Arundhati Roy The Ministry of Utmost Happiness

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Inhaltsangabe zu „The Ministry of Utmost Happiness“ von Arundhati Roy

Anjum, who used to be Aftab, unrolls a threadbare carpet in a city graveyard that she calls home. A baby appears quite suddenly on a pavement, a little after midnight, in a crib of litter. The enigmatic S. Tilottama is as much of a presence as she is an absence in the lives of the three men who loved her. The Ministry of Utmost Happiness is at once an aching love story and a decisive remonstration. It is told in a whisper, in a shout, through tears and sometimes with a laugh. Its heroes are people who have been broken by the world they live in and then rescued, mended by love-and by hope. For this reason, they are as steely as they are fragile, and they never surrender. This ravishing, magnificent book reinvents what a novel can do and can be. And it demonstrates on every page the miracle of Arundhati Roy's storytelling gifts.

Definitiv eine harte und anspruchsvolle Lektüre, die Leseausdauer fordert!

— mona_lisas_laecheln
mona_lisas_laecheln

Ein anspruchsvoller Roman, dessen Fülle an gesellschafts-politischen Informationen über Indien die Story in den Hintergrund treten lässt

— MissMorley
MissMorley

WAS? Roman, Sachbuch oder doch nur Wörter? Bin mir unschlüssig über dieses Buch

— notthatkindofagirl
notthatkindofagirl

Es war sehr lehrreich über die Politik und die Geschichte Indiens, es bringt aber nichts es ohne Informationen darüber zu lesen.

— YasminStxles
YasminStxles

Anspruchsvolle Lektüre, aber sehr poetisch und exotisch!

— banshee
banshee

Dicht gewoben mit vielen politischen und soziokulturellen Abschweifungen. Sprachlich extrem komplex, aber voller Poesie und Sarkasmus.

— MrsFraser
MrsFraser

Der lange erwartete zweite Roman von Arundhati Roy!

— c_awards_ya_sin
c_awards_ya_sin

Roys zweiter Roman.

— Bella5
Bella5

Hier ist pure Konzentration und politisches Verständnis gefragt!

— Cleo22
Cleo22

Der lange erwartete zweite Roman - inhaltlich wie in der Konstruktion eine Herausforderung.

— miss_mesmerized
miss_mesmerized

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  • Leserunde zu "The Ministry of Utmost Happiness" von Arundhati Roy

    The Ministry of Utmost Happiness
    PenguinRandomHouseUK

    PenguinRandomHouseUK

    Diesen Monat haben wir etwas ganz Besonderes für all diejenigen, die sich an literarischen Texten im englischen Original freuen.  Vor 20 Jahren hat Arundhati Roy ihren Roman THE GOD OF SMALL THINGS veröffentlicht und viele Leserherzen begeistert. Ihr neuer Roman THE MINISTRY OF UTMOST HAPPINESS wird nicht nur ihre Fans aber auch viele neue Leser begeistern können! BOOK DESCRIPTION'How to tell a shattered story? By slowly becoming everybody. No. By slowly becoming everything.'In a city graveyard, a resident unrolls a threadbare Persian carpet between two graves. On a concrete sidewalk, a baby appears quite suddenly, a little after midnight, in a crib of litter. In a snowy valley, a father writes to his five-year-old daughter about the number of people that attended her funeral. And in the Jannat Guest House, two people who've known each other all their lives sleep with their arms wrapped around one another as though they have only just met.Here is a cast of unforgettable characters caught up in the tide of history. Told with a whisper, with a shout, with tears and with laughter, it is a love story and a provocation. Its heroes, present and departed, human and animal, have been broken by the world we live in and then mended by love -- and for this reason, they will never surrender.AUTHORArundhati Roy is the author of The God of Small Things, which won the Booker Prize in 1997 and has been translated into more than forty languages. Since then Roy has published several works of non-fiction, including The Algebra of Infinite Justice, Listening to Grasshoppers and Broken Republic. She lives in Delhi. HIER geht's zu einem exklusiven Q&A  Wenn ihr neugierig auf das neue Buch geworden sein – einfach bewerben und der Lostopf wird entscheiden. Have a lovely day!All the best from London,Ulrike @ PRH UK

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  • LovelyBooks Literarische Weltreise 2017

    Reise um die Welt
    Ginevra

    Ginevra

    Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr (wieder) Lust auf eine literarische Weltreise im Jahr 2017? Dann lasst uns gemeinsam durch 21 verschiedene Lese- Regionen reisen! Die Aufgabe besteht darin... - 12 Bücher in einem Jahr zu lesen; - Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen); - Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen. - Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen; - Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen; - Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen, dabei sind 2 Kurzmeinungen erlaubt. - Eure Beiträge werde ich verlinken; - Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich; - Genre und Erscheinungsjahr sind egal: - Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt! Diese Challenge eignet sich für Neuerscheinungen aller Kategorien, um den SuB endlich mal weiter abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren. Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlost Lovelybooks am Ende des Jahres ein kleines Buchpaket! Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Viele tolle Tipps und Empfehlungen findet ihr auf der Seite der LIterarischen Weltreise 2016:  https://www.lovelybooks.de/autor/Lily-King/Euphoria-1117239512-w/leserunde/1210564360/ Dann wünsche ich uns allen... Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездки Счастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! - 旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。- Gute Reise! TeilnehmerInnen: ambermoonArgentumverde Arietta Aleida ban-aislingeach Bellis-Perennis Beust black_horse britta70 buchjunkie Buchraettin Buecherwurm Caroas carathisCaro_LesemausChattysBuecherBlog Code-between-lines Cornelia_RuoffCorsicana CosmoKramer danielamariaursula Elke elmidi faanie fasersprosse Fjordi Florenca Fornika Gela_HK Gelinde Ginevra Gruenente gst Gwendolina haberland86 Hamburgerin hannelore259 Harlequin histeriker Hortensia13 Igela Igelchen Isador Jari jeanne1302 lehmasLeonoraVonToffieFee leselea lesebiene27 lieberlesen21 Jisbon JuliB kingofmusic kleinechaotin krimielse LibriHolly Luiline marpije miss_mesmerized monerlnaninka Nelebooks  niknak Nisnis paevalill Pagina86 papaverorosso parden peedee Petris PMelittaM postbote saku Schlehenfee schokoloko29 seschat Sikal StefanieFreigericht sursulapitschi TanyBee TraubenbaerulrikerabeValabe vanessabln vielleser18 wandablue waschbaerin Wedma Wermoewe Wichellawidder1987 WollyYolande

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    • 1175
  • Nicht nur ein Buch

    The Ministry of Utmost Happiness
    histeriker

    histeriker

    19. August 2017 um 19:04

    Inhalt:Indien und Kaschmir, deren Verbindung und Geschichte der Probleme der letzten 25 Jahre. Ein Geschichte über Liebe, Leben und Kämpfen.Beschreibung:Schon an der Zusammenfassung des Inhalts sieht man, dass dieses Buch kein einfaches Buch ist. Es hat viele Gründe:Erstens die Charaktere. Sie sind keine einfachen Persönlichkeiten und auch keine einfache Menschen. Sie stehen teilweise als Prototypen für die Gesellschaft, die sich aber in keine Schubladen einteilen lässt. Gleichzeitig ist ihr Verhalten gar nicht stereotypisch und daher nicht immer leicht nachvollziehbar. Manchmal kann man mit ihnen und deren Verhalten gar nichts anfangen und gleichzeitig kommen sie einen so menschlich vor.Zweitens die Geschichte. Es gibt zwar eine Story, aber da muss man sich bis zum Ende des Buches durchkämpfen. Die Autorin hat wahrscheinlich bewusst auf Chronolgie verzichtet, was literarisch sehr interessant ist, der Verstädnis der Geschichte aber an einigen Stellen im Wege steht.Drittens der Stil. Es war gar nicht die englische Sprache, die für mich eine Fremdsprache ist, die das Problem darstellte. Es waren die manchmal lange Sätze und Listen von Sachen, die nur bedingt mit der Story zu tun haben schienen. Es waren die Aufzählungen und Beschreibungen der politischen Situation. Wieso mochte ich dann das Buch? Die Atmosphäre hat es mir angetan. Ich konnte das beschriebene Indien zwar nicht verstehen, aber mir kam es vor, als ob ich dort wäre und eingetaucht bin. Das hat weniger mit dem Stil zu tun, ich hatte einfach den Eindruck, dass dieses Land so überwältigend, so divers, so unbegreifbar ist, wie dieses Buch. Gleichzeitig wird hier durch das Konflikt in Kaschmir ein sehr universelles Thema unserer Zeit angesprochen, die Verzweiflung, die Kämpfe für die Freiheit und die Beziehungen in der Gewalt. Es hätte auch in Syrien spielen können.Ein Buch das mich nicht loslassen wird.

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  • Anspruchsvolle Lektüre

    The Ministry of Utmost Happiness
    mona_lisas_laecheln

    mona_lisas_laecheln

    14. August 2017 um 17:35

    Ein Querschnitt durch die neuere, indische Geschichte: Einzelne politische und gesellschaftliche Konflikte und Probleme stehen im Vordergrund von Arundhati Roys Roman "The Ministry of Utmost Happiness". Aus verschiedenen Blickwinkeln von ganz unterschiedlichen Charaktere erlebt der Leser einzelne Etappen der indischen Geschichte mit. Im Vordergrund stehen dabei Anjum und Tilo und ihre außergewöhnlichen Lebensgeschichten. Der Roman ist definitiv eine harte und anspruchsvolle Lektüre und fordert Leseausdauer. Wie in einem Puzzle werden einzelne politische Ereignisse sowie Lebensgeschichten der einzelnen Charaktere zusammengewürfelt und in scheinbar willkürlicher Reihenfolge erzählt. Einen roten Faden gibt es nicht, und dennoch macht die Geschichte gegen Ende irgendwo Sinn und der Leser bleibt ohne offene Fragen zurück (abgesehen von den Fragen über historische und politische Details). Genau hier lag für mich auch das Problem mit der Lektüre: Ohne ausreichende Hintergrundinformationen zur politischen und historischen Lage Indiens war es wirklich schwer beziehungsweise fast unmöglich, den Ereignissen vollständig zu folgen. Die detailreichen Schilderungen haben das Buch dabei sehr langatmig gestaltet und stilistische Elemente wie Notizfetzen oder eingefügte Gedichte für weitere Verwirrung gesorgt. Die beiden Hauptcharaktere Anjum und Tilo haben eine interessante Lebensgeschichte, dennoch haben sich ihre Erzählungen oft wie in einem Sachbuch gelesen und die Charaktere wirkten auf mich distanziert. Der Schreibstil an sich hat mir gut gefallen und hatte etwas poetisches an sich. Die vielen indischen Namen waren leider sehr verwirrend, weshalb ich einige der Nebencharaktere nicht auseinander halten konnte. Es gab Textstellen auf indisch, die gar nicht übersetzt wurden und mit denen man als Leser leider nicht viel anfangen konnte. Alles in allem ist das Buch definitiv eine interessante Lektüre, die spannende Einblicke in die indische Gesellschaft und Geschichte gewährt. Erzählstil und Inhalt wirkten jedoch leider ein wenig überladen, weshalb die Lektüre ist stellenweise sehr verwirrend und frustrierend wirkt.

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  • Indiens Politik

    The Ministry of Utmost Happiness
    notthatkindofagirl

    notthatkindofagirl

    11. August 2017 um 21:52

    "Roy ist zur perfekten Dritt-Welt-Stimme für anti-amerikanische, anti-westliche oder sogar anti-weiße Gefühle geworden." - Ian Buruma, New Republic, 29. April 2002 So viel Gutes habe ich über Arundhati Roy gelesen. Eine starke Frau, die einfach die Welt schön haben will und dafür kämpft. Ihre Ansichten sprechen für die Zukunft und zeigen Stärke. 1997 erschien ihr "Gott der kleinen Dinge", jetzt 20 Jahre später ihr nächstes Werk. Es ist ein Roman. To me, there is nothing higher than fiction. Nothing. It is fundamentally who I am. I am a teller of stories. For me, that’s the only way I can make sense of the world, with all the dance that it involves” So Roy.Doch leider erkenne ich den Roman hinter all dem politischen Informationen nicht. Auch wenn die Handlung simpel erscheint, mit der Vorstellung einen Ort des Glückes auf einen Friedhof zu erschaffen. Dennoch ist die Handlung politisch geprägt und dies ist weiterhin im Mittelpunkt. Kritiker meinen, es sei nicht das Zentrum der Geschichte, doch ich habe nichts anderes darin gesehen. Noch nie im Leben habe ich einen Roman gelesen, dessen Kapitel so verschieden gewebt waren. Das erste war etwas in Romangestalt erschaffen, die nächsten nur noch sachliche Teile, dann wieder etwas Roman, denn die Personen werden erklärt. Danach geht es weiter mit Fakten. Kein Lesegenuss! Auf Englisch eine Qual, da das "normale Schulenglisch" nicht ausreicht. Menschen ohne Interesse an Indiens Politik werden nicht glücklich werden, da man so viel Denken muss. Happiness sieht für mich anders aus.Roy ist eine starke Persönlichkeit und eine prägsame Aktivistin, doch Romane schreibt sie keine. Viel eher Werke, die die Welt verändern sollen, doch es nur in sachlicher Art können. 

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    • 2
  • Vielschichtig und anspruchsvoll

    The Ministry of Utmost Happiness
    MissMorley

    MissMorley

    10. August 2017 um 19:01

    "How to tell a shattered story?" findet sich als Zitat aus dem Werk auf der Coverrückseite - und beschreibt hierbei zugleich bestens die Problematik, hier eine Kurzzusammenfassung von Arundhati Roys zweitem Roman "The Ministry of Utmost Happiness" zu geben. Denn genau genommen handelt der Roman nicht nur von der Protagonistin Anjum, die wir über den Text und ihr Leben als sogenannte Hijra, also als intersexuell Geborene, hinweg begleiten, sondern zugleich von zahlreichen weiteren Einzelschicksalen - alle verwoben in die politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse Indiens der entsprechenden Zeit.Das große Figurenpersonal mit seinen vielschichtigen Nebenstorys macht es dem Leser hierbei nicht leicht, nicht den roten Faden bzw., besser gesagt, den Überblick über die verschiedenen Fäden, die aufgenommen und einmal mehr, einmal weniger miteinander verwoben werden, zu verlieren. Was zum einen stören kann, eröffnet auf der anderen Seite aber auch eine spannende Vielschichtigkeit: Der Roman bietet so einen tiefen und kritischen Einblick in Konflikte Indiens, egal ob auf politischer, sozialer, gesellschaftlicher oder religiöser Ebene. Allerdings nimmt dieser sehr viel Platz ein, drängt an vielen Stellen eine Story in den Hintergrund (oftmals hätte ich persönlich mir gewünscht, einfach einmal zu erfahren, wie es mit Anjum weiterging) und auch ein gewisses Vorwissen über Geschichte und Politik Indiens scheint für das Verständnis der vielen kurz angerissen Thematiken fast notwendig. Die poetische Sprache, in der Arundhati Roy schreibt, kann allerdings auch über manche Länge oder manche Verständnisschwierigkeit hinwegtrösten.Insgesamt ist "The Ministry of Utmost Happiness" ein anspruchsvoller und vielschichtiger Roman - für mich persönlich in einem positiven wie negativen Sinn. Wer keine reine Unterhaltungslektüre sucht, sich auf die Konzeption der Story einlassen kann und sich für gesellschafts-politische Geschichte Indiens interessiert, dürfte hier allerdings durchaus richtig sein.

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  • Etwas völlig Anderes erwartet

    The Ministry of Utmost Happiness
    TodHunterMoon

    TodHunterMoon

    05. August 2017 um 01:11

    "Auf einem Friedhof in der Altstadt von Delhi wird ein handgeknüpfter Teppich ausgerollt. Auf einem Bürgersteig taucht unverhofft ein Baby auf. In einem verschneiten Tal schreibt ein Vater einen Brief an seine 5-jährige Tochter über die vielen Menschen, die zu ihrer Beerdigung kamen. In einem Zimmer im ersten Stock liest eine einsame Frau die Notizbücher ihres Geliebten. Im Jannat Guest House umarmen sich im Schlaf fest zwei Menschen, als hätten sie sich eben erst getroffen – dabei kennen sie einander schon ein Leben lang." (Quelle: Amazon) So liest sich die Inhaltsangabe, wenn man nach dem Buch sucht. Man geht davon aus, es wird ein Roman sein, der in Indien spielt und der einen kurzen Einblick in das dortige Leben mehrerer Protagonisten gibt. Mit dieser Erwartung habe ich mich an das Buch gesetzt... und wurde "überrollt" von dem, was dann letztendlich vor mir lag. Ja, ist ein Buch mit Romancharakter. Und ja, es ist ein Sammelsurium verschiedener Einzelschicksale in Indien. Was aber nicht aus der Inhaltsangabe hervor geht ist, dass es eigentlich auch ein Sachbuch über Indien ist, inklusive Geschichte, Wirtschaft und Politik. Das Buch war einfach nur anstrengend. Und das lag nicht am Englisch. Das Englisch ist wirklich sehr gut. Sehr anspruchsvoll, aber eben sehr gut. Die vielen Hindu- Ausdrücke dazwischen hindern allerdings ziemlich am Lesefluss, weil man ständig darüber stolpert. Und man wird mit so wahnsinnig vielen Informationen bombardiert die, wenn man überhaupt keine Ahnung von den Zuständen im Land und der Politik Indiens hat, einen wie blind durchs Buch tappen lassen. Am Anfang habe ich noch des Öfteren Wikipedia zu Rate gezogen, damit ich begreife, um was es eigentlich geht. Habe es aber irgendwann sein lassen, weil man dann nur noch langsamer voran kam und ich eigentlich keine indische Geschichte studieren wollte. Ich hatte das Gefühl Arundhati Roy wollte 20 Jahre angestautes Material unbedingt in einem  Roman los werden. Die Kapitel sind unheimlich lang und man weiß zeitweise nicht, was wichtig für den roten Faden ist und diesen nicht zu verlieren und Zusammenhänge zu erkennen, grenzte schon an eine Herausforderung. Wäre es nicht ein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich es abgebrochen. Und wäre es nicht Arundhati Roys Talent gewesen, sehr gut zu schreiben, ich hätte nicht durchgehalten. Die Lesegruppe hat mir geholfen, Einiges besser zu begreifen und durch das Buch selbst habe ich vieles über Indien erfahren. Allerdings war ich sehr froh, als ich die rund 500 Seiten endlich hinter mich gebracht hatte und auch irgendwie stolz, durchgehalten zu haben.

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    • 3
  • Good Luck!

    The Ministry of Utmost Happiness
    sarahalimuhsin

    sarahalimuhsin

    04. August 2017 um 18:45

    Anjum, who used to be Aftab, unrolls a threadbare carpet in a city graveyard that she calls home. A baby appears quite suddenly on a pavement, a little after midnight, in a crib of litter. The enigmatic S. Tilottama is as much of a presence as she is an absence in the lives of the three men who loved her.Ich muss zu geben, dass ich viel zu viel erwartet habe, dank der Inhaltsangabe. Auf einem Friedhof in der Altstadt von Delhi wird ein handgeknüpfter Teppich ausgerollt. Auf einem Bürgersteig taucht unverhofft ein Baby auf. In einem verschneiten Tal schreibt ein Vater einen Brief an seine 5-jährige Tochter über die vielen Menschen, die zu ihrer Beerdigung kamen. In einem Zimmer im ersten Stock liest eine einsame Frau die Notizbücher ihres Geliebten. Im Jannat Guest House umarmen sich im Schlaf fest zwei Menschen, als hätten sie sich eben erst getroffen – dabei kennen sie einander schon ein Leben lang.Bevor man sich traut dieses Buch zu lesen, sollte man die nahezu perfektesten Englisch-Kenntnisse besitzen und über die Politik in Indien Bescheid wissen. Ich...naja...mit Wikipedia ging es. Ich musste mich nahezu durch das Buch kämpfen. Hatte oft den Gedanken abzubrechen. Die Gründe dafür: - es ist einfach höllisch schwer zu lesen, obwohl ich ein sehr gutes Englisch-Vermögen habe- man muss immer das Handy dabei haben, um die ganze Zeit auf Wikipedia (und andere Seiten, von denen ich nie zuvor, was gehört habe) etwas nützliches über die politische Vergangenheit Indiens zu erfahren- es war manchmal einfach nur langweilig, da Roy nur versucht hat so viele Informationen in einen Satz zu packen, wie es nur möglich istGründe, die für die 2 Sterne verantwortlich sind: - es ist eigentlich recht interessant- das Cover ist toll geworden- manches war einfach echt toll geschrieben (ABER es war einfach, wie soll ich das ausdrücken, zu poetisch und oft etwas übertrieben, als versuchte man, so viel Ausdruck zu vollbringen, um einen Mensch, der das liest, zu verblüffen)Ich weiß nicht so recht, ob ich "The Ministry of Utmost Happiness" weiter empfehlen kann, aber ich muss gestehen, dass ich echt stolz auf mich dieses Buch beendet zu haben.Wenn du es lesen willst:Good Luck

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  • Anspruchsvolle Lektüre

    The Ministry of Utmost Happiness
    Gluecksklee

    Gluecksklee

    22. July 2017 um 18:59

    „The Ministry of Utmost Happiness“ ist mit keinem Roman vergleichbar, den ich bisher gelesen habe. Die Autorin, Arundhati Roy, verspricht dem Leser eine fragmentierte Geschichte – und diese liefert sie auch. Ich war sehr neugierig darauf, was die Autorin darunter versteht und wie eine solche Geschichte erzählt werden würde. Leider ist die Art und Weise der Umsetzung dann auch mein größter Kritikpunkt an „The Ministry of Utmost Happiness“. Es werden viele Handlungsstränge eröffnet, die die Autorin zwar wieder zusammenführt, allerdings konnte ich zwischenzeitlich nicht absehen, wo und wie diese Fäden wieder zusammenlaufen würden. Zudem ist die Handlung durchzogen mit Informationen zur Historie Indiens, dem sozialen Gefüge und dem politischen System. Das ist auf der einen Seite zwar interessant, nimmt der Handlung allerdings auf der anderen Seite auch wieder an Tempo und sorgte dafür, dass sich das Buch und die diversen Handlungsstränge zum Teil gezogen haben. Wer sich, so wie ich, nicht wirklich mit der Geschichte Indiens auskennt, wird vielleicht auch Schwierigkeiten haben, die Zusammenhänge zum Teil ohne weitere Recherche nachvollziehen zu können. Für das Durchhalten wird man als Leser aber belohnt, nicht nur mit Wissen über Indien, sondern auch mit der wunderschönen Sprache, in der Roy Arundhati diese fragmentierte Geschichte erzählt. Gekonnt bindet sie gesellschaftskritische Äußerungen in die Handlung des Romans ein, ohne dass diese belehrend wirken. „The Ministry of Utmost Happiness“ gehört definitiv eher zur anspruchsvollen Lektüre – und das liegt meiner Meinung nach nicht daran, dass ich das Buch in englischer Sprache gelesen habe. Vielleicht habe ich mich auch nicht genug auf die Konstruktion der Erzählweise eingelassen und zu sehr nach dem „roten Faden“ Ausschau gehalten, an der sich die Handlung von Romanen normalerweise entlanghangelt. Auch wenn „The Ministry of Utmost Happiness“ nicht unbedingt so war, wie ich es erwartet hatte, so hat mir der Roman doch gut gefallen. Insgesamt komme ich daher in einer Gesamtbewertung auf drei von fünf Sternen.

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  • Anspruchsvoller, poetischer Roman

    The Ministry of Utmost Happiness
    banshee

    banshee

    22. July 2017 um 14:38

    Wer Arundhati Roys ersten Roman "The God of Small Things" kennt, wird sicher auch von ihrem zweiten Roman keine leichte Kost erwarten. Und in der Tat erfordert "The Ministry od Utmost Happiness" einiges an Hintergrundwissen über die indische Gesellschaft, Indiens Historie und die religiösen, politischen und sozio-kulturellen Konflikte innerhalb der Nation. Hinzu kommt, dass sehr häufig hinduistische Begriffe im Text auftauchen, die die Lektüre teilweise erschweren, aber auch sehr authentisch und exotisch machen. Alles in allem ist der Roman also eine recht anspruchsvolle Lektüre, sodass Leser_innen, die sich für die Thematik des Buches weniger interessieren vielleicht abgeschreckt werden und es schnell zur Seite legen. Doch aufgrund von Roys poetischen, teilweise sarkastischem Schreibstil lohnt es sich meiner Meinung nach, beim Lesen "durchzuhalten". Denn auch wenn man inhaltlich nicht alles beim ersten Mal verstehen mag und das Gefühl hat, der Roman überfordere einen, muss man Roys schriftstellerisches Talent würdigen. Sie erzeugt in "The Ministry of Utmost Happiness" eine exotische Atmosphäre und entführt die Leser_innen in die Nischengesellschaften Indiens. Das ist eine wirklich interessante und ungewöhnliche Thematik, bei der man noch einiges dazulernen kann!

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  • The Ministry of Utmost Language

    The Ministry of Utmost Happiness
    MrsFraser

    MrsFraser

    22. July 2017 um 08:35

    Nach ‚The God of Small Things’ und einer 20-jährigen Pause auf dem Feld der Belletristik ist ‚The Ministry of Utmost Happiness’ der zweite Roman von Booker-Preisträgerin Arundhati Roy. Und sie hat wirklich alles hineingegeben, was ging.  In ihrer ‚Schreibpause’ hat die Aktivistin Roy Sachtexte verfasst und viele Leser haben, zu Recht, den Eindruck geäußert, dass ihr neuestes Werk auch gut ein Sachbuch hätte werden können. Der Leser wird, gerade im Mittelteil des Buches, förmlich erschlagen mit politischen Konflikten und Machtspielen, mit Gesellschaftskritik und Einzelschicksalen, die teilweise in nur sehr losem Kontakt zur Handlung zu stehen scheinen. Die Frage stellt sich, gibt es überhaupt eine übergeordnete Handlung? Auf den ersten Blick ja, da ist Anjum, eine Frau im Männerkörper, die sich nach dem Überleben eines traumatischen Massakers auf einem Friedhof eine zweite Existenz aufbaut und Tilo, eine Frau, die durch ihre Beziehungen zu drei unterschiedlichen Männern nah dran ist an den politischen Ereignissen, die aber trotzdem nicht wirklich eingreifen kann. Zum Schluss finden beide Frauen zueinander und kümmern sich gemeinsam um ein Findelkind, das offenbar Grund zur Hoffnung gibt. Nach dem Lesen des Buches ist ‚die Story’ in meinen Augen aber zweitrangig. Jede Lebens(abschnitts)geschichte, die Einzug in das Buch gehalten hat, bietet auch Stoff genug für ein eigenes Buch. Daher geht es Roy wohl nicht um das spannende Erzählen von Einzelschicksalen, sondern um das Schaffen eines Gesamtbildes einer zutiefst kaputten Gesellschaft. Der Buchrücken lässt auch ganz klar darauf schließen:  ‚How to tell a shattered story? By slowly becoming everybody. No. By slowly becoming everything.’  Und obwohl das Buch viel an indischer Geschichte vorauszusetzen und durch das standardmäßige Einbauen von Hindu-Wörtern eine zusätzliche sprachliche Barriere zu schaffen scheint, kam mir der Text niemals fremd vor. Ähnliche Entwicklungen, Zustände und Szenen kennt man auch aus der europäischen oder amerikanischen Geschichte oder aus den aktuellen Tagesnachrichten. Die ironischen Nebensätze, die gewisse Situationen kommentieren, bewerten und einordnen, sind die Gedanken, die sich der Leser mit Hang zum Galgenhumor auch selber machen könnte, erleichtern den Lesefluss aber trotzdem dankbarer Weise ein wenig. Poetische Zusammenfassungen und Abstraktionen zeigen immer wieder Arundhati Roys Können. ‚As always, history would be a revelation of the future as much as it was a study of the past.’  Ich bin mir sicher, das Buch kann ein Klassiker werden, da es unverhohlen Missstände darlegt und auf Hoffnung plädiert. Wie Bücher über die Sklaverei oder totalitäre Systeme, könnte es sicher sogar Schulstoff werden. Schließlich ist es auch eine schiere Fundgrube an stilistischen Besonderheiten. Allerdings wäre ‚The Ministry of Utmost Happiness’ prägnanter und damit vielleicht auch greifbarer geworden, wenn Roy etwas ‚bescheidener’ konstruiert hätte und nicht gar zu viele Charaktere, Erzählstränge, Abschweifungen, Textgattungen und Hintergründe zusammengebracht hätte bzw. sich teilweise schlicht kürzer gefasst hätte. Daher 4 von 5 Sternen von einer durchaus gewillten Leserin, die jedoch eher unterhalten statt unterrichtet werden möchte.

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    • 3
  • Gesellschaftskritik aus Indien

    The Ministry of Utmost Happiness
    c_awards_ya_sin

    c_awards_ya_sin

    21. July 2017 um 18:21

    Zwanzig Jahre nach ihrem ersten Roman - "Der Gott der kleinen Dinge" - und vielen politischen Schriften, kommt nun der langersehnte zweite Roman von Arundhati Roy. Getreu ihrem Leben als politische Aktivistin, Journalistin, Globalkritikerin und nebenbei Booker Preisträgerin (für ihren ersten Roman), ist "The Ministry of Utmost Happiness" ein sehr politischer Roman. Man wird tief in die Probleme des heutigen Indiens hineingezogen. Ein Land zwischen Moderne und Tradition, bitter arm und reich. Ein Vielvölkerstaat mit den verschiedensten Sprachen, Religionen und Interessen. Es werden Naturkathastrophen, Feminismus, das dritte Geschlecht Indiens - die Hijras -, Kasten, der Kaschmirkonflikt und einiges mehr angesprochen. Wer vorher noch nicht mit der Geschichte Indiens vertraut war, zumindest im Groben, der wird vor allem im ersten Teil mit Fakten überhäuft, so dass die Handlung leicht verloren gehen kann. Roy setzt viel an Wissen voraus und reiht nur die Fakten nur so aneinander. Das Buch ist ganz klar an Leser des indischen Subkontinents gerichtet, was auch durch die vielen Worte, die auf Urdu verwendet werden, deutlich wird. Ich finde dies sehr gelungen und authentisch. Für den europäischen Leser ist es aber natürlich nicht ganz leicht sich genaue Vorstellungen der Dinge zu machen. Es wird jedoch im Groben immer klar um was es sich handelt, zum Beispiel eine eher traditionelle Hose etc.. Mir hat dieses Buch sehr gefallen, es ist jedoch klar zu sagen, dass es kein klassischer 08/15-Roman ist, den man mal so nebenher liest. Wer sich nicht mit der Politik Indiens und einer Gesellschaftskritik auseinandersetzen möchte, der sollte sich einen anderen guten Roman über Indien aussuchen. Dieser erwartet von einem, dass man sich über das gelesene Gedanken macht.

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  • Keine Lektüre für Zwischendurch

    The Ministry of Utmost Happiness
    camilla1303

    camilla1303

    19. July 2017 um 19:19

    „The Ministry of Utmost Happiness“ von Arundhati Roy ist 2017 im Verlag Penguin Random House UK erschienen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich beim Beenden des Buches richtig froh war, dass ich dieses anspruchsvolle Buch nun beiseitelegen konnte. Das Buch hat so viel Wissen über die politische Lage und die Geschichte Indiens vorausgesetzt, dass ich beim Lesen teilweise nicht wusste wo ich mit dem Nachlesen und Nachrecherchieren beginnen sollte. Ich kann somit auch nicht sagen, ob ich nur die falsche Leserin für das Buch war und beispielsweise indische LeserInnen viel mehr Freude an der Geschichte haben, oder ob mir die Schreibweise der Autorin nicht gefällt. Die einzelnen Protagonisten beschreibt sie vage, so dass ich keine der handelnden Figuren greifen konnte und deren Werdegang nicht mit großem Interesse verfolgt habe. An anderen Stellen im Buch überrascht die Autorin jedoch wieder mit Zynismus, Sarkasmus und Gesellschaftskritik und bringt mich so zum Weiterlesen. Es fällt mir schwer die Handlung des Buches wiederzugeben, hat mir in ihr der rote Faden gefehlt. Manchmal hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin alles in das Buch packen wollte, dass ihr bei ihrer jahrelangen Recherche unter die Finger gekommen ist und dabei vergessen hat, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ich hatte beim Lesen immer wieder Schwierigkeiten zu entscheiden, ob das momentan Gelesene für den weiteren Verlauf des Buches von Bedeutung ist oder nicht und habe es auch nach der Lektüre noch nicht geschafft das Gelesene einzuordnen. Momentan hadere ich mit mir selbst, ob ich das Buch in der deutschen Übersetzung noch einmal lesen soll, um vielleicht etwas mehr mitzunehmen oder Dinge im Buch anders zu sehen. Was ich jedoch sicher weiß ist, dass dieses Buch keine Lektüre für zwischendurch ist, sondern die uneingeschränkte Aufmerksamkeit einfordert.

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    • 2
  • Roys zweiter Roman

    The Ministry of Utmost Happiness
    Bella5

    Bella5

    19. July 2017 um 11:59

      “The Ministry Of Utmost Happiness“ ist meines Erachtens eine fiktionalisierte Gesellschaftskritik beziehungsweise ein fiktionalisiertes politisches Manifest, was eigentlich nicht verwundert, wenn man etwas  über das Leben und Wirken der Aktivistin, Journalistin und Man Booker Preisträgerin Arundhati Roy weiß. Auf eine Inhaltsangabe verzichte ich in dieser Besprechung. Nach ihrem Erstling “The God Of Small Things“ habe ich mich sehr über die Roman – Neuerscheinung  “The Ministry Of Utmost Happiness“ gefreut. Der Roman deckt meines Erachtens ein breites Spektrum an Themen ab, auch wenn es keine ausführliche Geschichte des südasiatischen Vielvölkerstaates ist: Die Konfliktgeschichte des indischen Subkontinents, Indien – Pakistan – Bangladesch. Die soziale Frage, die religiöse Frage, die Umweltschutzdebatte, die Genderproblematik und Feminismus. Zentral im Text wird der Kaschmir – Konflikt behandelt. Die Autorin nimmt hier eine mehr oder weniger kontroverse Position ein, ganz die streitbare Intellektuelle. Stilistisch und sprachlich bewegt sich der Roman auf hohem Niveau, den patchworkartigen Stil muss man jedoch mögen. Ich mochte das code – switching besonders gern. Während der Lektüre fragte ich mich, ob die Erzählung überhaupt einen plot hat ? Sozialkritik übt Roy meines Erachtens schon durch die Auswahl ihrer Protagonisten. Als anfänglicher roter Faden dient jedenfalls das Leben der Hijra Anjum/Aftab. Aftab/Anjum, der als Intersexueller geboren wurde, kämpft um das eigene Lebensglück, um Akzeptanz. Das „dritte Geschlecht“ Indiens wird hier anhand der Figur Anjum/Aftab porträtiert. Überhaupt zeigt Roy große Empathie für Außenseiter und Underdogs, was mir sehr gefallen hat. Sie kritisiert auch das Kastenwesen und die riesigen sozialen Unterschiede in Indien, die besonders in einer Stadt wie Delhi sichtbar werden. Das technisierte Indien trifft hier auf eine mittelalterliche Armut. Der Gegensatz Metropolregion versus Peripherie ist auch ein Thema des Buches. Der Roman regte mich auf jeden Fall zum Weiterlesen an, auch wenn ich über einige Aspekte in Ansätzen etwas wusste. Leser, die über die Geschichte Indiens nichts wissen, könnten sich mit dem Roman schwer tun. Ihnen empfehle ich  Dietmar Rothermunds „Geschichte Indiens“ als Einstieg. Auf keinen Fall darf man von Roys zweitem Roman eine zuckersüße Bollywoodsaga erwarten, auch wenn es zum Schluß ein happy ending gibt. Der Roman verlangt dem Leser ferner einiges an Sitzfleisch ab, da es große Längen und eine Vielzahl von Personen in der Geschichte gibt. Man muss sich den Text regelrecht „erarbeiten“ und hat teils das Gefühl, den roten Faden verloren zu haben. Trotzdem ist die Geschichte lesenswert, es ist nun mal keine schnöde Unterhaltungsliteratur. Die fragmentierte Erzählweise macht das Buch jedoch zu einem modernen Roman, der stark polarisiert. Das Werk spricht meines Erachtens eine universale Leserschaft an, obschon ein europäischer oder „westlicher“ Leser das Buch sicher anders rezipiert als ein indischer. Fazit: Es gibt Längen in der Erzählung und “The Ministry Of Utmost Happiness“ ist keine Lektüre für Zwischendurch. Trotzdem ist der Roman ein gutes Buch, das  zum Nachdenken anregt.

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  • The ministry of utmost happiness

    The Ministry of Utmost Happiness
    Fornika

    Fornika

    19. July 2017 um 10:10

    Anjum kommt in Delhi als Mann-Frau zur Welt. In der indischen Gesellschaft lebt sie als Außenseiter, in den Zeiten des politischen und sozialen Umbruchs auch gefährlich. Tilo steht eine Generation später zwischen drei Männern. Alle drei kämpfen ihrer ganz eigenen Kampf.  Ich war selten so versucht, die Inhaltsangabe einfach vom Buchrücken zu kopieren. Nicht weil ich ein einfallsloser Mensch bin, sondern weil ich vergeblich den roten Faden gesucht habe. Gemeinsamer Nenner aller Handlungsfragmente: Indien, viel Politik, viel jüngere Geschichte, Gewalt. Und Babies. Irgendwie tauchen viele Waisenkinder auf. Die Autorin macht einem das Leserleben nicht etwa durch chronologisches Erzählen leichter, sondern springt von A nach M zurück zu Z und wieder zu B. Anjum, die man zu Beginn lang begleitet, verschwindet plötzlich so abrupt von der Bildfläche, dass man sich in einem anderen Buch wähnt. Ich mag fragmentarisches Erzählen eigentlich gerne, aber hier wurde definitiv übertrieben und allenfalls gegen Ende hatte ich sowas wie einen Durchblick. Da war mein Interesse aber schon lange den Ganges hinuntergegangen. Die Autorin erwartet vom Leser sehr viel Hintergrundwissen über die jüngste indische Geschichte, geschenkt wird einem nichts. Somit war ich sowohl von fiktiver wie auch realer Handlung schnell überrannt und wähnte mich in all dem politischen Wirrwarr immer wieder in einem Sachbuch. Inhaltlich konnte mich das Buch also leider überhaupt nicht überzeugen. Sprachlich ist es sehr ansprechend, die Autorin hat einen Blick für Details und kann eine sehr dichte Atmosphäre schaffen. Aber diese erzählerische Kunst geht eben schnell in der Handlung unter, sodass die Lektüre für mich eher Qual als Genuss war.

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