Arwed Messmer Zelle

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Inhaltsangabe zu „Zelle“ von Arwed Messmer

Am 27. Februar 1975 wurde der Westberliner CDU-Politiker Peter Lorenz von der Bewegung 2. Juni entführt. Gibt man heute die Schlüsselbegriffe in eine Internet-Suchmaschine ein, erscheint nur ein Foto, das (noch) im kollektiven Bildgedächtnis verankert ist. Es zeigt Peter Lorenz auf einem mehrfach reproduzierten, unscharfen Foto als Opfer in seiner Zelle. Versteckt im Archiv aber hat ein bisher unbekanntes Konvolut aus circa 3000 Negativen die Zeit überdauert. Sie entstanden im Rahmen der Ermittlungen des Berliner Staatsschutzes, darunter auch die Dokumentation eines minutiösen Reenactments der Polizei aus den Originalbaustoffen des Kellerraums. Im Gegensatz zu den Ereignissen im Deutschen Herbst 1977 ging diese Entführung unblutig zu Ende.
In seiner künstlerischen Arbeit setzt Arwed Messmer die Archivmaterialien durch eine Reihe von Entscheidungen über Material, Größe, Ausschnitt und Platzierung zueinander in Beziehung, erschließt sie so erstmalig visuell und verknüpft sie in seiner nicht linearen Erzählung mit eigenen Fotos.

Ausstellung: Museum Folkwang, Essen 9.6.–3.9.2017

Der etwas andere Blick auf jüngste geschichte

— Vielhaber_Juergen

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    Zelle

    Vielhaber_Juergen

    09. August 2017 um 11:20

    Ausgehend vom momentan oft beschriebenen 2.Juni 1967zeigen die Aufnahmen aus der Eigenproduktion der Berliner Schutzpolizei auch die massive Gewalt, die gegen Demonstranten ausgeübt wurde.Dies führte bei einigen zu einem Radikalisierungsschub und indirekt zu Ereignissen wie der Entführung des CDU- Politikers Lorenz im Februar 1975. Eine bis dahin nicht gelkannte Großfahndung überzog West-Berlin.Als Pfand für Lorenz wurden Gesinnungsgenossen aus der Haft befreit.Die Fotos zeigen Ina Siepmann und die später oft erwähnte Verna Becker.Der Kriminalfall sei auserzählt,sagr Fotograf Messmer unlängst dem WDR.Da kann man geteilter Meinung sein. Messmers Blick ist der fotografische, er löst die Aufnahmen aus dem Kontext und ermöglicht so neue Blickweisen.West-Berliner Ermittleralltag in Schwarz-Weiß, Fritz Teufel und Gabriele Rollnik nach ihrer Verhaftung im September 1975.Aber auch Farbaufnahmen von den Altbauwohnungen ind den Farben der Hippiezeit, mutmaßlich von Sympathisanten. Unwillkürlich schweift der Blick über die Titel der vielen Bücher, die angepinnten Fotos.Ein längst vergessenes Millieu wird sichtbar.Ein großartiges Buch, erzählt es doch mehr über diese Zeit als die zahlreichen Rückblicke.Eine Fortsetzung zum Deutschen Herbst, aber auch der Ära von 67-77, erscheint Ende September.Im Essener Folkwang-Museum läuft noch bis 3. September die Ausstellung RAF-NO EVIDENCE. Sehr sehenswert...

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