Die Vagabundin

von Astrid Fritz 
4,2 Sterne bei52 Bewertungen
Die Vagabundin
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Angie*s avatar

Ein Roman, der jeden Liebhaber/rin historischer Romane in den Bann zieht. Plastisch erzählt und supergut recherchiert,,

L

Das Schickal der Vagabundin hat mich sehr bewegt, intensiv geschrieben.

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Inhaltsangabe zu "Die Vagabundin"

Für Freiheit und Glück riskiert sie alles – auch ihr Leben.

Passau, 1561: Nach dem Tod ihrer Mutter wächst Eva beim Stiefvater auf. Als der sie mit einem Trunkenbold verkuppeln will und sich anschließend selbst an sie heranmacht, beschließt Eva, aus der Stadt zu fliehen. So beginnt ein abenteuerreiches Wanderleben. Schnell wird Eva jedoch klar, dass sie den Männern auf der Straße genauso schutzlos ausgeliefert ist wie zuvor. Sie verkleidet sich als Schneiderknecht und zieht fortan mit gefälschten Papieren durch die Lande. Doch bald droht ihr Geheimnis aufgedeckt zu werden. Denn es begegnet ihr die erste große Liebe.
Ein erschütterndes Frauenschicksal – erzählt nach einem wahren historischen Fall.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499244063
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:512 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.11.2010

Rezensionen und Bewertungen

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    winter-chills avatar
    winter-chillvor 5 Jahren
    Ergreifendes Frauenschicksal

    In Ihrem Roman „Die Vagabundin“ widmet sich Fritz einem wahren historischen (Kriminal-)Fall. Sie erzählt die ergreifende Geschichte der Eva Barbiererin, die im 16. Jahrhundert als Mann verkleidet und mit gefälschten Papieren durch Süddeutschland zog. Doch dann wurde ihr Geheimnis aufgedeckt. Der Roman beginnt im Jahr 1561 in Passau. Nach dem Tod ihrer Mutter sind Eva und ihre Geschwister dem Stiefvater ausgeliefert, einem brutalen Trunkenbold. Um sich und ihren jüngsten Bruder vor seinen Gewaltausbrüchen und Zudringlichkeiten zu schützen, flieht Eva zusammen mit ihrem Bruder eines Nachts aus dem väterlichen Haus. Weil Eva jedoch auf der Straße schutzlos den Männern ausgeliefert ist und es Männer generell leichter hatten als Frauen, beschließt Eva schließlich, sich als Mann zu verkleiden. Beinahe vier Jahre zieht sie dann als Schneidergeselle Adam Portner durch die Lande und versucht ihr Glück zu machen. Denn Eva hat auch einen Traum: Sie würde gerne als richtiger Schneider arbeiten. Lange Zeit geht alles gut, doch dann droht der Schwindel aufzufliegen. Fritz hat sich zwar sehr genau an die Prozessakten zu diesem Fall gehalten, die auch zahlreiche Fakten zum Leben der Eva Barbiererin beinhalten, sie hat aber auch einige fiktive Fakten in die Geschichte mit eingebaut. So erlebt Eva nicht nur zahlreiche Abenteuer, sondern begegnet auch ihrer großen Liebe. Fritz ist mit „Die Vagabundin“ ein sehr bewegender, interessanter historischer Roman gelungen, der sehr deutlich veranschaulicht, wie schlecht Frauen in der frühen Neuzeit behandelt worden sind, wie wenig sie wert waren und wie selten sie eine Chance hatten, ihre Ziele und Träume zu verwirklichen. Ihre einzige Möglichkeit, weiter zu kommen, war es, sich als Mann zu verkleiden. Und tatsächlich waren Frauen in Männerkleidung in der frühen Neuzeit historische Realität. Ein gut recherchierter, gelungener historischer Roman mit gut ausgearbeiteten Charakteren, der unterhaltsam noch dazu ist.

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    joletas avatar
    joletavor 5 Jahren
    Ich konnte es nicht weglegen...

    Nach dem Tod ihrer Mutter wächst Eva in ärmlichsten Verhältnissen bei ihrem gewalttätigen Stiefvater auf, der sie wegen Spielschulden zunächst einem wesentlich älteren Mann verspricht.
    Als sich ihr Stiefvater dann selbst an ihr vergehen will, wehrt sie sich und flieht, mit nichts, als ihrer Kleidung am Leib und ihrem jüngeren Bruder an der Hand.
    Bettelnd und mit kleineren Gaunereien schlagen sie sich durch, erleben Krankheit, Hunger und Gewalt. Hin und wieder lernen sie allerdings auch die Gutmütigkeit einiger Leute kennen.
    Das erste Ziel ihrer Reise sind Verwandte, die Schwester der verstorbenen Mutter mit Mann, wo Evas Bruder an Sohnes statt aufgenommen und zum Kaufmann ausgebildet wird. Eva zieht es bald weiter. Sie will ihre ältere Schwester und ihren älteren Bruder finden. Da sie aber erlebt hat, daß das Reisen für Frauen sehr gefährlich ist, verkleidet sie sich als Mann schlägt sich als Schneidergeselle durch...

    Die Abenteuer um Eva zogen mich in ihren Bann. So habe ich mit ihr gelitten, wenn sie Hunger hatte oder geschlagen wurde. Ich hatte mit ihr Angst, daß ihre Schwindeleien auffliegen würden, ich war glücklich für sie, als sie sich verliebte.
    Ich habe ungläubig den Kopf geschüttelt, als sie schwerwiegende Fehler beging. Als man sie bestrafte, war ich immer wieder erstaunt, wie viele Leute zu ihr standen und für sie baten. Und als man sie vor den Augen ihres Geliebten tötete, habe ich um sie geweint.

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    Bellexrs avatar
    Bellexrvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Fazit: Zumeist spannend und unterhaltsam erzählter Roman über das Leben einer jungen Frau, die sich den Zwängen des 16.Jhr. entzieht.
    Die Geschichte der Eva Barbiererin

    Passau im Jahr 1561: Die junge Eva verlebt keine glückliche Zeit, wächst sie doch mit ihrem kleinen Bruder Niklas bei ihrem trunksüchtigen und gewalttätigen Stiefvater auf, der den knappen Verdienst in die nächste Kneipe trägt. Als ihr Stiefvater sie auch noch wegen Spielschulden an einen älteren Mann verheiraten will, flüchtet Eva zusammen mit ihrem Bruder. Fortan sind die beiden auf Wanderschaft. Doch schnell muss die junge Frau erkennen, dass sie den Männern auf der Straße schutzlos ausgeliefert ist. Eva besorgt sich gefälschte Papiere und reist nun als junger Schneidergeselle durchs Land. Hierbei trifft sie auch auf ihre große Liebe.

    Astrid Fritz erzählt die wahre Geschichte der Eva Barbiererin, die es vielen Frauen ihrer Zeit gleich tat und sich als Mann verkleidete. Zur damaligen Zeit waren Frauen machtlos der männlichen Gesellschaft ausgeliefert, viele Frauen haben dagegen aufbegehrt, wie auch Eva, deren Verkleidung jedoch mehr aus der Not heraus geboren war.

    Es ist ein aufregendes, aber auch gefährliches Leben, welches Eva fortan führt. Ihren kleinen Bruder kann sie schon bald bei ihrer Muhme unterbringen, wo Niklas das erste Mal so etwas wie Familienleben kennenlernt. Doch Eva fühlt sich hier nicht so recht wohl und beschließt, weiter auf Wanderschaft zu gehen. Aus der Not heraus ist sie öfter gezwungen zu lügen und auch kleine Diebstähle müssen aufgrund von nagendem Hunger ab und an sein. Eva trifft unterwegs die unterschiedlichsten Menschen, einige sind ihr wohlgesonnen, andere dagegen weniger. Die junge Frau muss mehrmals um ihr Leben fürchten. In Regensburg scheint ihr Vagabundenleben endlich ein Ende zu finden, doch auch hier hat Eva nicht nur Freunde.

    Die eng an die historischen Fakten gehaltene Geschichte ist zumeist sehr abwechslungsreich erzählt und bezüglich des Ausgangs schwer vorhersehbar. Hierdurch gestaltet sich der Roman durchweg sehr unterhaltsam und oft auch spannend, doch ab und an wiederholen sich die Geschehnisse etwas, wenn auch in abgewandelter Form, was stellenweise schon etwas langatmig wirkt. Astrid Fritz verwendet  viele Begriffe der damaligen Zeit, zudem ist ihr Erzählstil sehr farbenprächtig und bildhaft, sodass man sich die kleinen und größeren Städte, welche Eva auf ihrer Wanderschaft kennenlernt sehr gut vorstellen kann.

    Und auch die Charaktere agieren durchweg überzeugend und sind facettenreich beschrieben. Gerade von Eva erhält man schnell eine Vorstellung, kann sich gut in sie hineinversetzen und erlebt mit, wie aus einem schüchternen jungen Mädchen mit der Zeit eine abenteuerlustige junge Frau wird, deren Übermut ihr zum Verhängnis wird. Und auch wenn manche Ereignisse rund um Eva oft etwas unglaubwürdig wirken, sind gerade diese wirklich geschehen, wie Astrid Fritz im Nachgang zu ihrem Roman berichtet.

    Fazit: Ein zumeist spannend und unterhaltsam erzählter Roman über das Leben einer jungen Frau, die sich aus den Zwängen der damaligen Zeit zu befreien versucht.

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    LEXIs avatar
    LEXIvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Vagabundin" von Astrid Fritz

    Passau, 1561. Das Leben in dieser Zeit war an sich kein leichtes. Für junge Mädchen wie Eva Barbiererin jedoch, deren geliebte Mutter viel zu früh gestorben und deren Stiefvater sie an einen alten Saufkumpan verschacherte, sie zudem sexuell belästigte, war das Leben eine unerträgliche Qual, gezeichnet von tiefer Armut, Verzweiflung und Hunger. Das Dasein bedeutete einen täglichen Kampf um das nackte Überleben, da der arbeitslose Vater den kärglichen Lohn seiner minderjährigen Tochter vertrank und verspielte. Die selbständige und eigenwillige Eva wusste bereits früh um die Rechtlosigkeit und Ausgrenzung der Frauen nicht nur in ihrer Heimat, eine Flucht als allein reisendes Mädchen hätte brutale Vergewaltigungen oder gar Schlimmeres für sie bedeutet. In ihrer Verzweiflung, dieser ausweglosen Lage auf irgend eine Art und Weise zu entkommen, griff sie zum einzigen Mittel, das ihr möglich schien: Eva verkleidete sich als Mann und nannte sich fortan Adam Portner, um unbehelligt reisen und durch ihre geschickten Nähkünste ihren Unterhalt verdienen zu können. Durch die Tabuisierung der Nacktheit und ihre Schläue blieb ihr wahres Geschlecht lange Zeit unentdeckt und sie konnte die Vorteile der Männerwelt, die ungeahnten Freiheiten sowie Anerkennung und materiellen Erfolg genießen. Der Roman von Astrid Fritz beruht auf historischen Fakten, ihre Recherchen betrieb sie im Nördlinger Stadtarchiv, wo die wahre Geschichte der Eva Barbiererin gut dokumentiert auflag. Die Autorin schildert in sehr lebendigem Schreibstil die Zeit unter der Fuchtel von Evas brutalem Stiefvater, ihre Flucht mit dem kleinen Bruder Niklas zu ihrer Muhme Ursula Wolff, der Schwester ihrer Mutter, die den wohlhabenden Kaufmann Endress Wolff geheiratet hatte und mit ihm in Straubing lebt. Sie erzählt auch von Evas Wanderlust, ihrem Gefühl des „Eingesperrtseins“ und ihrer Unfähigkeit, sich mit der Rolle einer rechtlosen, unterdrückten und durch Resignation gekennzeichneten Frau abzufinden. Eva boten sich auf ihrer langen Reise durchaus auch Möglichkeiten, sich niederzulassen und ein gemütliches Leben an der Seite eines ehrbaren Ehemannes zu führen. Jedoch kam sie nicht gegen ihre innere Unruhe, ihre Reiselust und ihren drängenden Wunsch nach Selbständigkeit an. Anhand einiger sehr detailliert gezeichneter Charaktere macht Astrid Fritz aus diesem historischen Dokument eine schillernde Lebensgeschichte einer faszinierenden, mutigen jungen Frau, die gegen alle Konventionen ankämpft und ihren eigenen Weg geht. Eine ausgezeichnete Schilderung der Lebensumstände, der Sitten und Gebräuche, der medizinischen Versorgung, der Zünfte und Menschen dieser Zeit bereichert diesen Roman und macht ihn zu einem ganz besonderen Leseerlebnis. Eine doppelseitige Landkarte jeweils auf der ersten, und der letzten Seite, veranschaulichen den Reiseweg der Protagonistin. Ganz besonders hervorheben möchte ich auch das überaus hilfreiche 9seitige Glossar, das Ausdrücke und alte Bezeichnungen detailliert erläuterte und so für den Leser verständlich macht. Die wunderschöne Umschlaggestaltung meiner gebundenen Ausgabe zeigt eine junge Frau mit traurigem Blick vor einem tiefgrünen Vorhang, auf dem in kunstvoll geschwungenen, in Goldfarbe gehaltenen Lettern, der Name der Autorin, Titel und Genre eingedruckt wurden. Ein Lesebändchen erleichtert es, eine bestimmte Stelle zu markieren, nachdem man das Buch zugeklappt hat … was jedoch angesichts des fesselnden Inhaltes beinahe unmöglich scheint. Dies war mein erstes Buch von Astrid Fritz, mein Einstieg in die Welt des historischen Romans aus den Augen dieser Autorin, zu deren Werk „Die Vagabundin“ sich demnächst auch all ihre anderen Bücher gesellen werden. Ich kann dieses Buch jedem Fan des Historischen Romans uneingeschränkt ans Herz legen und vergebe 5 Bewertungssterne für diese bereichernde Lektüre.

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    abuelitas avatar
    abuelitavor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Vagabundin" von Astrid Fritz

    Ein erschütterndes Frauenschicksal – erzählt nach einem wahren historischen Fall:
    Passau, 1561: Nach dem Tod ihrer Mutter wächst Eva beim Stiefvater auf. Als der sie mit einem Trunkenbold verkuppeln will und sich anschließend selbst an sie heranmacht, beschließt Eva, aus der Stadt zu fliehen. So beginnt ein abenteuerreiches Wanderleben. Schnell wird Eva jedoch klar, dass sie den Männern auf der Straße genauso schutzlos ausgeliefert ist wie zuvor. Sie verkleidet sich als Schneiderknecht und zieht fortan mit gefälschten Papieren durch die Lande. Doch bald droht ihr Geheimnis aufgedeckt zu werden. Denn es begegnet ihr die erste große Liebe . . .

    Ich war von Anfang an in der Geschichte „drin“ – nicht gerade eine Selbstverständlichkeit bei historischen Romanen! - und bin mit Eva den ganzen Weg gewandert; immer wieder auf die Karte am Anfang des Buches auch zurückkehrend und geguckt: wo genau stehen „wir“ jetzt?

    Das war sicher nicht mein letztes Buch von dieser Autorin, deren Sprachstil mir auch ausnehmend gut gefällt !

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    uschs avatar
    uschvor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Vagabundin" von Astrid Fritz

    Nach einer sehr heftigen körperlichen Auseinandersetzung mit ihrem Stiefvater flüchtet Eva mit ihren kleinen Bruder aus der Stadt Passau.
    Gemeinsam machen Eva und ihr Bruder sich auf dem Weg nach Straubing zu ihrer Tante. Auch in der Hoffnung ihre Schwester Josefina dort zu finden.
    Über viele Umwege und schweren Zeiten kommen Eva und ihr Bruder dort an.
    Beide werden dort herzlich aufgenommen, doch die Schwester war nicht dort.
    Evas Bruder blieb dort in der Stadt während Eva weiter nach ihrer Schwester suchen wollte.
    Um sicherer zu Reisen, verkleidete Eva sich als Schneidergeselle und reiste so von Stadt zu Stadt.
    Ihre Reise endete mit dem Tot in Nördlingen.
    Das Buch ist sehr aufschlussreich und gibt tiefe Einblicke in das damalige Leben als Vagabund und Handwerker, sowie in die damalige Gesetzgebung und Verhandlungsmethoden.
    Hilfreich waren die Worterklärungen und die Landkarte für das Verständnis der Geschichte und den damaligen Sprachgebrauch.
    Mich hat das Buch sehr fasziniert. Ich konnte mich in Eva einfühlen. Auch muss ich zu geben - am Ende ist die ein oder andere Träne gelaufen.

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    mabuereles avatar
    mabuerelevor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Vagabundin" von Astrid Fritz

    Der Roman beginnt in Passau des Jahres 1561. Eva wächst bei ihrem Stiefvater auf. Ihr Bruder Adam hat die Familie verlassen, um zu studieren. Ihre Schwester Josefine wird vom Sohn ihres Dienstherren schwanger und wegen Unzucht aus Passau gejagt. So muss sich Eva um ihren Halbbruder Niklas kümmern und nebenbei spinnen. Ihr Stiefvater liebt den Alkohol. als er Eva vergewaltigen will, wehrt sie sich. Da sie ihn mit einem Messer verletzt hat, droht ihr eine harte Strafe und sie flieht mit ihrem Bruder. Ihr eigener Vater war Schneidermeister. Eva hat viel von ihm gelernt und hofft, damit ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Doch sie weiß, dass Frauen dieses Handwerk nivcht ausüben dürfen ..
    A. Fritz ist ein sehr realistischer historischer Roman gelungen. Zu Beginn der Neuzeit wurden die Frauenrechte noch stärker eingeschränkt als im Mittelalter. Genaugenommen hatte Frau gar keine Rechte mehr, nur Pflichten. Besonders deutlich wird das in dem Moment, wo Evas Onkel seinen Neffen Niklas über die eigenen Töchter stellt.
    Im Roman kommt zum Ausdruck, wie hart es zur damaligen Zeit war, von einem Ort zum nächsten zu wandern. Eva lernt es, auf der Straße zu leben und zu überleben. Doch sie wird einen harten Preis dafür zahlen. Einige Entscheidungen in ihrem Leben waren für mich nicht nachvollziehbar. Trotzdem waren sie für Evas Gedankenwelt und Lebensauffassung wahrscheinlich notwendig. Ursache war der versuchte Missbrauch ihres Stiefvaters, der unlöschbare Spuren bei Eva hinterlassen hat.
    Das Buch ist spannend geschrieben. Man bangt und hofft mit der jungen Frau...

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Vagabundin" von Astrid Fritz

    1561 verlässt die junge Eva zusammen mit ihrem kleinen Bruder fluchtartig Passau, um dem gewalttätigen Stiefvater zu entgehen. Schwere Zeiten haben die beiden hinter und vor sich... Doch sie leitet die Hoffnung, die ältere Schwester zu finden und bei ihrer Tante unterzukommen. Auf der abenteuerlichen Reise haben sie viele Gefahren zu bestehen und der Hunger ist ihr ständiger Begleiter. Eva erkennt, dass sie als Frau schutzlos unterwegs ist und verkleidet sich schließlich als Schneiderknecht. Sogar Arbeit findet sie als Mann, da sie eine geschickte Näherin ist. Als sie sich verliebt, gerät ihre Tarnung in Gefahr...
    Wieder mal ein spannender und packender Roman von Astrid Fritz, beruhend auf einer wahren Begebenheit.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
    Rezension zu "Die Vagabundin" von Astrid Fritz

    Die wahre Geschichte der Eva Barbiererin. Von ihrem Stiefvater sexuell belästigt, flieht Eva mit ihrem kleinen Bruder Niklas aus Passau und versucht, zu ihrer Muhme nach Straubingen zu kommen, in der Hoffnung dort ihre ältere Schwester Josefina zu finden, die ein in unehren empfangenes Kind gebären muss.
    Sie muss sich mit List und Tücke durch die Lande kämpfen um zu überleben, und trifft auf ihren Wegen den Junker Moritz, an den sie seither immer wieder denken muss.
    Nachdem sie in Straubingen angelangt ist und dort von ihrer Muhme nett aufgenommen wurde, treibt sie ihr Wanderwille weiter. Doch diesmal zieht sie alleine weiter, denn ihr Bruder wurde von seinem Oheim adoptiert, um als sein Nachfolger das Kaufmannsgeschäft weiter zu betreiben.
    Diesmal kommt sie auf die Idee, sich als Junge zu verkleiden, da sie sich so sicherer fühlt und mehr Rechte hat. Auch konnte sie sich einen Gesellenbrief und einen Ohrring beschaffen, mit dem sie als Schneidergeselle bei den Zünften durchkommt.
    Nach langer Reise trifft sie plötzlich in einer Burg, bei der sie ihre Dienste anbietet, auf den Junger Moritz. Doch da sie als Junge verkleidet ist, traut sie sich nicht, ihm zu gestehen, dass sie sich schonmal getroffen haben.
    Doch Junger Moritz erkennt sie und sie gestehen sich ihre Liebe.
    Durch einen Betrug von Moritz's Vater, denkt sich Eva, dass Moritz sie nur ausgenutzt hat und zieht weiter.
    Sie kommt nach Regensburg und lernt dort Kathrin kennen, die Spitalmutter des Regensburger Spitals. Sie wird ihre erste und einzige Freundin. Durch eine Dummheit verspricht Eva ihr die Ehe, fliegt aber kurz davor auf.
    Sie wird aus Regensburg gejagt und landet danach in Nördlingen, wo sie ihr Schicksal ereilt. Sie hat sich damit abgefunden, ist aber froh ihre letzten Stunden mit ihrer geliebten Schwester Josefina und ihrem Moritz verbrinden zu dürfen.

    Ich finde es bewundernswert, wie Eva sich ihren Weg durch ihr Leben bahnt. Sie versucht aus der damals herrschenden Zwangordnung herauszufinden, in der die Frau immer dem Mann untergeordnet ist.
    Dass diese Geschichte wahr ist, macht sie noch lesenwerter und man sollte es selber gelesen haben, den nur so kann man das alles am besten nachvollziehen.

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    Wassermanns avatar
    Wassermannvor 9 Jahren
    Rezension zu "Die Vagabundin" von Astrid Fritz

    Ein sehr spannender und unterhaltsamer historischer Roman.
    Nur vom Ende war ich nicht so begeistert. War mir zu traurig!

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