Henkersmarie

von Astrid Fritz 
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Henkersmarie
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Hier taucht man fürwahr in eine andere Zeit ein und erfährt sehr intensiv, wie hart das Leben einer Henkersfamilie sein konnte.

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Inhaltsangabe zu "Henkersmarie"

Das Henkerswesen im 16. Jahrhundert: Bestsellerautorin Astrid Fritz wagt sich an ein faszinierendes Thema. Wer 'Die Hexe von Freiburg' liebte, wird diesen Roman verschlingen!
Eine Henkerstochter auf der Flucht vor ihrem Schicksal
Rothenburg ob der Tauber, um 1540. Maria wächst als Tochter eines Scharfrichters in einer schäbigen Gasse heran. Dem Mädchen ist der Beruf des Vaters eine fremde Welt. Nur zu deutlich spürt sie, dass sie gemieden wird - gelten Henker und ihre Familien doch als "Unehrliche", mit denen man nicht in Berührung kommen soll.
Als sie alt genug ist, nimmt ihr Vater sie zum ersten Mal zu einer Hinrichtung mit. Danach schwört sie sich, die Henkerswelt für immer hinter sich zu lassen, sobald sie erwachsen ist. Aber ihre Eltern haben andere Pläne: Sie soll den Sohn und baldigen Nachfolger des Freiburger Henkers heiraten. Bleibt ihr nur die Flucht?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499268403
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:512 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:25.11.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    MarySophies avatar
    MarySophievor einem Monat
    Henkersmarie

    Handlung:

    Maria wird um 1528 als Tochter des Rothenburger Scharfrichters geboren. Zusammen mit ihren beiden Brüdern wächst sie in einfachen Verhältnissen heran und wird schon im Kindesalter damit konfrontiert, dass die Bürger die Henkersfamilie scheuen und meiden. Doch bisher ist Maria noch zu jung, um die Geschichte ihrer Herkunft zu verstehen. Auch über den Beruf des Vaters besitzt sie nur wenige Kenntnisse.

    Dies ändert sich, als sich der Vater dazu entschließt, seine einzige Tochter mit auf eine Hinrichtung zu nehmen. Maria ist entsetzt von den Szenen, die sich vor ihren Augen abspielen. Sie ist fest dazu entschlossen, aus dieser Welt auszubrechen und ein anderes Leben zu führen. Ein Leben, in dem sie zu den normalen Bürgern gehört und sich nicht mehr als Henkerstochter zu erkennen lassen hat. Doch ihre Eltern haben andere Pläne mit der Tochter. Sie planen die Hochzeit von Maria mit dem Freiburger Henker. Wird es Maria gelingen, sich ihrem Schicksal zu entziehen?

    Meinung:
    Seitdem ich das erste Mal den Klapptext gelesen hatte, ging mir der Roman einfach nicht mehr aus dem Kopf. Er hat mich sofort angesprochen und am liebsten hätte ich ihn mir sofort gekauft, um in die Geschichte einzutauchen. Doch erst vor einigen Wochen hatte ich mir den Roman dann tatsächlich gekauft und mich riesig darauf gefreut, endlich mit dem Lesen zu beginnen und mich davon zu überzeugen, ob die Geschichte wirklich so spannend ist, wie ich es mir vorgestellt habe.


    Schon nach wenigen Seiten hat mir die Geschichte gut gefallen und ich habe mich auf das Weiterlesen gefreut. Dazu beigetragen hat besonders die tolle Schreibweise, welche ein flüssiges Lesen ermöglicht hat und die Ereignisse eindrucksvoll dargestellt hat. Außerdem wurden noch Begriffe eingebunden, die aus der Zeit des Mittelalters stammen und dem ganzen Roman viel Authentizität verliehen haben. Alle Begriffe, die heutzutage nicht mehr umgangssprachlich sind, wurden im Glossar erklärt, welches sich am Ende des Romans befindet.


    Meine Erwartungen an dem Roman waren andere. Ich hatte erwartet, dass man als Leser Maria in einem jugendlichen und für die damalige Zeit heiratsfähigen Alter kennenlernt und während dieser Zeit ihren Kampf gegen die gesellschaftlichen Konventionen miterlebt. Doch die Geschichte war anders und hat mich positiv überrascht. Man lernt Maria als kleines Kind von fünf Jahren kennen und kann ihr beim auwachsen und erwachsen werden zusehen. Dabei fand ich es sehr gelungen dargestellt, wie sich das Mädchen verändert hat und reifer geworden ist. Ein Stück lernt man den ersten Teil von Marias Lebensgeschichte kennen, von einem zarten Alter von fünf Jahren, bis zu ihrem 18 Lebensjahr.


    Die Protagonisten fand ich alle sehr lebendig und einzigartig, besonders gefallen hat mir der Einblick in das Leben einer Henkersfamilie mit allen positiven, aber auch negativen Aspekten. Die Dynamik, welche in der Familie von Maria geherrscht hat, empfand ich als authentisch und eindrucksvoll dargestellt. Es wirkte sehr natürlich und nicht gestellt oder zu erfunden.

    Besonders die erwachsenen Charakter sind sich selbst treu geblieben und haben ihre Prinzipien verfolgt. Die kindlichen Personen, allen voran Maria und ihre beiden Brüder haben eine Wandlung vollzogen und verschiedene Phasen durchgemacht, eh sie sich am Ende selbst gefunden haben.


    Astrid Fritz ist es gelungen, das Schicksal einer Henkersfamilie eindringlich wiederzugeben und nicht zu beschönigen. Mir war schon vor dem Lesen des Romans bewusst, dass die Familien gemieden und von dem Volk gefürchtet wurden. Jedoch waren auch viele Aspekte dabei, die mir unbekannt waren, u.a. dass die Henker auch noch diverse andere Aufgaben hatten, u.a. hatten sie die Aufsicht über die Prostituierten in der Stadt und waren dafür zuständig, um tote Tiere zu entsorgen. Auch von der Gesellschaft wurden sie gemieden, durften die Kirchen erst betreten, wenn alle anderen Bürger ihren Platz eingenommen hatten oder durften bestimmte Kneipen gar nicht erst betreten oder mussten viel Abstand zu den anderen Bürgern halten. Hierbei gab es immer wieder Erwähnungen dessen, dass sich kein Henker sein Amt aussuchte, sondern dies vererbt wurde. Diesen Fakt finde ich unglaublich wichtig und musste ihn mir während des Lesens immer wieder selbst vor Augen führen.

    Fazit:
    Meine hohen Erwartungen an den Roman wurden vollkommen erfüllt. Er hat mich nicht nur wunderbar unterhalten, sondern mir gleichzeitig auch neue Fakten vermittelt, die mir vorher unbekannt waren. Ein toller Roman, der eindrucksvoll das Leben einer Scharfrichterfamilie wiedergibt!

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    winter-chills avatar
    winter-chillvor 6 Monaten
    Einmal Henker, immer Henker

    Im Mittelalter und der frühen Neuzeit waren sie gleichermaßen gefragt wie gefürchtet: Henker. In einer Zeit, in der Strafe und Vergeltung die Grundpfeiler der Rechtspraxis bildeten und die Menschen durchtränkt waren von zahlreichen Aberglauben, mussten Scharfrichter im Auftrag der Obrigkeit Hinrichtungen durchführen. Doch wie kam ein Scharfrichter eigentlich zu seinem Amt und was ging im Kopf eines Menschen vor, der von Berufswegen andere Menschen folterte und töte? Und wie sah eigentlich der Alltag einer Scharfrichterfamilie aus? Diesen Fragen hat sich Astrid Fritz gewidmet und mit „Henkersmarie“ einen detaillierten, extrem gut recherchierten und sehr interessanten Roman über das Henkerswesen im 16. Jahrhundert vorgelegt.

    Im Mittelpunkt des Romans steht die junge Marie – Tochter des Henkers von Rothenburg ob der Tauber. Der Leser begleitet Marie von Kindesbeinen an und erfährt durch ihre Augen, was es bedeutet hat, in solch eine Familie hineingeboren worden zu sein. Marie fällt es nicht nur schwer, den Beruf des Vaters, der sonst so gütig und liebevoll ist, zu verstehen, sie muss auch damit leben, dass alle anderen Bürger der Stadt sie und ihre Familie meiden. Und noch viel schlimmer: Sie muss sich damit abfinden, dass sie später wahrscheinlich mal selbst nur einen Henker zum Mann bekommt.

    Am Beispiel von Maries Schicksal gelingt es Astrid Fritz sehr anschaulich das Schicksal eines ganzen Berufsstands um 1540 zu verdeutlichen: Scharfrichter waren nämlich keine Sadisten, die sich deswegen um dieses Amt bewarben. Das Scharfrichteramt war ein Stand, in dem man hineingeboren wurde. Wer einmal aus einer Henkersfamilie kam, blieb immer Henker. Denn so gefragt Henker waren, wenn es darum ging, das Gesetz zu vollstrecken, so galt ihre Arbeit doch als  schmutzig und blutig. Dazu kam noch, dass Henker neben dem Henkersamt auch noch zusätzliche Tätigkeiten übernehmen mussten, die sonst niemand machen wollte. Sie mussten beispielsweise die Kloaken entleeren, totes Vieh entsorgen und auch die Aufsicht über die Prostituieren führen. All das machte den Henker und seine Familienmitglieder gleichsam zu Aussätzigen. Sie hatten weniger Rechte als andere Bürger, konnten nicht Mitglied in einer Zunft werden und mussten meist vor den Toren der Stadt in der Nachbarschaft zum Totengräber oder dem Schlachthaus leben. Bestimmte Geschäfte oder Schenken durften sie nicht betreten, in der Kirche mussten sie weit ab von allen anderen, in der Nähe des Eingangs stehen oder sitzen.

    Auch wenn das Ende leider etwas kitschig und glatt geraten ist, kann ich den Roman trotzdem jedem empfehlen, der etwas mehr über das Henkershandwerk in der frühen Neuzeit erfahren möchte. Man lernt bei diesem Roman wirklich viel. Interessant fand ich zum Beispiel auch, dass Henker manchmal sogar besser gefragt waren als Wundärzte. Zudem lässt sich der Roman sehr flüssig und leicht lesen, Astrid Fritz schreibt sehr bildhaft und atmosphärisch und hat lebendige Charaktere geschaffen, die einem lange im Gedächtnis bleiben. Vor allem mit Marie hofft und bangt man natürlich sehr. Ein kleines Familiengeheimnis gibt es auch noch und verleiht der Geschichte die nötige Spannung.

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    -sabine-s avatar
    -sabine-vor 2 Jahren
    Henkersmarie

    Ich weiß gar nicht, warum ich bisher noch kein Buch von Astrid Fritz gelesen habe, wo ich historische Romane doch sehr gerne mag – was ich aber weiß, ist, dass dies sicherlich nicht mein letzter Roman von ihr war, denn ich fühlte mich in diesem Buch sehr wohl und habe schöne Lesestunden gehabt. Nur den Klappentext sollte man nicht lesen – denn was dort geschrieben steht, nimmt viel zu viel vorweg und geschieht erst im letzten Viertel des Buches.

    Die Geschichte spielt Mitte des 16. Jahrhunderts, und man begleitet die Henkerstochter Maria von ihrer Kindheit an bis ins junge Erwachsenenalter – und sie macht einiges mit, denn als Henkerstochter wird sie oft gemieden, sie findet nur schwer Freunde und muss diese dann verlassen, wenn der Vater an einem anderen Ort gebraucht wird – aber warum erscheinen die Umzüge immer wie eine Flucht, was steckt wirklich dahinter?

    Ich mochte Marie von Anfang an – sie ist mir direkt ans Herz gewachsen mit ihrer liebenswerten und sorgenden Art. Zum Glück verliert sich das nicht auf ihrem oft steinigen Weg – obwohl sie oft auf Feindschaft, Abstoßung und Argwohn stört, trägt Marie ihr Herz weiter am rechten Fleck, sieht von ihren Werten nicht ab und findet so dann doch immer wieder Menschen, mit denen sie sich anfreundet. Aber auch Maries Familie habe ich gemocht, und durch die vielen Beschreibungen einen ganz neuen Blick auf das Leben einer Henkersfamilie erhalten. Ein Henker ist nicht nur zum Richten da, nein, er übernimmt auch viele andere Aufgaben und ist nicht zuletzt auch Heiler. Und so mochte ich auch Maries Vater sehr gerne; seine sorgende Art und seine Menschlichkeit trotz der harten Aufgabe als Scharfrichter haben mich sehr beeindruckt. Er hat Urteile nicht einfach nur ausgeführt, sondern immer auch die Seite des Verurteilten bedacht – und nicht selten hat er versucht, ihm den Tod so angenehm wie möglich zu gestalten. Oft war er zerrissen wegen dem, was er tun muss und gerade das machte ihn zu einem sympathischen Menschen. Astrid Fritz hat den Charakteren wirklich Leben eingehaucht, sie sehr gut gezeichnet, so dass ich mich als Teil der Familie gefühlt habe.

    Die Geschichte selber ist eher eine ruhige und zielt darauf ab, das Leben einer Henkersfamilie mit all seinen Höhen und Tiefen zu erzählen. So bekommt man viele Einblicke in Alltagssituation – egal ob auf dem Richtplatz, dem Familienleben oder auch beim Umherziehen durch das Land. Man erlebt hautnah die Ängste und Sorgen, aber auch die Freude und Liebe innerhalb der Familie. Der angenehme Schreibstil hat das Lesen zudem noch leicht gemacht, denn er bleibt flüssig zu lesen, obwohl er gut zur damaligen Zeit passt und er die besondere Atmosphäre, die Marie und ihre Familie umgibt, gut einzufangen vermochte. Ich habe mich als Teil der Geschichte gefühlt, weil alles sehr gut beschrieben war, ohne dass es aber langweilig oder langatmig war. Es ist zwar nicht so, dass die Geschichte einen hohen Spannungsbogen hat, trotzdem aber fühlte ich mich wie getragen durch die Erlebnisse der Familie, vielleicht auch, weil alles sehr glaubhaft erzählt war – da hat die Autorin gute Recherchearbeit geleistet. Und durch das angehangene Glossar wurden dann auch noch offen gebliebene Fragen geklärt.

    Ich mochte das Buch wirklich sehr gerne – nur vom Klappentext sollte man sich nicht irritieren lassen. Ich habe für mich eine neue Autorin entdeckt und werde ganz sicher weitere Bücher von ihr lesen – diesem hier gebe ich 4 von 5 Sternen. Einen Stern ziehe ich nur ab, weil ich mir doch einen etwas höheren Spannungsbogen gewünscht hätte – trotzdem aber fühlte ich mich gut unterhalten und freue mich auf weitere Bücher der Autorin.

    Mein Fazit
    Den Klappentext sollte man nicht lesen, denn er könnte einen falschen Eindruck vom Buch erwecken – es ist eine eher ruhige Geschichte, die vom Leben einer Henkersfamilie erzählt. Vor allem die liebenswerten Charaktere und der atmosphärische Schreibstil haben mich eintauchen lassen in die Geschichte. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, so dass ich gerne 4 von 5 Sternen vergebe.

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    lenarvor 2 Jahren
    Sehr gut!

    Meine Meinung:

    Ich hatte mal wieder unglaublich Lust auf einen historischen Roman und habe dann gestöbert, was es dann aktuell so gibt und bin dabei auf dieses Buch gestoßen. Es hat mich total angesprochen, weil es zwar um Henker geht, aber nicht um die die gejagt werden, sondern um die Tochter des Henkers und das hörte sich unglaublich gut an, weswegen ich sehr gespannt auf das Buch war.

    Der Schreibstil von Astrid Fritz hat mir sehr gut gefallen. Sie schreibt für einen historischen Roman sehr locker und daher lässt sich das Buch sehr angenehm lesen. Sie schreibt sehr bildhaft und bringt viele Informationen rein, ohne dass es anstrengend oder ähnliches wird.

    Man erfährt hier viel über die Geschichte der Henker. Ich fand dies unglaublich interessant, da ich immer dachte, dass es Henker böse Menschen waren. Aber dies stimmt überhaupt nicht, da sie sich den Beruf nicht aussuchen konnten. Man erfährt außerdem was noch hinter dem Beruf steckt und wie das Leben eines Henkers aussieht. Ich fand dies spannender, als gedacht.

    Die Protagonistin Maria hat mir gut gefallen, sie ist sehr authentisch dargestellt und ich fand sie von Anfang an sympathisch. Im Laufe der Geschichte macht sie eine unglaubliche Entwicklung durch und sie wächst über sich hinaus.

    Zum Ende des Buches findet man noch ein Glossar, damit kann man sich gut orientieren und ggf. das ein oder andere nachschlagen. Außerdem gibt es ein sehr interessantes Nachwort, in dem die Autorin Astrid Fritz einiges erklärt.

    Fazit:

    “Henkersmarie” ist ein richtig guter historischer Roman. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, das Buch ist spannend, hat eine tolle Protagonistin und man erfährt viel über das Leben des Henker. Für Fans des historischen Romans oder für alle die es noch werden möchten ein absolutes Muss!

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    Rosenmadls avatar
    Rosenmadlvor 2 Jahren
    Auf der Flucht vor dem Schicksal

    Inhalt:


    Maria, die Tochter eines Henkers wächst in fürchterlichen Verhältnissen auf. Anno 1540 werden Henkersfamilien verschmäht und jeder geht ihnen aus dem Weg. Das macht es nicht gerade leicht für Maria, die gerne Freunde hätte, gerne ein Leben führen würde wie alle anderen Familien auch. Auf dem Weg vom einem Ort zum anderen und auf der Flucht vor einem geheimnisvollen Mann trifft sie irgendwann auf Caspar, den sie gerne für sich gewinnen würde. Doch wie soll sie das anstellen und welchen weiteren Weg ist für Maria wohl vorgesehen? 




    Meine Meinung:


    Mit ihrem zarten, aber doch sehr detaillierten Schreibstil hat Astrid Fritz es geschafft, Maria vollends als ein Mädchen darzustellen, welche man nur in sein Herz schließen kann. Wenn Maria weint, weint man mit. Wenn Maria lacht, lacht man mit. Ich finde es grandios, wenn mir eine Autorin genau dies vermitteln kann. Wenn man glaubt, selbst mitten im Geschehen zu sein. Wenn man glaubt, ein Teil der Familie gehöre zu einem selbst. Dies macht ein Lesevergnügen aus und das hab ich bei "Henkersmarie" empfinden können. 


    Es war sehr interessant den Weg mit der kleinen Maria gehen zu dürfen. Vom Kleinkind zur reifen heranwachsenden Frau, begleitet von ihren Bedürfnissen, Ängsten, Bedenken, Freuden und Leiden. 


    Sehr anschaulich wird dargestellt, wie schrecklich man sich gegenüber Henkersfamilien benahm, oft wurden ihre Kinder verschmäht, gemobbt, verprügelt und wie Pestopfer behandelt. Solch ein Leben kann man sich gar nicht wirklich vorstellen und umso mehr hat man hier mal die Möglichkeit dorthin ab zu tauchen und das Gefühl derjenigen verspüren zu können. Für mich hat es die Autorin vorzüglich gemeistert. 




    Fazit:


    Ich sehe die Familien, die viel mitgemacht haben, ich sehe die Menschen von früher nun mit ganz anderen Augen. Denn Astrid Fritz hat es geschafft, mir einen authentischen Einblick in die Zeit um 1540 nahe zu bringen und die Leiden, Freuden derer zu vermitteln, die zu diesen Zeiten gelebt haben. Maria ist eine wundervolle junge Dame, die man einfach ins Herz schließen muss und es macht einfach nur große Freude sie aufwachsen zu sehen. Der Schreibstil, die Art und Weise der Sprache, die zarten Gefühle, die die Autorin vermitteln konnte haben dazu beigetragen, dass ich hier ein Werk lesen durfte, dass mich nachhaltig noch faszinieren wird. Deswegen muss ich auch ganze 


    4 Sterne 


    vergeben ! 

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    annie_apples avatar
    annie_applevor 2 Jahren
    Ein wundervolles wenn auch tragisches Buch mit tollem Einblick in die frühe Neuzeit


    Passend zum Ferienbeginn habe ich mir viele Bücher aus der Bücherei ausgeliehen und konnte es kaum erwarten diese zu lesen. Vor allem die "Henkersmarie" hat mich sehr interessiert. Sowohl der Klappentext, als auch die Zeit, in welcher die Geschichte spielt haben mich sofort gepackt, sodass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen hatte.
    Das Buch spielt in der frühen Neuzeit, im 16.Jahrhundert und handelt von einer Henkersfamilie. Die Hauptperson stellt Maria Vollmer dar, welche als Tochter eines Henkers geboren wird und mit allen Folgen, die sich aus ihrem hineingeborenen Stand ergeben, leben muss. Während Maria doch sehr unter der Rolle als Henkerstochter leidet und so viel Abstand wie nur möglich zu dem Beruf des Henkers halten mag, kann es ihr älterer Bruder Veith kaum erwarten, dem Vater als Knecht zur Seite zu stehen und eines Tages dessen Rolle zu übernehmen. Ihr jüngerer Bruder Jonathan stellt dagegen das Gegenteil von Veith dar, da er sehr zart und verletzlich wirkt und ihm seine Schulbildung sehr wichtig ist.
    Auch ihre Mutter möchte nicht viel mit den Aufgaben eines Henkers zu tun haben und zieht sich des Öfteren zurück. Maria kann deshalb nicht verstehen, weshalb ihre Mutter dennoch einen Henker geheiratet hat, wo sie doch die freie Wahl hatte. Erst zum Ende des Buches erfährt sie die Umstände, wie es zu der Heirat ihrer Eltern gekommen ist.
    Nachdem die Familie immer wieder umziehen muss, da aufgrund eines Mannes, der sie erpresst , sie flüchten müssen, gewöhnen sich Maria und ihre Geschwister immer nur schwer an ihre neue Heimat und finden sehr spät neuen Anschluss. Dazu kommt noch, dass es die Kinder durch ihre Rolle als "Henkersbrut" sehr schlecht behandelt werden und sie bei dem Großteil der Bevölkerung als Untermenschen behandelt werden.
    Nachdem Maria in Basel schließlich Nele kennengelernt hat, die sowohl ihre Nachbarin, wie auch beste Freundin wird, erlebt sie ihre gesamte Jugend relativ unbeschwert, wenn auch niemals so frei, wie andere Kinder in ihrem Alter. Nachdem sie jedoch mit Caspar,einen Henkerssohn in den sie seit längerem verliebt ist, jedoch sich keine großen Hoffnungen macht, verlobt werden soll, flüchtet sie aus Basel, da sie unter keinen Umständen einen Henker als Bräutigam haben will. Nach monatelangem mühseligem Arbeiten, kehrt sie schließlich nach Basel zurück. Zu ihrer großen Überraschung kehrt auch Caspar nach einer beschwerlichen Reise, bei der er beinahe umgekommen wäre zurück und verkündet, dass er sein Amt als Henker abgegeben hätte.
    Das Buch ist in älterer Sprache verfasst, jedoch hatte ich persönlich keine Schwierigkeiten verschiedene Dinge zu verstehen, da sich diese leicht aus dem Kontext ergeben oder man zur Not auch hinten im Glossar nachschauen kann.
    Sobald ich die erste Seite gelesen hatte, war ich gefangen von dem Buch und man konnte es auch flüssig lesen.
    Mir hat der Einblick in die Zeit in der das Buch spielt und vor allem das nähere Erläutern des Lebens eines Mädchens aus einer Henkersfamilie sehr gut gefallen und ich konnte mich leicht mit der Protagonistin identifizieren.  Auch, dass es am Ende ein Happy End für Maria und Caspar gab, habe ich toll gefunden.
    Abschließend kann ich das Buch jedem empfehlen, der einen Einblick in die frühere Geschichte haben möchte und sich mit den Problemen, die sich in dieser Zeit für die damaligen Menschen ergaben, an welche man heute vielleicht nicht einmal mehr denkt, identifizieren möchte.
    Ein tolles Buch, welches ich noch länger in Erinnerung behalten werde. <3

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    robbylesegernvor 2 Jahren
    wieder ein toller Roman der Schriftstellerin

    Die Bücher der Schriftstellerin Astrid Fritz lese ich immer wieder gerne, weil sie meiner Meinung nach auf einer guten Recherche beruhen und nicht nur Liebesgeschichte mit ein bisschen Historie sind, wie es häufig bei historischen Romanen der Fall ist.Viele Bücher der Autorin sind in Süddeutschland angesiedelt,Freiburg ist dabei ein beliebter Ort. Auch in diesem Roman kommt Freiburg im Breisgau vor, doch nur als Nebenschauplatz.

    Dieses Buch hat seinen Ausgang in Rothenburg ob der Tauber , in der die Henkerfamilie Vollmer eine große Rolle spielt. Marie ,die Protagonistin dieses Romans, wächst neben ihren Brüdern Veit und Jonathan als Mittlere der Kinder heran und erfährt schon früh, was es heißt eine Außenstehende zu sein. Denn der Henker und seine Familie sind " Unehrliche " , haben keine Bürgerrechte und sind vom Volk gefürchtet. Man macht einen großen Bogen um sie ,viel Aberglauben rankt um ihren Beruf und die Kinder haben es schwer aus dieser Schicht herauszukommen. Oft " erben " die Söhne den Beruf des Vaters und die Töchter heiraten auch innerhalb dieser Schicht. Genau dies macht Marie sehr zu schaffen, vor allem als sie älter wird. Sie leidet sehr darunter ausgegrenzt zu werden und ein dunkles Geheimnis , das um die Mutter rankt, zwingt die Familie immer wieder umzuziehen und so zieht sie von Rothenburg nach Hall und später nach Basel.Aber überall erfährt die Familie Ausgrenzung und die Kinder haben es schwer Freunde zu finden.
    Veit der älteste Sohn folgt seinem Vater in seinen Beruf und stellt sich nicht nur geschickt an, sondern scheint auch keine Gewissensbisse bei seiner Arbeit zu haben, Jonathan, der Jüngste , wird ein sehr guter Schüler und schafft es durch die Fürsprache seiner Lehrer auf eine Universität. Doch Marie bleibt nur die Heirat mit einem Henker, Abdecker oder Kloakenreiniger, Berufe , die dem Henker gleichgestellt sind.Sie hadert mit ihrem Schicksal und versucht ihren eigenen Weg zu gehen.

    Wie immer schreibt die Autorin flüssig und spannend und lässt den Leser Einblick nehmen in die vergangene Zeit , hier in das Henkerwesen des 16. Jahrhunderts. Man erfährt sehr viel über diesen Beruf, aber eben auch , was es für deren Familien bedeutete. Was mich sehr gefreut hat und was die Autorin auch in einem Nachwort anmerkt, ist die Tatsache, dass der Beruf des Henkers keineswegs von gefühlskalten und brutalen Menschen ergriffen wurde, sondern dass es häufig eine Familientradition war den Beruf des Vaters zu ergreifen und eine Schwierigkeit aus diesem sozialen Gefüge auszubrechen. Henker waren häufig sensible Menschen , die nicht selten an ihrem Beruf zerbrachen und dann dem Alkohol verfielen. Auch kannten sie sich häufig in medizinischen Dingen und der Kräuterkunde aus, um den Deliquenten auf diese Weise das Sterben zu erleichtern, indem sie ihnen einen Trunk verabreichten oder vorher das Genick brachen. Auch der hier agierende Henker Vollmer , verdingte sich nebenbei als Wundarzt und seine Frau mixte Salben und Tinkturen.

    Die Sprache in diesem Roman ist der damaligen Zeit angepasst und so ist es eine Hilfe, dass es am Ende des Buches ein Glossar mit den Begriffen der damaligen Zeit gibt , indem der Leser nachschauen kann , wenn ihm ein Wort fremd ist. Auch die einzelnen Personen in dieser Geschichte agieren der Zeit entsprechend und so kann man abschließend sagen, dass es ein überzeugender historischer Roman ist, der einer guten Recherche zugrunde liegt, was man auch merkt.

    Mir hat dieses Buch von Astrid Fritz wieder sehr gut gefallen und freue mich schon jetzt auf ihr neues Buch, dass noch in diesem Jahr erscheinen wird.

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    Polarstern15s avatar
    Polarstern15vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein toller Roman über eine Henkersfamilie im 16. Jahrhundert. Super geschrieben und gut recherchiert. Konnte mich absolut überzeugen!
    Hat mich schockiert und begeistert

    Der historische Roman "Henkersmarie" von Astrid Fritz ist als gebundene Ausgabe im Kindler Verlag erschienen, hat 512 Seiten incl. Glossar und Nachwort der Autorin und kostet 19,95€.

    In diesem Roman geht es um die junge Maria Vollmer die Mitte des 16. Jahrhundert in einer Scharfrichterfamilie aufwächst und erfährt, das der Beruf ihres Vaters auch ihr Leben stark beeinflusst (im negativen Sinn) und sie sich schwört, nie einen Henker zu ehelichen.

    Nach dem Prolog begleiten wir die kleine Maria, gerade mal 5 Jahre alt, in drei Abschnitte ... bis zu ihrem 18. Lebensjahr. Wir lernen ihre Familie und ihr nicht einfaches Leben, samt Gefühlswelt, sehr gut kennen, außerdem erfahren wir gut recherchierte Informationen über die Scharfrichter, ihren Aufgaben und der Ausgrenzung die Henkersfamilien ausgesetzt waren.

    Die Geschichte hat mich zum Teil sehr berührt, vor allen Dingen die Ablehnung der Menschen gegenüber Maria und ihrer Familie, schließlich "musste" jemand zu dieser Zeit das Amt des Scharfrichters übernehmen und diese galten dann doch als "Unehrliche", obwohl die Henker oft viel gebildeter waren als der normale Bürger und in diesem Fall auch ein liebevoller Ehemann und Vater und erfolgreicher Wundheiler.
    Tja, und als Tierliebhaberin hatte ich auch ganz schön beim Lesen zu leiden, da hatte ich doch auch einige Tränen in den Augen.

    Trotzdem haben mich der flüssige Schreibstil, die wunderbar ausgearbeiteten Charaktere und die historischen Informationen, ich sag nur "Armsünderfett" ... danach habe ich erstmal gegoggelt;) , begeistert.

    Das ist mit Sicherheit nicht das letzte Buch was ich von Astrid Fritz gelesen habe!:D

    Vom mir gibt es volle 5 Sterne und einen absolute Leseempfehlung für alle die, die historisch informative Romane mögen und mal aus der Sicht einer Henkersfamilie das Mittelalter erleben wollen.




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    joletas avatar
    joletavor 3 Jahren
    Regt zum Nachdenken an


    Klappentext:

    Eine Henkerstochter auf der Flucht vor ihrem Schicksal

    Rothenburg ob der Tauber, um 1540. Maria wächst als Henkerstochter in einer schäbigen Gasse heran. Dem Mädchen ist der Beruf des Vaters eine fremde Welt. Nur zu deutlich spürt sie, dass sie gemieden wird - gelten Henker und ihre Familien doch als "Unehrliche", mit denen man nicht in Berührung kommen soll.
    Als sie alt genug ist, nimmt ihr Vater sie zum ersten Mal zu einer Hinrichtung mit. Danach schwört sie sich, die Henkerswelt für immer hinter sich zu lassen, sobald sie erwachsen ist. Aber ihre Eltern haben andere Pläne: Sie soll den Sohn und baldigen Nachfolger des Freiburger Henkers heiraten. Bleibt ihr nur die Flucht?





    Ich meine dazu:

    Auch Henker sind Menschen.

    Maria wächst, zusammen mit ihren beiden Brüdern, als mittleres Kind wohlbehütet und geliebt auf. Doch bald wird ihr bewußt, daß sich Leute ihr und ihrer Familie gegenüber anders verhalten, als anderen Menschen. Daß ihr Vater um seinen Beruf nicht viele Worte macht, ja, sogar Geheimnisse hat.

    Als sie mit ihrer Familie umziehen muß, wird ihr das alles noch bewußter, weil das haus, in das sie ziehen, in einem abgesonderten Stadtteil liegt. Sie wohnt jetzt bei Leuten 'ihres Standes', bei Unehrlichen. Fortan darf sie nur noch bestimmte Wege in die Stadt gehen und muß sich kenn zeichnen, damit ihr die Leute aus dem Weg gehen können.

    Immer mehr begreift sie, daß der Beruf ihres Vaters unehrenhaft sein soll, dabei wird er doch so gebraucht. Und immer weniger gibt sie sich mit ihrem Schicksal zufrieden...

    Astrid Fritz hat hier mal wieder einen Roman geschaffen, der mich doch sehr berührt hat.

    Aus der Sicht eines Kindes, einer Heranwachsenden, schildert sie die Ausgrenzungen und damit verbundenen seelischen Verletzungen, die Maria wiederfahren. Dabei versteht sie anfangs noch gar nicht, was los ist, denn um sie zu schützen, machen ihre Eltern zunächst ein Geheimnis um Vollmers Beruf.

    Facettenreich und ungeschönt wird hier das Leben der Henkersfamilie und die Unterschiede zwischen den Ehrlichen und Unehrlichen dargestellt. Und ja, ein Henker ist wohl auch nur ein Mensch.

    Immer wieder kommt man, wenn man historische Romane liest, unweigerlich mit dem Beruf des Henkers in Kontakt. Aber mal ehrlich: Wer stellt sich darunter einen liebevollen, sympathischen Vater vor, der unter der Hand auch noch Wunden heilt; oft fachkundiger, als mancher Arzt?


    Astrid Fritz hat es geschafft, mich zu berühren. Nicht zuletzt mit einem simplen Gedankengang: Den Beruf des Henkers gibt es heute noch, nach wie vor...

    Denn wer vollzieht denn die Todesstrafen in Ländern, wo selbige nicht abgeschafft worden sind? Und: Was erzählen diese Leute wohl ihren Kindern, was sie beruflich tun?


    Wieder mal ein Roman der Autorin, der mich vollends überzeugt hat!

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    Klusis avatar
    Klusivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Detailliert und eindrucksvoll geschilderte Geschichte um Leben und Alltag einer Henkersfamilie
    Henkersmarie

    Dies ist ein Entwicklungsroman, in dem es hauptsächlich um Marie Vollmer, die Tochter des Rothenburger Henkers Hans Vollmer, geht.
    Das Buch ist in drei große Abschnitte gegliedert. Sie sind mit
    „Kindheit“, „Lehrjahre und „Zeit der Reife“ überschrieben. So begleitet man Maries Leben, von ihrem fünften Lebensjahr an über dreizehn Jahre, bis ins junge Erwachsenenalter.
    Einen derart intensiven Eindruck vom Leben einer Henkersfamilie hat mir bisher noch kein anderes Buch vermittelt. Astrid Fritz hat sich hier einem faszinierenden historischen Thema gewidmet. In den meisten Romanen, die ich bisher gelesen habe, geht es mehr um die Opfer, die vom Henker gefoltert oder gerichtet werden; der Scharfrichter selbst spielt eine düstere Rolle und übt sein Amt eher anonym aus. Über sein Leben außerhalb der Mauern von Gefängnis und Folterkeller erfährt man so gut wie nichts.
    Das macht diesen Roman so interessant, denn hier lernt man den Henker als Menschen kennen. Man erlebt ihn im Kreis seiner Familie, und im Fall von Maries Vater ist er ein warmherziger, einfühlsamer und gutmütiger Mensch. Das war für mich eigentlich kaum vorstellbar, diese Wesenszüge mit einem derart grausamen Beruf zu vereinbaren.
    Astrid Fritz vermittelt in ihrem Roman ein sehr eindrucksvolles Bild des Henkers und seiner Familie. Man erfährt viel über den Alltag von Frau und Kindern, die es in der damaligen Gesellschaft nicht unbedingt leicht hatten, denn sie wurden meist geächtet. Ihre Wohnstätte lag in abgelegenen Vierteln der jeweiligen Stadt, wo alle „Unehrlichen“ lebten.
    Wenn man erfährt, wie es Marie und ihren Geschwistern in der Schule erging, dass sie auch dort von ihren Mitschülern geschnitten und geächtet wurden, nur weil der Vater den Beruf des Henkers inne hatte, dann kann man sich gut vorstellen, wie schwer das für manche „Henkerskinder“ war. Am Beispiel von Marie und ihren beiden Brüdern sieht man auch, wie unterschiedlich und individuell die Kinder ihre Lebenssituation betrachteten und verarbeiteten. Während Marie und ihr jüngerer Bruder unter der Situation leiden und kaum ertragen können, welcher Tätigkeit ihr Vater nachgeht, so ist der ältere Bruder eher kaltschnäuzig. In interessiert, was ein Henker alles erledigen muss, und er würde lieber heute als morgen in die Fußstapfen seines Vaters treten.
    Wie es dazu kam, dass ihre Mutter, eine Tochter aus gutem Hause, den Henker geheiratet hat, das fragt sich Marie immer häufiger, je älter sie wird, denn im Lauf der Jahre kommt sie ins Grübeln. Hier weiß der Leser von Anfang an mehr als Marie, denn die Vorgeschichte wird bereits im Prolog erzählt. Marie möchte die Tradition auf keinen Fall fortsetzen, indem sie wieder in eine Henkersfamilie einheiratet, was damals üblich war.
    Man kann sagen, die Autorin ist im 16. Jahrhundert, über das sie in einigen Romanen schreibt, quasi zuhause. Alles ist bis ins Detail ausführlich recherchiert, und Maries Geschichte ist sprachlich sehr authentisch dargestellt. In vielen ihrer Romane spielt sich die Handlung im Freiburger Raum ab, was sicher daran liegt, dass Astrid Fritz selbst lange Zeit in Freiburg gelebt hat und ihr diese Gegend besonders vertraut ist. Auch ist die historische Recherche, gerade was das Thema „Henker“ angeht, in diesem Raum sicher besonders ergiebig denn Freiburg kann auf viele Jahrhunderte Stadtgeschichte zurückblicken.
    „Henkersmarie“ ist ein sehr eindrucksvoller historischer Roman, der dem Leser einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen gewährt und zeigt, dass ein Henker oft auch ein liebevoller und treu sorgender Familienvater war, der nicht zuletzt selbst unter seiner Arbeit litt. Mir hat der Roman nicht nur unterhaltsame Stunden bereitet, sondern mich auch nachhaltig beeindruckt und meinen Blickwinkel auf diese verrufene Berufsgattung ziemlich verändert.
    Ein absolut lesenswertes Buch! 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Astrid_Fritzs avatar
    Zum Welttag des Buches verlose ich 2 signierte Exemplare meines historischen Romans "Henkersmarie".
    Es geht darin um die junge Maria, die um 1540 als Henkerstochter in einer schäbigen Rothenburger Gasse heranwächst. Von klein an spürt sie, dass sie gemieden wird – gelten Henker und ihre Familien doch als „Unehrliche“, mit denen man nicht in Berührung kommen soll. Als sie ihren Vater zum ersten Mal bei seinem „Handwerk“ erlebt, bleibt ihr das als grauenhaftes Ereignis in Erinnerung. Aber sie genießt auch viele Freiheiten: Sie lernt wie ihre Brüder Lesen und Schreiben, und wenn ihr Vater von der Heilkunde erzählt, auf die er sich wie jeder Henker seiner Zeit versteht, ist sie sogar stolz auf ihn. Doch dann, als sie achtzehn ist, die Schreckensnachricht: Sie soll Caspar, den Sohn und baldigen Nachfolger des Freiburger Henkers, heiraten. Bleibt ihr nur die Flucht?
    Wer an dieser Buchverlosung teilnehmen möchte, beantworte bitte folgende Frage:
    Unter welchem Pseudonym werde ich im Mai den humorvollen Schwaben-Frauen-Vorstadt-Roman "Deschperate Housewives" herausbringen?
    Wer jetzt schon mal in die "Henkersmarie" reinschmökern möchte: Hier der Link zur Leseprobe. Mehr Informationen zu meinen Büchern und meiner Vita findet ihr im Internet unter www.astrid-fritz.de
    Viel Glück also bei der Verlosung und herzliche Grüße!
    Astrid Fritz
    Zur Buchverlosung
    Astrid_Fritzs avatar
    Leserunde zu meinem neuen historischen Roman „Henkersmarie“

    Es ist so weit: Demnächst erscheint die „Henkersmarie“, mein neuer, fast 500 Seiten dicker Schicksalsroman, zu dem ich eine Leserunde starten möchte.

    Es geht darin um die junge Maria, die um 1540 als Henkerstochter in einer schäbigen Rothenburger Gasse heranwächst. Nur allzu deutlich spürt sie, dass sie gemieden wird – gelten Henker und ihre Familien doch als „Unehrliche“, mit denen man nicht in Berührung kommen soll. Als sie ihren Vater zum ersten Mal bei seinem „Handwerk“ erlebt, bleibt ihr das als grauenhaftes Ereignis in Erinnerung. Aber sie genießt auch viele Freiheiten: Sie lernt wie ihre Brüder Lesen und Schreiben, und wenn ihr Vater von der Heilkunde erzählt, auf die er sich wie jeder Henker seiner Zeit versteht, ist sie sogar stolz auf ihn. Doch dann, als sie achtzehn ist, die Schreckensnachricht: Sie soll Caspar, den Sohn und baldigen Nachfolger des Freiburger Henkers, heiraten. Bleibt ihr nur die Flucht?

    Zu dieser gemeinsamen Leserunde, für die der Rowohlt Verlag 20 Freiexemplare zur Verfügung stellt, möchte ich euch ganz herzlich einladen. Bewerbt euch einfach bis Samstag, den 30. Mai 2015, um ein Leseexemplar und beantwortet mir dabei bitte die folgende Frage: Was für ein Bild habt ihr vor Augen, wenn ihr an die Figur des Henkers zum Ende des Mittelalters denkt?

    Bei mehr als 20 Teilnehmern werde ich die Freiexemplare am Tag nach der Anmeldefrist verlosen, die Gewinner bekommen von mir umgehend Bescheid. Auch wer leer ausgehen sollte, ist ganz herzlich eingeladen mitzumachen! Und wenn der Buchversand zügig klappt, können wir um den 10. Juni mit Lesen loslegen!

    Und wer jetzt schon mal reinschmökern möchte: Hier der Link zur Leseprobe. Mehr Informationen zu meinen Büchern und meiner Vita findet ihr übrigens im Internet unter www.astrid-fritz.de
    Ich freu mich schon sehr auf den Austausch mit euch!
    Herzlichst und bis bald
    Astrid Fritz
    PS: Wollen wir uns wieder, wie bei der letzten Leserunde, alle duzen?
    Zur Leserunde
    T
    hallo habe die henkersmarie gelesen einfach spitze, die schilderung wie sie ihr leben meistert und nicht so leben möchte wie die eltern alles in allem ein tolles buch bin begeistert
    Zur Leserunde

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    Kenntnisreich und spannend thematisiert Astrid Fritz das Henkerswesen im 16. Jahrhundert.

    In ihrem Roman gibt Astrid Fritz einen ebenso spannenden wie interessanten Einblick in das Leben einer Scharfrichterfamilie im 16. Jahrhundert.

    Gut recherchiert und fesselnd geschrieben entführt das Buch ins Mittelalter.

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