Astrid Geisler Piratenbraut

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Inhaltsangabe zu „Piratenbraut“ von Astrid Geisler

Die Piraten wollen 2013 in den Bundestag einziehen und nebenbei die Demokratie updaten. Sind sie größenwahnsinnige Dilettanten oder ernstzunehmende Newcomer? Astrid Geisler unterzieht die politischen Versprechen der Piratenpartei einem Praxistest. Ihr unterhaltsamer Erlebnisbericht führt in eine ebenso nerdige wie chaotische und liebenswerte politische Szene. Was genau erwartet eine technisch unversierte Mittdreißigerin, wenn sie sich unter Piraten wagt? Astrid Geisler hat die selbsternannte Mitmachpartei beim Wort genommen. Kaum hatte sie den Mitgliedsantrag ausgefüllt, fragten die ersten Freunde: 'Und, kommst du jetzt in den Bundestag?' Willkommen in der Partei der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten. Und tatsächlich: Nach ein paar Wochen verfasste die Neupiratin schon offizielle Briefe in der Parteizentrale, entwarf Anträge fürs Bundestagsprogramm, diskutierte mit Hackern übers Kloputzen und stand samstags mit ihrer Crew hinterm Infostand in der Nachbarschaft. Die Parteiverwaltung schickte ihr versehentlich gleich mal zwei Mitgliedsnummern. Dafür war der Zugangscode zur Abstimmungsplattform Liquid Feedback auf Berliner Landesebene auch nach Monaten noch nicht da. Mitbestimmen? Theoretisch erwünscht, praktisch leider zum Teil unmöglich. Als eine von mehr als 30.000 Piraten muss Astrid Geisler feststellen, dass die klassische Ochsentour auch in der Liquid Democracy existiert. Denn weder die Koffeinlimonade Club-Mate noch Twitter können Sitzfleisch und Leidensfähigkeit ersetzen.

Astrid Geisler reiht sich unterhaltsam eine Reihe ähnlicher Bücher ein.Ihre Erlebnisse sind interessant,nachvollziehbar + kurzweilig erzählt

— Anja_Lev

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    Piratenbraut

    berka

    31. May 2015 um 19:17

    Erfahrungsbericht einer Piratin auf Zeit Vor zwei Jahren las und rezensierte ich hier das Buch von Marina Weisband über ihre Sicht der Piratenpartei.  Da ich gerne wissen wollte wie es mit den Piraten weiterging habe ich mich nun auch für dies Buch gemeldet. Das hat nicht ganz geklappt, denn Astrid Geisler schreibt über das Jahr 2012, und um das gleiche Jahr ging es bei Weisband. Es war das Jahr in dem die Piraten groß heraus kamen und von Wahlerfolg zu Wahlerfolg eilten. In jenem Jahr trat Frau Geisler der Partei bei und wirkte für einige Monate mit. Ihre Erfahrungen waren sehr zwiespältig und sind im Buch differenziert und glaubwürdig dargestellt. Ging es bei Weisband um die Visionen, geht es hier eher um den Partei-Alltag, das reicht vom Ordnung halten in der Geschäftsstelle über die verschiedenen Gremien bis zur Teilnahme an Parteitagen auf Landes- und sogar auf Bundesebene. Die Autorin ist Journalistin (bei der taz), trotzdem ist dies kein Enthüllungsjournalismus. Ihr Mitwirken wirkte durchaus ernstgemeint. Relativ breiten Raum nimmt die Kritik an den Sicherheitsmechanismen von Liquid Democracy ein, der bei den Piraten verwendeten Software zur parteiinternen Abstimmung. Hintergrund ist eine ungewollt zustandegekommene Doppelmitgliedschaft. Diese Geschichte wird mit sich wiederholenden Argumenten zu breit dargestellt und wirkte auf mich in der Wertung ein wenig naiv. Ansonsten ist das Buch eine gute Ergänzung zum Weisband-Buch da es mehr von den Mühen der alltäglichen Parteiarbeit handelt. Wie es bei den Piraten weiterging und ob sie kluge Konsequenzen aus ihrem Aufstieg und Fall gezogen haben weiß ich nun noch nicht, aber vielleicht gibts ja demnächst dazu ein weiteres Buch.

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