Die Hexe von Freiburg

von Astrid Fritz 
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Die Hexe von Freiburg
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Naja, das plätscherte manchmal ein wenig zu sehr vor sich hin ...

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Klasse Auftakt der Reihe

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Inhaltsangabe zu "Die Hexe von Freiburg"

Ein erschütterndes Frauenschicksal aus der Zeit der Hexenverfolgung Freiburg im 16. Jahrhundert: Der Hexenwahn fegt über Deutschland. Als in dem Universitätsstädtchen am Rande des Schwarzwalds zum ersten Mal die Flammen über einer Hexe zusammenschlagen, wird Catharina geboren. Ein schlechtes Omen? Das wissbegierige Mädchen wächst zu einer selbstbewussten jungen Frau heran, die ihr Leben lang gegen die Abhängigkeit von den Männern ankämpft. Am Ende droht sie deswegen alles zu verlieren – nur eines bleibt ihr: eine unendliche Liebe, vor der selbst der Tod seinen Schrecken verliert. «Ein absolut gelungenes Roman-Debüt von Astrid Fritz. Einfühlsam, spannend, traurig bis zur letzten Seite.» BAYERN 3

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499252112
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:448 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:06.03.2009

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    Buechermama85s avatar
    Buechermama85vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Klasse Auftakt der Reihe
    Die Hexe von Freiburg von Astrid Fritz

    Die Hexe von Freiburg ist der erste Teil der Freiburg Trilogie von Astrid Fritz.

    Los geht die Geschichte direkt mit einer Hexenverbrennung und der Geburt von Catharina. Sie wächst in den ersten Kapiteln zu einer selbstbewussten jungen Frau heran die ich gerne in mein Herz gelassen habe. Mit viel liebe zum Detail wird die Story von der Autorin aufgebaut und ihr angenehmer Schreibstiel gepaart mit den farbenprächtigen Beschreibungen, lassen einen tief in die Geschichte tauchen.

    Was mich ein wenig gestört hat waren diese abrupten Themenwechsel. Was aber auch daran liegen kann, dass sie im Buch einfach nur schlecht platziert waren.

    Ist man in dem einen Satz noch in der Schenke in der Catarina arbeit, ist man dann im nächsten schon in ihrem Feierabend oder gar am nächsten Tag. Ich hätte mir da ein paar mehr Absätze gewünscht, den es war oft sehr verwirrend.

    Trotzdem hat es dem Lesevergnügen keinen großen Abbruch bereitet und ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil.

    Für Fans des Mittelalters und der Thematik Hexenverbrennung ist dieses Buch eine ganz klare Leseempfehlung.

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    Flohs avatar
    Flohvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderbarer, leidenschaftlicher, atmosphärischer und solider historischer Roman.
    Ein historischer Kreis schließt sich. Das schicksalhafte Leben und Lieben einer starken Frau.

    Ein fesselnder und mitreißender historischer Roman zu Zeiten der Hexenvernichtung und der brennenden Scheiterhaufen in Freiburg des 16. Jahrhunderts. „Die Hexe von Freiburg“ von der passionierten und erfolgreichen, sowie im Genre bereits bekannten Autorin Astrid Fritz erzählt eine sagenhaft mitreißende und von Leidenschaft getriebene Geschichte in diesem historischen Roman geprägt von Neid, Verrat, Tod und die überdauernde Liebe in Zeiten der Ketzerei und Hexerei. Mit fesselnder Spannung, atemberaubenden Kulissen und zeitgemäßer Schreibkunst und Artikulation zur handelnden Epoche fasziniert diese Autorin und liefert eine bewegende Geschichte. Ein historischer Roman, der wie eine seltene Blume seine ganze Blüte erst im Laufe der Handlung entfaltet und offenbart. Mit jeder gelesenen Seite bewegt dieses Buch mehr und mehr.
    Erschienen im rororo rowohlt Verlag (http://www.rowohlt.de/)

    Inhalt:
    "Ein erschütterndes Frauenschicksal aus der Zeit der Hexenverfolgung
    Freiburg im 16. Jahrhundert: Der Hexenwahn fegt über Deutschland. Als in dem Universitätsstädtchen am Rande des Schwarzwalds zum ersten Mal die Flammen über einer Hexe zusammenschlagen, wird Catharina geboren. Ein schlechtes Omen? Das wissbegierige Mädchen wächst zu einer selbstbewussten jungen Frau heran, die ihr Leben lang gegen die Abhängigkeit von den Männern ankämpft. Am Ende droht sie deswegen alles zu verlieren – nur eines bleibt ihr: eine unendliche Liebe, vor der selbst der Tod seinen Schrecken verliert."

    „Auch ohne seinen Bericht hätte Catharina sofort gewusst, dass es dem Ende zuging. Sie spürte die Nähe des Todes mit jeder Faser ihres Körpers“ (Seite 114)

    Meinung:
    Entgegen dem zunächst irreführend erscheinenden Titel steht lange nicht die Hexerei im Mittelpunkt der Geschehnisse, sondern das Schicksal und das Leben der Protagonistin Catharina Stadellmenin, die einen schweren und von Schicksalen geprägten Weg einschlägt und nie von der Liebe zu ihrem Vetter Christoph ablassen kann. Aufgrund diesem Aufbaus des Plots erfährt der gewillte Leser - ganz nebenbei - viele interessante Informationen über das einstige Leben, Gesellschaftsformen, Sitten, Gebräuche und Hierarchien. Dank des angenehmen, erzählerischen Stils gewährt die sympathische Autorin nicht nur einen übersichtlichen Einblick in das Leben und die Arbeit und Handwerkskunst der damaligen Epoche und dessen Familien, Ansehen, Stand und Verantwortung einzelner, sondern ebenfalls in die Stadtgeschichte Freiburgs, Lehen, Villingens und Konstanz und der damaligen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen, sowie gesetzlichen Lage. Die Schilderungen und indirekten Erklärungen sind detailliert genug, um sich ein klares und plastisches Bild zu machen, aber niemals zu ausschweifend, als dass sie dem roten Faden an Spannung verlieren lassen. Selbst die im Fokus verlaufende Liebesgeschichte zwischen Catharina und Christoph mit all seinen Schicksalen, Enttäuschungen, Trennungen und Entbehrungen, sowie Nebenhandlungen und Nebenschauplätze fügen sich stimmig in die Handlung ein, da sie die Lebensweisen dieser Zeitepoche schildert und verständlicher macht. Immer wieder erleben wir aus Briefwechseln zwischen Base Lene und Cathie, sowie Cathi und Christoph als auch der Erzählungen an Tochter Marthe-Marie, was die Protagonisten in der jeweiligen Zeit bewegte und beschäftigte, genauso wie das wirkliche Bild der schicksalhaften Ereignisse.

    Kritikpunkte:
    Sehr schade fand ich, dass das Buch erst wirklich sehr spät zu seinem Titel kommt. Das Thema Hexerei und Hexenverbrennung rückt erst sehr spät in den Fokus, aber dafür umso ausschlaggebender. Zudem braucht das Buch eine Weile, bis es Zugang zum Leser findet. Hat das Buch dieses Tor jedoch nach knapp 150 Seiten durchbrochen, gibt es kaum noch ein zurück. Denn man leist und leidet mit Catharina, wenn man sie denn in sein Leserherz aufgenommen hat. Gerne hätte ich jedoch auch noch mehr Tiefe in historische Fakten und realen Begebenheiten genießen wollen. Hier hält sich die Autorin ungewöhnlich dezent, was ich von Astrid Fritz bisher ganz anders kenne, aus ihren neueren Werken. Da dieses Buch von 2003 ist, kann man zu aktuelleren Veröffentlichungen hier schon eine lobenswerte Entwicklung und Reife erkennen.

    „Seltsamerweise übertrug sich diese Scheu auf Catharina, und irgendwann fragte sie sich, was an ihrem Wesen eigentlich sie selbst war und was das Spiegelbild der Menschen, die sie umgaben…“ (Seite 213)

    Charaktere:
    Bei der Wahl der Charaktere punktet die Autorin Astrid Fritz, denn die beiden Hauptcharaktere und auch die treffenden Nebenrollen bieten ein vollkommenes Bild und repräsentieren die damalige Zeit und die Gesellschaftsformen. Zur einprägsamen Kulisse hat A. Fritz genauso einprägsame Persönlichkeiten in ihrem historischen Roman erschaffen. Und nicht nur die Hauptakteure Cathi und Christoph hinterlassen eine Handschrift, nein es gibt Widersacher und Neider. Zwielichtig, bestialisch, korrupt und machthungrig. Bei der Ausformung und Darstellung der einzelnen Charaktere aus Haupt- und Nebenrollen hat die Autorin aus den Vollen geschöpft. Astrid Fritz schafft hier ein stimmiges Bild der Persönlichkeiten und formt das passende Umfeld, die passende Aura und den Status der Charaktere gleich dazu. Eine sehr runde und feine Mischung aus Hauptprotagonisten und wichtigen Nebenrollen. Die Protagonistin Catharina Stadellmenin gefiel mir, was dem Buch einen großen Bonus verschaffte, da sie mir sofort ins Leserherz gewandert ist. Was ihre Charakterisierung anbelangt, kann ich von Höhen und Tiefen ihres Lebens sagen, dass sie sehr treffend skizziert und dargestellt wird. Cathi ist eine Frau, die nicht aufgibt, sich kämpferisch zeigt und an ihren Träumen festhellt und nachsichtig und vorausschauend handelt. Sie ist belesen, intelligent und auf damalige Weise im gewissen Rahmen emanzipiert. Auch ihren Ehegatten Michale Bantzer möchte ich im Buche nicht missen, da er mit seiner einerseits menschlichen, gefühlvollen und großzügigen Art und Weise Catharinas Herz schnell erobert, auf langer Sicht aber immer mehr störende und unmögliche Seiten seines Charakters aufweist. Vetter Christoph nimmt im Roman eine sehr wichtige Rolle ein, auch seine Figur ist ansprechend, zeitgemäß und interessant gezeichnet. Neben den Hauptcharakteren erleben wir weitere wichtige Nebenrollen aus Familie (Lene, Marthe, Marthe-Marie, Johann, Hieronymus, Anna, Sofie) und Hausangestellte (Barbara, Elsbeth, Gerlinde) und Handwerker und Knechte (Benedikt, Sifferlin, Anselm).

    „Du hast anscheinend keine Ahnung, was ein Schafrichter heutzutage kostet. Und ein Scheiterhaufen erst, der so kunstvoll konstruiert sein muss, dass ein Menschenleib vollständig zu Asche verbrennt.“ (Seite 333)

    Zum Schreibstil:
    Die Autorin Astrid Fritz habe ich erst kürzlich mit dem historischen Roman „Henkersmarie“ für mich entdeckt, und mit ihr auch wieder die große Freude an historischen Romanen. Die Autorin hat sich sofort in mein Herz geschrieben, ich mag ihre gewählte Erzählweise, die Dramaturgie ohne jeglichen Kitsch, die fundierten Fakten und Hintergründe (die hier zwar eher von geringerer Natur sind, die sich zu einer äußerst fesselnden Geschichte bündeln und von großem Können sprechen. Die Autorin Fritz schafft Nähe und Verbundenheit, sie nimmt den Leser völlig selbstverständlich mit in eine andere Zeit. Sie entführt ihre Leserschaft an historische Orte, lässt den Leser die Gerüche und Atmosphäre wahrnehmen, sie teilt das Leid und die Liebe der Charaktere mit den Lesern. Hier liest man nicht nur, nein, hier ist man im 16. JH spürbar dabei. Ein bewegender, gefühlvoller und atmosphärischer Roman. Sehr bemerkenswert und gekonnt formuliert Astrid Fritz zeitgemäße Dialoge ohne überladen oder aufgesetzt zu erscheinen. Ein feines Händchen und eine gelungene Gratwanderung zwischen den Epochen. Keinesfalls gekünstelt, sehr anmutig, gehoben und der einstigen Zeit entsprechend. Neben der Sprachkunst des historischen Romans setzt sie auch auf entsprechendes Flair und Atmosphäre, und entsprechend eingestreut und verwebt sind all die historischen Fakten, Gepflogenheiten und Bräuche, und die Stigmatisierung der Frauen als Hexen. Autorin Astrid Fritz versteht ihr Können, selbstsicher und mit ausgiebiger Leidenschaft und Hingabe begibt sie sich in die vergangene Zeit. Wenn man sich über die Autorin informiert wird man sehen und anerkennen, welche Verbundenheit sie zu ihren Romanen pflegt. Ganz großartig und lobenswert!

    „Sie liebte es, zwischen den Buden und Ständen zu schlendern, die je nach Jahreszeit mit dem ganzen Reichtum aus den Flüssen, Feldern und Gärten der Umgebung bestückt waren, zwischen den Gerüchen nach Fisch, frischem Brot oder Gewürzen, hier ein Schwätzchen, dort ein Schwätzchen haltend und ganz nach eigenem Gutdünken zu entscheiden, welches Obst oder Gemüse oder Fleisch im Hause Bantzer auf dem Küchentisch landen würde.“ (Seite 168)

    Schauplätze:
    Wie ein lebendig gewordener Streifzug durch das 16. Jahrhundert und das schicksalhafte Leben über mehr als 30 Jahre der Catharina Stadellmenin. Die geformten, realen und überaus detaillierten Schauplätze Freiburgs, Lehens, Konstanz, Villingens und Co. überzeugen durch Atmosphäre, Gerüche, Gesellschaft und vielen authentischen Details. Eine Vergangenheit wird neu zum Leben erweckt. Hier gibt es nicht nur Orte der brennenden Scheiterhaufen und des Aberglaubens, des Sterbens und des Todes, nein hier gibt es auch Orte der Zuflucht, der Hilfe und Hoffnung, Familie, Liebe, Geborgenheit und Aufatmen. Ein Streifzug durch Gassen, Familien, Medizinischer Herausforderung und dem Wrdegang einer Liebe. Hier gibt es enorme Atmosphäre, Gesellschaftsformen, Handel, Kirche und die Härte des damaligen Lebens. All die atemberaubenden Kulissen aus Marktplatz, Flussufer und Gassen Freiburgs und seinen Nebenorten laden zu einem geschichtlichen Streifzug ein. Historische Atmosphäre, die Kluft zwischen Arm und Reich, das Verderben, der Egoismus und die Hilflosigkeit und der Aberglaube. Autorin Astrid Fritz gibt in ihrem Roman immer ein authentisches und zeitgemäßes Bild der Schauplätze wieder. Dies bezieht sich nicht nur auf das Stadtbild, nein, sie entführt den Leser an die Örtlichkeiten, zeigt das Leben und Leiden der Familien, der Zunft und Handwerker, der einfachen Bürger, Büttel und Mägde. Hier spürt der Leser viel Herzblut und Verbundenheit zur Epoche und zur Geschichte Süddeutschlands.
    Sehr genau hat sie die Eindrücke eingefangen und gibt diese im Buch an die Leser weiter. Die sympathische Autorin hat in trefflichen Momenten immer ein sehr genaues Bild der Umgebung geschaffen und überzeugt und überrascht mich genau damit vollkommen.

    Die Autorin:
    "Astrid Fritz studierte Germanistik und Romanistik in München, Avignon und Freiburg. Als Fachredakteurin arbeitete sie anschließend in Darmstadt und Freiburg und verbrachte mit ihrer Familie drei Jahre in Santiago de Chile. Heute lebt Astrid Fritz in der Nähe von Stuttgart."

    Zum Cover:
    Das Cover ist eine stimmige Einladung zum bewegenden und klischeehaften historischen Roman. Stimmig gewählt und dem Genre entsprechend.

    Fazit:
    Das Buch lässt mich zurück, mit einem wirklich positiven Gefühl für einen sehr gut präsentierten und mit Herzblut geschriebenen Roman zu Zeiten der Hexenverfolgung im südlichen Freiburg. 4 wohlverdiente Sterne für einen soliden und bodenständigen Roman, den man zu jeder Zeit lesen und genießen kann.

    Kommentare: 8
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    Herbstmonds avatar
    Herbstmondvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein schöner Roman für Ortsansässige.
    Eine Wanderung nach Lörrach ist auch drin!

    Heute nur eine kleine Rezension zu diesem Buch.
    Ich habe es für meine Reading Challenge 2015 gekauft, wobei ich ein Buch lesen sollte, das in meiner Heimat spielt. Und näher als Freiburg bin ich nicht gekommen. Gott sei dank!

    Auf einem Flohmarkt habe ich dieses wundervolle Werk erstanden
    und wollte erst gar nicht anfangen zu lesen. Mittelalterromane sind
    meistens nicht so schön für mich. Ich finde sie anstrengend zu lesen.
    Doch DIESES Werk hat mich umgehauen. Ich konnte es nicht mehr beiseite legen und wurde auch am Ende nicht enttäuscht.
    Da knallt es nämlich noch einmal richtig, wenn man denkt,
    die Handlung / das Buch sei nun zu Ende.

    Ich kann "die Hexe von Freiburg" nur empfehlen!

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    LEXIvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Hexe von Freiburg" von Astrid Fritz

    Kurzbeschreibung
    Die schwere Geburt von Catharina, der Tochter des Marienmalers Hieronymus Stadellmen und seiner Frau Anna im Jahre 1546 ließ das Schreckensszenario, das in der gleichen Nacht stattfand, für die Familie Stadellmen in den Hintergrund treten: die Besenmacherin Anna Schweizerin wird der Hexerei bezichtigt, angeklagt und nach grausamer Folter bei lebendigem Leib verbrannt.

    Nur zwei Jahre nach Catharinas Geburt stirbt die entkräftete Mutter im Kindbett. Der trauernde Witwer ehelicht nach einiger Zeit die junge Steinmetztochter Hiltrud Gellert, eine kalte, raffgierige und hartherzige Frau. Sie, wie auch ihre beiden Söhne, machen Catharina das Leben schwer und das wissbegierige Mädchen muss fortan auf viele Freiheiten, wie auch auf ihr bisheriges Privileg, Bildung zu erfahren, verzichten. Der schwache Vater gibt schließlich den Forderungen seiner jungen Ehefrau nach und schickt seine leibliche Tochter aus dem Haus. Was zunächst als schlimmstes Ereignis in ihrem jungen Leben scheint, erweist sich im Laufe der Zeit als Glücksfall: Catharina darf im Hause ihrer Tante Martha jene Liebe und Nestwärme erfahren, die sie in ihrem Elternhaus so schmerzlich vermisst hatte. Die Familie ihrer Tante nimmt sie mit offenen Armen auf und in ihrer Cousine Lene findet Catharina eine sehr gute Freundin. Doch die Tatsache, dass Catharina und ihr Cousin Christoph sich ineinander verlieben, verändert alles …

    Astrid Fritz erzählt die Geschichte der Catharina Stadellmenin aus der Sicht ihrer Base Marthe-Marie. Der einnehmende Schreibstil der Autorin trägt zusammen mit einem höchst interessanten Plot dazu bei, die Lektüre dieses historischen Romans zu einem wahren Lesevergnügen zu machen. Die Situation einer Frau in dieser Zeit ist hart, ihr werden beinahe alle Rechte und jegliche Bildung verweigert. Gehorsam und Unterwürfigkeit dem Manne gegenüber werden nicht nur erwartet, sondern oft mit brutaler Gewalt eingefordert. Ein Ausweg scheint unmöglich, denn sobald eine Frau überdurchschnittliche Intelligenz erkennen lässt, Selbständigkeit anstrebt oder gar verbotene Bildung aufweist, läuft sie Gefahr, denunziert und als Hexe angeklagt zu werden. Die Willkür bei den Gerichtsverhandlungen und daraus resultierend die schwere Folter nehmen Überhand, und die Zahl der Hexenverbrennungen steigt drastisch an.

    Astrid Fritz konzentriert sich in ihrem Roman nicht nur auf die Protagonistin Catharina, sondern widmet ihre Aufmerksamkeit auch liebevoll der detaillierten Charakterisierung viele Nebenfiguren, die dem Leser sehr rasch ans Herz wachsen. Besonders angetan war ich von der Tatsache, dass die Autorin keine Schwarz-Weiß-Bilder zeichnet, sondern auch bei den „Bösewichten“ einen guten Kern bzw. eine Ursache für deren Verhalten zu Vorschein bringt. Sie bewirkt dadurch keinesfalls ein Gutheißen ihrer Handlungen, erläutert jedoch die Motive dahinter.

    Fazit: Nachdem dies bereits meine zweite Lektüre von Astrid Fritz war und mich auch dieser historische Roman sehr gut unterhalten und auch berührt hat, kann ich die Autorin uneingeschränkt weiter empfehlen. Sie beherrscht die Kunst, trockene geschichtliche Fakten
    durch hervorragende Recherche auf lehrreiche, und dennoch zutiefst unterhaltsame Weise zu einem Roman zu verarbeiten, der den Leser viel über die Zeit der ersten Hexenverbrennungen in Deutschland erzählt und teilweise auch schockiert den Atem anhalten lässt.

    „Sie war keine Hexe. Ihr einziger Fehler mag gewesen sein, dass sie nicht in der Weise gelebt hat, wie es die Welt von einer Frau erwartet.“

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    K
    KattyKittyvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Hexe von Freiburg" von Astrid Fritz

    Eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Es hat mich von der ersten Seite gepackt und nicht mehr los gelassen. Beeindruckende Charkatere und ein unglaubliches Schicksal.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Hexe von Freiburg" von Astrid Fritz

    Hab grade dieses Buch fertig gelesen. Hatte es innerhalb von 2 1/2 Tagen durch. Einfach super. Da macht Geschichte Spaß und man lernt noch was dazu. Es geht bei diesem Buch um eine Frau, die es tatsächlich gegeben hat, Catharina Stadellmenin. Das Buch spielt zur Zeit der Hexenverfolgungen in Deutschland, in Freiburg und der näheren Umgebung. Es geht um diese Frau und ihr persönliches Schicksal. Und das Buch hat kein Happy-End. Ist übrigens der 1. Teil von einem Zweiteiler. Das zweite heißt "Die Tochter der Hexe". Die Charaktere sind so gut beschrieben, dass man sich im Kopf seine eigene Welt mit diesen Personen vorstellt. Man fühlt mit, ist mitten dabei. Einfach toll. Der Schluss ist natürlich ziemlich brutal und nicht so schön, aber so war es nun mal im Mittelalter, so um 1599 und auch danach. Ich will hier gar nicht viel schreiben, lest es einfach und ihr werdet es sehen. Das ist ein absolutes Muss für jeden Fan von Historischen Büchern.

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    vormivor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Hexe von Freiburg" von Astrid Fritz

    Mein 1. Buch von Astrid Fritz.
    Und ich muß sagen, es hat mir sehr gut gefallen.
    Flüssig und spannend erzählt bzw geschrieben. Über Hexenverbrennung und Inquisition. Und auch in diesem Buch geht es um ein Frauenschicksal, aber ohne langweilig zusein, obwohl das Thema ja schon in den verschiedensten Formen beschrieben worden ist. Von diversen Autoren.

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    Buechermaus82vor 7 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr schöner Roman aus dem Mittelalter.
    Rezension zu "Die Hexe von Freiburg. Die Tochter der Hexe" von Astrid Fritz

    Die Hexe von Freiburg ist ein sehr gut recherchierter historischer Roman. Er ist sehr spannend zu lesen.

    Eine Hexe erzählt von ihrem Leben- und Leidensweg im 16. Jhd. Von der Hexenjagd und wie sie sich über Jahre versteckt hat. Wie sie gelebt hat und was sie alles durchmachen musste.

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    Dupsivor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Hexe von Freiburg" von Astrid Fritz

    Freiburg im 16. Jahrhundert.
    Catharina Stadellmenin wird an dem Tag geboren, an dem in Freiburg anscheinend die letzte Hexe verbrannt wurde. Kein gutes Omen.
    Ihre Mutter stirbt nur zwei Jahre nach ihrer Geburt im Kindbett.
    Nach Jahren findet ihr Vater eine neue Frau, heiratet wieder.
    Diese Frau verwährt der jungen Catharina alle Annehmlichkeiten wie zum Beispiel das Recht, zur schule gehen zu dürfen.
    Schließlich findet das junge Mädchen Unterschlupf bei ihrer Tante, der Schwester ihres Vaters.
    Das Leben scheint zum ersten Mal positiv zu laufen. Doch dann verliebt sie sich in ihren Cousin Christoph, eine Verbindung, gegen die ihre Tante einige Vorbehalte hat.
    Christoph wird weggeschickt. Catharina reist ihm hinterher.
    Doch sie findet dort nicht wie erwartet das Glück. Sie wird enttäuscht und von da an gerät ihr Leben immer mehr aus den Fugen.

    „Die Hexe von Freiburg“ hat mir sehr gut gefallen. Die Zeit, in der Catharina lebt, ist gut beschrieben. Catharina selbst ist eine selbstbewusste Hauptfigur, die es schafft, Mut zu finden, selbst wenn ihre Situation aussichtslos scheint. Mit ihr zusammen erlebt man als leser die Höhen und Tiefen eines Lebens, das nicht so verläuft, wie es verlaufen sollte. Nicht so, wie Catharina es sich selbst erträumt hat.
    Eine unglückliche Liebe, die sie ihr Leben lang begleitet.
    Ein Ehemann, der erst Jahre nach der Hochzeit sein wahres Gesicht zeigt.
    Intrigen. Verleumdungen. Beschuldigungen.
    All das eingebettet in den historischen Hintergrund der Hexenverfolgungen in Deutschland, die zu dieser Zeit immer wieder aufflammen und wieder eingestellt werden. Ein ständiges Auf und Ab der Ängste und Zweifel. Der Gedanken daran, was richtig und was falsch ist. Was man glauben soll und was nicht.

    Äußerst lesenswert und noch besser als die beiden Nachfolger „Die Tochter der Hexe“ (auch ein sehr gutes Buch) und „Die Gauklerin“ (hat mir nicht ganz so gut gefallen)

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    Munros avatar
    Munrovor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Hexe von Freiburg" von Astrid Fritz

    Schöner Roman. Interessant. Spannend. Berührend.

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