollkommen glaubwürdig wirken, sowie die detaillierten Einblicke in geschichtliche Ereignisse wie den Chemieunfall in Bhopal (An dieser Stelle kann ich auch den großartigen Roman ‚Menschentier‘ von Indra Sinha empfehlen!), den Völkermord in Kaschmir, die Teilung Indiens und Pakistans sowie die Auswirkungen des 11. September 2001, die Sicht auf verschiedene Aspekte des Hinduismus wie das Kastenwesen und die wichtigsten Götter und auf gesellschaftspolitische Themen wie Armut, Rassismus und Gewalt.

    Im Verlauf empfand ich das Buch insgesamt jedoch als zu überladen, und für so viele verschiedene Themen, die Roy in ihren Roman einfließen lässt, wirkte ‚Das Ministerium des äußersten Glücks‘ auf mich zu unstrukturiert, so dass ich ich ab dem dritten Kapitel den roten Faden vermisst habe und Roys Erzählstil bisweilen als assoziativ gelockert empfand. Zwar führt die Autorin die Fäden am Ende wieder zusammen, aber auf dem Weg durch die mehr als 500 Seiten habe ich mich mehr als einmal verloren gefühlt. Dennoch muss ich sagen, dass es im Buch immer wieder Passagen gab, die ich sehr gelungen fand, obgleich ich zum Gesamtwerk an sich kaum Zugang gefunden habe.

    Nach dem Lesen des Romans habe ich zudem das Hörbuch angehört, weil ich neugierig darauf war, wie das Buch wirkt, wenn es vorgelesen wird. Die Intonation und Interpretation von Gabriele Blum hat mir sehr gut gefallen, da ihre Stimme sehr angenehm ist und sie der Geschichte viel Leben einhaucht. Letztendlich empfand ich persönlich das Hörbuch als leichter zu verfolgen als den Roman (möglicherweise, weil ich den Roman vorher schon gelesen hatte), auch wenn ich ‚Das Ministerium des äußersten Glücks‘ nach wie vor als zu ausschweifend und zu überbordend finde.

    ‚Das Ministerium des äußersten Glücks‘ steht zusammen mit ‚4 3 2 1‘ von Paul Auster, ‚Exit West‘ von Mohsin Hamid, ‚The Underground Railroad‘ von Colson Whitehead u.a. auf der diesjährigen Longlist des Man Booker Prize. Die Shortlist wird am 13. September 2017 veröffentlicht, der Gewinner wird am 17. Oktober bekannt gegeben.

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    Anja_Levs avatar
    Anja_Levvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Die Autorin holt weit aus, erst im letzten Drittel wurde es für mich wirklich fesselnd. Die Vielzahl an Personen ist schwer zu überschauen
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    Code-between-liness avatar
    Code-between-linesvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Hat für mich nicht als Hrbuch funktioniert - zu poetisch, zu verschlungen erzählt. Ich greife nochmal zur Printausgabe...
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    monerlvor 2 Monaten

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