Astrid Rosenfeld Adams Erbe

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Inhaltsangabe zu „Adams Erbe“ von Astrid Rosenfeld

Adam Cohen ist 1938 achtzehn Jahre alt. Edward Cohen wird um das Jahr 2000 erwachsen. Zwei Generationen trennen sie – aber eine Geschichte vereint sie. Von der Macht der Familienbande und der Kraft von Wahlverwandtschaften erzählt dieser Roman und davon, dass es nur einer Begegnung bedarf, um unser Leben für immer zu verändern.

Das sehr gute Debüt einer sehr guten Erzählerin mit einem nicht gerade einfachen Thema

— Duffy
Duffy

"Holocaust"-Roman, dem die Balance zwischen Leichtigkeit, Humor und Würde gelingt. Einzig die Parallelität der Handlung ist zu konstruiert.

— Literatur
Literatur

Definitiv ein Lieblingsbuch!

— hannipalanni
hannipalanni

Einfach ein tolles Buch. Spannend, ernst und humorvoll zu gleich.

— Frauwatson
Frauwatson

Einfach nur ergreifend, packend, verzaubernd, hart, witzig, unvergesslich. L E S E N !!!

— agent13357
agent13357

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  • Zwei Generationen vereint

    Adams Erbe
    PaulTemple

    PaulTemple

    Auf wundervolle Weise werden in diesem Roman die Erlebnisse zweier Generationen miteinander verbunden. In den 2000ern  berichtet Edward Cohen - unter skurrilen Umständen aufgewachsen, unbewusst auf der Suche nach Kontinuität - von seinem bisherigen Werdegang und von Aufwachsen mit seinen jüdischen Großeltern. Die beteuern stets, dass er so viel von Adam habe, dem Bruder seines Großvaters, der die Familie einst im Stich ließ. Der zweite Teil des Buches behandelt Adams Geschichte, der 1938 gerade einmal 18 Jahre alt ist und für die Liebe einer jungen Frau buchstäblich alles zu tun bereit ist. Hier wird deutlich, wie viele Parallelen zwischen Edward und seinem Großonkel bestehen. Die Autorin berichtet in präzisen, kurzen Sätzen, die dennoch alles erzählen, was das Buch absolut lesenswert macht. Besonders der zweite Teil des Romans ist schlicht wundervoll gelungen!

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    • 3
    simone_richter

    simone_richter

    03. January 2015 um 18:45
  • ein bemerkenswertes Debut

    Adams Erbe
    itwt69

    itwt69

    09. June 2014 um 20:15

    Was zunächst eher beschaulich beginnt - mit der Erzählung von Edwards Lebensgeschichte - entwickelt sich im weiteren Verlauf ganz langsam und stetig zu einer emotionalen Explosion: Adam's Leben und sein Vermächtnis bleiben unverrückbar haften. Wieder einmal kann man kaum glauben, dass einige unsere Großeltern zu solchen Gräueltaten fähig waren. Tief berührt hat mich vor allem das Schicksal Herakles, eines kleinen Jungen, der nichts außer dem Warschauer Ghetto kennt ("er legte seinen Kopf in den Nacken und lachte") und sein herzzerreißendes Ende. Was muss man empfinden, um für seine Liebe "freiwillig" ein solches Opfer zu bringen? Der Roman wird mich mit Sicherheit noch längere Zeit beschäftigen, auch wenn es viele Seiten lang nicht danach aussah.

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  • Adams Erbe

    Adams Erbe
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    Edward kennt seinen Vater nicht. Er war nur eine kurze skandinavische Bekanntschaft seiner Mutter. Das scheint ihm erst einmal nicht viel auszumachen, haben die Gene seines Vaters augenscheinlich nicht viel ausrichten können. Denn Edward gleicht seinem Großonkel Adam aufs Haar. Nicht nur das Aussehen, auch den Charakter, die Art scheint er von diesem Ahnen vererbt bekommen zu haben. Keine unumstrittene Figur, dieser Adam, denn er ist zu Zeiten des Nationalsozialismus auf unerklärliche Weise verschwunden und mit ihm ein Großteil des für die Flucht der jüdischen Familie vorgesehenen Vermögens. Edward lebt mit diesem nicht ganz leichten Erbe und seiner dominanten, schwierigen Großmutter Lara Cohen, dem lebensuntüchtigen Großvater Moses und der unscheinbaren, zurückhaltenden Mutter Magda bis der Amerikaner Jack Moss in ihr Leben tritt und dieser zumindest für eine Zeit zum leuchten bringt. Wir begegnen Edward im ersten Teil des Buches, die Großmutter ist verstorben und Edward, nach erfolglosem Studium mit einer Art Sorgenpüppchen für die Gothic-Szene groß rausgekommen, hat erstmals freien Zutritt zu den Hinterlassenschaften seines Großvaters Moses. Dort entdeckt er ein Manuskript seines verschollenen Großonkels Adam, adressiert an eine Anna, bei dieser aber anscheinend nie angekommen. Der zweite Teil des Romans erzählt nun Adams Geschichte, vorwiegend aus der Zeit des dritten Reichs, gerichtet an Anna, seine große Liebe. Astrid Rosenfeld gelingt es in ihrem Roman auf wunderbare Weise, diese Geschichte, die voll Tragik und auch Grausamkeit ist, mit erzählerischer Leichtigkeit, lebendig und unterhaltsam zu erzählen, ohne dem Stoff die Härte und Ernsthaftigkeit zu nehmen. Die Grausamkeiten kommen in kleinen Dosen, sind deshalb aber nicht minder bewegend. Stets schwingt ein - manchmal recht schwarzer - Humor mit. Szenische Höhepunkte folgen einander rasch, manche Pointe wird eingebaut. Der Autorin gelingt es zudem, ganz wunderbare, oftmals leicht skurrile Charaktere zu entwickeln. Auch in der Dialogentwicklung ist sie eine Meisterin. Adam und Edward spiegeln sich dabei immer ineinander, sie gleichen sich nicht nur äußerlich, auch ihre Familiensituation ähnelt sich frappant: unscheinbare Mutter, nahezu nicht existente Väter, dominante Großmütter, unerfüllte große Lieben. Daneben tauchen noch eine große Anzahl ebenso beeindruckender Charaktere auf. Astrid Rosenberger manövriert unbefangen und kühn durch diese große Stofffülle und das heikle Sujet der Fiktionalisierung des Holocausts, zumal durch eine sogenannte "Spätgeborene". Ich finde, ihr ist das ganz großartig gelungen. Sicher ist die Geschichte nicht ganz gefeit vor so manchem Klischee, manche Wendung erscheint oft etwas zu konstruiert oder psychologisch schwer nachvollziehbar. Dennoch ist "Adams Erbe" ein zutiefst bewegender, tragikomischer und nicht zuletzt spannend zu lesender Roman.    

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    • 3
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. May 2014 um 21:46
  • Astrid Rosenfeld Adams Erbe

    Adams Erbe
    FabAusten

    FabAusten

    21. January 2014 um 12:30

    Edward wächst in einer jüdischen Familie in Berlin auf, in der jedes Mitglied eine kantige Persönlichkeit ist. Über allem schwebt der Geist der Vergangenheit und besonders der von Adam. Adam ist Edwards Großonkel. Er ist nicht anwesend, von ihm spricht man nicht. Doch Edward sieht Adam zum Verwechseln ähnlich. Beider Leben ist verbunden und Edward wird lernen, warum. Ein Roman, der dem Herzen gleichermaßen Flügel wie Betonfüße anlegt. Ein Roman, der sich ebenso herrlich wie schmerzlich anfühlt. Der Stil kommt leicht daher und es werden ebenso humorvolle wie leise Töne angeschlagen. Astrid Rosenfeld hat luftig leichte und gleichzeitig bedrückende Sätze geschaffen. Viele davon sind wahrhaftig und stehen so selbstverständlich auf dem Blatt Papier, dass man es gar nicht glauben kann. Der Stil ist lebensecht aber auch von feiner Poesie durchwoben. Doch immer wieder bricht die Härte unvermittelt ein und wirkt dadurch umso stärker auf den Leser. Die grausamen Aspekte der Geschichte werden meist subtil vermittelt. Die Autorin provoziert das Entsetzen des Lesers nicht mit detaillierten Beschreibungen grausamer Taten. Diese geschehen vereinzelt und wirken dadurch wie Stiche, die umso tiefer gehen. Der Schrecken entsteht in erster Linie durch den Verlauf der Geschichte und die Auswirkungen auf ihre Figuren. Der Leser darf wunderbare Charaktere kennenlernen, die man in sein Herz schließen muss. Sie sind so lebensecht, dass man glaubt und hofft, dass sie wirklich einmal existiert haben. Es gibt nur wenige Charaktere, die für immer im Herzen des Lesers fortleben. Adam und Edda Klingenberg gehören auf jeden Fall dazu. Adams Erzählstrang entwickelt einen so starken Sog, dass er magische Kräfte entwickelt. Man möchte den Roman nicht mehr weglegen oder schlägt ihn in Zeitnot dennoch kurz auf, nur um ein paar Zeilen zu lesen. Während man immer mehr erfahren will, wächst gleichzeitig der Wunsch, es möge niemals enden. Es gibt Aspekte, die man kritisieren könnte. Der Vollständigkeit halber sollen sie nicht unerwähnt bleiben. Doch das Gefühl, das man den Romanfiguren entgegenzubringen beginnt, überdeckt sie. Sie fallen einfach nicht mehr ins Gewicht. Es erschließt sich nicht ganz, warum Edward soviel von seinem Leben berichtet. Ja, man kann annehmen, dass er sich durch Adams Beispiel motiviert fühlte, seine eigene Lebensgeschichte aufzuschreiben. Obwohl man wichtige und spannende Einblicke in die Familienstruktur der Cohens erhält, schlägt Edward auch viele verschlungene Pfade ein bevor man Adams Leben betreten darf. Im Grunde möchte der Leser aber von der ersten Seite an erfahren, was es mit dem totgeschwiegenen Onkel auf sich hat. Hierum dreht sich im Grunde der ganze Roman, hier finden sich die stärksten und ergreifendsten Momente. Folgerichtig wird Edwards Erzählung davon im Verlauf völlig in den Hintergrund gedrängt. Glücklicherweise nimmt Adams Teil auch die meisten Seiten ein. Es wird immer wieder betont, dass Edward seinem Onkel äußerlich sehr ähnlich ist. Auch ihrer beider Leben weisen erstaunlich viele Parallelen auf. Manchmal wirkt dies etwas merkwürdig und unnötig. Die Geschichte hat ohnehin ausreichend Glanzpunkte. Sowohl Edward als auch Adam richten ihre Erzählungen an die Frau ihres Herzens. Während dies bei Letzterem wahrhaftig und anrührend ist, wirkt es bei Edward etwas unangebracht. Er hat Amy selten gesehen und wirklich viel Resonanz hat er dabei nicht von ihr bekommen. Auch bei Adam fragt man sich manchmal, warum er soviel zu tun bereit ist für Anna. Sie hatten ebenfalls nur wenige gemeinsame Momente. Doch so wie Adam spricht und agiert, ist es in sich schlüssig und nicht anfechtbar. Manche Fragestellungen werden in Worte gefasst anstatt sie subtil in den Raum zu stellen und den Leser selbst entdecken zu lassen. Störend ist das Vorgehen aber nicht. Astrid Rosenfeld hat einen Brillanten geschaffen. Egal aus welchem Blickwinkel man ihn betrachtet, er schimmert wunderschön. Gleichzeitig fordert er die Aufmerksamkeit des Betrachters, er kann sich in den Facetten verlieren und tut dies mit Freude. Doch es ist auch ein sehr schmerzlicher Roman und so wie man die Figuren liebt, so leidet man mit ihnen. Am Schluss meint man, das Herz würde einem gebrochen und so ist es auch ein bisschen. Auch nach dem Zuklappen sind Figuren und Geschichte gegenwärtig. Man ist beseelt von ihnen und kann nicht sofort das nächste Buch lesen. Adams Erbe ist ein Schatz. Man möchte das Buch immer bei sich tragen. Es öffnen können und Adam und Edda Klingenberg wiedertreffen.

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  • Edward tritt das Erbe von Adam an, in vieler Hinsicht

    Adams Erbe
    Gruenente

    Gruenente

    17. November 2013 um 14:13

    Edward sieht aus wie Adam, hört sich an wie Adam und scheint auch einen ähnlichen Character zu haben. Das hört Edward (Anfang der 1980iger geboren) immer wieder. Adam war sein Großonkel. Der schent was schlimmes getan zu haben, genaueres wird dem Jungen nicht verraten. Das Buch teilt sich. Es beschreibt Edwards Leben mit einer unselbständigen Mutter, die erst bei Ihrer Mutter lebt, dann mit dem Kind und dem Traummann umherzieht und strandet. Edward wird ziellos, ungebildet und kann nichts. Trotzdem hat er Erfolg mit mysteriöesen Wollpuppen. Da stribt seine Großmutter und er findet in der Wohnung das andere Erbe von Adam. Ein Buch, ein Bericht, den Adam im Warschauer Ghetto schrieb, damit er, seine Familie und ihr Teil der Geschichte nicht vergessen wird. Und Edward tritt danach das Erbe an. Wieder so ein trauriges Holocaust-Buch? Irgendwie schon, aber es kommt locker und leichtfüßig daher und stoppt auch vor dem ganz großen Grauen. Es gibt einiges zum schmunzeln. Und ein wenig Hoffnung. Liebesgeschichte und Abenteuer ist auch noch dabei.

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  • zu wenig Dramatik im Plot

    Adams Erbe
    blueberry7

    blueberry7

    25. October 2013 um 14:59

    sehr schöne Geschichte, von der ich mir aber etwas mehr Dramatik im Plot gewünscht hätte................

  • Adams Erbe

    Adams Erbe
    Saralonde

    Saralonde

    08. October 2013 um 12:07

    Berlin in den 90ern des letzten Jahrhunderts. Schon als Kind bekommt Edward ständig zu hören, wie sehr er seinem Großonkel Adam ähnelt, an dem Edwards Großmutter Lara kein gutes Wort lässt: Adam habe seine Mutter und Großmutter kaputtgemacht. Wir erfahren nichts Genaueres über diesen Adam, denn zunächst wird erzählt, wie chaotisch Edward aufwächst und welchen Weg er einschlägt. Nach dem Tod der Großmutter findet er dann ein Manuskript, das an eine gewisse Anna gerichtet ist, und stellt fest: Es stammt von ebenjenem Onkel Adam, dem er so ähnelt. Und nun erfahren wir aus dessen Mund, was damals zur Nazizeit wirklich geschehen ist mit der jüdischen Familie Cohen, ihrem Sprössling Adam und der erwähnten Anna… Wieder ein Buch, an das ich sehr hohe Erwartungen hatte. Und ich habe es von der ersten Seite an genossen. Genauer gesagt vom ersten Abschnitt an, der für mich unendlich richtig ist: “Fängt man an zu schreiben, weil es jemanden gibt, dem man alles erzählen will? Fängt man an zu erzählen, weil der Gedanke, dass alles einfach verschwinden soll, unerträglich ist?” Mit dem zweiten Satz des Buches hat Astrid Rosenfeld mich schon für sich gewonnen, denn er stellt für mich die Quintessenz des Erzählens dar. Was ich vor allem genossen habe, war der unvergleichliche Humor der Autorin, der mich wiederholt zu meinem Lesetagebuch greifen lies, um mir Stellen aufzuschreiben, über die ich mich kringelig gelacht habe. Es ist einfach herrlich, wie Adam und seine Großmutter Bilder von den Nazi-Größen an die Wand hängen und Theorien über sie aufstellen. Es gelingt Astrid Rosenfeld ganz wunderbar, ein so ernstes Thema wie das Dritte Reich humorvoll zu behandeln. Ein Beispiel: “Außerdem erfuhren wir, dass wir ab dem 1. Januar 1939 einen zweiten Vornamen bekommen sollten. “Israel” für die Männer, “Sara” für die Frauen. Die Sache mit den Vornamen bestärkte Edda nun vollends in unserer Theorie, dass Adolf trank.” (Seite 187) Ich muss sagen, dass der Teil des Buches, in dem es um Edwards Geschichte geht, stellenweise für mich seine Längen hatte. Das liegt aber auch daran, dass ich endlich mehr über Adam erfahren wollte. Adams Geschichte ist schier überwältigend, sie zeigt uns, wie mächtig die Liebe sein kann, und was die Liebe ausmacht: Selbstlosigkeit. Denn Adam kommt nie der geringste Zweifel an seinem Vorhaben, er weiß, dass er alles tun wird, um Anna zu retten. Auch der Part, der im Warschauer Ghetto spielt, ist humorvoll, aber natürlich auch sehr erschütternd. Am Ende schließt sich der Kreislauf, und Edward erzählt seine eigene Geschichte. Ein ganz wundervolles Buch, das ich wärmstens empfehlen kann.

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  • Was für ein Debüt

    Adams Erbe
    hundertwasser

    hundertwasser

    20. May 2013 um 12:27

    Was für ein Debüt: Mit „Adams Erbe“ hat Astrid Rosenfeld einen Roman vorgelegt, der sofort Anklang bei den Kritikern und Lesern fand. Sogar auf die Longlist des Deutschen Buchpreises hat die junge deutsche Autorin es geschafft. Und um es vorwegzunehmen: Auch mich hat dieses im Diogenes-Verlag erschienene Buch mehr als begeistert. Geschickt verknüpft Astrid Rosenfeld die Lebensgeschichten von Edward Cohen, einen Teenager unserer Tage, der mit seiner Mutter und deren Freund herumvagabundiert. Sein Leben erhält eine Wendung, als ihm Dokumente seines verschwundenen Großonkels Adam in die Hände fallen. Dieser lebte in Deutschland zusammen mit Adams Familie in Deutschland im Dritten Reich, ehe sich die Wege der Familie und Adams trennten. Man kann die Autorin nur für ihre Prosa bewundern. Wie dahingetupft, mit feinem Humor durchzogen schildert sie zwei Lebensgeschichten ihrer beiden Protagonisten. Mit „Adams Erbe“ zeigt sie auf, wie man auch über die Schicksale von Menschen im Dritten Reich schreiben kann – das Leben im Warschauer Ghetto gerät bei Astrid Rosenfeld zu einem tragikomischen und melancholischen Stück Geschichte, das neu mit Leben füllt, was vielen nur noch als Text aus dem Geschichtsbuch bekannt sein dürfte. Höchst verblüffend und beeindruckend, wie es Astrid Rosenfeld gelingt, stets souverän die Waage zwischen Ernsthaftigkeit und Humor zu halten und nie an Glaubwürdigkeit einzubüßen. Mit einem klugen Aufbau versehen ist „Adams Erbe“ zurecht zu einem höchstgelobten Roman geworden, der viele Leser verdient. Nicht nur seine Geschichte unterhält, auch die Dialoge und die teils schrulligen Protagonisten sind hervorragend gestalten und machen „Adams Erbe“ zu einem runden Gesamtkunstwerk. Der Roman unterhält auf großartige Weise und ist zu keinem Zeitpunkt belanglos. Eines der stärksten Debüts der letzten Jahre und ein Buch, das man ruhigen Herzens weiterempfehlen kann!

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  • Rezension zu "Adams Erbe" von Astrid Rosenfeld

    Adams Erbe
    HelmuthSantler

    HelmuthSantler

    15. February 2013 um 11:44

    Edward Cohen erlebt eine turbulente Kindheit, geprägt von der großen zweiten Liebe seiner Mutter, einem Hallodri und Elvis-Verschnitt, der dem Jungen mit acht das Rauchen beibringt. Einen anständigen Beruf erlernt er nicht, verlottert sein Studentenleben und fällt schließlich doch auf die Butterseite, indem er eine schräge Idee in einen Kult-Verkaufsschlager ummünzt. Doch dann holt ihn die Vergangenheit eines anderen ein: Adam, der Bruder seines Großvaters, dem Vernehmen nach ein Dieb und Taugenichts und jedenfalls das schwarze Schaf der Familie. Edward sieht diesem Unbekannten verblüffend ähnlich, was ihm das Leben in der Familie nie erleichtert hat. Nach dem Tod der sittenstrengen Großmutter fällt ihm ein Manuskript in die Hände, von eben diesem Adam, gerichtet an jemanden namens Anna Guzlowski. Adam Cohen, erfahren wir, war wohl ein Taugenichts, der nie einen richtigen Beruf erlernt hat, aber sicher kein schlechter Kerl; überhaupt gibt es viel mehr Parallelen zwischen Edward und ihm als die äußerliche Ähnlichkeit. Vor allem da auch Adam ein Träumer war, der für die Liebe lebte, weil sie ihm als die eine Oase der Sinnhaftigkeit in einer Welt erschien, die täglich ein Stück mehr dem Wahnsinn anheimfiel: das Berlin der 30er-Jahre und die darauf folgenden Gräuel des Zweiten Weltkriegs. Nicht dass Adam sich gefürchtet hätte: Der mit Abstand wichtigste Mensch seiner Kindheit ist die exzentrische Großmutter Edda Klingmann, die von Hitler grundsätzlich nur als dem “August” spricht, eine Fotowand mit den führenden Köpfen des NS-Regimes anlegt, um damit Adam in die Kunst des Gesichtslesens einzuführen, und bis tief in den Krieg hinein eine Freundschaft zu einem Sturmbannführer pflegt. Sie bringt Adam alles bei, was man aus ihrer Sicht zum Leben braucht. Furcht ist kein Teil davon, weshalb Adam, als seine angebetete Anna in der Reichskristallnacht spurlos verschwindet, auf einen wahnwitzigen Plan verfällt, um die große Liebe seines Lebens zu retten. Astrid Rosenfeld legt mit ihrem Debütroman eine berührende, heitere und von der Liebe als Wert für sich durchdrungene Erzählung vor. Egal ob im Berliner Zoo oder im Warschauer Ghetto: keine Gelegenheit wird ausgelassen, leichtfüßig tänzelnd über der Schwere und Plumpheit, dem Grauen und der Verzweiflung der Realität zu schweben. Ja, es gibt Momente, vor allem natürlich in Adams Leben, in denen alles zu viel wird, in denen die Träumer hart auf der Erde landen und die gnadenlose Kälte der Wirklichkeit durch die zerrissene Kleidung, die löchrigen Schuhe dringt. Doch was bleibt den Menschen, wenn ihnen alles genommen wird? Wenn selbst die Hoffnung nicht mehr atmen kann? Man nimmt sein Schicksal an. Trägt es mit einem Rest von Würde. Und unternimmt alles, um es vor dem Vergessen zu bewahren. “Adams Erbe” bewahrt eine Erinnerung vor dem Vergessen, die der Roman selbst erschafft. Erinnerungen sind wie Träume: real und irreal zugleich, untrennbar miteinander verwoben. Wirklich ist, was wir für wirklich halten. “Adams Erbe” ist ein sehr lesenswertes Buch. Wirklich.

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  • Rezension zu "Adams Erbe" von Astrid Rosenfeld

    Adams Erbe
    Ruth_liest

    Ruth_liest

    25. November 2012 um 12:03

    Zur Leipziger Buchmesse 2012 waren die Lesungen von Astrid Rosenfeld und ihrem Roman Adams Erbe bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Umschlagtext hatte mich nicht überzeugt und so blieb ich kein einziges Mal stehen, um ihr zu lauschen. Ein Fehler, wie ich heute weiß. Denn ihr Roman ist ein starkes Stück Nachkriegsliteratur über Schuld, Mitschuld und Unschuld während des Zweiten Weltkrieges und im Nachkriegsdeutschland. Unbedingt lesenswert.

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  • Rezension zu "Adams Erbe" von Astrid Rosenfeld

    Adams Erbe
    Kiara

    Kiara

    07. April 2012 um 18:38

    Inhalt: Seit seiner Kindheit hört Edward Cohen, wie sehr er seinem Großonkel Adams gleicht. Dieser ist im Krieg spurlos verschwunden, gilt seitdem als schwarzes Schaf der Familie. Doch eines Tages findet er Adams Vermächtnis: Einen Stapel Blätter, adressiert an eine gewisse Anna Guzlowski, auf dem Adam niedergeschrieben hat, was ihn dazu bewegt hat, seine Familie zu verlassen und in den Wirren des Krieges unterzutauchen... Eindruck: "Adams Erbe" ist in drei Teile unterteilt: Im ersten lernen wir Edward Cohen kennen, der in der heutigen Zeit lebt. Und genau dieser Teil hat es mir sehr schwer gemacht, in dieses Buch hineinzufinden. Man erfährt viel über Edwards Kindheit, seine verschrobene Verwandtschaft, von den Männerbekanntschaften seiner Mutter und schließlich vom King, den seine Mutter heiraten wird. Dies alles wird zwar teilweise amüsant erzählt, aber dennoch, es konnte mich nicht packen. Ich habe mich die meiste Zeit lediglich gefragt, auf was das eigentlich hinausführen soll. Weder der großartige Erzählstil der Autoren noch die oftmals skurrilen Episoden vermochten mich so recht von sich zu überzeugen. Doch mit Beginn des zweiten Teils hat sich meine Meinung grundlegend geändert. Denn Edward findet schließlich das Vermächtnis seines Großonkels Adams und man begibt sich auf eine Zeitreise in das Jahr 1938. Hier lernt man den Juden Adam und seine ungewöhnliche Verwandtschaft kennen. Besonders Adams Großmutter Edda Rosenfeld habe ich gleich in mein Herz geschlossen. Diese exzentrische Dame ist eine starke Persönlichkeit, die Adam vieles lehrt, nur nicht das Fürchten. Adam selbst verliebt sich in de junge Anna, die jedoch eines Nachts spurlos verschwindet. Mit gefälschten Papieren macht sich Adam auf die Suche nach ihr, muss dafür aber seine Familie zurücklassen. Dies alles wird von Astrid Rosenfeld sehr einfühlsam und mit viel Liebe zum Detail erzählt. Man kann sich ein gutes Bild von den einzelnen Personen machen und auch den Nebencharakteren wird genug Aufmerksamkeit geschenkt, dass man sich diese lebhaft vorstellen kann. Die Sprache konnte mich ja schon im ersten Teil überzeugen. Doch im zweiten Teil hat sie mir in Verbindung mit dieser besonderen Geschichte noch besser gefallen. Zudem besitzt die Autorin einen sehr trockenen Humor. Und ich hätte nicht gedacht, dass dieser zu einer so ernsten Handlung passt. Doch da habe ich mich geirrt. Denn dieser Humor war für mich schließlich das sogenannte Tüpfelchen auf dem "i". Im dritten Teil werden die einzelnen Lebensfäden miteinander verknüpft und verhelfen diesem außergewöhnlichen Buch schließlich zu einem stimmigen, etwas sentimentalen und - passend zum Rest - skurrilen Ende Fazit: Auch wenn ich lange gebraucht habe, um in dieses Buch hineinzufinden, so hat es sich schließlich doch gelohnt "durchzuhalten". Denn "Adams Erbe" entfaltet sich nach und nach zu einer ganz besonderen Geschichte über die Liebe in einer grausamen Zeit.

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  • Rezension zu "Adams Erbe" von Astrid Rosenfeld

    Adams Erbe
    awogfli

    awogfli

    07. March 2012 um 13:54

    Durch eine Geschichte in der Geschichte versucht die Autorin, die Vergangenheit und Gegenwart einer jüdischen Familie miteinander zu verknüpfen. Dabei vergisst sie aber, welche Geschichte eigentlich erzählt werden soll, nämlich die spannende Story aus der Nazizeit. Als Rahmenhandlung geplant verzettelt sich der Inhalt viel zu breit ausgewalzt in der gähnend langweiligen Gegenwart und es wundert mich gar nicht, dass einige Leute das Buch zu Beginn abbrechen wollten oder dies sogar getan haben. Im Berlin von "August" Hitler angekommen, kommt aber der ganze Roman dann endlich nach ewigen 120 Seiten sehr gut in Schwung und liefert grosses Kino in der Dramaturgie: Zwei jiddische resolute Damen, ein Träumer, die grosse Liebe, ein Deutscher SSler mit gutem Herz (oh Wunder!) und viele polnische Juden bevölkern die rasante Geschichte, die auf vielen Schauplätzen in Deutschland und Polen die Suche nach der verlorenen Liebe und die Entmenschlichung aller Beteiligten Sieger und Besiegte - Täter Opfer und Mitläufer beschreibt. Fazit: Guter Roman, wenn man erst bei Seite 120 beginnt zu lesen.

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  • LovelyBooks Adventskalender Türchen 18: "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler

    Ein Buch für Hanna
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    LovelyBooks wünscht allen Lesern am heutigen Adventssonntag eine ruhige und besinnliche Zeit. In unserem Adventskalender wartet in Türchen Nr. 18 ein von Kritikern bereits sehr hoch gelobtes Buch auf Euch - "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler aus dem BELTZ Verlag: ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Die 14-jährige Hanna Salomon hasst den Spitznamen »Püppchen«, er macht sie so klein, wie sie sich selbst oft fühlt. Als sie im Sommer 1939 Deutschland zusammen mit anderen Mädchen verlässt, heißt es: »Ihr seid die Glücklichen, die Auserwählten!« Das Ziel ist Palästina, mit Zwischenstation Dänemark. Dort, auf dem Land, bei der alten Bente, gibt es zwar keine Palmen und das Meer ist nicht so blau wie in Andersens Märchen, aber man ist sicher vor den Nazis. Was ein Irrtum ist. Zusammen mit den Mädchen Mira, Bella, Rosa, Rachel und Sarah wird Hanna nach Theresienstadt deportiert. Eine Notgemeinschaft. „Aufgeben gilt nicht“, hat Mira immer gesagt, „das Leben geht weiter.“ Hanna hat mehr Glück als andere und überlebt das Lager. Erst neun Jahre später, 1948, gelingt es ihr, nach Palästina auszuwandern, wo sie endlich ein Zuhause findet..... Pressestimmen: »Hannas Geschichte ist gnadenlos traurig und unendlich hoffnungsvoll zugleich.« Lesefrüchte im WDR 5 »Mirjam Pressler entwickelt in dieser Geschichte eine erzählerische Intensität, die der Gefühlswelt der jugendlichen Hanna entspricht. Ein gelungener Balanceakt zwischen literarischer Distanziertheit und unvermittelter Sentimentalität.« Süddeutsche Zeitung »Pressler berichtet ohne Schnörkel vom Schicksal einer ungewöhnlichen Frau. Sie mutet den jungen Lesern die Wahrheit zu.« Die Welt Leseprobe und weitere Informationen: http://www.beltz.de/de/kinder-jugendbuch/beltz-gelberg/titel/ein-buch-fuer-hanna.html ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Fünf Exemplare dieses dramatischen und dennoch poetischen Jugendbuchs verlosen wir zusammen mit dem BELTZ Verlag. Bitte postet uns dazu bis zum 31.12.2011, welche Bücher Ihr zu diesem Thema bereits kennt bzw. als besonders gut umgesetzt empfandet (wie z.B. "Das Tagebuch der Anne Frank") und warum es weiterhin so wichtig ist dieser Zeit zu gedenken und dies auch an Jugendliche zu vermitteln.

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    • 109
  • Rezension zu "Adams Erbe" von Astrid Rosenfeld

    Adams Erbe
    Daphne1962

    Daphne1962

    26. September 2011 um 16:20

    In diesem tollen Buch werden 2 Schicksale erzählt. Die eine handelt von Edward Cohen, der zur Jahrtausendewende in Berlin lebt und das andere Schicksal handelt von Adam Cohen, der in den 30er Jahren ebenfalls in Berlin aufwächst und Edwards Großonkel war. Zuerst befindet man sich in der jetzigen Zeit und dann auf dem Dachboden in den 30er Jahren wieder. Edward hat eine etwas sonderbare Kindheit, die er mit seiner Mutter bei seiner strengen jüdischen Großmutter verbringt. Spannend wird sein Leben erst, als der schöne und zwielichtige Jack in sein Leben tritt und sich für seine Mutter interessiert. Jack sieht aus wie „Elvis“ und verdreht den Frauen den Kopf. Die 3 führen von nun an ein Leben, das einem Drahtseilakt gleicht. Nichts ist von Dauer, weder die Jobs noch die Wohnungen, in denen die 3 hausen, noch bleiben sie lange an einem Ort. Diese Odyssee endet abrupt durch einen Schicksalsschlag. Edward findet nach dem Tod seiner Großmutter auf dem Dachboden ein ungeöffnetes Päckchen. Sein Großonkel Moses verbrachte die letzten Lebensjahre auf diesem Dachboden und verlor seinen Verstand zunehmend. Ein Grund war auch Edward, der dem Bruder Moses, also Adam Cohen wie aus dem Gesicht geschnitten war. Zeitlebens hörte Edward nur „Wie Adam“, er sieht aus wie Adam, er spricht wie Adam. Die Familie erzählte nur immer wieder Adam Cohen sei mit den Diamanten der Familie geflohen. Im 2. Schicksal wird dann die Geschichte von Adam Cohen erzählt, wie er in Berlin aufwuchs, wie er bei einem Rosenzüchter in die Lehre ging und wie er sich unsterblich in Anna Guzlowski verliebte. Wie Anna plötzlich verschwand und Adam sich auf die Suche nach ihr begab. Bei der Suche nach Anna landet er in dem von den deutschen besetzten Polen, als Rosenzüchter bei einem SS-Mann. Adam hatte ein sehr inniges Verhältnis zu seiner Großmutter, mit der er viel Zeit auf dem Dachboden verbracht hat und die ihm seine Menschenkenntnis gelehrt hat. Gefallen hat mir, das man bei dem Lesen der Geschichten so toll abtauchen kann und keine ständigen Zeitsprünge gemacht werden. So bleibt man der Geschichte sehr verbunden. Mitreißend erzählt und am Ende bleibt man dann doch auch sehr betroffen zurück und es wirkt noch lange nach dieses tolle Buch. Ein Empfehlung an alle, die Familiengeschichten lieben.

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  • Rezension zu "Adams Erbe" von Astrid Rosenfeld

    Adams Erbe
    Liisa

    Liisa

    13. September 2011 um 16:49

    Astrid Rosenfelds Debütroman "Adams Erbe" ist für mein Empfinden ganz sicher eines der herausragenden deutschen Bücher dieses Jahres. Der Roman besteht aus drei Teilen. Er beginnt mit der Geschichte von Edward Cohen, der von seiner Kindheit und Jugend erzählt und von seinem verschollenen Großonkel Adam, dem schwarzen Schaf der Familie, dem er angeblich so ähnlich sieht. Dieser Teil hat mich von seinem Ton her und dem, was darin erzählt wird, hier und da an die Romane von John Irving erinnert. Zwar taucht kein Bär in diesem Teil auf, dafür aber eine Herde Elefanten, beherrscht von Elvis, dem King, der auch in Edwards Leben eine bedeutende Rolle spielt. Im zweiten Teil des Romans, kommt dann der berühmt-berüchtigte Adam selbst zu Wort, denn Edward fällt durch Zufall ein Buch in die Hände, in dem Adam seine Geschichte aufgeschrieben hat und die Geschichte seiner Liebe zu Anna. Adam wächst im Berlin der 30er Jahre auf, von seiner Großmutter Edda mehr oder weniger erzogen. Auf alle Fälle aber rüstet sie ihn mit allem Wissen aus, das er benötigt, um durchs Leben zu kommen. Lange Zeit versteht es die Großmutter auch, die Folgen der politischen Entwicklungen von ihrem Haus und ihrer Familie und damit auch Adam fernzuhalten. Dann lernt Adam mit 18 Jahren die traurige Anna kennen und verliebt sich unsterblich in sie, doch sie reagiert zurückhaltend auf seine Liebeserklärung und -bezeugungen. Für die Familie Cohen wird es zunehmend gefährlich in Nazi-Deutschland und vor allem Adams Schwägerin, die tatkräftige Laura drängt die Familie sich nach England abzusetzen. Doch dann verschwindet Anna in der Nacht des 9. November 1938, der sog. Reichskristiallnacht oder weniger beschönigend, der Reichspogromnacht. Adam ist untröstlich und kann sich schier nicht vorstellen, nach England zu gehen und Anna zurückzulassen. Mit Hilfe seiner Großmutter und eines befreundeten Sturmbannführers, der der Großmutter tief ergeben ist, verlässt Adam sein Zuhause und seine Familie und beginnt sein neues Leben als Anton Richter. Er wird Rosenzüchter für einen Nazischergen in Polen. Heimlich sucht der Sturmbannführer überall nach Anna aber dabei muss er äußerst vorsichtig vorgehen, um nicht Anna, Anton und sich selbst in tödliche Gefahr zu bringen. Dann scheint es eine Spur von Anna zu geben, die nach Krakau führt. Anton reist zusammen mit dem Sturmbannführer dorthin doch die Spur läuft ins Leere. Anton ist verzweifelt aber der Sturmbannführer sucht weiter nach Anna. Dann wird er nach Russland versetzt, kehrt jedoch bald sterbenskrank von dort zurück und stirbt ohne Anna gefunden zu haben. Anton ist am Boden zerstört und erst da zieht er einen seiner polnischen Arbeitskollegen ins Vertrauen und offenbart sich ihm. Der wiederum hat Kontakte zum Widerstand und die Suche nach Anna beginnt erneut. Dann wird Anna tatsächlich gefunden. Sie ist im Warschauer Ghetto und Adam wird eine Möglichkeit geboten, Anna aus dem Ghetto zu holen. Er lässt sich auf einen unglaublichen Handel ein, dessen Preis nicht nur Annas sondern auch sein eigenes Leben ist. Im dritten Teil des Romans schließlich macht sich Edward auf eine erneute Suche nach Anna, um ihr das Buch seines Großonkels Adams zu überbringen, so er sie denn finden sollte. Astrid Rosenfelds Debüt ist ein berührender Roman, dessen Figuren liebevoll und detailliert gezeichnet werden. Während der erste Teil vom Ton her witzig-absurd-liebevoll daherkommt, ändert sich der Ton im zweiten Teil sehr aber das passt zum Inhalt und stört nicht. Die Geschichte einer großen Liebe wird hier ausgebreitet, ohne jemals in Kitsch abzugleiten, dazu sind die Begleitumstände viel zu dramatisch. Ich bin zutiefst beeindruckt von dieser Geschichte und dem Roman und hoffe, er wird viele Leser finden. Mir wird dieser Roman mit seinen Hauptfiguren auf jeden Fall lange im Gedächtnis bleiben.

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