Ashley Ream

 3.2 Sterne bei 125 Bewertungen

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30 Tage und ein ganzes Leben

30 Tage und ein ganzes Leben

 (115)
Erschienen am 11.05.2015
Ein Wunder alle hundert Jahre

Ein Wunder alle hundert Jahre

 (10)
Erschienen am 13.11.2017

Neue Rezensionen zu Ashley Ream

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Rezension zu "30 Tage und ein ganzes Leben" von Ashley Ream

Eine recht schwierige und eigenwillige Geschichte
MiGuvor 7 Monaten

Kurze Inhaltsangabe
Die erfolgreiche Malerin Clementine beschließt, ihrem Leben ein Ende zu setzen.
Sie wirft ihre Antidepressiva weg und will innerhalb von 30 Tagen ihr Ableben organisieren.
Denn da gilt es, noch einige Dinge zu regeln. Und doch will sie ihre letzten Tage so verbringen, wie sie es will und nicht wie es sich andere von ihr wünschen.
Das ist gar nicht so leicht und nach 30 Tagen ist nichts mehr, wie es war.

Meinung
Ashley Ream befasst sich in ihrem Debütroman mit den Themen Depressionen und Selbstmordgedanken.
Dabei verzichtet sie allerdings auf Samthandschuhe sondern konfrontiert den Leser knallhart mit einer Protagonistin, die unverblümt über ihre Gedanken an den Tod spricht.
So mit schreckt sie auch nicht davor zurück, sich ziemlich detailliert mit verschiedenen Selbstmordmethoden zu beschäftigen.
Der Leser begleitet Clementine, die in der Ich-Perspektive erzählt, in 30 Kapiteln durch ihre Planung.

Ich muss zugeben, dass ich teilweise richtige Schwierigkeiten mit der Hauptfigur hatte.
Denn die Protagonistin ist ein durchaus schwieriger Charakter und bedient alle Facetten, um sie äußerst unsympathisch zu finden.
Auch wenn sie im Grunde nur den Wunsch hat, so zu leben, wie sie es will und frei von ihren Ängsten und der Dunkelheit zu sein, so ist sie rücksichts- und skrupellos.
Clementine setzt alle Medikamente ab, erzählt von den Fängen der Depressionen und darüber wie sie Menschen verletzt. Es ist nicht immer leicht, ihre Schritte nachzuvollziehen und sie zu verstehen, wenn man sich mit der Thematik nicht so auskennt.
Sie lügt und betrügt, nimmt sich was sie will und wann sie es will und doch, versucht sie Menschen, die sie wirklich liebt, irgendwie zu schützen.
Der offene Umgang mit Sex, Alkohol und auch mit diversen Drogen spielt ebenfalls in ihrem Leben eine größere Rolle.
Ein weiterer Erzählstrang beschäftigt sich mit ihrer Familie, insbesondere ihren Erlebnissen in der Kindheit und löst im Laufe der Zeit einige offene Fragen auf.
Ich glaube genau dieser Erzählstrang war es, der mich mit der Geschichte halbwegs versöhnte.

Leider hatte ich auch einige Probleme mit dem Schreibstil, der auf mich mitunter genauso sprunghaft wirkte, wie die Erzählerin selbst.
Eigentlich wäre das Grund genug dieses Buch abzubrechen aber mich interessierte einfach der Ausgang dieser recht schwierigen und eigenwilligen Geschichte..
Doch auch das Ende konnte mich aber weder überraschen noch so richtig zufriedenstellen.
Ich kann nicht sagen, was genau ich für dieses Ende erwartet hätte, aber dieses hier, war mir für den gesamten Ablauf der Geschichte, dann doch etwas zu schnell und unglaubwürdig abgehandelt.

Fazit
„30 Tage und ein ganzes Leben“ ist ein eigenwilliger Roman mit einer schonungslos ehrlichen Protagonistin, die offen und unverblümt 30 Tage lang ihren Selbstmord plant.
Aufgrund meiner Neugier habe ich mich trotz der Schwierigkeiten durchgekämpft doch leider konnte mich die Geschichte weder berühren, noch so richtig begeistern und so bleibt sie für mich wahrscheinlich nicht mal länger in Erinnerung.





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Rezension zu "Ein Wunder alle hundert Jahre" von Ashley Ream

Nächtliches Leuchten
thursdaynextvor 9 Monaten

„Bei Sonnenuntergang versammelten sie sich alle an dem steinigen Strand der Bucht und betrachteten das Wasser, das allmählich grünes Feuer fing … Streifen und Schlieren von Limettengrün tauchten am Ufer auf, als wären Hunderte, vielleicht Tausende Leuchtstäbe geknickt und dann in die Bucht geschüttet worden. Die Flecken aus phosphoreszierendem Neon wuchsen, breiteten sich aus und gingen ineinander über.

„Ein Wunder alle hundert Jahre“ ist eine behutsam erzählte Geschichte, die ihren Sog langsam entwickelt. Eine außergewöhnliche, besondere Erzählung, die mich, kurz nach Lesebeginn recht schnell gepackt und das Buch in einen Pageturner verwandelt hat. Die Charaktere entfalten sich ruhig und unaufgeregt, wie der auktoriale Erzähler, der sich ebenfalls unaufdringlich im Hintergrund hält. Ashley Ream lässt ihnen Raum sich zu entfalten. Das liest sich angenehm sachlich, fast unemotional, trotz der dramatischen Ereignisse im Leben der Protagonisten, die in der Vergangenheit spielten und auf einen Höhepunkt, der in der Zukunft liegt, angelegt sind.

Über allem schwebt das nächtliche Leuchten des „Wunders“, jene lumineszierenden Kleinstlebewesen „Artemia Lucis“, die nachts das Meer in der kleinen Bucht der Insel Ollo’eteet an der Küste von Washington Island erleuchten. Sechs Tage lang, während der Paarungszeit, alle hundert Jahre …

Ein Forscherteam versucht dieses „Wunder“ zu untersuchen, um es zu schützen und zu bewahren, doch einige der Forscher verfolgen dabei eigene Interessen. Wie Rachel, die sich Heilung ihrer chronischen Schmerzen erhofft und John, Ureinwohner und Experte für Küstenökosysteme, der mehr um die Geheimnisse der kleinen biolumineszierenden Gliederfüßler weiß, da sie seinen dort ansässigen Stamm über die Jahrhunderte begleiteten und spirituelle Quelle waren.
Dann ist da noch Harry, Musiker und Komponist, dem nicht mehr viel Zeit bleibt. Er stirbt an einer Nervenerkrankung (womöglich ALS), die die Verbindung des Gehirns zu den Muskeln langsam absterben lässt. Seine Exfrau Tilda, die ihre eigene Geschichte zu verarbeiten hat ist zurückgekehrt, um sich um ihn zu kümmern.

'Ich richte ein Boot her', sagte Tilda, weil es der Wahrheit entsprach und zumindest irgendetwas war. ‚Ein Boot‘, sagte Tip, als hätte er zum ersten Mal etwas Derartiges gehört. ‚Ein Segelboot, ein kleines, Vielleicht sechs Meter.‘ ‚Ich wusste nicht, dass du dich mit Booten auskennst.‘ ‚Ich bin ja weiträumig. Ich enthalte Vielheiten.‘ Falls Tip das Whitman-Zitat erkannte behielt er es für sich."

Ashley Ream erzählt viele Geschichten in „Ein Wunder alle hundert Jahre“. Geschichten um Liebe, Verlust, Verzweiflung. Auch diese weiträumig, vielheitlich und in unaufgeregter schöner Sprache, die mir ausnehmend gut gefiel.
Aus einiger Distanz, mit ab und an aufblitzendem, leisen Humor, schildert sie die Menschen, ihre Gedanken, Beweggründe, Bedürfnisse und Gefühle in einer großartigen Naturkulisse, die man beim Lesen beinahe riechen und spüren kann.
Diese Distanziertheit muss man mögen, sich auf den Sog den der Roman entwickelt und die emotionale Wucht die so klar und unbeteiligt geschildert wird, einlassen können Dies ist ein Buch für Erwachsene. Ein wenig Lebenserfahrung ist unabdingbar, um Zugang zu dieser großartig erzählten Geschichte zu finden.

„Ein Wunder alle hundert Jahre“ wird noch lange nachhallen. Der Geruch nach Meer, Salz und Algen, das Gefühl von Sand und Wind auf der Haut, Ashley Ream hat es in ihrem Roman, dieser Mischung aus Roman und Thriller eingefangen.

Noch eine Warnung: Wer sich angelockt durch Cover und Titel in der Hoffnung hier kitschige romantische Lovestory und Herzzschmerzdramen vorzufinden zum Buch entschließt wird sicher enttäuscht werden. Wer eine packende, außergewöhnliche Geschichte erzählt bekommen möchte und gerne selbst denkt wird hier fündig.

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Rezension zu "Ein Wunder alle hundert Jahre" von Ashley Ream

Auf der Suche nach einem Wunder.
seekingzamoniavor 10 Monaten

Alle hundert Jahre geschieht ein Wunder in der Bucht von Olloo’et im Pazifik. Für genau sechs Tage ist die Insel von einem geisterhaft grün leuchtenden Band umgeben. 

Auslöser für dieses Phänonem sind kleine Tiere - Artemia Lucis. Winzige Gliederfüßer, die nur einmal alle hundert Jahre schlüpfen. Sie leben nur sechs Tage, in denen sie sich paaren und neue Eier legen; und sie haben biolumineszierende Körper: sie leuchten fast neongrün.

Schon die Ureinwohner wussten um die schmerzlindernde Wirkung der kleinen Wesen - aber auch um die Nebenwirkungen.


Dr. Rachel Bell ist als Teil eines Forschungsteams aus Washington auf Olloo’et, um die Artemia Lucis zu erforschen. Jedoch hat sie auch ein persönliches Interesse an dieser Reise, denn sie leidet seit ihrem sechsten Lebensjahr unter fast unerträglichen Rückenschmerzen.

Sie scheut keine Selbstversuche, um die Gerüchte um die schmerzstellende Wirkung der Tierchen belegen zu können, wagt den Versuch, sie in künstlicher Umgebung heranzuzüchten. 


Rachel hält ihre Forschungen geheim vor ihrem Team und ihrem Vorgesetzten, zieht bei einem Küstenbewohner, Harry Streatfield, ein und bringt sich und andere durch ihre Versuche in Gefahr. 


-


Das Buch wirft die Frage auf, inwieweit der Mensch zum eigenen Nutzen eingreifen darf in die Natur. Rachel bringt mit ihrem Versuch, für sich selbst Heilung und Hilfe zu finden, das System der kleinen Gliedertierchen durcheinander. Sie stört und verändert künstlich die Paarungszeit und gefährdet hierdurch den Bestand der sowieso schon raren Spezies - zum ausschließlichen Zweck, ihr eigenes Dasein lebenswerter zu machen.

Leider wird diese Frage nur oberflächlich angesprochen, die Auswirkungen werden nicht weiter ausgeführt oder überdacht. Das hätte ich spannend gefunden bei einem Thema, das so ja noch nicht wirklich in Büchern vorgekommen ist.


Rachel ist ein schwieriger Mensch, distanziert und oft kalt. 

Natürlich ist das in gewisser Weise nachvollziehbar, immerhin ist sie chronisch krank und schleppt sich seit wirklich vielen Jahren mit unsäglichen Schmerzen herum.

Trotzdem ist es so etwas schwierig, einen emotionalen Bezug zu ihr aufzubauen, sie zu verstehen und mit ihr mitfühlen zu können. Man bleibt immer etwas distanziert. 


Auch die anderen Charaktere bleiben etwas an der Oberfläche, es fällt schwer, einen wirklichen Zugang zu bekommen. Man bleibt immer - im negativen gesehen - Beobachter, versteht auch nicht immer wirklich, warum manche Entscheidungen getroffen werden. 

Natürlich kann es gut sein, dass die Protagonisten des Buches deshalb so distanziert gehalten wurden um zu verdeutlichen, wie viel Egoismus in den Menschen sein kann; jedoch ist es wirklich schwierig, so das Verhalten einordnen und mit den Charakteren mitgehen zu können. 


Der Schreibstil an sich ist passend pragmatisch, wissenschaftlich und distanziert. 


Das Thema an sich ein sehr Spannendes, die Beschreibungen des Phänomens wirklich gut. Es gibt viele Ansätze im Buch, die einen weiterlesen lassen weil man wissen möchte, wie es ausgeht. 

Aber durch das nicht weiter ausgearbeiteten Thema der Moral um das Verhalten des Menschen gegenüber der Natur bleiben am Ende des Buches viele unbeantwortete Fragen, was das Lesen etwas unbefriedigend macht.

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Gespräche aus der Community

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Hallo zusammen :)
Auf meinem Blog verlose ich ein, von mir einmal gelesenes, Exemplar von " 30 Tage und ein ganzes Leben. Um Teilzunehmen reicht die Beantwortung der Frage : Wie würdet ihr damit umgehen, wenn euch eine Freundin offenbart das sie nicht mehr leben möchte? 
Das Gewinnspiel endet am 30.06.2015. Den Gewinner veröffentliche ich am 01.07.2015 auf meinem Blog, also reinschauen wäre nicht schlecht :)
Die Teilnahmebedingungen findet ihr auf meinem Blog: http://kekesbuecher.blogspot.de/


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Mein Blog "feiert" Geburtstag und ich verlose Bücher und Hörbücher! Freue mich, wenn ihre mal vorbeischaut!
www.books-and-cats.de
Letzter Beitrag von  Normal-ist-langweiligvor 4 Jahren
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