Assaf Gavron

 3.8 Sterne bei 56 Bewertungen
Autor von Ein schönes Attentat, Achtzehn Hiebe und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Assaf Gavron

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Cover des Buches Ein schönes Attentat (ISBN:9783641149437)

Ein schönes Attentat

 (20)
Erschienen am 31.07.2014
Cover des Buches Achtzehn Hiebe (ISBN:9783442718610)

Achtzehn Hiebe

 (17)
Erschienen am 08.04.2019
Cover des Buches Hydromania (ISBN:9783630621562)

Hydromania

 (7)
Erschienen am 05.03.2009
Cover des Buches Alles paletti (ISBN:9783630621845)

Alles paletti

 (5)
Erschienen am 13.09.2010
Cover des Buches Auf fremdem Land (ISBN:9783442749393)

Auf fremdem Land

 (5)
Erschienen am 15.06.2015
Cover des Buches Hydromania: Roman (ISBN:9783641149444)

Hydromania: Roman

 (2)
Erschienen am 31.07.2014
Cover des Buches The Hilltop (ISBN:9781476760438)

The Hilltop

 (0)
Erschienen am 07.10.2014
Cover des Buches CrocAttack (ISBN:9780007327461)

CrocAttack

 (0)
Erschienen am 04.03.2010

Neue Rezensionen zu Assaf Gavron

Neu

Rezension zu "Achtzehn Hiebe" von Assaf Gavron

Achtzehn Hiebe der Vergangenheit
Buecherseele79vor 2 Monaten

Eitan Einoch ist geschieden, lebt als selbstständiger Taxifahrer im heutigen Tel Aviv und hat immer eine Geschichte zur Stadt für die Fahrgäste auf Lager. Sein Leben erhält eine Wendung als eine ältere Dame, Lotta Perl, bei ihm als regelmäßigen Fahrgast ihre Fahrt zum Friedhof bucht. Auf diesen Fahrten erfährt Eitan dass Lotta Angst hat vor einem Mordanschlag, auch ihr Geliebter ist wohl unter mysteriösen Umständen gestorben.

Dann verschwindet Lotta plötzlich und Eitan geht auf Spurensuche, mit seinem ehemaligen besten Freund Bar...

Dieses Buch ist eine gelungene Mischung aus Roman, Historisch sowie Krimi, mir hat diese Mischung im Gesamtteil sehr gut gefallen. Hin und wieder gibt es die eine oder andere Überlänge, aber die kann man, in meinen Augen, problemlos mitlesen bzw. hält nicht großartig auf.

Der Schreibstil an sich fand ich sehr schön, ruhig, interessant, spannend und auf den Punkt.

Der Autor baut nicht nur Spannung in dieses Buch, sondern auch Gefühl, einen Hauch von Erotik, von Zeitgeschichte, aber auch wie das Leben von Eitan sich in Tel Aviv abspielt, wie sein Alltag aussieht – alles in einer sehr interessanten Geschichte verpackt.

Die Protagonisten habe ich, mehr oder weniger, in mein Herz geschlossen.Gerade Eitan, auch „Das Krokodil“ genannt, konnte mich restlos begeistern. Ich mag seine ruhig Art, seine Leidenschaft für das Taxifahren, seine Bescheidenheit aber auch sein Wissen über seine Stadt Tel Aviv. Dies hat der Autor sehr gekonnt und interessant für den Leser umgesetzt.

Bei der älteren Dame Lotta sowie ihren 3 Freunden aus der Zeit 1946, da war ich immer am raten und überlegen, denn der Autor spielt gekonnt mit Verwirrungen, Überraschungen aber auch Wahrheit oder Lüge, man kann sich nie sicher sein wie sicher man in dieser Geschichte steht.

Die Vergangenheit von Lotta und ihrer jüdischen Freundin Ruti, mit den zwei britischen Soldaten Edward und James, 4 Menschen die sich zur Zeit der britischen Mandatszeit abspielt, fand ich hier sehr spannend und toll umgesetzt, man lernt in dieser Geschichte noch einiges über das Land und die Entstehung kennen.

Ein Buch welches sich nicht nur verschiedenen Genre bedient, sondern auch hinter die Kulissen von Freundschaft, wahrer Liebe, kurzweiliger Liebe und Erotik schaut. Die Geschichte zeigt die Entstehung von junger Liebe und Freundschaft und wie sich mit der Zeit, mit dem eigenen Erlebten sich die Ansichten ändern, man um Vergebung bitten möchte, seine alte Liebe wieder neu entdeckt oder die Geheimnisse alles zerstören.

Wer hier eine komplette Auflösung von Eitan und Bar erwartet wird von Ende des Buches wohl eher enttäuscht sein. Auch hier behält es sich der Autor Klarheit zu verschaffen, aber ich fand dies nicht dramatisch.

Denn Eitan und Bar sind so gesehen „Hobbydetektive“ und ihnen standen nicht allerlei Möglichkeiten zur Verfügung.

Es bleibt hier dem Leser selbst überlassen was er glauben möchte, was er denkt wie sich die ganze Geschichte wirklich zugetragen hat.

Der Titel „Achtzehn Hiebe“ passt perfekt und wird in diesem Buch auch sehr genau erläutert.
Ich persönlich bin von diesem Buch sehr angetan und kann es auf jeden Fall empfehlen!

Ich danke dem Randomhouse Verlag, dem Bloggerportal und dem btb Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Rezension zu "Achtzehn Hiebe" von Assaf Gavron

Chance vergeben - leichte Unterhaltung
Sigismundvor einem Jahr

Eitan Einoch war schon die Hauptfigur in „Ein schönes Attentat“, dem 2008 veröffentlichten Debütroman des inzwischen als Bestseller-Autor gerühmten israelischen Schriftstellers Assaf Gavron (50). Zehn Jahre später spielt Eitan Einoch wieder die Hauptrolle in Gavrons neuem Roman „Achtzehn Hiebe“, im Februar beim Luchterhand-Verlag erschienen. Auch wenn auf die Ereignisse des Debütromans stellenweise Bezug genommen wird, ist der neue Roman keine Fortsetzung.
Es ist ein im heutigen Tel Aviv spielender, unterhaltsamer Krimi, dessen Vorgeschichte sich 1946 vor der Staatsgründung Israels zugetragen hat, als die Briten noch das Mandat über Palästina hatten. Inzwischen ist Eitan Einoch selbständiger Taxifahrer, der seine Fahrgäste mit Anekdoten zur Geschichte Israels unterhält. Er ist geschieden, Vater einer kleinen Tochter, um die er sich liebevoll an zwei Wochentagen kümmert. Eines Tages erhält er den Auftrag, eine liebenswerte 85-jährige Dame, die sich ihm als Lotta Perl vorstellt, täglich zum Friedhof zu fahren, wo ihr kürzlich verstorbener Jugendfreund begraben liegt. Eitan erfährt ihre Lebens- und Liebesgeschichte: Als 17-Jährige hatte sich das jüdische Mädchen verbotenerweise in einen britischen Soldaten verliebt, ebenso ihre Freundin. Nach 66 Jahren hatte sich das Quartett nun wiedergetroffen. Lotta ist überzeugt, ihr Jugendfreund sei ermordet worden. Als Eitan Einoch beginnt, gemeinsam mit seinem Freund Bar diesem Verdacht nachzugehen, finden sie Lotta Perl tot im Bett. War es Mord?
Im Laufe der locker und durchaus humorig erzählten Kriminalhandlung erfahren wir in mehreren Rückblicken Atmosphärisches und Wissenswertes aus der Zeit des Mandats: Die Briten waren bei den Juden verhasst und wurden von zionistischen Untergrundorganisationen bekämpft. Neben der Todesstrafe gab es bei den Briten auch die Prügelstrafe, die dem Roman seinen Titel gibt. Die Untergrundkämpfer revanchieren sich auf dieselbe Art, nehmen britische Soldaten gefangen und rächen sich an ihnen mit der Lederpeitsche. Eines Abends trifft es auch Lottas Freunde.
Bedauerlicherweise verzettelt sich Assaf Gavron in seinem Roman, der eigentlich interessante Ansätze hat. Doch wird in den Rückblicken ins Jahr 1946 das Alltagsleben der Juden unter britischer Verwaltung recht oberflächlich behandelt, auch kommen die verfeindeten Palästinenser überhaupt nicht vor. Es stimmt, was Lotta Perl sagt, dass sich die Liebenden nicht um Politik gekümmert haben. Dennoch hätte der israelische Autor in seinem Roman auf die Vorgeschichte seines Heimatstaates intensiver eingehen müssen. Auch die Handlung in heutiger Zeit wird bei Gavron nicht wirklich zum richtigen Krimi, sondern plätschert seitenweise fröhlich und in manchen Absätzen sogar trivial vor sich hin.
„Achtzehn Hiebe“, vom Thema her ein passender Roman zum 70.Jahrestag der Staatsgründung Israels, verspielt diese Chance. Es hätte ein spannender Krimi vor historischem Hintergrund werden können. So bleibt es ein austauschbarer Unterhaltungsroman, eine bunte Mischung aus Liebe und Verrat, Schuld und Verbrechen. Die anfängliche Spannung und Erwartung, aufgelockert durch eine Prise Humor, verflacht mit zunehmender Seitenzahl. Und: Wozu braucht es eigentlich die in Einzelheiten geschilderten Bettszenen? Sie tragen nichts zur Sache bei, sondern mindern noch das Niveau dieses Romans. Schade! Ich hatte vom neuen Buch des mehrfach ausgezeichneten Bestseller-Autor mehr erwartet.

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J

Rezension zu "Achtzehn Hiebe" von Assaf Gavron

Taxi Driver
jamal_tuschickvor einem Jahr

Ein Ire wird in Tel Aviv begraben.
„Zufällig war er Jude.“
Das bemerkt die Frau seines Lebens nach der Beerdigung beiläufig in Eitan Einochs Taxi. Lotta Perl erinnert ein erotisches Erdbeben mit zwei Herden vor Jahrzehnten. Damals trug ihr Geliebter die Uniform der britischen Armee. Sie wies ihn als Gegner der jüdischen Milizen aus. Die Partisanen wehrten sich auch gegen eine spezielle Erniedrigung im Sanktionsrepertoire der Mandatsmacht – eine mit achtzehn Hieben auf den Hintern vollendete Prügelstrafe. Dieses Leibgericht gibt dem Roman von Assaf Gavron den Titel.
Achtzehn ist der Zahlenwert des hebräischen Worts für Leben. Ein Gebet der jüdischen Liturgie ist das Achtzehn Bitten Gebet. Achtzehn Taxis besitzt Eitans Kollege Morris. Achtzehn Jahre Gefängnis erwarteten einen minderjährigen Attentäter zu der Zeit, als auf Menachem Begin ein Kopfgeld ausgesetzt war, und Jizchak Schamir sich zu Ehren eines irischen Freiheitskämpfers Michael Collins nannte. Schamir, der 1983 Ministerpräsident wurde, engagierte sich gegen Großbritannien als Chef einer Irgun Sezession – der Stern Gang (Lechi).
Wikipedia sagt: „Lechi (Kämpfer für die Freiheit Israels) war eine radikal-zionistische, paramilitärische Untergrundorganisation in Palästina während des britischen Mandats. Die Briten bezeichneten sie nach ihrem Gründer Avraham Stern als Stern Gang.“
Einoch unterhält seine Kundschaft mit historischen Räuberpistolen. Er schwitzt und friert in der Aura einer glorreichen Vergangenheit. Eitan war mal wer. Der Mitvierziger hält sich in einem Boxkeller fit. Die von ihm geschiedene Mutter seiner Tochter Noga nimmt manchmal noch mit dem Ex vorlieb. Die Mutter einer Freundin von Noga nimmt gerade Maß, als das Verschwinden der greisen Perl Einoch zu Ermittlungen veranlasst. Sie führen ihn aus der amtierenden Gegenwart und schließen ihn an den Puls von 1946. Der künftige Staat Israel gewinnt seine Konturen in der Erkenntnis, dass Juden nirgendwo auf der Welt sicher sind. Sie brauchen einen eigenen Staat. Im Gründungsfuror fliegen die Fetzen. Freischärler ergreifen Soldaten und revanchieren sich im Auge-um-Auge-Modus für Demütigungen. Die ominösen achtzehn Hiebe erleidet auch Lottas Geliebter Eddie O‘Leary. Sein Hintern verrät den Peinigern nicht, dass sie einen Juden verdreschen.
Gavron nähert sich auf den Irrwegen der Liebe einem Horizont der weiten Betrachtung. Er untergräbt den patriotischen Indoktrinationstext, mit dem Kinder in Israel die richtige Heldenverehrung lernen.

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