Astrid Fritz Die Räuberbraut

(36)

Lovelybooks Bewertung

  • 35 Bibliotheken
  • 4 Follower
  • 0 Leser
  • 34 Rezensionen
(18)
(16)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Räuberbraut“ von Astrid Fritz

Um 1800: Die 18-jährige Juliana zieht mit ihrem Vater und drei Schwestern durch den Hunsrück. Eines Tages lernt sie den berühmtesten Räuberhauptmann der Gegend kennen. Der «Schinderhannes» umwirbt sie, liebt sie, nennt sie seine kleine Prinzessin und ist ihr sogar fast treu. Fortan streift sie mit ihm durch die Lande, bald heiraten sie. Doch kann das Glück an der Seite eines Räubers lange währen? Vierzig Jahre später lebt Juliana wieder in ihrem Heimatdorf und bedient im dortigen Wirtshaus. Hier machen Reisende halt, um die ehemalige Räuberbraut zu bestaunen und sich ihre Geschichten erzählen zu lassen. Eines Tages erscheint eine junge Frau in der Schenke. Ein Blickwechsel genügt, um Juliana begreifen zu lassen, dass sie auch Jahrzehnte später für die schönste Zeit ihres Lebens wird sühnen müssen. (Quelle:'E-Buch Text/21.07.2017')

Ein interessanter Roman, der die unterschiedlichen Aspekte des Lebens als Räuberbraut wunderbar einfängt, aber erst mit der Zeit überzeugt.

— Moni2506

Abenteuerliche Reise durch den Hunsrück, auf den Spuren des legendären Schinderhannes, betrachtet aus der Sicht seiner Braut Julchen

— Klusi

Solider Historischer Roman. Die detaillierte, schonungslose Analyse eines Volkshelden - der im Grunde nur ein armseliger Feigling war.

— MichaelSterzik

Authentischer und interessanter Einblick in das historische Räuberleben.

— Katzenauge

ein sehr unterhaltsamer historischer Roman mit einem Kern Wahrheit - toll!

— evafl

Ein schöner historischer Roman, der ganz nebenbei viele Fakten über den Schinderhannes und seine Frau vermittelt.

— Nymphe

Hervorragend recherchiert, wenig emotional

— mysticcat

Ein hervorragender, facettenreicher Roman , sehr gut recherchiert. Wir erleben hautnah Schinderhannes, Julchen und seine Gefährten....

— Arietta

hervorragend recherchierter Roman über den Mythos des Schindeshannes und seiner Frau Leseempfehlung

— Gartenkobold

Eine historisch gut recherchierte Geschichte über den Schinderhannes und seine Frau Juliana mit all den Höhen und Tiefen ihrer Beziehung.

— Betsy

Stöbern in Historische Romane

Der Duft des Teufels

unterhaltsam mit Schwächen

Gartenkobold

Mord im Badehaus

Abwechslungsreich und unterhaltsam

ChattysBuecherblog

Der Turm der Ketzerin

Ein interessanter, gut recherchierter historischer Roman. Ich fühlte mich gut unterhalten, hätte mir aber gerne noch einige Infos gewünscht

tinstamp

Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée

Ein gutes, berührendes und definitiv lesenswertes Buch.

Mauela

Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel

Seit Grangé wieder ein ausgezeichneter französischer Krimi

MellieJo

Das Geheimnis des Glasbläsers

Spannende, fesselnde und informative Geschichte über das geheimnisvolle, wunderschöne Kristall und seine geheime Herstellung

Tulpe29

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Die Frau an der Seite des Schinderhannes

    Die Räuberbraut

    MikkaG

    30. November 2017 um 21:07

    Räubergeschichten sind und waren immer schon beliebt: Robin Hood, Hotzenplotz, der Schinderhannes oder Bonnie und Clyde – edle Volkshelden, spitzbübige Halunken oder gar schreckliche Unholde tummeln sich seit jeher in den Bänkelliedern und Moritaten, den Sagen und Märchen und Herdfeuergeschichten. Dabei besungen wird jedoch nur selten deren harte Lebenswirklichkeit.Astrid Fritz beschäftigt sich in ihrem Roman nicht nur mit dem Schinderhannes, einem der bekanntesten deutschen Räuber, sondern vor allem mit seinem 'Julchen', der Frau an seiner Seite, über deren Leben vergleichsweise wenig bekannt ist. Dabei beschönigt sie nichts, sondern schildert den Hunger und das Elend der armen Leute, die enorm hohe Kindersterblichkeit, die Machtlosigkeit des braven Bürgers und die Not des allseits verhassten Juden. Und obgleich Juliana von ihrem Schinderhannes über lange Jahre nichts Böses glauben mag, bekommt man als Leser doch eine sehr gute Vorstellung davon, dass auch ein allseits beliebter Räuberhäuptling seinen Ruhm sicher nicht erlangt, indem er seine Opfer schonte.Als Leser kann man nachvollziehen, was arme Menschen zur Zeit des Schinderhannes zur Räuberei trieb: Wer bei ehrlicher Arbeit halb verhungert und seine Kinder sterben sieht, hat nichts mehr zu verlieren. Dazu kommt noch der Groll gegen diejenigen, die scheinbar unverdient zum Gelde gekommen sind, auch wenn das oft nicht wahr und gerechtfertigt ist. Dennoch muss sogar Juliana nach und nach im Laufe ihres Lebens erkennen, dass das, was die Räuberbanden tun, nichts Edles an sich hat.Mir kam das Buch schlüssig und glaubhaft vor, mit genug Fakten, dass ich den Eindruck hatte, die Autorin habe alles gut recherchiert. Das Nachwort, in dem sie mehr über die Hintergründe schreibt, hat mich darin noch bestärkt.Das ist bei einem historischen Roman schon die halbe Miete, aber dennoch reichen harte Fakten alleine nicht aus – in dem Sinne sind wir wahrscheinlich gar nicht so weit entfernt von den Menschen, die sich früher auf den Märkten begierig um die Bänkelsänger scharten. Wir wollen unterhalten werden!Und das war hier der Fall – meistens.In manchen Kapiteln hatte das Buch für mich ein paar empfindliche Längen, wenn die Charaktere von hier nach da, dann dorthin und schließlich wieder zurück reisen. Das geht rund ums Jahr 1800 ja nicht so schnell, und durch das unstete Räuberleben sind der Schinderhannes und sein Julchen ständig unterwegs. Andere Kapitel flogen dafür nur so vorbei, und ich wollte doch immer wissen, wie es weitergehen würde mit den beiden. Dazu kamen spannende Einblicke in das Rechtssystem, das zu der Zeit im Umbruch war!Juliana ist eine sehr interessante Protagonistin, mit der ich mich jedoch erstmal anfreunden musste. Das liegt zum Teil sicher daran, dass mir die Schilderungen ihrer Handlungen und Gefühle oft eher nüchtern erschienen, so dass mich die Geschichte nicht immer emotional bewegen konnte und mir Juliana als Hauptfigur stets ein wenig fremd blieb.Dennoch hat mich durchweg interessiert, was sie noch erleben würde! Ihr Leben ist so gänzlich anders als das einer Frau in unserer Zeit, dass es alleine schon spannend ist, mitzuverfolgen, wie sie versucht, es selbstbestimmt in die Hand zu nehmen.Am Schinderhannes gefiel mir sehr gut, dass die Autorin ihn weder zum strahlenden Helden noch zum bösen Scheusal macht. Ich hatte das Gefühl, dass er im Grunde ein guter Mensch ist, der auf Abwege geraten ist, und dass er sein Julchen ehrlich liebt. aber er ist gleichzeitig ein schwacher Mensch, der sich immer mehr verzettelt in ein Leben, das er im Grunde selber nicht mehr will und dabei unentschuldbare Taten begeht.   Die Liebesgeschichte hat etwas sehr Rührendes, trotz Gewalt und Mord und Räuberei, aber auch da kamen die Emotionen nicht immer voll und ganz bei mir an.Den Schreibstil fand ich angenehm und flüssig zu lesen – trotz einiger Ausdrücke aus der Gaunersprache Rotwelsch, die im Glossar erklärt werden. In meinen Augen erreicht die Autorin eine gute Balance: wenn die Räuber wirklich durchweg Rotwelsch sprechen würden, kämen die meisten Leser wohl nicht mehr mit, aber so ist es gerade genug, um der Sprache einen Hauch der Zeit zu verleihen.Fazit:Über den Räuber Schinderhannes wurde in den letzten 200 Jahren viel geschrieben, aber Astrid Fritz erzählt ihren Roman aus Sicht der Frau an seiner Seite: Juliana Blasius. Das Buch bietet einen gut recherchierten Einblick in die Lebenswirklichkeit der damaligen Menschen (insbesondere derer, die am Rande der Gesellschaft standen) und ist dabei unterhaltsam – wenn auch mit kleinen Schwächen. Die Charaktere sind interessant, auch wenn ihre Emotionen nicht immer bei mir ankamen. Besonders die Hauptfigur ist eine ungewöhnliche Frauengestalt, die es verdient hat, einmal aus dem Schatten des berühmten Schinderhannes herauszutreten.

    Mehr
  • Sehr gut recherchiert, jedoch teilweise langatmig

    Die Räuberbraut

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. September 2017 um 22:41

    Zeitweise liebe ich historische Romane und da ich die Autorin noch nicht kannte, aber mich der Klappentext angesprochen hat, habe ich mich für dieses Buch entschieden. Auch das Cover gefällt mir gut und ist typisch für historische Romane. Der Schreibstil der Autorin ist locker und leicht, sowie fließend zu lesen und die Sprache verständlich. Der Spannungsbogen war teilweise gegeben, jedoch gab es einige Stellen, die mir langweilig bzw. langatmig vorkamen. Die Charaktere sind für das 18. Jahrhundert typisch und einige sympathisch. Der Inhalt berichtet über eine sehr gut recherchierte Geschichte, die mich sehr interessiert hat. Juliana war im wahren Leben ebenfalls die Frau des Schinderhannes. Die Autorin hat hier gute Recherche geleistet und diese mit Herzblut umgesetzt.Durch ihren Schreibstil konnte ich mich in die damalige Zeit, sowie in die Figur von Juliana hineinversetzen und mir alles bildlich vorstellen. Auch die Orte waren sehr gut beschrieben, dass ich mich gut auskannte. Was mich jedoch am meisten gestört hat, waren die langatmigen und zähen Stellen, die mir das Lesen etwas erschwert und ermüdet haben. "Sehr gut recherchierter historischer Roman, der mit Herzblut geschrieben wurde, jedoch die langatmigen und zähen Stellen, das Lesen beeinflusst haben. Daher leider nur ganz okay."

    Mehr
  • Eine Räuberpistole mit Tiefgang

    Die Räuberbraut

    MichaelSterzik

    08. September 2017 um 17:46

    Die in Stuttgart lebende Autorin Astrid Fritz hat im Verlag Wunderlich ihren neuesten Roman: „Die Räuberbraut“ veröffentlicht. Die Geschichte der Räuberbraut: Juliana Blasius spielt um 1800. Die junge Frau, war die Gefährtin und spätere Ehefrau des als bekannten Räuberhauptmannes „Schinderhannes“, bürgerlich Johannes Bückler. Es finden sich leider wenig Quellen über das schicksalshafte Leben der jungen Frau, die schon mit knappen 18 Jahren ihren späteren Ehemann kennengelernt hat. Aus ärmlichen Familienverhältnissen stammend, wusste Juliana Blasius offensichtlich sich durchzusetzen. Das Julchen wie sich auch genannt wurde, überlebte ihren Mann und starb im Alter von 70 Jahren an der Wassersucht. Das meiste, was man von historischen Quellen über Sie entnehmen kann, stammt wohl aus den Prozessakten – sie wurde selbst als Mittäterin, Komplizin auf zwei Jahre Haft rechtmäßig verurteilt. Die Autorin Astrid Fritz befasst sich natürlich nicht nur mit Juliana (Julchen) Blasius, sondern schildert ihr Leben an der Seite der legendären Figur des Räubers Schinderhannes. Doch wer war dieser Räuber überhaupt?! Schon zu Lebzeiten wurde der Schinderhannes eine Legende: ein Freiheitskämpfer, der gegen die französische Besatzungsmacht kämpfte, ein deutscher Robin Hood, der die Reichen bestahl und mit dem Diebesgut, die armen Menschen versorgte?! Ein Hallodri, ein charmanter Verführer? Glaubt man den Balladen, Theaterstücken und den Verfilmungen, so soll er das mit seiner schillernden Persönlichkeit wirklich gewesen sein. Doch Dichtung und Wahrheit driften stark auseinander. Glaubt man der Autorin Astrid Fritz, so war der Schinderhannes nichts anderes, als ein rücksichtsloser Verbrecher. Er war feige, brutal, ein Verräter – er war ein Räuber und wahrscheinlich auch ein Mörder, er war gewalttätig und raubte, erpresste die jüdische Bevölkerung, die sowie unter den antisemitischen Hass der Bevölkerung, kaum Unterstützung fand. Astrid Fritz erzählt allerdings auch eine ganz andere Perspektive. Sie erzählt von einem Familienvater, der stolz auf seinen Sohn war, von einem Mann, der ein Meister der Manipulation war, dass gleich in mehrerer Hinsicht. Charismatisch – eindrucksvolle Rhetorik, ein gutes Aussehen und brillante Überzeugungskraft. Die wesentliche Stärke des Romans liegt in der Authentizität. Astrid Fritz katapultiert den Leser eine romantisch-/unromantische Räuberpartnerschaft mit all ihren Höhen und Tiefen, familiären Problemen. Es gibt keine klassische Lagerfeuerromantik, sondern sie beschreibt ein raues Leben. Immer wieder die Flucht vor den polizeilichen Behörden, immer wieder betteln um eine sichere Unterkunft, immer die Sorge, dass sie überführt, oder sogar getötet werden können. Ein Leben auf der Straße, im Wald, in Scheunen, unter Freunden, späteren Feinden und Verrätern. Die gesamte Geschichte umkreist und konzentriert sich auf die Welt von Juliana und dem Schinderhannes. Es gibt viele, fast schon zu viele Nebencharaktere und eine Vielzahl von Schauplätzen. Die Spannung des Romans erklärt sich dadurch, dass man ja weiß, dass der Schinderhannes in Mainz hingerichtet wird, aber nicht wie ist es dazu gekommen!? Es ist eine kleine, sehr fein ausgearbeitete Persönlichkeitsanalyse eines Räuberhauptmannes, eines kriminellen – der nichts anders gewesen sein mag, als ein trauriger, nach Aufmerksamkeit strebender Versager. FazitAstrid Fritz ist ein Profi, wenn es darum geht, historische Quellen spannend und unterhaltsam zu erzählen. Weder wird etwas beschönigt, oder offensiv mit Klischees durchsetzt. Im Anhang befindet sich neben dem Nachwort, auch ein Glossar mit den herkömmlichen Begrifflichkeiten und Erklärungen aus dieser Epoche. „Die Räuberbraut“ ist eine spannende, authentische Räuberpistole mit Tiefgang. Michael Sterzik 

    Mehr
  • Die Räubebraut

    Die Räuberbraut

    Pixibuch

    03. September 2017 um 10:08

    Ein historischer Roman, der auf Tatsachen beruht. Man schreibt das Jahr 1800. Juliana tritt mit ihren Geschwistern und dem Vater als Bänkelsängerin auf. Die Familie lebt von der Hand in den Mund. Da lernen sie eines Tages nach einem Auftritt den berühmten Räuber Hannes Bückler "Schinderhannes" kennen. Juliana und ihre Schwester sind von dem gutaussehenden und charmanten Mann derart angetan, dass sie mit ihm ziehen, wollen sie doch der Armut entkommen. Sie leben von Diebstählen und Schutzgeld. Juliana wird Hannes Geliebte und dann seine Ehefrau. Doch dann erfährt Juliana, dass die Truppe um Hannes auch vor Mord nicht zurückschreckt und sie bittet Hannes, mit ihr ein Leben als Händler zu führen. Er verspricht es, hält es aber nie. Sie werden verfolgt, gejagt und hetzen von einem Versteck zunächsten, bis sie eine Tages alle ins Gefägnis kommen. Es nimmt ein gutes Ende. Juliana überlebt Hannes um 40 Jahre. Ein sehr gut geschriebener Roman, bei dem Wahrheit und Fiktion gekonnt gemischt ist. Man erfährt in dem Buch sehr viel über das Leben zu dieser Zeit. Das Leben der Juliana geht einem sehr zu Herzen. Die Autorin hat über diese Zeit sehr umfangreich recherchiert und man ist richtig enttäuscht, wenn das Buch zu Ende ist.

    Mehr
  • Das spannende Leben an der Seite eines Räuberhauptmannes

    Die Räuberbraut

    Moni2506

    02. September 2017 um 19:35

    Mit „Die Räuberbraut“ entführt uns Astrid Fritz in die Welt des berühmt-berüchtigten Schinderhannes, der um die Jahrhundertwende die Gegend im Hunsrück unsicher gemacht hat. Erschienen ist der Roman im Juli 2017 bei Wunderlich. 1800, Nahe Weyerbach: Juliana Blasius zieht als Bänkelsängerin zusammen mit ihrem Vater und ihrer Schwester durch die Gegend, als sie den Räuberhauptmann Johannes Durchdenwald kennenlernt. Schnell verliebt sie sich in ihn und schließt sich ihm und seiner Räuberbande an. Fortan führt sie ein unstetes Leben, dass sie an viele unterschiedlich Orte entlang des Rheins führt. Was als großes Abenteuer und Spaß beginnt, hat aber auch recht schnell seine Schattenseiten. Mit „Die Räuberbraut“ ist Astrid Fritz ein interessanter Roman über den berühmtesten Räuberhauptmann seiner Zeit gelungen. Eindringlich schildert die Autorin die verschiedenen Aspekte des Lebens als die Frau an seiner Seite. Anfangs ist alles noch sehr unbekümmert und fröhlich, mit der Zeit schleichen sich aber auch immer mehr kritische Töne ein. Ich finde, dieser Wandel wurde gut eingefangen. Der Schreibstil ist gut zu lesen, hat mich aber erst mit der Zeit mehr gepackt. Gerade zu Beginn wirkte das Ganze auf mich wie ein deutscher Heimatfilm, weil auch die wörtliche Rede an die verschiedenen Dialekte und Begriffe der Zeit angepasst ist. Wir lernen auch viele Begriffe aus dem Rotwelsch, die Sprache der Räuber, kennen. So ungewohnt und komödienhaft ich die Sprache des Buches zunächst auch empfand, so macht sie das Buch auch deutlich authentischer. Im weiteren Verlauf ist dies immer mehr in den Hintergrund gerückt und letztendlich fand ich es passend und stimmig. Auf jeden Fall ist dies auch ein guter Indikator für die sicher teils aufwendige Recherchearbeit der Autorin. Mit der Zeit habe ich auch immer mit den Personen im Buch mitgefühlt. Anfangs war mir das Ganze viel zu kitschig und zu sehr von der rosaroten Brille Julianas geprägt und ich muss ehrlich gestehen, dass ich sogar ein wenig enttäuscht war von dem Buch. Je mehr die Geschichte jedoch voranschritt und sich immer mehr kritische Töne eingeschlichen haben, umso mehr konnte mich das Schicksal von Juliana und ihrem Johannes mitnehmen. Ich habe ihre Sorgen geteilt, konnte nachvollziehen, warum sie ihren Hannes so lange verklärt hat und war traurig über ihr Schicksal. Auf der anderen Seite darf man natürlich nicht vergessen, dass das hier eine Geschichte ist über einen Räuber und Verbrecher und der Frau an seiner Seite ist. Wir werden in diesem Buch Zeuge eines neuen Rechtssystems. Napoleon Bonaparte hat dem linksrheinischen Gebiet seine Werte Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gebracht, während das rechtsrheinische deutsch blieb. Dabei legt der Fokus aber eindeutig auf der einfachen Bevölkerung und den Menschen, die diese neuen Gesetze ausführen. Napoleon spielt in diesem Buch keine größere Rolle. Insgesamt ist dies ein Roman, der erst durch Fortschreiten der Geschichte an Kraft gewinnt. In einem ausführlichen Nachwort legt Astrid Fritz dar, was zu den beiden Personen Johannes Bückler und Juliana Blasius bekannt ist. An die historischen Fakten wurde sich gehalten. Für mich immer ein großer Pluspunkt bei einem historischen Roman. Die Quellenlage war sicher besser als bei einem Mittelalterroman, aber auch hier steckt sicher viel Arbeit dahinter alle Informationen zu sammeln und zu einer spannenden Geschichte zu vereinen. Neben dem Nachwort wird der Roman auch noch durch ein umfangreiches Glossar abgerundet. Kartenmaterial gab es im ebook keines und auch auf ein Personenverzeichnis wurde verzichtet. Was allerdings verschmerzbar ist, da die Anzahl der Personen überschaubar ist. Fazit: Hier wurde ein interessanter historischer Roman über einen berühmten und berüchtigten Räuberhauptmann geschaffen, der für mich persönlich erst mit der Zeit überzeugen konnte. Gerade auch durch die Sprache wurde das 19. Jahrhundert zum Leben erweckt. Wer gerne eine historischen Roman lesen möchte, der die einfache Bevölkerung in den Fokus rückt, ist bei Astrid Fritz wunderbar aufgehoben. 3,5 Sterne gibt es hierfür von mir.

    Mehr
  • Die Räuberbraut

    Die Räuberbraut

    Klusi

    30. August 2017 um 23:47

    Der neue Roman von Astrid Fritz erzählt die Geschichte von Juliana Blasius, der Braut des berühmt-berüchtigten Räuberhauptmanns Schinderhannes, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Gegend um den Hunsrück sein Unwesen trieb.Es beginnt damit, dass Hannes sein Julchen, wie er sie später liebevoll nennt, bei einer Festlichkeit kennenlernt, wo die junge Frau, zusammen mit ihrem Vater und ihrer Schwester, singt und musiziert. Als Hannes sie fragt, ob sie auf ewig bei ihm bleiben will, bricht sie alle Brücken hinter sich ab und folgt ihm. Dass er ein gesuchter Räuber ist, stört die junge Frau in ihrer Verliebtheit nur am Rande. Dass es bei den Überfällen, die Hannes mit seinen Kumpanen unternimmt, auch zu brutalen Übergriffen kommt, verdrängt sie einfach. Zwischendurch, wenn es ihr bewusst wird, ist sie zwar schockiert, aber das ändert nichts an ihrer großen Liebe zu Hannes. Trotz ständiger Gefahr, entdeckt und verhaftet zu werden, verbringt das junge Paar eine schöne, fast unbeschwerte Zeit, aber das Glück ist nicht von Dauer.Man begleitet den Räuberhauptmann und seine Anhänger quer durch den Hunsrück und ist bei allen Raubzügen „hautnah“ dabei, bis zum bitteren Ende. Die allgemeine Lage lernt der Leser aus Julchens Sicht kennen, aber mit der Zeit wird klar, dass der Schinderhannes, so gefühlvoll und sanft er mit seinem Julchen auch umgehen mag, letztendlich doch zu schlimmen Taten fähig ist. Die Autorin hat sehr gründlich recherchiert und bewegt sich mit ihrer Geschichte sehr nahe an den Fakten. Sie zeigt deutlich die zwei Seiten dieses Lebens, das der Schinderhannes und auch seine Freunde gewählt haben. So mancher rücksichtslose Räuber ist zugleich auch ein zärtlicher Familienvater. Man muss die Situation der Räuberbanden natürlich auch vor dem damaligen sozialen Hintergrund sehen, denn nicht wenige Menschen, vor allem bei der Landbevölkerung, waren bitterarm, und da kommt man leicht auf kriminelle Gedanken. Für die Räuber war das, was sie taten, in gewisser Weise schon fast wie „Arbeitsalltag“. In der ganzen Geschichte spielen Emotionen eine große Rolle, denn aus Liebe zu seinem Julchen tut der Hannes so manches, was seine Kumpane nicht gutheißen. Sehr intensiv kann man sowohl die Gefühle Julchens, aber auch die Gewissensnöte des Schinderhannes nachvollziehen. Letztendlich müssen sich jedoch alle ihrem Schicksal stellen, und erst gegen Ende des Romans wird es Juliana richtig bewusst, welch schlimme Taten ihr geliebter Hannes verübt hat und wie sehr die Opfer darunter litten. Befasst man sich ein wenig näher mit der Figur des Schinderhannes, so stellt man fest, dass seine Person von Anfang an stark verklärt und in einem romantischen Licht gesehen wurde. Wenige Jahre nach seinem Tod gab es bereits jede Menge an Schundliteratur über ihn, und die fahrenden Leute führten auf den Jahrmärkten Schauspiele auf, in denen sie seine Taten verherrlichten und ihn quasi zum Volkshelden machten. Bis in die Gegenwart hat der Räuberhauptmann schon fast so etwas wie Kultstatus erreicht, denn es sind Gaststätten und Gerichte auf Speisekarten nach ihm benannt, es gibt Literatur und Schauspiele über ihn, es wurden Lieder komponiert und Filme gedreht, und ihm wurde sogar ein Denkmal in Form einer Bronzebüste gesetzt. Dass er in seiner Heimat eine gewisse Berühmtheit erlangt hat und sich die Region, in der er sein Unwesen trieb, die Faszination, die diese sagenumwobene Gestalt auf die Touristen ausübt, zunutze macht, ist einerseits verständlich.Nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe, kann ich jedoch diese starke Verklärung seiner Person nicht so ganz nachvollziehen, denn seine Taten waren abenteuerlich, aber alles andere als rühmlich.Die Autorin hat in ihrem Roman ein klares und authentisches Bild der damaligen Ereignisse geschaffen, ohne den Schinderhannes auf einen Heldensockel zu stellen. So lebendig und facettenreich wie sie alles beschreibt, kann es durchaus gewesen sein. 

    Mehr
  • Rezension zu "Die Räuberbraut" von Astrid Fritz

    Die Räuberbraut

    dorli

    29. August 2017 um 11:30

    In ihrem historischen Roman „Die Räuberbraut“ entführt Astrid Fritz den Leser in das frühe 19. Jahrhundert in den Hunsrück und erzählt die Geschichte der Musikantentochter Juliana „Julchen“ Blasius, die drei Jahre lang mit dem als Schinderhannes bekannt gewordenen Räuber Johannes Bückler durch die Lande gezogen ist. Astrid Fritz hat die zahlreichen historischen Fakten und Hintergründe rund um Johannes Bückler und das Wenige, das über Juliana selbst bekannt ist, mit einer spannenden fiktiven Geschichte verknüpft und ein umfassendes und sehr glaubwürdiges Bild der Welt der Räuber und Gauner zur damaligen Zeit gezeichnet.Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin viele Begriffe aus dem Rotwelsch in die Dialoge eingeflochten hat - das macht die ganze Geschichte noch überzeugender und authentischer.In einer Rahmenhandlung, die im Mai 1844 spielt, blickt die mittlerweile 63-jährige Juliana auf die gemeinsame Zeit mit dem Schinderhannes und seinen diversen Gefährten zurück und lässt den Leser damit an ihren vielfältigen Erlebnissen und Abenteuern teilhaben.Armut und Frust in ihrem Elternhaus wecken in der 18-jährigen Juliana den Wunsch nach Freiheit und Abenteuer. Beides findet sie an der Seite des Räubers Johannes Bückler. Julchen verbringt zunächst sorglose Wochen und Monate inmitten der Schinderhannesbande - sie und Hannes heiraten und schon nach kurzer Zeit ist sie fest mit dem Räuberleben verwachsen.Ihre anfängliche Euphorie erhält einen ersten Dämpfer, als sie den Banditen heimlich auf einen Raubzug folgt und beobachtet, dass Kinder misshandelt und als Druckmittel eingesetzt werden. Julchen begreift dann nach und nach, dass das Räuberleben auch seine Schattenseiten hat und dass der Alltag einer Räuberbraut nicht so abenteuerlich ist, wie sie sich vorgestellt hat, sondern zunehmend eine eintönige Abfolge aus Warten, Hoffen und Bangen sowie ausufernder Gelage ist. Während sie selbst mit gefälschten Papieren als Krämerin Juliana Ofenloch von Markt zu Markt zieht, werden die Beutezüge und Schutzgelderpressungen von Hannes und seinen Kumpanen immer tollkühner und leichtsinniger - die mittlerweile schwangere Julchen hat nicht nur Angst um ihren Hannes, sie ist auch enttäuscht und später wütend, dass er seine Versprechen nicht hält…Trotz der ausführlichen Beschreibungen und detailreichen Schilderungen ist es nicht ganz einfach, Julianas Wege und die der Räuber durch die vielen kleinen Dörfer zu verfolgen, wenn man nicht ortskundig ist. Obwohl dies der eigentlichen Geschichte keinen Abbruch tut, habe ich es als ein wenig schade empfunden, dass dem Buch eine Übersichtskarte über das Gebiet fehlt, in dem der Räuberhauptmann sein Unwesen getrieben hat.Mit „Die Räuberbraut“ ist Astrid Fritz ein spannendes Porträt über eine interessante Frau des 19. Jahrhunderts gelungen. Es hat Spaß gemacht, Juliana Blasius kennenzulernen, sie auf dem Weg durch ihren wohl aufregendsten Lebensabschnitt zu begleiten und die guten wie auch die schlechten Zeiten mit ihr zu teilen.

    Mehr
  • Leserunde zu "Die Räuberbraut" von Astrid Fritz

    Die Räuberbraut

    Astrid_Fritz

    Leserunde zu meinem neuen historischen Roman „Die Räuberbraut“ Wer hat nicht schon mal von dem legendären Räuberhauptmann Schinderhannes gehört, dem „Robin Hood“ des Hunsrücks, vor dem die Reisenden Anfang des 19. Jahrhunderts zitterten? Dass er auch eine junge Frau an seiner Seite hatte, und zwar die Bänkelsängerin Juliana Blasius, genannt Julchen, ist schon weniger bekannt. Was die beiden verband, war eine tragisch-schöne Liebe, und so geht es mir in meinem neuen Roman auch mehr um Juliana: Wie lebte es sich als Frau damals im Räubermilieu, mit den täglichen Gefahren, mit den Ängsten um den Geliebten, mit der Brutalität der männlichen Genossen? Im Umfeld von Verbrechen, Mord und Totschlag? Der junge Hannes Bückler ist nämlich alles andere als ein Sozialrebell: Wenn es sein muss, geht er über Leichen, bringt sich und andere in Gefahr, verprasst mit kindlichem Vergnügen seine Beute. Hat er anfangs noch Rückhalt beim einfachen Volk, das unter den französischen Besatzern leidet, so wendet sich bald das Blatt. Juliana aber will die Wahrheit nicht sehen und gerät zusehends in den verhängnisvollen Strudel von bedingungsloser Liebe und Brutalität des Räuberlebens, von Flucht und Verfolgung – erst recht, als sie schwanger wird… Zu dieser gemeinsamen Leserunde, für die der Rowohlt Verlag 20 Freiexemplare zur Verfügung stellt, möchte ich euch ganz herzlich einladen. Bewerbt euch einfach bis Donnerstagabend, den 13. Juli 2017, um ein Leseexemplar und beantwortet mir dabei bitte die folgende Frage: Ist euch der Name Schinderhannes schon einmal irgendwo begegnet und wenn ja, in welchem Zusammenhang? (in meiner Jugend beispielsweise hieß meine Stammkneipe so!) Die Verlosung findet am Freitag, den 14. Juli statt, die Gewinner bekommen umgehend Bescheid. Aber auch wer leer ausgehen sollte, ist ganz herzlich eingeladen mitzumachen! Und wenn der Buchversand zügig klappt, könnten wir in der Woche darauf mit Lesen loslegen… Hier noch der Link zur Leseprobe. Und sobald ich mein eigenes Lese-Exemplar habe, trage ich die genaue Einteilung der Leseabschnitte ein. Ich freu mich schon sehr auf die neue Runde, liebe Grüße und bis bald! Astrid Fritz PS: Ich habe meine Website www.astrid-fritz.de erweitert: Neben aktuellen Infos zu meinen Büchern gibt's jetzt auch so einiges zu mir und meiner  "Schreibwerkstatt"

    Mehr
    • 574

    dorli

    29. August 2017 um 11:17
    Beitrag einblenden
    gagamaus schreibt Irgendwie hatte ich das Gefühl, Hannes hätte den Prozess - zumindest teilweise - sogar etwas genossen. Er stand im Mittelpunkt und ich denke er war noch immer blauäugig und glaube lange, dass er ...

    Ja, ich hatte auch den Eindruck, dass der Prozess eine große Show für ihn war und dass er bis zum Schluss an eine Begnadigung geglaubt hat. „…weil ich doch noch ein ehrlicher Kerl werden könnte…“ ...

  • Sehr informative und berührende Geschichtsstunde

    Die Räuberbraut

    anushka

    27. August 2017 um 22:44

    Deutschland, 1800: Die 18-jährige Juliana verdient als Bänkelsängerin ihr Geld und zieht mit Vater und Schwestern im Hunsrück von Fest zu Fest und von Wirtshaus zu Wirtshaus. Eines Tages lernt sie dabei den berüchtigten Räuberhauptmann Hannes Bückler, oder auch "Schinderhannes", kennen. Während ihre Schwester sofort von ihm schwärmt, ist Juliana nicht so leicht einzuwickeln. Dennoch folgt sie seiner Einladung, sich ihm mit ihrer Schwester anzuschließen. Sie will endlich dem einschränkenden, armseligen Leben und dem ständigen Genörgel der Mutter entkommen. Und so wird sie Bücklers Geliebte und später auch Frau und zieht mit ihm von Ort zu Ort und lebt von seinen Gaunereien, Diebstählen und Überfällen. Doch während Juliana zunehmend von einem gefestigten Leben träumt, zieht sich die Schlinge um Hannes und seine Bande immer enger ..."Die Räuberbraut" basiert auf der wahren Geschichte der Juliana Blasius, die tatsächlich die Frau des "Schinderhannes" war. Mit ihr gemeinsam lernt man einen charismatischen jungen Mann kennen, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, dass er andere, vor allem Reiche und Juden, ausraubt, erpresst oder bestiehlt. Nicht selten lässt er die Taten wie ein Schelmenstück dastehen, sodass Juliana der Ernst der Lage lange nicht klar wird. Doch mit zunehmender Wanderung von Ort zu Ort, immer wieder auf der Flucht vor Streifen oder wütenden Dorfbewohnern, nie lange am gleichen Fleck, reift Juliana heran und beginnt, die Taten zu hinterfragen. Wirkt sie zunächst noch naiv und blind verliebt, so merkt sie zunehmend, dass die vielen düsteren Gestalten, mit denen Hannes sich umgibt, ihm nicht gut tun. Und auch, dass Hannes seine Versprechen immer wieder bricht. Durch vereinzelte Vorblenden zu Juliana 40 Jahre später wird schnell klar, was aus Hannes geworden ist; für diejenigen, die die Legende nicht ohnehin schon kennen.Die Autorin zeichnet in diesem Buch ein sehr eingängiges Sittengemälde der damaligen Zeit auf dem Land und in der einfachen Bevölkerung. Hannes genießt lange Sympathien unter den einfachen Leuten, da sich seine Aktionen oft gegen die französischen Besatzer oder die vielseits ungeliebten Juden richten. Dabei wird gut deutlich, was die Menschen damals dachten und wie sie lebten. Die damalige Kleinstaaterei auf deutschem Gebiet begünstigte das Verhalten der Räuber, da sie meist nur eine Landesgrenze überschreiten mussten um straffrei auszugehen bzw. nicht gefangen genommen zu werden. Spannend ist auch, wie vergleichsweise dilettantisch die Strafbehörden vor 200 Jahren noch vorgingen und wie wenig Möglichkeiten sie hatten. Doch als sie ihre Bemühungen bündeln und verstärken, werden sie Hannes gefährlich."Die Räuberbraut" ist vielleicht nicht durchweg spannend mit hohem Tempo, wie sich das mancher Leser wünschen mag. Es gibt durchaus die ein oder andere Stelle, die als langatmig empfunden werden könnte. Doch für mich macht gerade das auch die Authentizität aus: die Eintönigkeit des Wanderns durch Wälder und Gebirge und des Ausharrens der Frauen, die darauf warten, dass ihre Männer heil von den Raubzügen zurückkehren. Auch die einzelnen Taten bleiben oft eher unspektakulär, machen aber dadurch auch den Alltag dieses Geschäfts deutlich. Auch wenn die Geschichte vor allem um Hannes kreist, hat mich Julianas Geschichte sehr berührt. Denn letztlich kreist ja ihr Leben auch weitestgehend um Hannes. Die Autorin schafft es für mich auch, die Gratwanderung zu meistern zwischen dem Erwecken von Mitgefühl für Hannes' Frau und der Legendenbildung um einen Verbrecher. Sie romantisiert nicht, sondern lässt ihre Protagonistin zunehmend zweifeln. Als schließlich von Morden die Rede ist, fällt Juliana aus allen Wolken. Es wird nie abschließend klar, ob Hannes daran beteiligt war oder nicht, wohl auch, weil es darüber keine eindeutigen historischen Belege gibt. Die Schilderung der Taten vor Gericht erschüttert auch den Leser. Und abschließend wird auch die Perspektive der Opfer sehr deutlich dargelegt.Für mich war dieses Buch eine sehr informative Geschichtsstunde, die mir kurzweilige und auch emotionale Lesestunden beschert hat. Es ist ein sehr überzeugendes Sittengemälde des 18./19. Jahrhunderts und sehr für Fans historischer Romane zu empfehlen, die auch ruhigere Geschichten zu schätzen wissen. Lediglich eine Karte (und vielleicht ein Personenregister) hätte ich mir noch gewünscht.

    Mehr
  • Im Wald da sind die Räuber

    Die Räuberbraut

    joleta

    26. August 2017 um 19:22

    Klappentext: Das Leben an der Seite eines Räuberhauptmanns: dramatisch, romantisch und hochgefährlichUm 1800: Die achtzehnjährige Juliana zieht mit ihrem Vater und ihren Schwestern durch den Hunsrück. Eines Tages lernt sie den berühmtesten Räuberhauptmann der Gegend kennen. Der "Schinderhannes" umwirbt sie, liebt sie, nennt sie seine kleine Prinzessin und ist ihr sogar fast treu. Fortan streift sie mit ihm durch die Lande, bald heiraten sie. Doch kann das Glück an der Seite eines Räubers lange währen? Ich meine dazu: Juliana wächst, zusammen mit ihren Geschwistern, in ärmlichen Verhältnissen als Tochter des Bänkelsängers Hannikel auf und muß schon früh gemeinsam mit ihrer Schwester Margret den Vater zum Musizieren begleiten. Nach einem solchen Tanzvergnügen ist es auch, als die 18jährige dem berüchtigten Räuber Johannes Bückler, dem Schinderhannes, das erste Mal begegnet. Die Mädchen sind recht schnell beeindruckt vom Auftreten des stattlichen, jungen Mannes und so braucht es nicht allzu viel Überredungskunst, als er ihnen bei einem nächsten Zusammentreffen anbietet, mit ihm zu gehen. Sehen sie doch eine Chance, das ärmliche, einzwängende Leben hinter sich zu lassen. Quer durch den Hunsrück begleiten wir Julchen und Hannes mit seiner ständig wechselnden Räuberschar und erleben, wie sich Juliana und Hannes schon bald ineinander verlieben. Ist Juliana zunächst noch alles ein Abenteuer und wird durch die rosarote Brille betrachtet, so wird ihr doch auch bald bewußt, wie gefährlich dieses Leben ist. Und als sie dann auch noch ihre erste Schwangerschaft bemerkt, schafft sich in ihr der Wunsch nach Sicherheit uns Sesshaftigkeit immer mehr Raum. Doch kann das funktionieren und läßt sich Hannes darauf ein? Mit diesem Buch macht Astrid Fritz eine Nebenperson der Geschichte zur Hauptperson eines Romans, was ihr – und daran hatte ich schon vorab so keine Zweifel – mal wieder hervorragend gelungen ist. Der Schreibstil der Autorin ist in meinen Augen schon lange eine sichere Bank und auch ihre Bücher faszinieren mich immer wieder. Geschickt vermischt sie hier Fiktion mit Realität und ich war so manches mal erstaunt, wie viele Fakten tatsächlich bekannt sind. Die Geschichte um Juliana war doch äußerst interessant für mich. Wir waren viel im Wald unterwegs, aber nicht nur, um von einem Ort zum anderen zu kommen, sondern auch, um sich zu verstecken oder Raubzüge zu planen und durchzuführen. Dabei kam bei mir zu keiner Zeit Langeweile auf und ich steckte immer mittendrin, auch wenn ich noch nie im Hunsrück war. Natürlich erfährt man auch viel über den Schinderhannes, denn ohne ihn gab es Juliana nun mal nicht. Dennoch ist es der Autorin in meinen Augen perfekt gelungen, den Focus auf Juliana zu legen und zu halten. So erfahren wir zum Beispiel auch, wie es Juliana nach Hannes erging. Wieder mal ein großes Highlight in mienem Bücherregal!

    Mehr
    • 2
  • Ein Leben mit dem Schinderhannes

    Die Räuberbraut

    esposa1969

    21. August 2017 um 17:16

    Klappentext:Um 1800: Die 18-jährige Juliana zieht mit ihrem Vater und drei Schwestern durch den Hunsrück. Eines Tages lernt sie den berühmtesten Räuberhauptmann der Gegend kennen. Der «Schinderhannes» umwirbt sie, liebt sie, nennt sie seine kleine Prinzessin und ist ihr sogar fast treu. Fortan streift sie mit ihm durch die Lande, bald heiraten sie. Doch kann das Glück an der Seite eines Räubers lange währen? Vierzig Jahre später lebt Juliana wieder in ihrem Heimatdorf und bedient im dortigen Wirtshaus. Hier machen Reisende halt, um die ehemalige Räuberbraut zu bestaunen und sich ihre Geschichten erzählen zu lassen. Eines Tages erscheint eine junge Frau in der Schenke. Ein Blickwechsel genügt, um Juliana begreifen zu lassen, dass sie auch Jahrzehnte später für die schönste Zeit ihres Lebens wird sühnen müssen.Leseeindruck:Mit "Die Räuberbraut" von Autorin Astrid Fritz liegt dem Leser ein sehr fesselnder historischer Roman vor, in dessen Hauptrollen Juliana Blasius und (Jo)Hannes Bückler, alias »Schinderhannes« den Leser begeistern.Wer kennt ihn nicht, diese berühmt-berüchtigte Figur des Johannes Bückler auch als Schinderhannes bekannt. Der Räuberhauptmann, in dessen Leben wir Einblick erhalten. Einige Filme habe ich bereits über ihn gesehen, das Schinderhanneslied habe ich im Ohr:»Das ist der Schinderhannes,Der Lumpenhund, der Galgenstrick,Der Schrecken jedes MannesUnd auch der Weiberstück.« (quelle: Carl Zuckmayer)Umso mehr freute ich mich über wahre Begebenheiten vermengt mit fiktiven Ereignissen aus dessen Zeit zu lesen.Der Schreibstil der Autorin, von der ich schon einige historische Romane lesen durfte, liest sich sehr angenehm und flüssig, so dass ich während des Lesens die Handlung bildhaft vor Augen hatte. Nicht nur die Handlung, sondern auch die damalige Zeit hatte ich so vor Augen, als würde ein Film vormir ablaufen. Sämtliche Figuren werden sehr real und gut vorstellbar beschrieben. Die Spannung kommt in keinem Fall zu kurz. Wir erfahren viel über des Schinderhannes Missetaten, die sich die recht naive Juliana schön redet, was sie dann als reife Frau rückblickend realistischer wahrnimmt.Das Buch selbst ist sehr hochwertig gestaltet, mit einem Schutzumschlag versehen und einem eingebundenen Textillesezeichen. Das Cover lässt deutlich erkennen, dass dieser Roman ein historischer ist. Im Anhang findet der Leser noch ein umfangreiches Glossar der damaligen Ausdrücke.Insgesamt lasen sich die rund 500 Seiten kurzweilig und lesenswert, so dass ich gerne 5 Sterne vergeben kann!@ esposa1969

    Mehr
  • Authentischer und interessanter Einblick in das historische Räuberleben

    Die Räuberbraut

    Katzenauge

    21. August 2017 um 14:16

    Der historische Roman „Die Räuberbraut“ von Astrid Fritz spielt in der Zeit um 1800 im Hunsrück. Hauptakteurin ist die junge Juliana, die an der Seite des als „Schinderhannes“ berüchtigten Räuberhauptmannes, ein abenteuerliches Leben führte. Die Autorin verfügt über einen ansprechenden und sehr bildhaften Schreibstil, der mich gut unterhalten konnte. Die Verwendung vieler historischer Begrifflichkeiten, welche im hinteren Teil des Buches im Glossar erklärt werden, empfand ich als literarische und authentische Bereicherung beim Lesen. Man merkt ab der ersten Seite, dass die Autorin sehr viel Herzblut in ihren Roman gesteckt hat. Die historischen Fakten wurden gut recherchiert. Frau Fritz gibt diese sehr detailliert wieder, sie schildert nicht nur geschichtliche Ereignisse, sondern lässt den Leser wirklich in die damalige Zeit eintauchen. Es gelingt ihr sehr gut die Atmosphäre zu beschreiben, man fühlt sich in die alten Zeiten versetzt und meint fast selbst Teil der Räuberbande um den „Schinderhannes“ zu sein. An einigen Stellen sind die Ausführungen jedoch zu umfangreich, was das Lesen ein wenig langatmig gestaltet, und das Buch leider in die Länge zieht. Sehr gut gefiel mir auch die Thematik um das Räuberleben in Deutschland in dieser Zeitepoche. Ein interessanter Einblick in das eher raue und harte Leben jener Zeit. Fazit: Der Autorin ist eine authentische und bildhafte Erzählung gelungen. Der teilweise sehr ausführliche und detaillierte Erzählstil zeugt von ihrer guten Recherche, zog das Buch aber auch etwas in die Länge, und gestaltete so das Lesen manchmal leider langatmig. In der Gesamtbetrachtung hat mir dieser historische Roman gut gefallen und einen interessanten Einblick in das Leben in jener Zeitepoche in Deutschland gegeben. Ich danke dem Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Dies nimmt selbstverständlich keinen Einfluss auf meine ehrliche Meinung.

    Mehr
    • 2
  • Vom Julchen, das wohl längst in Vergessenheit geraten ist.

    Die Räuberbraut

    evafl

    16. August 2017 um 13:59

    Die Geschichte des Buches spielt etwa um das Jahr 1800, als die gerade einmal achtzehnjährige Juliana Blasius, die eigentlich tagtäglich mit Vater und Schwestern durch den Hunsrück zieht um zu musizieren, einen Räuberhauptmann kennenlernt. Dieser ist der berühmt-berüchtigte „Schinderhannes“, welcher sie umwirbt und liebt, fortan wie seine Prinzessin hofiert. Sie schließt sich der Truppe um ihn an, doch wie ist es um das Glück an der Seite eines Räubers bestellt?Mal wieder einen historischen Roman lesen, ich habe mich wirklich drauf gefreut. Zumal die Geschichte des „Schinderhannes“ ja durchaus sicher spannende Lesestunden mit sich bringen sollte, eine regelrechte Legende ist es ja. Und ich muss sagen, Astrid Fritz hat die Geschichte um die Räuberbraut Juliana wunderbar geschrieben. Aber langsam.Vom Schreibstil her hat mir das Buch gut gefallen. Recht gut verständlich, nichts großartig verschachtelt beim Satzbau, wirklich angenehm zu Lesen. Spezielle Begriffe der damaligen Zeit werden hinten im Buch noch einmal näher erläutert, so dass man hier dann durchaus nachschlagen kann. Hier sind vor allem mehr Begriffe erläutert als man das bei anderen Büchern erlebt – ich finde das echt toll gemacht, gelungen! Inhaltlich merkt man natürlich, dass man sich in einem anderen Zeitalter befindet, anhand der Schilderungen oder auch Ansprachen. Mir hat das gut gefallen.Überhaupt ist die Geschichte wirklich sehr unterhaltsam, durchaus spannend, hat aber gelegentlich auch romantische Momente dabei. Gelegentlich gibt es auch mal lustige Szenen, natürlich aber, wie sollte man bei einer „Räubergeschichte“ anders vermuten, manchmal auch brutal und grausam. Dennoch fand ich die Mischung alles in allem wirklich sehr gelungen – die annähernd 500 Seiten des Buches flogen dahin, ich wurde wirklich sehr gut unterhalten. Klar hätte man manche Szenen manchmal etwas kürzer abhandeln können, auch war es mit den vielen vorkommenden Personen oftmals schwierig, aber es hat mir wirklich gut gefallen.Ein historischer Roman, in dem ein Kern Wahrheit steckt, in dem man einiges über Juliana Blasius erfährt, die an der Seite des sogenannten „Schinderhannes“ (Johannes Bückler) leider wohl in Vergessenheit geraten ist. Mich hat die Geschichte gut unterhalten, ich habe mich amüsiert, hatte spannende Stunden und kann das Buch wirklich nur empfehlen, vergebe 5 von 5 Sternen. 

    Mehr
  • Julchen und Hannes

    Die Räuberbraut

    Athene100776

    16. August 2017 um 09:26

    Juliana wächst behütet in ärmlichen Verhältnissen auf, im Alter von 18 Jahren, trifft sie auf den berüchtigten Räuberhauptmann Schinderhannes. Zusammen mit ihrer Schwester schließt sie sich der Bande an, weniger aus Überzeugung mehr aus dem Drang nach Freiheit.Doch ist ein Räuberleben , so romantisch und frei es am Anfang erscheint von langer Dauer ?Da ich persönlich aus der Gegend des Schinderhannes stamme, war für mich die Geschichte nicht neu, dennoch zog sie mich schnell in ihren Bann.In der Geschichte werden zwei Erzählstränge miteinander verbunden. Zum einen erfährt man etwas über die alt gewordene Juliana und zum anderen lebt man als Leser in der Zeit von Julchen und Hannes. Als Julchen und Hannes sich kennen lernen taucht man in die romantische Lebensweise der Räuber ein, doch schnell wird klar, dass Romantik und Freiheit einen hohen Preis haben.Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Personen , Ortschaften und Handlungen so bildlich und lebendig darzustellen, dass ich beim Lesen oft das Gefühl hatte, neben Julchen am Feuer sitzen oder Hannes auf seine Raubzüge zu begleiten.Gut gefallen hat mir, die Aufteilung der Kapitel, diese sind nicht zu lang und nicht zu kurz und oft schließen sie in einer Spannungskurve ab, in der man als Leser das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Der leichte und lockere Schreibstil und die lebendigen Dialoge taten ihr Übriges, um mich an das Buch zu fesseln.Sehr informativ und genau richtig zum Abschluss des Buches empfand ich das Nachwort der Autorin, so konnte man das "erlesene" ganz gemütlich sacken lassen und mit der Geschichte in sich abschließen ohne, dass der Sprung in die Jetzt-Zeit zu extrem ist. Der einzige Minuspunkt bei diesem Buch ist, dass eine Karte fehlt, in der auch Ortsunkundige dem sehr sprunghaften Weg des Schinderhannes hätten folgen können.Alles in allem ein tolles Buch, das ich nicht missen möchte. 

    Mehr
  • Die Räuberbraut

    Die Räuberbraut

    jackdeck

    15. August 2017 um 17:17

    Die junge Juliana Blasius, Tochter eines Bänkelsängers und in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, trifft nach einem Tanzvergnügen auf einen charismatischen Mann namens Johannes Bückler, der sich im Verlauf eines Gesprächs als der berühmt-berüchtigte Räuberhauptmann Schinderhannes herausstellt. Als dieser ihr das Angebot macht, mit ihm und seiner Truppe zu ziehen, entschließt sich Juliana schnell, bricht mit ihrer Familie und geht in Begleitung ihrer Schwester Margret mit auf Reisen. Schinderhannes ist dafür bekannt, hauptsächlich reiche Kaufleute und Händler jüdischer Abstammung zu berauben, wobei die übrige Bevölkerung ihm genug Rückhalt gibt und ihn sogar noch unterstützt. Juliana verliebt sich schnell in den selbstbewussten Hannes und nimmt dabei in Kauf, ständig auf der Flucht zu sein und nie einen festen Wohnsitz ihr Eigen zu nennen. Doch je länger die Raubzüge und das Versteckspielen dauern, umso mehr sehnt sich Juliana nach einem eigenen Zuhause, wo sie mit Hannes leben kann. Doch wird Hannes ihrem Wunsch nachgeben und sich endlich einen sicheren Broterwerb suchen, oder tanzt er weiter auf dem Drahtseil, bis er erwischt wird und sich die Schlinge um seinen Hals legt? „Die Räuberbraut“ ist Astrid Fritz neuer Roman über Juliana Blasius und Schinderhannes. Ich habe alle bisher erschienenen Romane von ihr gelesen und warte immer sehnsüchtig auf Nachschub. Der Roman ist fesselnd, teilweise dramatisch und spannend, eine Leseempfehlung.

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks