Eine Handvoll Lila

von Ashley Herring Blake 
4,2 Sterne bei34 Bewertungen
Eine Handvoll Lila
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Absolut lesenswerter Roman!

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Wer ein Faible für besondere Geschichte hat, dem möchte ich Eine Handvoll Lila unbedingt ans Herz legen!

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Inhaltsangabe zu "Eine Handvoll Lila"

Lila lackierte Fingernägel sind das Markenzeichen von Grace und ihrer Mutter Maggie. Dabei könnten sie sonst nicht unterschiedlicher sein: die ehrgeizige Grace will nach der Schule Musik studieren, denn sie ist eine begabte Pianistin. Ihre Mutter dagegen ist das personifizierte Chaos und stolpert von einer schlechten Entscheidung in die nächste, ohne zu verstehen, was sie ihrer Tochter damit antut. Erst als Eva in ihr Leben tritt, glaubt Grace, sich mit ihrer Hilfe endlich aus den Fängen ihrer Mutter und der engen Kleinstadt befreien zu können. Doch als Maggie immer mehr an Bodenhaftung verliert, steht auch die Zukunft der beiden Mädchen auf dem Spiel. Jetzt ist es an Grace, sich und Eva zu retten, und endlich zu lernen, wie man liebt und wie man loslässt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783734850301
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:Magellan
Erscheinungsdatum:18.01.2018

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Rezensionen und Bewertungen

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    LillianMcCarthys avatar
    LillianMcCarthyvor 4 Monaten
    Wichtige Thematik

    WARUM WOLLTE ICH ES LESEN? Ich bin ein großer Fan des Magellan Verlags und dies war eines von drei Büchern, die ich mir aus dem aktuellen Programm gepickt habe.

    HAT ES MEINE ERWARTUNGEN ERFÜLLT? Ja das hat es! Es hat mich sogar an der einen oder anderen Stelle überrascht.

    WAS HAT MIR GUT GEFALLEN? Es war eine erfrischende und endlich einmal andere zeitgenössische Geschichte mit einer interessanten Themenkonstellation. Wir haben auf der einen Seite ein LGTBQ+ Buch und auf der anderen Seite beschäftigt es sich mit allem, was es bedeutet, keine Mutter zu haben bzw. auf eine Mutterfigur verzichten zu müssen. Auch Grace fand ich wunderbar sympathisch und vor allen Dingen sehr realistisch dargestellt.

    WAS HAT MICH GESTÖRT? Obwohl so gut wie alles an dem Buch zauberhaft ist, kam ich anfangs sehr schlecht in die Geschichte rein. Ich weiß nicht, ob das ein rein persönliches Empfinden ist oder ob sich jeder anfangs schwer tut aber es war schade, um das tolle Buch, weshakb es umso mehr in meine Bewertung eingeflossen ist.

    FAZIT. Trotz sehr schwachem Anfang konnte mich Eine Handvoll Lila in seinen Bann ziehen. Grace ist eine tolle und realistische Protagonistin und die Themenauswahl, besonders der LGBTQ+ Schwerpunkt war toll. Ein absolu zu empfehlendes Buch. | ★★★★☆

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    Leni_s avatar
    Leni_vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Absolut lesenswerter Roman!
    Absolut lesenswerter Roman!

    Kurz zum Inhalt
    Grace ist gerade auf dem Rückweg von ihrem Klavier-Workshop, da eröffnet ihr ihre Mutter, dass sie umziehen, naja, schon umgezogen sind - zu Maggies neuer Flamme Pete. Wirbelsturm Maggie hat mal wieder zugeschlagen. Wie lange sie wohl dieses Mal dort wohnen werden bevor die Beziehung zerbricht...? Als Grace zum Strand geht, um sich zu beruhigen, trifft sie auf Eva. Eva, die vor kurzem ihre Mutter verloren hat und jetzt von der Familie von Grace's besten Freund aufgenommen wurde. Eva, die eine ganz besondere Kraft auf Grace wirken lässt. 
    Doch das nächste Desaster ausgelöst von Maggie naht schon. Kann Grace Eva vor der Zerstörungswut retten?

    Zitat
    》Ich lasse alles aus mir auf die alten Tasten strömen. Es ist wie ein Rausch, ein völliges Loslassen, und ich kann wieder denken.《

    Meine Meinung
    Hach, auf diesen Roman habe ich mich schon gefreut. Es ist der erste, den ich vom Magellan Verlag erhalten habe - danke dafür!
    Gespannt habe ich also die erste Seite aufgeschlagen und schwupps - da waren 30 Seiten gelesen. Ich denke, das sagt schon einmal einiges aus. 
    'Eine Handvoll Lila' ist einfach geschrieben - locker und leicht. Der Lesefluss war entspannend und angenehm. Ich konnte mich ganz einfach und schnell in Grace's Welt hineindenken. Ich habe mit ihr mitgefiebert, dass dieses Mal einfach alles gut wird und war doch neugierig, was Maggie als nächstes ausfressen wird.
    Grace Gefühlswelt ist einfach perfekt dargestellt. Ihre Handlungen konnte ich nachvollziehen. Besonders auch, warum sie erneut den Schlamassel ihrer Mutter gerade biegt, obwohl diese dafür kein bisschen Dankbarkeit zeigen kann. Es kam genau richtig rüber; Handlungen aus Liebe und Zuneigung und nicht aus Naivität.
    Die Figuren kamen mir sehr liebevoll und mitfühlend vor, sodass auch ich persönlich ein Gefühl von Familie bekam. 
    Süß fand ich auch das LGBTQ-Element. Es wirkte keineswegs erzwungen nach dem Motto 'Die Leute beschäftigen sich damit und deshalb muss das jetzt auch in meinen Roman'. Grace's und Eva's Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Ihre Liebe war einfach wundervoll und aufbauend.
    Und jetzt einmal die ganz objektiven Sachen: Der Roman ist unfassbar schön gestaltet. Das tolle Cover, das außergewöhnliche Format mit dem geradem Buchrücken und bei jedem Kapitel ein kleines Klavier - ein Augenschmaus.
    Eine wundervolle Leseempfehlung von mir: ★★★★★ von 5 Sterne.

    Eckdaten
    Genre: Jugendroman
    Seitenanzahl: 352 Seiten
    Preis: 18,00 €
    Verlag: Magellan

    Klappentext
    Lila lackierte Fingernägel sind das Markenzeichen von Grace und ihrer Mutter Maggie. Dabei könnten sie sonst nicht unterschiedlicher sein: die ehrgeizige Grace will nach der Schule Musik studieren, denn sie ist eine begabte Pianistin. Ihre Mutter dagegen ist das personifizierte Chaos und stolpert von einer schlechten Entscheidung in die nächste, ohne zu verstehen, was sie ihrer Tochter damit antut. Erst als Eva in ihr Leben tritt, glaubt Grace, sich mit ihrer Hilfe endlich aus den Fängen ihrer Mutter und der engen Kleinstadt befreien zu können. Doch als Maggie immer mehr an Bodenhaftung verliert, steht auch die Zukunft der beiden Mädchen auf dem Spiel. Jetzt ist es an Grace, sich und Eva zu retten, und endlich zu lernen, wie man liebt und wie man loslässt.

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    AnnieHalls avatar
    AnnieHallvor 4 Monaten
    Eine berührende Geschichte...

    Eine Handvoll Lila ist ein Jugendbuch von Ashley Herring Blake und 2018 im Magellan Verlag erschienen.

    Die ehrgeizige Grace ist eine begabte Pianistin und möchte nach der Schule Musik studieren. Ihre Mutter Maggie ist das personifizierte Chaos und stolpert von einer schlechten Entscheidung in die nächste. Lediglich die Vorliebe für lila lackierte Fingernägel haben Mutter und Tochter gemeinsam. Als Grace Eva begebnet, glaubt sie, sich mit ihrer Hilfe endlich aus den Fängen ihrer Mutter und der engen Kleinstadt befreien zu können. Doch als Maggie immer mehr an Bodenhaftung verliert, steht auch die Zukunft der beiden Mädchen auf dem Spiel. Jetzt ist es an Grace, sich und Eva zu retten, und endlich zu lernen, wie man liebt und wie man loslässt...

    Ashley Herring Blake hat einen berührenden und nachdenklichen Roman über Beziehungen und das Erwachsenwerden geschrieben. Feinfühlig beleuchtet sie eine junge Liebe und eine problematische Mutter-Tochter-Beziehung und zeigt, dass man den Familienzusammenhalt nicht über das eigene Wohlergehen stellen darf. Grace ist eine willensstarke Protagonistin, die sich ihrer Mutter gegenüber mitunter erschreckend loyal verhält, statt für ihre Träume zu kämpfen, aber mit der Zeit lernt, für sich einzustehen.

    Eine emotionale Geschichte mit authentischen Charakteren und einer zarten Liebesgeschichte, bewegend, realistisch und fesselnd.

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    Büchermonas avatar
    Büchermonavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Wer ein Faible für besondere Geschichte hat, dem möchte ich Eine Handvoll Lila unbedingt ans Herz legen!
    Was für eine bewegende Geschichte!

    Kurzbeschreibung:
    Lila lackierte Fingernägel sind das Markenzeichen von Grace und ihrer Mutter Maggie. Dabei könnten sie sonst nicht unterschiedlicher sein: die ehrgeizige Grace will nach der Schule Musik studieren, denn sie ist eine begabte Pianistin. Ihre Mutter dagegen ist das personifizierte Chaos und stolpert von einer schlechten Entscheidung in die nächste, ohne zu verstehen, was sie ihrer Tochter damit antut. Erst als Eva in ihr Leben tritt, glaubt Grace, sich mit ihrer Hilfe endlich aus den Fängen ihrer Mutter und der engen Kleinstadt befreien zu können. Doch als Maggie immer mehr an Bodenhaftung verliert, steht auch die Zukunft der beiden Mädchen auf dem Spiel. Jetzt ist es an Grace, sich und Eva zu retten, und endlich zu lernen, wie man liebt und wie man loslässt.


    Was für eine bewegende Geschichte!

    Das Cover von Eine Handvoll Lila von Ashley Herring Blake hat mich erst auf das Buch aufmerksam gemacht. Es ist so detailliert und liebevoll gestaltet – daran kann man einfach nicht vorbeigehen.

    Ehrlich gesagt hätte ich eine viel leichtere und süßere Geschichte erwartet. Ich hatte gedacht, es würde hauptsächlich um die aufflammenden Gefühle zwischen Grace und Eva gehen. Aber tatsächlich steckt doch auch eine sehr ernste Seite in dem Buch. Viel mehr Dramatik, als eigentlich gedacht. So viel mehr Freundschaft und Loyalität. So viel mehr Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und schlussendlich doch die Kraft, über sich hinauszuwachsen.

    Es ist eine Geschichte über die ersten eigenen, wichtigen Entscheidungen.
    Die Liebe zwischen Grace und Eva ist so echt, so kompliziert und so völlig ohne Kitsch – das hat es mir sehr angetan.

    Ich weiß kaum, wie ich meine Empfindungen in Worte fassen soll.
    Ashley Herring Blake hat eine sehr einfühlsame Art, eine Geschichte zu erzählen. Sie hat mich sehr bewegt. Sie hat in mir den Wunsch geweckt, zwei junge und sehr empfindsame Menschen unbedingt beschützen zu wollen.
    Ich habe mit Grace und Eva viel gelitten, aber auch gelacht und geliebt.
    Gerade in der ersten Hälfte erschien mir Grace aber auch oft sehr egoistisch und ihr fehlt komplett der eigene Durchblick, die eigene Meinung. Da zog es sich hin und wieder und die Spannung fehlte.
    Eva blieb mir, wenn ich im Nachhinein so darüber nachdenke, oft ein wenig fremd. Ich hätte gerne mehr über sie erfahren.
    Luca, der beste Freund von Grace, ist wirklich ein Goldstück und er opfert sich teilweise wirklich für Grace auf.

    Wahrscheinlich liest sich das alles komplett unzusammenhängend. Zwischendurch musste ich mich richtig vom Text loseisen, um die Geschichte stückweise sacken zu lassen. Meine Wut, meine Verwirrung, meine bewegten Gefühle kurz mal wieder zu sortieren. Nach dem Lesen habe ich das Buch zugeschlagen und wusste nicht, wohin mit mir. Und so geht es mir auch jetzt noch, wo ich nur wenige Stunden später diese Zeilen schreibe.

    Eine Handvoll Lila hat mich berührt. Es ist ein Buch mit sehr vielen Facetten. Wer ein Faible für besondere Geschichte hat, dem möchte ich Eine Handvoll Lila unbedingt ans Herz legen! Auch wenn es zu Beginn vielleicht einen Moment braucht, bis man mit Grace warm wird – man sollte dran bleiben!

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    Tanja_Radis avatar
    Tanja_Radivor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Vorhersehbar aber auch schön!
    So schwer ist die Pubertät

    Eine Handvoll Lila handelt von Grace, die neben den alltäglichen Schwierigkeiten der Pubertät noch einiges anderes zu bewältigen hat. So ist sie eine begabte Pianistin und muss sich entscheiden, ob sie sich darin ausbilden lässt. In Sachen Liebe mag sie nicht einfach nur Jungs, sondern auch Mädchen. Und ihre Mutter ist als Alleinerziehende auch noch überfordert.


    Der Schreibstil von Ashley H. Blake ist flüssig und leicht zu lesen. Das Buch ist aus Ich-Erzählperspektive geschrieben und genau darin lag für mich das Problem. Die Denkweise von Grace war für mich nicht authentisch und realistisch. So reflektiert ist in meinen Augen niemand in ihrem Alter.

    Schön fand ich, wie das Thema Homosexualität angegangen wurde. Die Autorin nimmt das Thema ganz selbstverständlich auf. Es liest sich wunderbar. Zurück bleiben keine Zweifel, sondern das Gefühl, der eine ist so der andere ist so, und das ist richtig und gut.

    Ich glaube, dass dieser Gedanke auch der Grund für die Weisheit ist, die Ashley H. Blake ihrer Protagonistin mitgegeben hat. Für Jugendliche in der Selbstfindungsphase ist es sicher ein empfehlenswertes Buch. Denn es macht Mut anders zu sein, sich treu zu bleiben und sich selbst wertzuschätzen. Beim Ende des Buches gibt es dadurch allerdings auch keine Überraschungen. 

    Ich bin leider kein verwirrter Teenager und bin deshalb nicht ganz überzeugt von diesem Buch.

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    MagicAllyPrincesss avatar
    MagicAllyPrincessvor 5 Monaten
    bewegend, ehrlich!!!

    Inhalt:

    Die Farbe lila bzw. lila lackierte Fingernägel haben eine sehr wichtige Bedeutung für Grace und ihre Mutter. Doch dies ist auch die einzige Gemeinsamkeit der beiden Frauen. Grace ist eine begabte Pianistin und möchte nach ihrem Highschoolabschluss in New York Musik studieren. Mutter Maggie hingegen stolpert von einer Beziehung in die nächste und ist auch in allen anderen Lebenslagen ohne Grace oft vollkommen aufgeschmissen. Durch den ständigen Partnerwechsel, wohnen die beiden nie lange in einer Wohnung, sodass Grace das Gefühl ein zu Hause zu haben, nur durch ihren besten Freund Luca und seine Mutter Emmy kennt, denn dort fühlt sie sich wohl, geborgen und geliebt. Als Eva zu Emmy zieht, wird diese schnell ein fester Bestandteil von Grace Alltag. Mit ihr gemeinsam kann Grace alles schaffen. Doch Maggie zieht ihre Tochter immer wieder aufs Neue zurück in ihr Chaos, sodass auch die Zukunft der beiden Teenager auf dem Spiel steht. So kommt der Tag, an dem Grace sich endgültig entscheiden muss, denn nur dann, kann sie sich selbst retten.

    Meinung:

    Wie alle Bücher des Magellan Verlags, ist auch „Eine Handvoll Lila“ von Ashley Herring Blake ein sehr besonderes und gefühlvolles Buch. Auch das Cover ist wie gewohnt ein wunderschöner Eycatcher, daher war ich ganz besonders neugierig auf diese Geschichte.

    Als Grace von einem zweiwöchigen Klaviertraining zurück kommt, stellt Mutter Maggie ihre Tochter vor vollendete Tastsachen. Ein weiteres Mal hat Maggie die Zelte in ihrer Wohnung abgebrochen, sich von ihrem Exfreund getrennt und sowohl ihre, als auch die Habseligkeiten von Grace in deren neue Bleibe und somit zu ihrem neuen Partner umgesiedelt. Auch wenn Grace diese ständigen Umzüge hasst, begleitet sie ihre Mutter notgedrungen. Grace gefällt es trotz einiger Umstände gut in ihrem neuen Heim, denn dieses grenzt an den Leuchtturm von Cape Katherine an, denn der neue Freund ihrer Mum hat den Job als Leuchtturmwärter übernommen. Dennoch ist das einzige zu Hause, das Grace kennt und in dem sie sich rundum geborgen fühlt, dass ihres besten Freundes Luca und seiner Mutter Emmy. Die beiden verhalten sich mehr wie Familienmitglieder, als Maggie es tut. Grace hat ihren Vater sehr früh verloren. Dies wiederum hat ihre Mutter niemals überwunden, sodass Maggie nicht nur ständig ihre Partner wechselt und sich großen Mengen an Alkohol hingibt, sondern sich auch kaum um Grace kümmert. Im Laufe der Jahre haben die beiden die Rollen getauscht, Grace fühlt sich stets für ihre Mum verantwortlich. Sie ist ein richtiges Genie am Klavier, möchte nach ihrem Schulabschluss in New York Musik studieren, doch plagen Grace Dauerängste, Maggie alleine zu lassen. Als sie Eva, die gerade ihre Mutter verloren und mit diesem schmerzvollen Verlust zu kämpfen hat, kennenlernt, steht ihr Leben plötzlich Kopf. Die beiden kommen sich langsam näher, geben sich Halt und sind füreinander da. Mit der Zeit entwickelt sich eine starke und sehr bewegende Liebe zwischen den Teenagerinnen. Grace fühlt sich mit Eva an ihrer Seite glücklich und blickt optimistisch in die Zukunft. Doch dann bringt Maggie, wie so oft, alles ins Wanken, sodass Grace Wünsche und ihre Ziele unerreichbar scheinen.

    Da ich bereits sehr viele Bücher des Verlags gelesen habe, wusste ich von Anfang an, dass ich nicht nur eine wunderschöne Geschichte vor mir habe, sondern ein tiefgreifendes Buch, dass mich mit Sicherheit sehr berühren und ein Stück weit mitnehmen würde. Ganz besonders interessant finde ich, dass in „Eine Handvoll Lila“ die äußerst komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung im Vordergrund steht. Autorin Ashley Herring Blake setzt sich sehr intensiv mit dieser Thematik auseinander und schildert eindrucksvoll all die Geschehnisse im verkorksten Leben von Maggie und Grace. Ich konnte absolut nachvollziehen, dass Grace oft zwiegespalten ist, denn trotz all dem Chaos und der schlimmen Dinge, die sie dank ihrer Mum durchmachen muss, liebt sie Maggie trotzdem. Denn Grace hat nach wie vor die schwache Hoffnung, dass Maggie es irgendwann einmal schafft, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Dennoch konnte ich das Verhalten von Maggie kaum nachvollziehen. So unfassbar schlimm der Tod ihres Mannes auch ist, hat sie dennoch eine große Verantwortung gegenüber ihrer Tochter. Mal ganz zu schweigen davon, dass sie Grace auch bedingungslos lieben sollte. Natürlich ist mir bewusst, dass Maggie sehr labil und Alkoholabhängig ist, dennoch ist sie unfassbar naiv und trifft ständig die falschen Entscheidungen.

    Ich hatte oft Mitleid mit Grace, habe sie aber auch für ihre Stärke und ihr Durchhaltevermögen bewundert.

    Den zweiten wichtigen Part nimmt die zarte Beziehung zwischen Grace und Eva ein, die sich im weiteren Verlauf der Geschichte deutlich intensiviert. Grace tut alles Erdenkliche, um Eva zu helfen und diese zu unterstützen. Auch Grace fühlt sich in Evas Gegenwart rund um wohl und sicher. Dieses Gefühl kennt sie ansonsten nur, wenn sie Zeit mit ihrem besten Freund Luca und seiner Mum verbringt. Auch die Beziehungen zu Luca und Emmy sind sehr tiefgründig und nehmen einen großen Teil der Geschichte ein, was mir ebenfalls extrem gut gefiel. Die unterschiedlichsten Gefühle stehen in diesem Buch definitiv im Fokus, die Story ist daher durchgehend berührend und zeigt dem Leser auf, wie wertvoll wichtige Menschen sind und wie viel man trotz herber Rückschläge gemeinsam erreichen kann.

    Die Farbe lila hat ebenfalls eine große Bedeutung, sodass der Titel ganz wunderbar gewählt ist. Und auch das Cover passt einfach perfekt zum Inhalt!

    Das Ende ist ein wenig offen, dennoch hat Ashley Herring Blake dieses so gelenkt, dass ich mir auch die weitere Zukunft von Grace perfekt vorstellen konnte.

    Fazit:

    „Eine Handvoll Lila“ von Ashley Herring Blake ist ein emotionales und tiefgreifendes Buch, das berührt, fesselt und gefangen nimmt, aber auch zum lächeln bringt und Hoffnung schöpfen lässt. Protagonistin Grace habe ich durch ihren unbändigen Willen und ihre Kraft sehr ins Herz geschlossen. Sie geht den oft steinigen Weg meist voller Optimismus und findet gerade dadurch auch ihr Glück!

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    D
    Dropdeadcriticalvor 5 Monaten
    Zwei mutterlose Mädchen

    Grace ist eigentlich ein halbwegs normales Mädchen, wenn man davon absieht, dass ihre Mutter absolut unzuverlässig ist und daher alle Verantwortung auf ihrer Tochter ruht. Diese ist leidenschaftliche Pianistin, arbeitet allerdings noch nebenbei, um sich und ihre Mutter über die Runden zu bringen. Dann taucht Eva auf und zwischen den beiden Mädchen entwickelt sich eine zarte erste Liebe.

    Persönliche Meinung:
    Erstmal, das Cover ist wirklich kreativ und liebevoll gestaltet, modern und stilvoll und durch die zarte Farbgebung aus weiß, schwarz und Pastelviolett ruhig, fast schon unauffällig. 

    Dabei war vor allem der Unterschied zwischen Klappentext und Handlung überraschend. Die Geschichte greift mehr Themen auf als nur Erwachsenwerden, Akzeptanz und erste Liebe. Auch eher düstere Thematiken wie Trauerverarbeitung (oder Scheitern selbiger), Alkoholismus und kaputte Familien entwickeln sich schnell zu Hauptthematiken, die die Liebe zwischen Eva und Grace manchmal fast schon überschatten.
    Die Protagonistin Grace und ihre Handlungen sind identitätsnah und nachvollziehbar,wenn sie auch teilweise ein wenig mürrisch ist. Wer kann es ihr verdenken, in ihrer Situation.
    Besonders ihre Sorge um ihre Mutter und die Schuldgefühle, wenn sie von einem eigenen Leben träumt, sind realistisch dargestellt. Obwohl ihre Mutter sie immer wieder verletzt, fühlt sie sich dennoch verantwortlich und merkt erst im letzten Augenblick, dass sie anders handeln muss, damit sich das Leben zum besseren verändert.
    Die Beziehung zu Eva, die erst vor kurzem ihre Mutter verloren hat, ist dabei wirklich liebevoll beschrieben. Von der ersten Begegnung am Strand bis zum ersten Kuss, nichts scheint zu gehetzt. Im Gegenteil, wie im richtigen Leben werden auch die Phasen des Nichtwissens und der Unsicherheit über die Beziehung durchlebt.
    Dabei liegt der Fokus nicht mehr als nötig darauf, dass es eine gleichgeschlechtliche Bezeihung ist. Es wird kein Sonderbezug hergestellt, der Umgang damit ist tolerant und natürlich.
    Die Beziehung zwischen Grace und ihrem besten Freund Luke ist im übrigen wundervoll zu lesen, die beiden harmonieren unglaublich gut miteinander.
    Generell sind Coming-of-age-Romane eigentlich nicht mein Genre (und dementsprechend fehlt mir da wohl auch die Kompetenz, es zu vergleichen), aber der angenehm deteilreiche Schreibstil der Autorin in Kombination mit der liebevoll ausgeabeiteten Story haben mich wirklich dazu gebracht, es innerhalb von einem halben Tag durchzulesen. 

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    Skyline-Of-Bookss avatar
    Skyline-Of-Booksvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Hier geht es um so viel mehr als nur um eine Liebesgeschichte
    Hier geht es um so viel mehr als nur um eine Liebesgeschichte

    Klappentext

    „Lila lackierte Fingernägel sind das Markenzeichen von Grace und ihrer Mutter Maggie. Dabei könnten sie sonst nicht unterschiedlicher sein: die ehrgeizige Grace will nach der Schule Musik studieren, denn sie ist eine begabte Pianistin. Ihre Mutter dagegen ist das personifizierte Chaos und stolpert von einer schlechten Entscheidung in die nächste, ohne zu verstehen, was sie ihrer Tochter damit antut. Erst als Eva in ihr Leben tritt, glaubt Grace, sich mit ihrer Hilfe endlich aus den Fängen ihrer Mutter und der engen Kleinstadt befreien zu können. Doch als Maggie immer mehr an Bodenhaftung verliert, steht auch die Zukunft der beiden Mädchen auf dem Spiel. Jetzt ist es an Grace, sich und Eva zu retten, und endlich zu lernen, wie man liebt und wie man loslässt.“

     

    Gestaltung

    Passend zum Titel „Eine Handvoll Lila“ ist auch das Cover voller verschiedener Lilatöne. Das passt natürlich wie die Faust aufs Auge. Auch die Gestaltung mit den verschiedenen Noten und Notenschlüsseln und der Klaviertastertur, die das Cover zugleich auch in eine helle und eine dunkle Hälfte unterteilt, passt hervorragend, denn die Protagonistin ist Pianistin. Ich finde es auch sehr schön, dass der Titel vor dem dunkleren Teil des Covers mit hellen Lilatönen angeordnet wurde, da er so hervorsticht. Ein rundum gelungenes, stimmiges und zum Buch passendes Cover!

     

    Meine Meinung

    Nach „Liebe ist wie Drachensteigen“ ist nun mit „Eine Handvoll Lila“ das neue Buch von Ashley Herring Blake auf Deutsch erschienen. Da ich bereits „Liebe ist wie Drachensteigen“ von der Autorin gelesen habe und ihren Schreibstil gerne mochte, war ich gespannt auf ihr neustes Werk. Der Klappentext weckte in mir den Verdacht, dass es sich bei diesem Buch um eine Liebesgeschichte zwischen zwei Mädchen handeln würde, doch beim Lesen stellte ich fest, dass noch so viel mehr in diesem Buch steckt!

     

    Natürlich geht es auch um die Liebe zwischen Grace und Eva. Diese entwickelt sich allerdings erst ganz zart im Verlauf der Handlung. Eva ist die Freundin von Grace‘ bestem Freund Luca. Grace hatte bisher auch nur Freunde, war sich aber ihrer Hingezogenheit zum weiblichen Geschlecht bewusst, wodurch es in diesem Buch auch nicht um die Thematik des Coming Outs geht, was ich sehr angenehm fand. Diese beiden Mädchen verlieben sich nach und nach ineinander und dies hat die Autorin für mich sehr authentisch transportiert. Ich konnte die Gefühle gut nachvollziehen und fand es klasse, dass hier nicht alles rasend schnell abgehandelt wurde (nach dem Motto verlieben und sofort zusammen).

     

    Zudem fand ich es spannend mitzuerleben, welche Schwierigkeiten und Konflikte sich aus dieser neuen Liebe ergeben, wobei diese doch eher im Hintergrund blieben. Ich hätte gedacht, dass die Autorin etwas mehr thematisiert, wie es für die Figuren ist, sich ihre neuen Gefühle einzugestehen und was für eventuelle Schwierigkeiten mit den Reaktionen des Umfeldes einhergehen. Aber im Endeffekt hat Ashley Herring Blake hier mit den ruhigen Tönen alles richtig gemacht, denn so lag der Fokus sehr auf den Gefühlen und dem langsamen Sich-Verlieben. Dies hat die Liebesgeschichte realistisch gemacht, da sie sich nicht überstürzt anfühlte.

     

    Ich habe bereits angedeutet, dass es in „Eine Handvoll Lila“ um mehr als nur um eine sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte geht. Vielmehr wird auch das Thema der elterlichen Vernachlässigung des eigenen Kindes angesprochen, denn Grace‘ Mutter Maggie hat nur ihr eigenes Wohl im Kopf und nicht das ihrer Tochter. So ist es an Grace, die Rolle des Erwachsenen zu übernehmen, wodurch sie eine große Bürde zu tragen hat. Dies hat mich wirklich oft mit ihr mitleiden und mitfühlen lassen, denn solch eine Mutter wie Maggie wünsche ich wirklich niemandem. Grace hat mich wirklich beeindruckt, wie sie ihr Leben meistert und wie verantwortungsvoll und selbstbewusst sie doch ist. Eine tolle Figur, die dem Leser Mut für das eigene Leben macht! Vor allem mochte ich auch Grace‘ Erkenntnis, dass es okay ist, wenn sie sich nicht gut fühlt und dass sie auch einmal Schwäche zeigen darf. So geht es in diesem Buch nicht nur um die Liebesbeziehung und die Familienverhältnisse, sondern auch darum, das Glück zu finden, das man verdient hat.

     

    Gefallen hat mir auch die Beziehung zwischen Grace und ihrem besten Freund Luca, denn hier wird endlich einmal eine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau gezeigt, wie sie auch möglich ist: unterstützend, füreinander sorgend und dabei ganz frei von Liebe im Sinne des körperlichen Begehrens. Die Verbindung der beiden wird nicht romantisiert, was sehr erfrischend war. So ist er (zusammen mit seiner Mutter) eine große Unterstützung für Grace, wobei ich mich doch manchmal etwas darüber aufgeregt habe, wie oft das Wohlbefinden von Eva an oberste Stelle gestellt wurde. Da ich so mit Grace und ihrem harten Schicksal mitgelitten habe, war es für mich schwer nachzuvollziehen, wie es sein kann, dass Grace Freunde erwarten, dass Eva nicht verletzt wird. Ich fragte mich an diesen Stellen immer, was denn mit Grace‘ Gefühlen sei.

     

    Nichtdestotrotz fühlten sich für mich die Verbindungen zwischen den Figuren sehr real an und gerade die Beziehung zwischen Grace und ihrer Mutter hat mich in ein Bad der Emotionen geschickt. Über Unverständnis und eiskalte Wut bis hin zu fassungslosem Schock war ich hier in einem wahren Wechselbad gefangen, weswegen mich die Handlung wirklich gefesselt hat. Gerade die Taten der Mutter sorgten für Spannungshochs, die mich emotional mitgerissen haben, da ich so bei Grace war. Dieses Gefühl, nah bei der Protagonistin zu sein, lag nicht zuletzt aber auch an dem grandiosen Schreibstil der Autorin, denn Ashley Herring Blake schreibt poetisch und wortgewandt, wodurch auch die zarten Liebesmomente wunderschön und herzergreifend werden. Es gab immer wieder Stellen, die ich so romantisch und süß fand, dass ich beinahe zerflossen wäre.

     

    Fazit

    „Eine Handvoll Lila“ hat mich sehr dazu angeregt, mit der Protagonistin Grace mitzufühlen und vor allem mitzuleiden, denn in dem Buch geht es nicht einfach nur um eine sich langsam entwickelnde Liebesbeziehung zwischen zwei Mädchen. Vielmehr wird auch die Vernachlässigung des eigenen Kindes durch die Mutter thematisiert und auf eindringliche Weise dargestellt. So habe ich gerade Grace sehr nah an mich herangelassen und mit ihr mitgefühlt, wodurch ich dann manchmal etwas Unverständnis aufgebracht habe, wenn andere Charaktere Evas Wohl an oberste Stelle gestellt haben. „Eine Handvoll Lila“ war für mich ein Wechselbad der Gefühle, das mich vor allem durch die Mutter-Tochter-Beziehung an die Handlung gefesselt hat. Durch die süße Liebesgeschichte gab es aber auch immer wieder romantische Momente, die mich zum Lächeln gebracht haben.

    4 von 5 Sternen!

     

    Reihen-Infos

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    Eva-Maria_Obermanns avatar
    Eva-Maria_Obermannvor 6 Monaten
    Hat Chancen zum Lieblingsbuch

    Seit sie denken kann, lackiert Grace sich die Fingernägel Lila, ganz so wie ihre Mutter es ihr beigebracht hat. Ein sichtbares Zeichen ihrer konkurrenzlosen Verbindung, die Grace zu zerstören droht. Denn ihre Mutter hat den Tod des Mannes nie verkraftet, springt von Blüte zu Blüte und baut immer auf den Halt ihrer Tochter. Die aber hat genug eigene Probleme. Eigentlich will Grace nämlich nach ihrem Abschluss an der Musikschule studieren, Kilometer von ihrer Mutter entfernt, aber kann sie das überhaupt? Und was ist das mit Eva, dem Mädchen, das gerade erst ihre Mutter verloren hat, und das Grace einfach nicht aus dem Kopf geht.

    Mutterkomplexe, genau mein Fall. Doch hier ist es die große Verantwortung des Kindes für das Wohlergehen der Mutter, das im Mittelpunkt steht. Wieviel kann eine Jugendliche tragen, ohne daran zu zerbrechen? Mit einer feinfühligen Psychologisierung geht der Roman dem Crescendo an Gefühlen, das sich in Grace zusammenbraut, auf den Grund. Zwischen Glück und Neid, Angst und Hoffnung spielt sich die ganze Bandbreite an emotionalem Gefälle ab.

    Gelungen ist, dass dabei auch die Nebenfiguren einbezogen werden. Die alkoholkranke Mutter, die Grace gleichzeitig mystisch erhöht und mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit behandelt, der beste Freund, der Grace retten will, aber gleichzeitig seine eigene Geschichte aufarbeiten muss, und natürlich Eva, die verzweifelt Halt in der grotesken Einsamkeit der Mutterlosigkeit sucht. Es ist eine wunderbare Komposition, die zeigt, dass alles Hand in Hand geht und Regen nicht ohne Sonnenschein kommt.

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    Damariss avatar
    Damarisvor 6 Monaten
    Empfindsam und vielfältig, man kommt kaum von den Seiten los.

    So ungewöhnlich ist es gar nicht, die Handlung klingt eigentlich sogar ganz nett. Eine Mutter lackiert sich und ihrer Tochter, schon seit deren Kindheit, die Fingernägel in der gleichen Farbe. Warum? Um ihre Verbundenheit auszudrücken, ihre Einheit als Mutter und Tochter. Und auch als eine Art Ritual, kombiniert mit dem Traum, dass damit ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Die Realität sieht aber so aus, dass die Beziehung zwischen Grace und ihrer Mutter Maggie nicht wirklich als gut bezeichnet werden kann, Grace sogar erkennen muss, dass es nötig werden könnte, sich vom Leben der Mutter zu lösen. Ob und wie ihr das gelingt, thematisiert Ashley Herring Blake in "Eine Handvoll Lila". Eines gelang der Autorin jedoch auf Anhieb; ich konnte mich kaum von den Seiten lösen.

    Schon im ersten Kapitel spürt man als Leser die recht "giftige" Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Vielleicht ist der Begriff giftig nicht ganz richtig, denn beide lieben den jeweils anderen, so wie das in Familien normal sein sollte. Außerdem hat Mutter Maggie eine enorme Anziehungskraft. Es ist vielmehr so, dass es Maggie nicht gelingt, Verantwortung für ihr Leben, und das der Tochter zu übernehmen. Grace muss damit zurechtkommen, ihre Mutter fast wöchentlich aus irgendeinem Schlamassel zu retten und deren Schnellschüsse und Übersprungshandlungen ertragen, bzw. kompensieren. Die Mutter-Tochter-Beziehung verläuft verkehrt herum, in komplett falschen Bahnen, das Leben der beiden ist einfach nur chaotisch.
    Als Grace dann Eva kennen und lieben lernt, ein Mädchen, das selbst mit einem schweren Schicksalsschlag zu kämpfen hat, wird diese unweigerlich von Maggie in Beschlag genommen und somit in die chaotischen Lebensverhältnisse hineingezogen.

    Ab Beginn bin ich durch die Geschichte gerauscht. Ich empfand sie sofort als vollkommen gelungen. Die Autorin schreibt so schwungvoll und gefühlvoll-vereinnahmend, dass man komplett ins Buch eintaucht. Weil ich aber immer viel hinterfrage, kam es mir kurzzeitig so vor, als ob zu viele Themen in die Handlung gepackt wären. Da wäre die Beziehung zwischen Grace und ihrer Mutter (inkl. Alkoholsucht), Grace' sexuelle Identität, Freundschaft und ihre Zukunftsträume/-pläne als Pianistin. Aber nein, am Ende passte alles sehr gut. Man muss es mögen, dass der Roman insgesamt ein wenig überdramatisiert wirkt - es gibt einfach sehr viele Baustellen für Grace -, aber das Leseerlebnis ist durchweg klasse. Vor allem zum Ende hin habe ich sehr mit Grace gebibbert und empfand es als echt und zu Herzen gehend, wie alles gelöst wurde. Sehr schön!

    Fazit
    Ich hatte nach "Eine Handvoll Lila" nicht unbedingt das Bedürfnis, meine Nägel lilafarben zu lackieren ... und das ist gut so und sollte wohl auch nicht so sein. Das Buch hat mich mit seiner gefühlvollen Geschichte stark vereinnahmt, so stark, dass ich es innerhalb kurzer Zeit zu Ende lesen musste, und mir inklusive aller Dramatik ein (fast) perfektes Leseerlebnis beschert. Eine wirklich empfindsamer und vielfältiger Roman. Nicht verpassen! 4,5 von 5 Sterne gibt es von mir.

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    Jeder Fingernagel ist fachmännisch in einer anderen Schattierung Lila lackiert, von Aubergine bis Lavendel.

    »Warum verschiedene Farben?«, fragt sie und streicht weiter mit ihren Fingern über meine.

    Ich ziehe rasch die Hand zurück und schlucke. Ich fahre mit dem eigenen Daumen über ein paar Nägel und teile jedem davon einen stummen Wunsch zu, bevor ich die Arme hinter den Rücken nehme. Den Löffel halte ich immer noch fest.

    »Ach, ein Geheimnis«, sagt sie mit einem schiefen Lächeln. »Verstehe.«

    »Kein Geheimnis.« Ich schaffe es nicht, die Schärfe aus meiner Stimme zu halten. »Es geht dich bloß nichts an.«

    Sie nickt mit undurchdringlicher Miene. »Klar. Eine verrückte Fremde, die am Strand komplizierte Meeresbilder ausmalt und sandige Erdnussbutter verspeist, ist nicht gerade vertrauenerweckend.«

    »Das ist es nicht.«

    »Also gut. Ich bin Eva. Eva Brighton. Jetzt bin ich keine Fremde mehr. Verrückt vielleicht, aber nicht mehr fremd.«

    Ich hole tief Luft. Ich will nicht über meine Nägel oder Lila oder sonst irgendetwas reden, das im Entferntesten mit meiner Mutter zu tun hat.

    »Ich weiß, wer du bist«, antworte ich, um die Aufmerksamkeit wieder auf sie zu lenken. »Ich heiße Grace.«

    Sie bekommt große Augen. »Na, das hat mir gerade noch gefehlt.«

    »Wie bitte?«

    Sie lacht, aber es klingt ein bisschen erschöpft, und es kommen wieder ein paar Tränen aus ihren Augen. Sie wischt sie weg, aber nicht so, als schämte sie sich dafür. Eher als wären sie ihr einfach im Weg. »Du bist Lucas beste Freundin. Super erster Eindruck, was? Verwirrtes Mädchen mit Malbuch und Sandfetisch. Echt klasse.«

    »Mach dir darüber keine Gedanken.«

    Sie nickt, blickt aber weiter in die Gegend anstatt mir ins Gesicht. »Lebst du da?«

    Ich folge ihrem Blick Richtung Leuchtturm und mir stockt der Atem. Was für ein bedeutungsschweres Wort – leben. Man könnte es einfach »existieren« nennen. Das Herz pumpt Blut, die Lunge nimmt Sauerstoff auf. Oder es könnte »sich irgendwo niederlassen« heißen. Ein Teil dessen werden, was einen umgibt.

    »Fürs Erste.«

    »Fürs Erste«, wiederholt sie leise.

     

    Lila lackierte Fingernägel sind das Markenzeichen von Grace und ihrer Mutter Maggie. Dabei könnten sie sonst nicht unterschiedlicher sein: die ehrgeizige Grace will nach der Schule Musik studieren, denn sie ist eine begabte Pianistin. Ihre Mutter dagegen ist das personifizierte Chaos und stolpert von einer schlechten Entscheidung in die nächste, ohne zu verstehen, was sie ihrer Tochter damit antut. Erst als Eva in ihr Leben tritt, glaubt Grace, sich mit ihrer Hilfe endlich aus den Fängen ihrer Mutter und der engen Kleinstadt befreien zu können. Doch als Maggie immer mehr an Bodenhaftung verliert, steht auch die Zukunft der beiden Mädchen auf dem Spiel. Jetzt ist es an Grace, sich und Eva zu retten, und endlich zu lernen, wie man liebt und wie man loslässt.

     

    Ashley Herring Blake hatte schon viele Berufe, aber einem ist sie immer treu geblieben: dem Schreiben. Ob Songtexte, Gedichte oder Romane, Wörter sind ihre Welt. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Nashville, Tennessee.


    Hier könnt ihr 10 Exemplare von Eine Handvoll Lila gewinnen und an der Leserunde teilnehmen. Um in den Lostopf zu hüpfen, beantwortet uns einfach bis 15. Februar folgende Frage:

     

    Was ist eure Lieblingsfarbe und warum?


    Wir wünschen euch viel Spaß beim Mitmachen!

    Euer Magellan-Team

    Zur Leserunde

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