Die Menschheit hat den Verstand verloren

von Astrid Lindgren 
4,3 Sterne bei65 Bewertungen
Die Menschheit hat den Verstand verloren
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Positiv (54):
Sikals avatar

Interessantes Stück Zeitgeschichte.

Kritisch (1):
bensia1985s avatar

Interessante Lebensgeschichte, aber die Aufteilung im Buch hat mich regelmäßig verwirrt und aus dem Konzept gebracht.

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Inhaltsangabe zu "Die Menschheit hat den Verstand verloren"

Ein einzigartiges Zeitdokument von Astrid Lindgren

„Wie ist es möglich, dass die Menschheit solche Qualen erleiden muss, und warum gibt es Krieg?“

Astrid Lindgren hat unsere Kindheit geprägt. Mit Pippi Langstrumpf und Wir Kinder aus Bullerbü hat sie unseren Blick auf die Welt verändert. Ihre Geschichten handeln von Mut, Hoffnung, Liebe und Widerstand. Lange bevor diese Bücher entstanden, schrieb sie ihre Gedanken über das dunkelste Kapitel des 20. Jahrhunderts nieder: den Zweiten Weltkrieg. In ihren Tagebüchern schildert sie, wie Europa von Faschismus, Rassismus und Gewalt vergiftet wird.
Nachdenklich und betroffen, aber auch mit dem so unverwechselbaren Tonfall stellt Astrid Lindgren in ihren Tagebüchern wichtige Fragen, die heute wieder von erschreckender Aktualität sind: Was ist gut und was ist böse? Was tun, wenn Fremdenfeindlichkeit und Rassismus das Denken und Handeln der Menschen bestimmen? Wie kann jeder Einzelne von uns Stellung beziehen? Neben dem Kriegsgeschehen erzählt sie von ihrem Familienleben und den ersten Schreibversuchen: 1944 schenkt sie ihrer Tochter das Manuskript von Pippi Langstrumpf zum Geburtstag.
Das persönliche Zeitdokument einer sehr klugen Frau, die schon immer den Blick für das große Ganze hatte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548288697
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:592 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:18.11.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 09.10.2015 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

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    Sikals avatar
    Sikalvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Interessantes Stück Zeitgeschichte.
    Interessante Einblicke


     

    Wer kennt sie nicht? Pippi Langstrumpf, die Kinder von Bullerbü oder den frechen Michel – Astrid Lindgren hat wohl bereits viele Kinder in eine andere Welt entführt. Doch sie konnte nicht nur Kinderbücher schreiben, sie war auch eine durchaus kritische, politisch interessierte Frau, die offen ihre Meinung kundtat. Und viele Male spricht sie mir aus der Seele …

     

    In dem Buch „Die Menschheit hat den Verstand verloren“ erhalten wir eine Zusammenfassung ihrer Kriegstagebücher von 1939 bis 1945, in denen sie oft penibel, dann wieder oberflächlich den Kriegsverlauf dokumentiert und analysiert. Sie schreibt hier aus ihrer persönlichen Sicht, erwähnt immer wieder, dass sie privilegiert ist und im geschützten, neutralen Schweden nicht Hunger und Angst erleiden muss. Immer wieder erläutert sie, welche Schätze auf ihren Tisch kommen, während weite Teile der Bevölkerung außerhalb Schwedens mit minimalen Rationen überleben müssen.

     

    Doch nicht nur über die Kriegsereignisse schreibt sie in ihren Tagebüchern, sondern auch über ihre persönlichen Befindlichkeiten, Krankheiten der Kinder und ihrer besonderen Beziehung zu ihnen. Ihre Rolle als Hausfrau und Mutter hebt sie immer wieder hervor, obwohl sie auch berufstätig war. Ihre Tagebuchaufzeichnungen sind ein wichtiges Zeitdokument, ergänzt mit vielen Zeitungsausschnitten, übersetzten Briefen der Zensurstelle und diversen Notizen sowie Bildern.

     

    Ebenfalls erfährt man ein wenig über ihre Anfänge ihrer schriftstellerischen Tätigkeit und die Entstehung von Pippi Langstrumpf.

    Lindgren hinterfragt viele Themen, die auch heute noch aktuell sind – Rassismus, Flüchtlinge und einiges mehr haben nicht an Bedeutung verloren.

    Gerne vergebe ich für dieses Stück Zeitgeschichte 4 Sterne.

    Kommentare: 1
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    MilaWs avatar
    MilaWvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Astrid Lindgrens Tagebuch über den Krieg. Schwankt zwischen individuellem Blick und Auflistung von Fakten.
    Kriegstagebuch


    Es handelt sich um das Kriegstagebuch der später berühmten Autorin. Akribisch notiert sie die Kriegsereignisse und ab und an streut sie persönliche Erlebnisse ein.
    Es ist, wie bei einem Tagebuch üblich, ein sehr individueller und persönlicher Blick, was man bei der Lektüre immer im Hinterkopf behalten sollte.
    Leider funktioniert die Mischung aus Fakten und Persönlichem
    nicht sehr gut. Die Kriegsgeschehnisse werden manchmal vernachlässigt, wenn die persönliche Situation zu viel Kraft kostet, was das Buch als faktentreue Darstellung nicht nützlich macht. Aber die persönlichen Umstände werden nie erklärt, es finden sich häufig Auflistungen von Lebensmitteln und ihren Preisen, aber kaum Informationen über persönliche Gefühle oder die Situation in der Familie. Aufgemacht ist das Buch übrigens sehr schön. Mit eingefügten Bildern der benutzen Zeitungsartikel (plus Übersetzung) und Familienfotos.

    Es ergibt sich ein interessanter Blick einer privilegierten Schwedin auf die Ereignisse. Russland als unmittelbare Bedrohung wird beispielsweise viel kritischer gesehen, als Nazideutschland.
    Zwar ist das Vorwort interessant und erhellend, ich hätte mir jedoch noch mehr begleitende Informationen gewünscht. Durchaus eine interessante Lektüre, aber ein bisschen unbefriedigend.

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    Aoibheanns avatar
    Aoibheannvor 8 Monaten
    Die Menschheit hat den Verstand verloren

    In meiner Familie wurde schon immer viel gelesen. Natürlich durften auch die Bücher Astrid Lindgrens nicht in der Sammlung fehlen und so wurden ihre Bücher meine ersten Ausflüge ins Lesereich. Ich habe Pippi Langstrumpf für ihren Mut bewundert, habe Tomte Tummetott geliebt und bin mit den Kindern aus Bullerbü durch die schwedische Landschaft getobt. Jetzt beschäftige ich mich als Erwachsene mit Astrid Lindgren und einer eher unbekannten Seite der Autorin.

    Astrid Lindgrens Kriegstagebücher befassen sich, wie der Name schon sagt, allein mit der Zeit des 2. Weltkrieges. Ihre Einträge starten am 01. September 1939. Zu dieser Zeit ist Lindgren noch lange keine bekannte Schriftstellerin. Die Einträge zeigen aber das Bedürfnis ihre Gedanken über den Krieg festzuhalten. So sind manche Einträge kurz gehalten und wirken wie zwischen Tür und Angel geschrieben. Viele beschäftigen sich aber sehr ausführlich mit dem Thema und im Verlauf der Tagebücher findet Lindgren immer wieder sehr deutliche Worte den Krieg und die Zustände.
    Es sind sehr faszinierende Einträge, ich zumindest empfinde es so. Es beginnt mit der Ungläubigkeit über den Einmarsch der Deutschen in Polen und den ersten Überlegungen zu den Auswirkungen. Wie wird sich Europa verändern? Welche Auswirkungen wird diese Kriegserklärung auf Schweden haben? Im Verlauf des Krieges befassen sich viele ihrer Einträge mit diesen Gedanken. Ängst und Sorgen werden deutlich, wechseln sich ab mit ruhigen privaten Momenten, in denen man sich über einen geselligen Abend mit Freunden oder den Einzug des Frühlings freut. Dabei ist Lindgren aber immer bewusst, welche Vorteile die Neutralität Schwedens ihr und ihren Landsleuten verschafft. Obwohl auch in Schweden Lebensmittel rationiert werden, schreibt sie immer wieder davon, dass es ihnen vergleichsweise gut gehe und ihre Familie nicht hungern muss. Verglichen mit anderen mit bekannten Beschreibungen dieser Zeit kann die Familie Lindgren Weihnachten noch recht opulent feiern. Dabei möchte ich keinesfalls die Angst absprechen, die auch die Familie Lindgren zweifelsohne gehabt haben muss!
    Es ist aber dieser Wechsel aus Lindgrens Gedanken zum Krieg und ihren privaten Einblicken in das Familienleben, die einen so nachhaltigen Blick auf die Autorin gewähren.

    Zusätzlich zu ihren Einträgen hat Astrid Lindgren viele Zeitungsausschnitte aus der Tagespresse eingeklebt. Diese sind als Faksimiles abgedruckt und anschließend auch übersetzt. Dabei sind die Artikel sehr vielfältig. Fahrverbote für Autos, politische Artikel zur Kriegssituation aber auch ihre erste Buchrezension sind darunter, genauso wie Artikel zu Reden von Churchill und Hitler. Diese Artkel empfand ich teilweise als sehr trocken und umständlich zu lesen, sie sind ein starker Kontrast zu Lindgrens persönlichem Stil.

    Der Aufbau des Buches ist für jedes Jahr gleich: handschriftlicher Tagebucheintrag - Abdruck der Famsimiles - Übersetzung der Faksimiles. Im Nachwort ist vermerkt, dass der Aufbau der schwedischen Ausgabe genauso erfolgt ist. Mich hat es manchmal allerdings gestört, dass die Abdrucke nicht direkt an der erwähnten Stelle nachgeschoben wurden. Zwar sind am Rand die jeweiligen Seitenzahlen vermerkt, das Umblättern um die jeweiligen Stelle wiederzufinden, empfand ich als ein etwas umständlich und es hat mich in meinem Lesefluss gebremst.

    Nichtsdestotrotz: Das Buch ist großartig und eines von sehr vielen Teilen im großen Gesamtbild der Kriegserinnerungen.
    "Die Menschheit hat den Verstand verloren" - so ein aussagekräftiger Satz, kurz und doch so viel sagend; immer wieder aktuell und auf so vielen Gebieten anwendbar.

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    YvetteHs avatar
    YvetteHvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Für mich war es keine Biografie!
    Die Rolle Schwedens im zweiten Weltkrieg!

    Klappentext:

    Ein einzigartiges Zeitdokument von Astrid Lindgren

    „Wie ist es möglich, dass die Menschheit solche Qualen erleiden muss, und warum gibt es Krieg?“

    Astrid Lindgren hat unsere Kindheit geprägt. Mit Pippi Langstrumpf und Wir Kinder aus Bullerbü hat sie unseren Blick auf die Welt verändert. Ihre Geschichten handeln von Mut, Hoffnung, Liebe und Widerstand. Lange bevor diese Bücher entstanden, schrieb sie ihre Gedanken über das dunkelste Kapitel des 20. Jahrhunderts nieder: den Zweiten Weltkrieg. In ihren Tagebüchern schildert sie, wie Europa von Faschismus, Rassismus und Gewalt vergiftet wird.
    Nachdenklich und betroffen, aber auch mit dem so unverwechselbaren Tonfall stellt Astrid Lindgren in ihren Tagebüchern wichtige Fragen, die heute wieder von erschreckender Aktualität sind: Was ist gut und was ist böse? Was tun, wenn Fremdenfeindlichkeit und Rassismus das Denken und Handeln der Menschen bestimmen? Wie kann jeder Einzelne von uns Stellung beziehen? Neben dem Kriegsgeschehen erzählt sie von ihrem Familienleben und den ersten Schreibversuchen: 1944 schenkt sie ihrer Tochter das Manuskript von Pippi Langstrumpf zum Geburtstag.
    Das persönliche Zeitdokument einer sehr klugen Frau, die schon immer den Blick für das große Ganze hatte.

    Meine Meinung:

    Ich war sehr gespannt, etwas aus dem Leben von Astrid Lindgren im zweiten Weltkrieg zu erfahren. Leider ist die persönliche Seite kaum zum Tragen gekommen.

    Der Schreibstil der Tagebücher ist sehr trocken und sachlich und mir fehlte einfach die persönlichen Emotionen der Familie Lindgren. Mein Empfinden war eher, dass es hier um eine "Kriegsberichtserstattung" ging. Es gab viele Zeitungsartikel und Briefe von Fremden, die übersetzt worden sind.

    Von sich und ihrer Familie hingegen, gab es meist nur Geschenke- und Essenslisten. Zwischendurch wird erwähnt, dass es ihr schlecht geht, aber nichts konkretes  -  Was hatte sie? Warum geht es ihr nicht gut?  -  Solche Fragen bleiben unbeantwortet.

    Die Geschichte des zweiten Weltkrieges einmal aus Sicht eines neutralen Staates zu lesen war zwar interessant, föderte aber auch keine wirklich neuen Erkenntnisse zu Tage.

    Mein Fazit:

    Ich hätte mir mehr versprochen von einer Biografie einer solchen Persönlichkeit, aber lesenswert ist es allemal.

    3 Sterne.

    Kommentare: 2
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    histerikers avatar
    histerikervor einem Jahr
    Ein interessanter Einblick in das normale Leben

    Inhalt:
    Während des Zweiten Weltkrieges schrieb Astrid Lindgren Tagebücher. Es sind nicht nur ihr Notizen, sondern auch ausgeschnitte Artikel und kopierte Briefe vorhanden.

    Bewertung:
    Ich finde es immer interessant, im Leben eines anderen Menschen zu "stöbern". Da hat mich dieses Buch gar nicht enttäuscht, vor allem die Normalität des Lebens hat mich wirklich fasziniert. natürlich ist es teilweise langweilig Listen von Geschicnken zu Weichnachten oder des Essens zu den Feiertagen zu lesen, andererseits sind dies sehr wichtige Dokumente einer vergangenen Ära und bringen manchmal vielleicht viel mehr Erkenntnis, als die "weltbewegenden" Sachen. Mich hat es zum Beispliel überrascht, dass sich die Geschenke in der Zeit gar nicht so viel von meinen damals unterschieden (und ich bin in den 80ern aufgewachsen).
    Der Teil, der viele Leute villeicht mehr interssiert, sind die Zeitungsartikel. Die fand ich teilweise auch sehr interessant, vor allem, wenn es sich um Sachen handelte, die z.B. Polen betraffen, da es einfach eine andere Perspektive bot. Andererseits fand ich die logische Konzentration auf die finnischen und norwegische Geschichte etwas langweilig, da ich nur bedingt damit etwas anfangen konnte.
    Zusammenfassen ein interressantes Buch, dass ich schon gerne gelesen habe.

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    Yolandes avatar
    Yolandevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich hätte mir mehr Persönliches über die Autorin gewünscht
    Kriegstagebücher

    Astrid Lindgren ist weltweit eine der bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen.
    Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 begann Astrid Lindgren ein Tagebuch zu führen, in dem sie hauptsächlich den Verlauf des Kriegsgeschehens und weniger den Alltag im neutralen und kriegsverschonten Schweden schilderte.
    Da sie Deutsch, Englisch und Französisch sprach, arbeitete sie ab 1940 für den schwedischen Nachrichtendienst in der Abteilung Briefzensur. Durch diese geheime Tätigkeit wurden ihr tiefe Einblicke in das Kriegsgeschehen auf der ganzen Welt gewährt. 


    Das Buch ist nicht einfach zu lesen, gerade zu Beginn des Krieges ähneln die Tagebucheinträge oft einer Aufzählung der Frontverläufe. Natürlich liegt anfangs das Hauptaugenmerk auf dem sowjetisch-finnischen Krieg, dem sogenannten "Winterkrieg", der von November 1939 bis März 1940 andauerte. Über diesen Krieg war mir bisher nichts bekannt und ich hatte ein paar Probleme mit den vielen finnischen Ortsbezeichnungen und Kriegsverläufen.


    Der Schreibstil von Astrid Lindgren war schon sehr gut. Auch wenn der Grundton dieser Tagebücher natürlich von Erschrecken und Angst dominiert wurde, blitzte hier und da ein lakonischer Kommentar oder eine ironische Bemerkung hervor.


    Leider enthielten die Tagebücher wenig über die Person Astrid Lindgrens oder ihren Alltag in Schweden. Zwar wurden immer die einzelnen Weihnachtsfeste geschildert, immer verbunden mit der Aufzählung aller Gerichte, die es zum Essen gab, aber sonst erfuhr man nicht viel. Hier mal ein Ausflug, dort mal ein Urlaub, das wars.
    Ich hätte mir mehr persönliche Einblicke gewünscht.


    Auf jeden Fall eine interessante Lektüre, die man aber nicht so einfach weglesen kann.






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    Nymphes avatar
    Nymphevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Der zweite Weltkrieg aus der Sicht einer (mehr oder weniger) gewöhnlichen, schwedischen Hausfrau. Total spannend.
    Der zweite Weltkrieg aus der Sicht einer (mehr oder weniger) gewöhnlichen, schwedischen Hausfrau.

    Inhalt:

    Dieses Buch enthält ungekürzt die 17 Tagebücher, die Astrid Lindgren in den Jahren 1939 bis 1945 geführt hat. Dabei hält sie den schwedischen Alltag genauso fest, wie das Weltgeschehen.

    Bewertung:

    Die Tagebücher von Astrid Lindgren haben mich den zweiten Weltkrieg nochmal aus einer ganz neuen Perspektive sehen lassen. Obwohl in der Schule und in den Medien das Thema ja recht präsent ist, fehlte mir bisher vollständig die skandinavische Sicht der Dinge. Astrid Lindgren war in der komfortablen Situation den Krieg größtenteils im Frieden zu verbringen, da Schweden wenig betroffen war. Somit hatte sie eine fast neutrale Sicht auf die Dinge und ihr Herz ist stets voller Mitleid für alle Opfer. Ihr gewohnt toller Schreibstil lässt den Leser den Krieg von Tag zu Tag erleben. Das war ungeheuer spannend, zumal sie am Beginn der Tagebücher noch gar keine Schriftstellerin war.

    Auch (als kleinen Nebenstrang) ihre Beginne als Autorin zu verfolgen fand ich klasse. Wie Pippi Langstrumpf entsteht, und die anderen ersten beiden Bücher in dieser Zeit, ist interessant zu verfolgen.

    Fazit:

    Die Schrecken des zweiten Weltkrieges sind in diesem Buch keine anderen, aber sie werden anders erzählt. Absolute Leseempfehlung.

    Kommentare: 1
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    Kleine8310s avatar
    Kleine8310vor 2 Jahren
    Die Menschheit hat den Verstand verloren

    "Die Menschheit hat den Verstand verloren" ist ein Buch, welches aus den Tagebüchern der Kriegsjahre 1939 - 1945, die von Astrid Lindgren geführt worden sind, entstanden ist. Ich lese immer mal wieder etwas über den ersten und den zweiten Weltkrieg und dieses Buch hat auf mich gleich, wie etwas ganz besonderes gewirkt. Nicht zuletzt, da ich Astrid Lindgren's Werke großartig finde und sehr gespannt war, auf ihre Sicht der Dinge und ihre ganz eigenen Gedanken. 

     

    Das Buch beginnt mit einem ausführlichen und einleitenden Vorwort, in dem das Leben von Astrid Lindgren skizziert und besonders auf die Zeit rund um 1939 - 1945 eingegangen wird. Der Schreibstil der Tagebucheinträge ist sehr flüssig und man merkt auch schon bei diesen häufig eher kurzen Texten, dass Frau Lindgren ein großes Talent für das geschriebene Wort hat. Als sie die Tagebücher geschrieben hat, war sie allerdings noch keine berühmte Schriftstellerin. 

     

    Der Schreibstil in den Tagebucheinträgen ist flüssig und sehr gut zu lesen. Manche der Einträge befassen sich auch mit persönlichen Dingen, was mir einen etwas größeren Einblick in die Person Astrid Lindgren ermöglicht hat. Die Gedanken der Autorin zu dem schockierenden und immer mehr um sich greifenden Kriegsgeschehen sind recht sachlich geschildert, aber sie bringen immer, wenn auch manchmal unterschwellig, eine Masse an Emotionen mit sich. Ich habe die Lektüre dieser Tagebucheinträge als sehr aufwühlend empfunden und mir gingen viele Schilderungen sehr unter die Haut. 

     

    Sicherlich kennt man mittlerweile die Abläufe des Kriegsgeschehens aber aus der Sicht von Astrid Lindgren hatten die Schilderungen auch wieder etwas ganz eigenes. Sehr spannend fand ich ihre Sicht der Dinge auch, da sie in Schweden lebte und ich bisher eher Zeitzeugenberichte aus anderen Ländern gelesen hatte. Astrid Lindgren nennt die Dinge beim Namen und nimmt in ihren Tagebüchern, für die damalige Zeit, kein Blatt vor den Mund, was mir sehr gut gefallen hat. Man erfährt nicht nur oberflächliches aus dem Kriegsgeschehen, sondern liest hier die Gedanken einer Frau, die sich Gedanken um andere Menschen und die Zukunft gemacht hat!

    Positiv: 

    * toller Schreibstil, der sich trotz des schweren Thema's gut lesen lässt

    * eine Fülle an Emotionen

    * ich fand die Gedanken, die Astrid Lindgren anstellt teilweise mutig (für die Zeit) und immer sehr beeindruckend

    * eine gelungene Mischung aus Privatem und Schilderungen, wie die Autorin die Kriegsjahre erlebte

     

    Negativ:

    * mir ist nichts negatives aufgefallen!

     

    "Die Menschheit hat den Verstand verloren" ist ein Buch mit einer beeindruckenden Tiefe und einer Fülle an Emotionen, bei dem Astrid Lindgren den Leser/die Leserin durch ihre persönlichen Tagebucheinträge die Kriegsjahre durch ihre Augen miterleben lässt!

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    Ankewiens avatar
    Ankewienvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: In diesem Buch zeigt Astrid Lindgren ihre ernste Seite, die man als Nichtschwede gar nicht erwartet hätte. Wenn man sich aber genau mit der
    Die ernste Pippi Langstrumpf

    In diesem Buch zeigt Astrid Lindgren ihre ernste Seite, die man als Nichtschwede gar nicht erwartet hätte. Wenn man sich aber genau mit der Person Astrid Lindgren beschäftigt, weiß man, dass sie sich immer wieder in politische Debatten eingemischt hat. Und das mit einer durchaus scharfen und frechen Zunge, als hätte Pippi Langstrumpf persönlich das Wort ergriffen.

    Und das spannende dabei für mich war, dass Lindgren immer wieder Fragen stellt, die erschreckend aktuell sind - warum stellt sich eine Rasse über eine andere? Und wie konnte es nur so weit kommen? Dabei entsteht ein interessanter, schwedischer und damit etwas distanzierterer Blick auf die dunkelste Zeit des 20. Jahrhunderts.

    Für mich ist das Buch einfach großartig, vor allem weil es Parallelen vom Aufstieg des NS Regimes bis in heutige Zeit auf ganz merkwürdige Weise aufzeigt (merkwürdig, weil Lindgren ja 2002 starb) und zeigt, dass gewisse Bedenken gar nicht so weit hergeholt sind, wie es gewisse Wutbürger manchmal denken.

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    yaris avatar
    yarivor 3 Jahren
    Kriegstagebücher einer vorausschauenden und weisen Frau, die nachdenklich stimmen

    Die Kriegstagebücher der Astrid Lindgren sind ein Zeitdokument, welche den Krieg aus Sicht einer jungen Mutter und Ehefrau beschreiben.
    Ohne übertrieben zu wirken, berichtet Lindgren aus ihrer Sicht welche Veränderungen der 2. Weltkrieg mit sich bringt, und was dies für Auswirkungen auf die schwedische Bevölkerung, aber auch die anderen Völker hat.

    Ziemlich schnell wird klar, dass durch den 2. Weltkrieg nichts mehr sein wird, wie es einmal war.
    Immer wieder hat Astrid Lindgren Zeitungsartikel, Briefabschriften bzw. Abschriften zu Radiosendungen in ihre Tagebücher geklebt bzw. notiert, um den Wahnsinn dieses Krieges zu dokumentieren. Sehr gut nimmt sie auf diese Artikel Bezug, und wenn man dies heute liest, wird deutlich, dass Lindgren den Krieg mit all seinen Konsequenzen sehr vorausschauend beurteilt hat.

    Auf faszinierende, und erschreckende Weise gelingt es ihr, dem Leser die Grauen des Krieges nahe zu bringen.
    Sehr persönlich und ehrlich werden die Aufzeichnungen dadurch, dass Lindgren darin auch Ängste, Wut, Trauer, aber auch Freude bewältigt hat.
    Außerdem erzählt sie auch vom Familienleben, dem Beruf und ihrer schriftstellerischen Tätigkeit, unter anderem dem Schreiben von Pippi Langstrumpf.

    Astrid Lindgren ist eine großartige Persönlichkeit, die immer für Frieden und Gewaltfreiheit einstand, deswegen machen ihre Tagebücher sehr betroffen und nachdenklich. Man sieht was für eine vorausschauende und kluge Persönlichkeit  Astrid Lindgren war.

    Im Vorsatz des Buches steht folgende handschriftliche Notiz Lindgrens vom 12. Mai 1945:
    "Aber die Menschheit hat nun einmal komplett den Verstand verloren."
    Diese Worte verdeutlichen heute mehr denn je, wie es um einen Teil der Gesellschaft bestellt ist, und wie irrsinnig Terrorismus, Rassismus, Kriege etc. sind.

    Die Tagebücher von Astrid Lindgren haben mich gefesselt, nachdenklich gemacht, und mir auf erschreckende Weise den Krieg nahe gebracht. Für diese wertvollen und ehrlichen Aufzeichnungen vergebe ich fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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