Bei diesem Roman handelt es sich um den dritten und letzten Band der Trilogie um Catharina Stadellmenin, der real existierenden Hexe von Freiburg und ihrer fiktiven Nachkommen, der Tochter Marthe-Marie Mangoltin und der Enkelin Agnes Marxin. Er erschien 2005.
Die behütet bei ihrer Mutter und ihrem Stiefvater in Ravensburg aufgewachsene Agnes verliebt sich zwei Jahre nach Beginn des 30-jährigen Kriegs in einen fahrenden Sänger und brennt mit ihm nach Stuttgart durch. Doch dieser lässt sie schwanger sitzen, so dass sie schon bald alleine mit ihrem Sohn David zurechtkommen muss. Zu ihrem großen Glück macht sie die württembergische Prinzessin Antonia, eine Jugendliche mit außergewöhnlichen Talenten, zu ihrem Kammerfräulein. Doch der Krieg hinterlässt im ganzen Land seine Spuren und so bleiben auch Agnes und ihre Familie von dessen Auswirkungen nicht verschont, zumal ihre beiden Brüder sich verschiedenen Kriegsparteien angeschlossen haben und so zu Feinden werden.
Wie bereits im Vorgängerband ist der Autorin die Charakterisierung der handelnden Personen ziemlich oberflächlich geraten. Ich hatte öfter mal das Gefühl, dass diese ihre Ansichten und Handlungsweisen, ihren Umgang mit anderen einfach schnell verändern, wenn es der Geschichte gerade zupass kommt.
Und ebenso wie im Vorgängerband ist es Astrid Fritz gelungen, den Roman in reale historische Ereignisse einzubetten und historische Personen so darzustellen, wie es die Geschichtsschreibung getan hat, z.B. bei Prinzessin Antonia von Württemberg. Allerdings geriet die Geschichte der Protagonisten für meinen Geschmack an manchen Stellen zu sehr in den Hintergrund, denn Astrid Fritz schildert ausführlich den Verlauf von einzelnen historischen Schlachten und den Verlauf des Krieges, so dass die eigentliche Geschichte meines Erachtens bisweilen zu sehr in den Hintergrund gedrängt wird.
Deshalb wirkt manches auch einfach nur bemüht und nicht logisch. Wieso zwingt der Rittmeister von Steinhagen Agnes plötzlich dazu, bei der Schändung von Nonnen dabei zu sein, nachdem er sie viel früher bereits zu seiner Gespielin gemacht hatte. Das wirkt aufgesetzt und unmotiviert (Rowohlt Tb, 10/2005, S. 480-412)
Zu allem Überfluss fällt die Geschichte dann zum Ende hin ins Groschenromanhafte ab, als Agnes erst die sture Heldin spielt, eine, die den gleichen Fehler nicht wiederholen will und sich dann doch dem Verehrer hingibt, den sie kurz vorher erst kennengelernt hat. Und natürlich endet das dann doch in einem Happy End, das sehr gekünstelt daherkommt.
Gefehlt hat aus meiner Sicht ein Glossar für einige verwendete Begrifflichkeiten, vor allem aus dem Militärbereich. Ich z.B. wusste nicht, was ein Furier, was ein Profos und was Furage ist.
Insgesamt ein nur halbwegs gelungener historischer Roman mit ordentlich Luft nach oben. Zwei Sterne.































