Assaf Gavron

 3.8 Sterne bei 51 Bewertungen
Autor von Ein schönes Attentat, Achtzehn Hiebe und weiteren Büchern.

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Assaf GavronEin schönes Attentat
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Ein schönes Attentat
Ein schönes Attentat
 (20)
Erschienen am 04.01.2010
Assaf GavronAchtzehn Hiebe
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Achtzehn Hiebe
Achtzehn Hiebe
 (12)
Erschienen am 26.02.2018
Assaf GavronHydromania
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Hydromania
Hydromania
 (7)
Erschienen am 05.03.2009
Assaf GavronAlles paletti
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Alles paletti
Alles paletti
 (5)
Erschienen am 13.09.2010
Assaf GavronAuf fremdem Land
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Auf fremdem Land
Auf fremdem Land
 (3)
Erschienen am 15.06.2015
Assaf GavronAuf fremdem Land: Roman
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Auf fremdem Land: Roman
Auf fremdem Land: Roman
 (2)
Erschienen am 23.09.2013
Assaf GavronHydromania: Roman
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Hydromania: Roman
Hydromania: Roman
 (2)
Erschienen am 31.07.2014
Assaf GavronThe Hilltop
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The Hilltop
The Hilltop
 (0)
Erschienen am 07.10.2014

Neue Rezensionen zu Assaf Gavron

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Rezension zu "Achtzehn Hiebe" von Assaf Gavron

Chance vergeben - leichte Unterhaltung
Sigismundvor 5 Monaten

Eitan Einoch war schon die Hauptfigur in „Ein schönes Attentat“, dem 2008 veröffentlichten Debütroman des inzwischen als Bestseller-Autor gerühmten israelischen Schriftstellers Assaf Gavron (50). Zehn Jahre später spielt Eitan Einoch wieder die Hauptrolle in Gavrons neuem Roman „Achtzehn Hiebe“, im Februar beim Luchterhand-Verlag erschienen. Auch wenn auf die Ereignisse des Debütromans stellenweise Bezug genommen wird, ist der neue Roman keine Fortsetzung.
Es ist ein im heutigen Tel Aviv spielender, unterhaltsamer Krimi, dessen Vorgeschichte sich 1946 vor der Staatsgründung Israels zugetragen hat, als die Briten noch das Mandat über Palästina hatten. Inzwischen ist Eitan Einoch selbständiger Taxifahrer, der seine Fahrgäste mit Anekdoten zur Geschichte Israels unterhält. Er ist geschieden, Vater einer kleinen Tochter, um die er sich liebevoll an zwei Wochentagen kümmert. Eines Tages erhält er den Auftrag, eine liebenswerte 85-jährige Dame, die sich ihm als Lotta Perl vorstellt, täglich zum Friedhof zu fahren, wo ihr kürzlich verstorbener Jugendfreund begraben liegt. Eitan erfährt ihre Lebens- und Liebesgeschichte: Als 17-Jährige hatte sich das jüdische Mädchen verbotenerweise in einen britischen Soldaten verliebt, ebenso ihre Freundin. Nach 66 Jahren hatte sich das Quartett nun wiedergetroffen. Lotta ist überzeugt, ihr Jugendfreund sei ermordet worden. Als Eitan Einoch beginnt, gemeinsam mit seinem Freund Bar diesem Verdacht nachzugehen, finden sie Lotta Perl tot im Bett. War es Mord?
Im Laufe der locker und durchaus humorig erzählten Kriminalhandlung erfahren wir in mehreren Rückblicken Atmosphärisches und Wissenswertes aus der Zeit des Mandats: Die Briten waren bei den Juden verhasst und wurden von zionistischen Untergrundorganisationen bekämpft. Neben der Todesstrafe gab es bei den Briten auch die Prügelstrafe, die dem Roman seinen Titel gibt. Die Untergrundkämpfer revanchieren sich auf dieselbe Art, nehmen britische Soldaten gefangen und rächen sich an ihnen mit der Lederpeitsche. Eines Abends trifft es auch Lottas Freunde.
Bedauerlicherweise verzettelt sich Assaf Gavron in seinem Roman, der eigentlich interessante Ansätze hat. Doch wird in den Rückblicken ins Jahr 1946 das Alltagsleben der Juden unter britischer Verwaltung recht oberflächlich behandelt, auch kommen die verfeindeten Palästinenser überhaupt nicht vor. Es stimmt, was Lotta Perl sagt, dass sich die Liebenden nicht um Politik gekümmert haben. Dennoch hätte der israelische Autor in seinem Roman auf die Vorgeschichte seines Heimatstaates intensiver eingehen müssen. Auch die Handlung in heutiger Zeit wird bei Gavron nicht wirklich zum richtigen Krimi, sondern plätschert seitenweise fröhlich und in manchen Absätzen sogar trivial vor sich hin.
„Achtzehn Hiebe“, vom Thema her ein passender Roman zum 70.Jahrestag der Staatsgründung Israels, verspielt diese Chance. Es hätte ein spannender Krimi vor historischem Hintergrund werden können. So bleibt es ein austauschbarer Unterhaltungsroman, eine bunte Mischung aus Liebe und Verrat, Schuld und Verbrechen. Die anfängliche Spannung und Erwartung, aufgelockert durch eine Prise Humor, verflacht mit zunehmender Seitenzahl. Und: Wozu braucht es eigentlich die in Einzelheiten geschilderten Bettszenen? Sie tragen nichts zur Sache bei, sondern mindern noch das Niveau dieses Romans. Schade! Ich hatte vom neuen Buch des mehrfach ausgezeichneten Bestseller-Autor mehr erwartet.

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J

Rezension zu "Achtzehn Hiebe" von Assaf Gavron

Taxi Driver
jamal_tuschickvor 5 Monaten

Ein Ire wird in Tel Aviv begraben.
„Zufällig war er Jude.“
Das bemerkt die Frau seines Lebens nach der Beerdigung beiläufig in Eitan Einochs Taxi. Lotta Perl erinnert ein erotisches Erdbeben mit zwei Herden vor Jahrzehnten. Damals trug ihr Geliebter die Uniform der britischen Armee. Sie wies ihn als Gegner der jüdischen Milizen aus. Die Partisanen wehrten sich auch gegen eine spezielle Erniedrigung im Sanktionsrepertoire der Mandatsmacht – eine mit achtzehn Hieben auf den Hintern vollendete Prügelstrafe. Dieses Leibgericht gibt dem Roman von Assaf Gavron den Titel.
Achtzehn ist der Zahlenwert des hebräischen Worts für Leben. Ein Gebet der jüdischen Liturgie ist das Achtzehn Bitten Gebet. Achtzehn Taxis besitzt Eitans Kollege Morris. Achtzehn Jahre Gefängnis erwarteten einen minderjährigen Attentäter zu der Zeit, als auf Menachem Begin ein Kopfgeld ausgesetzt war, und Jizchak Schamir sich zu Ehren eines irischen Freiheitskämpfers Michael Collins nannte. Schamir, der 1983 Ministerpräsident wurde, engagierte sich gegen Großbritannien als Chef einer Irgun Sezession – der Stern Gang (Lechi).
Wikipedia sagt: „Lechi (Kämpfer für die Freiheit Israels) war eine radikal-zionistische, paramilitärische Untergrundorganisation in Palästina während des britischen Mandats. Die Briten bezeichneten sie nach ihrem Gründer Avraham Stern als Stern Gang.“
Einoch unterhält seine Kundschaft mit historischen Räuberpistolen. Er schwitzt und friert in der Aura einer glorreichen Vergangenheit. Eitan war mal wer. Der Mitvierziger hält sich in einem Boxkeller fit. Die von ihm geschiedene Mutter seiner Tochter Noga nimmt manchmal noch mit dem Ex vorlieb. Die Mutter einer Freundin von Noga nimmt gerade Maß, als das Verschwinden der greisen Perl Einoch zu Ermittlungen veranlasst. Sie führen ihn aus der amtierenden Gegenwart und schließen ihn an den Puls von 1946. Der künftige Staat Israel gewinnt seine Konturen in der Erkenntnis, dass Juden nirgendwo auf der Welt sicher sind. Sie brauchen einen eigenen Staat. Im Gründungsfuror fliegen die Fetzen. Freischärler ergreifen Soldaten und revanchieren sich im Auge-um-Auge-Modus für Demütigungen. Die ominösen achtzehn Hiebe erleidet auch Lottas Geliebter Eddie O‘Leary. Sein Hintern verrät den Peinigern nicht, dass sie einen Juden verdreschen.
Gavron nähert sich auf den Irrwegen der Liebe einem Horizont der weiten Betrachtung. Er untergräbt den patriotischen Indoktrinationstext, mit dem Kinder in Israel die richtige Heldenverehrung lernen.

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TanyBees avatar

Rezension zu "Achtzehn Hiebe" von Assaf Gavron

Im Taxi durch Tel Aviv
TanyBeevor 6 Monaten

Eitan ist 44 einviertel Jahre alt, lebt in Tel Aviv und verdient sein Geld als Taxifahrer. Vor einigen Jahren war er kurzzeitig berühmt, weil er drei Terroranschläge in kürzester Zeit überlebt hat. Aber davon will er eigentlich nichts wissen, das Wichtigste in seinem Leben ist seine Tochter Noga, die er aber nicht jeden Tag sieht, weil er von ihrer Mutter Dutschy getrennt lebt.

Eines Tages fährt er eine ältere Dame zu einer Beerdigung und ab diesem Tag jeden Tag zum Friedhof. Sie heißt Lotta Perl und behauptet, der Tote wäre ermordet worden und der Mörder hätte es auch auf sie abgesehen. Eitan und sein Freund überlegen sich gerade, ob sie in dem Fall ein wenig ermitteln wollen, als Lotta plötzlich verschwindet.

Bei ihren Ermittlungen stoßen Eitan und Bar nicht nur auf eine Liebesgeschichte, die sich vor über 60 Jahren ereignete, sondern auch auf ein Stück israelische Geschichte. Kann es sein, dass der Groll von damals bis heute nachwirkt?

Beim Lesen dieses Romans wurden mir wieder viele Bildungslücken bewusst. Es gab viele Worte, die ich nicht kannte, religiöse Begriffe oder im Zusammenhang mit der Geschichte Israels. Da habe ich richtig gemerkt, wie fremd mir dieses Land und die Kultur sind und ich konnte einiges dazu lernen.

Besonders lesenswert ist dieses Buch durch die Hauptfigur: Eitan ist eine Art liebenswürdiger Loser. Er bleibt mit dem Taxifahren eigentlich unter seinen Möglichkeiten, ist ein kleiner Chaot, ein toller Vater und etwas hilflos mit den Frauen. Zusammen mit seinem Freund Bar, der immer alles erst bei Wikipedia checkt, sind sie ein schrulliges Ermittlerduo. Irgendwie sind mit die beiden richtig ans Herz gewachsen.

Die Handlung hat also etwas krimi-mäßiges, aber sie auch lustig, manchmal etwas derb. Außerdem erfährt der Leser viel über die britische Mandatszeit in Israel. Eine wilde Mischung, die tatsächlich funktioniert! Und am Ende ist es dann eigentlich gar nicht mehr so wichtig, wer wen ermordet hat. Die Handlung schwächelt zwischendurch mal etwas, aber das kann man dem Buch verzeihen.

Ach Eitan, ich werde Dich vermissen. Ich kann „Achtzehn Hiebe“  an alle weiterempfehlen, die schräge Stories gerne mögen.




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