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CorinnaSmiles

vor 3 Jahren

(5)

„Elsa, das Maß aller Dinge.“

Elsa verzaubert sie alle, sowohl in Astrid Rosenfelds Roman, als auch die Leser. Und das, obwohl sie in weiten Teilen des Buches gar nicht vorkommt – sozusagen die „Bühne“ gar nicht betritt, sondern zwischen den Zeilen hindurchwirkt. Und ist man ihr einmal verfallen, hält die Faszination bis Seite 276 an.

Lorenz und Karl sind Brüder – unzertrennlich und Halbwaisen, die ihre Kindheit in einem oberpfälzischen Dorf verbringen. Eines Tages bricht Elsa, mürrisch, anstrengend und ungezogen, wie ein Wirbelwind über die beiden herein, wird zur Begleiterin und Mittelpunkt  kindlicher Ausgelassenheit.  Jahre später ist Elsa fort und Lorenz ein begehrter Nachwuchskünstler. Das Leben der Brüder wird einerseits zur Show, andererseits zu einem endlosen Drogentrip, unbefriedigt, rast- und ruhelos. In dieser Welt voller Eitelkeiten und Abhängigkeiten ist das, was bleibt – und vielleicht rettet –, noch immer die Sehnsucht nach Elsa.   

Dieses Buch fesselt, weniger durch die äußere Handlung, seine Stärke liegt in der Darstellung der verschiedenen Charaktere mit ihren jeweils eigenen Hoffnungen, Ängsten, Träumen und Verrücktheiten und den (kleinen und großen) Absurditäten des Lebens. Rosenfeld ist oft komisch, wo man es nicht erwartet, und stellt ihre Charaktere immens liebevoll und feinfühlig dar. Ihre Sprache ist schlicht und gleichzeitig aussagekräftig, gut lesbar und gleichzeitig faszinierend.

Fazit: Eine Kindheit, die zu früh endet, und eine unbedarfte Liebe, die in ihrer Intensität doch alles überdauert. Selten ein Buch gelesen, bei dem Lachen und Traurigkeit so nah beieinander liegen.

Autor: Astrid Rosenfeld
Buch: Elsa ungeheuer
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