Asfa-Wossen Asserate Ein Prinz aus dem Hause David

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Inhaltsangabe zu „Ein Prinz aus dem Hause David“ von Asfa-Wossen Asserate

1974: Sein Vater, Präsident des äthiopischen Kronrats, wird von den Generälen der Revolution erschossen, seine Mutter und seine Geschwister gefangengenommen, das Hab und Gut der Familie beschlagnahmt. Über Nacht wird das Gastland Deutschland, in dem er studiert, zum Ort des Exils. Seine Pläne, nach Äthiopien zurückzukehren, werden durch die neue politische Situation von heute auf morgen zunichte gemacht. Prinz Asfa-Wossen Asserate erzählt vom Glanz des Kaiserhofs, seiner Zeit an der Deutschen Schule in Addis Abeba und vom Leid der Revolution. Er erzählt, wie er jahrzehntelang um seine Familie kämpfte, wie er in Deutschland neu anfing und nach seinen Studien in Tübingen und Frankfurt am Main die Deutschen und deren große Dichter und Denker kennen- und liebenlernte: der Fremde, der blieb.

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  • Rezension zu "Ein Prinz aus dem Hause David und Warum er in Deutschland blieb" von Asfa-Wossen Asserate

    Ein Prinz aus dem Hause David

    ChiefC

    09. October 2007 um 15:17

    Asfa-Wossen Asserate hat mit Manieren" einen brillant geschriebenen Bestseller-Erfolg gelandet. Vor kurzem hat Asserate, der als äthiopischer Prinz geboren wurde und aufgewachsen ist, seine Lebensgeschichte "Ein Prinz aus dem Hause David" vorgelegt und auch sie ist absolut lesenswert. Asserate lebt seit 1968 in Deutschland und arbeitet heute in Frankfurt als Unternehmensberater für Afrika und den Mittleren Osten. Der Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie ist von Kindheit an mit der deutschen Sprache und Kultur verbunden. Er gehörte 1968 zu den ersten Abiturienten der Deutschen Schule in Addis Abeba und zeigte sich schon dort von deutschen Phänomenen fasziniert, nicht nur von den Klassikern sondern auch von Kuckucksuhren und kölschem Karneval - der an seiner Schule gefeiert wurde. Nach dem Abitur beginnt er in Tübingen sein Studium. Er tritt einer Studentenverbindung bei und sitzt mit Anzug und Krawatte in seinen Vorlesungen. Wohlgemerkt, wir schreiben das Jahr 1968!!! Ganz ohne kleine Kulturschocks übersteht Asserate die ersten Jahre in Deutschland nicht. Doch es überwiegt die Liebe zu diesem Land, das sich selbst oft so wenig liebenswert findet. Der Prinz, der einer der ältesten Monarchien der Welt entstammt, singt in seiner soeben erschienen Autobiographie ein anrührendes Loblied auf Dinge, die hierzulande gerne als spießig und rückständig verunglimpft werden. So mag er die Vielfalt der deutschen Dialekte ebenso wie das kleinstädtische Leben, das sich seiner Tradition verbunden wisse. Doch in seinem Buch Ein Prinz aus dem Hause David und warum er in Deutschland blieb" geht es nicht nur um die Deutschen - und das ist gut so. Denn Prinz Asfa-Wossen beschreibt nicht nur spannend sein Aufwachsen in der kaiserlichen Familie Äthiopiens. Er schildert auch die tragische Geschichte, die dieses afrikanische Land in den letzten Jahrzehnten erduldet hat, und die untrennbar mit der Geschichte seiner eigenen Familie verbunden ist. Sein Vater wurde 1974 von den Rebellen ermordet, die Äthiopien später bis 1991 in eine sozialistische Diktatur verwandelten. Seine Mutter und seine Geschwister waren viele Jahre lang in Haft, ihr Schicksal ungewiss. Doch der Prinz kämpfte nicht nur für die Freilassung seiner Verwandten sondern auch für die anderen Menschen in Ätiopien. Bereits 1975 gründete er vom Exil aus die erste äthiopische Menschenrechtsorganisation und 1994 rief er Orbis Aethiopicus" ins Leben, eine Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung der äthiopischen Kultur. Diese Kultur hat eine 3000-jährige Tradition. Der letzte Kaiser Haile Selassie galt als 225. Nachfolger der Königin von Saba und des Königs Salomon und somit auch König Davids. Zu den direkten Vorfahren soll aber auch der Prophet Mohammed gehören. Bereits im vierten Jahrhundert dann trat der König von Axum in Äthiopien zum Christentum über. Der christliche Glaube spielt auch für Prinz Asfa-Wossen eine zentrale Rolle. In einem Interview nennt er Jesus sogar den Begründer der guten Manieren. Denn schließlich war er es, der sagte: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Auch Jesus stammte bekanntlich aus dem Hause David. Deshalb meinte ein Stern"-Reporter leicht provokant zu Prinz Asfa-Wossen: Gottes Sohn - Ihr Ahne." Der Prinz konterte jedoch nonchalant: Ihrer auch. Wir sind ja alle Brüder." Eine schöne Antwort, ein schönes Buch.

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