Wer begeisterter Fan vom Maler Carl Spitzweg ist, seine Bilder vorm inneren Auge abrufen kann (oder den Bildband jederzeit griffbereit im Regal hat) und der keine trockenen Biografien mag - dem empfehle ich dieses Buch ganz wärmstens. Allen anderen, nunja, werden sich an einigen guten Kapiteln erfreuen: an seinem spröden Elternhaus, der Wandlung vom Apotheker zum Maler, an seiner großen Liebe Clara die jung starb, seinen Reisen und Begegnungen. Aber er/sie wird sich auch durch langatmige, uninteressante Details kämpfen und über die wilde Fantasie der Autorin manchmal schmunzeln müssen (der Vater ertappt den pubertierenden Carl beim Onanieren). Mit einigen Längen liest sich das Buch doch ganz amüsant, man lernt nebenbei noch einiges über München und die deutschen Künstler des 19. Jahrhunderts. Eine stimmige Bio-Fiktion ohne große Höhen und Tiefen, ich hätte mir dennoch einige Erklärungen (was ist wahr, was ist erfunden?) oder erwähnte Bilder (vielleicht am Ende) gewünscht, dann wäre für mich der Lesegenuss noch größer gewesen. Daher nur Mittelmaß.
Asta Scheib
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Asta Scheib
Eine Zierde in ihrem Hause
Das Schönste, was ich sah
Das stille Kind
Beschütz mein Herz vor Liebe
In den Gärten des Herzens
Sonntag in meinem Herzen
Kinder des Ungehorsams
Sei froh, dass du lebst!
Neue Rezensionen zu Asta Scheib
So lautet eine Frage in einer der mit spitzer Feder formulierten Erzählungen der Autorin Asta Scheib. Man braucht nicht lange, um den Grundtenor der Geschichten zu erfassen, so dass auch hier die Antwort quasi auf der Hand liegt, wie überhaupt die Dissonanzen des Lebens hier eine tragende Rolle spielen. Mal sind es Geschichten, die man gut neben einem Tee oder Kaffee, zusammen mit etwas Spritzgebäck, genießen kann, mal fahren sie allerdings auch unter die Haut.
Es ist eine Mischung, bei der man nicht so recht weiß, ob Sie einen Aufschrei darstellen oder doch nur lapidar über Geschehnisse in der Welt berichten, die ganz überwiegend im Großraum München angesiedelt sind. Lapidar ist vermutlich das falsche Wort, denn die Geschichten bergen allesamt so etwas wie: Ja, so könnte man es auch sehen oder machen. Jedenfalls wurden die Geschichten mit leichter Feder gestrickt – und immer für eine Überraschung gut. Gerade durch teils banal klingende Schilderungen gewinnt der jeweilige Erfahrungswert der Geschichten an Kraft. Oft sind es Entscheidungen, die das Spektrum des Lebens erweitern: „Christiane sah ihre [gut situierten] Angehörigen [nebst fest für die Ehe eingeplanten Freund] um den [weihnachtlichen] Tisch sitzen. Sie wollten nichts wissen von der Unbarmherzigkeit des Lebens, nichts vom verschämten Elend vieler Arbeitsloser, von Terror und Brutalität der Kriege, die geführt wurden. Natürlich waren sie nicht schuld an dem Bösen und Traurigkeit dieser Welt, aber sie waren darin zufrieden, hofften, erwarteten, dass sie unbehelligt blieben. Für immer und ewig. Rasch nahm Christiane ihren Mantel vom Haken. Wenn sie sich beeilte, würde sie Hinrich noch erreichen.“
Für Agnes läuft es eigentlich gerade super. Sie hat Simon kennen gelernt und sich in ihn verliebt. Auch er verliebt sich in sie und bald schon nimmt er sie mit nach Hause und die Beiden verbringen eine schöne Zeit zusammen. Dann aber wird Simons Vater Agnes gegenüber immer zudringlicher und bald schon fühlt sie sich von ihm bedroht, belästigt und übelst angemacht. Asta Scheib hat ein tolles, spannendes und wichtiges Jugendbuch geschrieben. Spannend ab 14 Jahren.
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