Astrid Schlupp-Melchinger

 4.6 Sterne bei 22 Bewertungen
Astrid Schlupp-Melchinger

Lebenslauf von Astrid Schlupp-Melchinger

Ich lebe seit meinem siebten Lebensjahr in der Region Stuttgart, habe zwei halbwüchsige Kinder, die froh sind, wenn ich am Schreibtisch sitze und sie nicht nerve ;-) In und um Stuttgart herum habe ich jede Menge dazugelernt: Kaufmännische Ausbildung und mehrere Jahre im Beruf, danach der Schwenk in eine ganz andere Richtung mit dem Studium der Kunstgeschichte und Rhetorik in Tübingen, Schreiben für Stuttgarter, Esslinger und Nürtinger Zeitung, Öffentlichkeitsarbeit für den Flughafen Stuttgart. Für die Wirschaftsförderung Region Stuttgart bringe ich seit vielen Jahren Erfolgsgeschichten über Unternehmen, Forschungsinstitutionen aber auch Kultur und Freizeit an die Öffentlichkeit.

Alle Bücher von Astrid Schlupp-Melchinger

333 Entdeckungen in der Region Stuttgart

333 Entdeckungen in der Region Stuttgart

 (11)
Erschienen am 18.09.2013
Autos, Dübel, Teddybären

Autos, Dübel, Teddybären

 (6)
Erschienen am 28.09.2015
Einmal rundherum

Einmal rundherum

 (5)
Erschienen am 17.09.2014
Älles, was mer wissa muss!

Älles, was mer wissa muss!

 (0)
Erschienen am 19.10.2016

Neue Rezensionen zu Astrid Schlupp-Melchinger

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Rezension zu "Autos, Dübel, Teddybären" von Astrid Schlupp-Melchinger

Hirnschmalz als Erfolgsrezept
nicolecarinavor 3 Jahren

Was macht ein Völkchen, das kaum nennenswerte Bodenschätze besitzt, weder vom Tourismus, noch vom Fischfang oder vom Verkauf landwirtschaftlicher Produkte leben kann und dessen Topographie für flächendeckende Industriestandorte einfach zu eigenwillig ist? Richtig: es erfindet, was das Zeug hält!

Der Titel von Astrid Schlupp-Melchingers neuem Buch “Autos, Dübel, Teddybären – Das Wirtschafts-sammelsurium Baden-Württemberg” lässt bereits vermuten, was dabei heraus kommt, wenn Schwaben Hirnschmalz einsetzen: Erfindungen von Auto bis Zeppelin, von (Matrosen-)Anzug bis “Zwirn” für Windkraftanlagen, von Ahoij-Brause bis Zigarren aus Hockenheim.

Aufgeteilt in die Kapitel Schick&Strick, Achse&Schraube, Genuss&Geschmack, Geld&Wohltat, Hexenküche&Co., Bewegt&Unterwegs sowie Dies&Das streift die Journalistin, Autorin, Kunsthistorikerin und “schwäbische Wirtschafts-Expertin” durch die vergangenen zwei Jahrhunderte, fördert Skurriles und Bahnbrechendes, rasante Erfolgsgeschichten und auch so manche Pleite zu Tage.

Die Auswahl ist “bewusst subjektiv” gesteht die Autorin sympathischerweise, dennoch erwartet den Leser ein durchaus repräsentativer “Querschnitt durch die wichtigsten Branchen” Baden-Württembergs – in kleinen Lesehäppchen, von gestern und heute. Erfreulicherweise hat Astrid Schlupp-Melchinger den Schwerpunkt mal nicht auf die “üblichen Verdächtigen” gelegt, deshalb sind Daimler und Porsche vergleichsweise selten erwähnt.

Auch von der Firma Bosch ist ja bestens bekannt, dass sich der Globalplayer microsoft-mäßig aus der Garage raus entwickelte – und es gibt noch mehr solcher Beispiele im Ländle, über die man gern mal in so einem Buch sprechen kann: so verhüllte das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude den Reichstag mit Tüchern aus Gütermann-Garn, das seit 1867 in Gutach im Schwarzwald hergestellt wird. Auch exklusive Stoffe von Marc Cain kommen geradewegs aus der schwäbischen Provinz und verdanken ihren Erfolg guten Ideen und klugen unternehmerischen Entscheidungen statt einem fetten StartUp-Kredit.

Überhaupt die Textilindustrie: “Nirgendwo sonst sind auf so engem Raum so viele Top-Textilunternehmen zuhause wie rund um die Südwestalb und im Land insgesamt. Baden-Württemberg kleidet den Rest der Welt in edles Tuch und wirkt auch im Bereich der technischen Textilien ganz vorne mit”, schreibt die Autorin und anscheinend sind manche dieser Textilien leichter und langlebiger als eine konventionelle Stahlbrücke. Gerade bei der Firma Gütermann werden seit 2008 zukunftsweisende Synthetikfasern gesponnen und im vielfach ausgezeichneten Unternehmen “Trigema” entstand übrigens das erste kompostierbare T-Shirt – wobei sich vermutlich jedes Baumwollshirt irgendwann mal auflöst, wenn man es lange genug im Freien liegen lässt…

Noch ein Beispiel für besondere Garne sei gestattet: wenn Stahlwerker, Feuerwehrmänner oder Formel-1-Piloten an die Arbeit gehen, tragen sie Spezialfasern von Amann am Leib. Gilt auch für viele Luftakrobaten, die ihren Fallschirm ins Flugzeug tragen.

Praktisch, dass der Weltmarktführer für industrielle Maschinennadeln, Werkzeuge und Systeme rund um die Textilherstellung, die Groz-Beckert KG, gleich um die Ecke sitzt.

Eine ganz und gar indiskrete Anektdote aus früheren Tagen überliefert, dass Robert Vollmoellers bequeme “Reformunterwäsche” – von 1881 bis 1971 in Stuttgart-Vaihingen produziert – auch von Oscar Wilde und George Bernard Shaw getragen wurde. Ich mag Reformware und Wollenes ja, aber ob die zahlreichen Verehrerinnen dieser Intellektuellen mit Bequemunterwäsche gerechnet haben, als es an die selbige ging?

Im Kapitel Achsen&Schrauben spielt natürlich die Firma Würth in Künzelsau eine bedeutende Rolle – ebenso die Firma Festo, die sich kürzlich hoch überm Nekartal mit einem weithin sichtbaren,  verglasten Turm ein Denkmal setzte oder die Firma Herrenknecht, deren Tunnelvortriebsmaschinen sich durch den gesamten Globus fräsen.

Motorsägen und Gabelstapler der Firma Stihl aus Waiblingen sind weltweit ein Qualitätsbegriff und die Trennschleifer der Firma Flex-Elektrowerkzeuge gehören längst zur deutschen Sprache: die “Flex” ist so selbstverständlich geworden wie “Tempo” für Taschentuch. Schwarzwälder Uhren sind fast ein Kapitel für sich und auch kreative Erfinder wie Philipp Matthäus Hahn passen prima hier rein.

Das Filderkraut, die größten Nudelhersteller, Seitenbacher Müsli, Schokolade im quadratisch, praktisch, guten Format sowie bekannte Bierbrauer, Winzer, Sekthersteller und der Weltmarktführer für Glückskekse tummeln sich im Kapitel Genuss&Geschmack, bevor es zur Erfolgsgeschichte der Bausparkasse Wüstenrot im Kapitel Geld&Wohltat geht.

Dass es Capri-Sonne neuerdings auch in Bio-Qualität gibt, hab ich unter anderem im Kapitel Hexenküche&Co. erfahren, auch dass der Pharma-Riese Pfizer mit Know-How und Manpower aus Ludwigsburg entstanden ist. Der Drogeriemarkt-Gründer Götz Werner reformiert die Unternehmenskultur von Karlsruhe aus und Stars in Hollywood schwören auf Naturkosmetik von Dr. Hauschka in Bad Boll.

Last but not least trat der Teddybär von Gingen aus seinen Siegeszug um die Welt an, in Schwäbisch Gmünd wird die noch älteste erscheinende Tageszeitung gedruckt und dass der Pustefix-Schaum für luftig-schillernde Seifenblasen ebenfalls aus Baden-Württemberg kommt, fand ich so herzig wie interessant. Ich glaube, ich hab schon genug verraten – für mich ist “Autos, Dübel, Teddybären” bestes Infotainment im Buchformat.

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Rezension zu "Autos, Dübel, Teddybären" von Astrid Schlupp-Melchinger

Autos, Düberl, Teddybären
HikoWbvor 3 Jahren

Baden-Württemberg wird hier besonders unter die Lupe genommen. Die Autorin Astrid Schlupp-Melchinger hat im Buch Autos, Dübel, Teddybären die regionale Wirtschaftgeschichte der letzten 200 Jahre zusammengefasst. In übersichtlicher und informativer Form erzählt sie von bekannten Marken wie Märklin, Steiff und Bosch, aber auch von weniger bekannten Firmen oder Marken, die leider nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form existieren. Sie berichtet von Erfindern, Denkern und Tüftlern, die ihre Gedanken zu einer Marke geformt haben, die teilweise bis heute überdauerte und Jedem geläufig ist. Unterteilt in Kapitel, die Marken inhaltlich wie z.B. Schick & Strick zusammenfassen, gewährt sie dem Leser einen Blick in die Entstehungsgeschichte und die Ursprünge der verschiedenen Marken und Firmen und informiert in unterhaltsamer Weise über die Marke „Made in Baden-Württemberg“.

Interessant für Jeden, der sich für „sei Ländle“ interessiert aber auch für Nicht-Baden-Württemberger, die sich für die Geschichte der hier ansässigen Firmen interessiert. Natürlich darf man keine allumfassenden oder in die Tiefe gehenden Informationen erwarten, aber ich vermute, dass das auch nicht im Sinne der Autorin ist. Vielmehr bietet das Buch interessante Kurzinformationen über die Firmen, die in Baden-Württemberg ihre Anfänge nahmen. 

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Rezension zu "Autos, Dübel, Teddybären" von Astrid Schlupp-Melchinger

Spannende Wirtschaftsgeschichte(n) Baden-Württembergs
JoJansenvor 3 Jahren

Kein Roman und trotzdem spannend. In diesem Buch werden bekannte Marken und Unternehmen Baden-Württembergs vorgestellt. Die Hintergrundgeschichten bieten historische Fakten auf unterhaltsame Weise an. Zum Beispiel Maggi: Warum die schnelle Fertigsuppe erfunden werden musste. Und dass in der deutschen Niederlassung in Singen anfangs nur 7 Frauen arbeiteten - kaum zu glauben, wenn man das Werk heute sieht. 

Das Buch ist inhaltlich in mehrere Kapitel unterteilt, die passend zum Stil der Texte, ebenfalls wohlklingende Namen tragen. Da gibt es Strick & Schick, Geld & Wohltat, Hexenküche & Co und eines mehr. Seit der Lektüre der Texte sehe ich sowohl die Fischer-Dübel als auch die Waldorfschulen mit anderen Augen. Ich weiß, warum sich gerade im Schwarzwald die Uhrenindustrie entwickelte und bewundere die Chefin des großen Unternehmens, in dem mein Mann arbeitet, dafür, dass sie vier Kinder und die erfolgreiche Firmenleitung unter einen Hut bekommt. Dass die erste Bausparkasse ausgerechnet im "Schaffe-schaffe-Häusle-baue-Ländle" gegründet wurde, überrascht mich nicht. Dass die Herstellung von Spielzeugpuppen früher manchmal eine explosive Angelegenheit war, dagegen schon. 

Auch wenn die Autorin betont, dass sie das Buch nicht als Nachschlagewerk konzipiert hat und es keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, vermisse ich dennoch zwei Dinge: Ein A bis Z-Register und eine Übersichtskarte. Die Überschriften zu den vorgestellten Unternehmen sind teilweise fast schon poetisch, da fällt es schwer, auf Anhieb zu erkennen , welche Marke sich dahinter verbirgt. Selbst beim Lesen des Textes war ich mir manchmal nicht sicher, nun zu wissen, wie die vorgestellte Firma genau heißt. Und manchmal möchte ich als Leser eben doch schnell wissen, ob zur Marke XY aus dem Nachbarort auch eine Geschichte drin steht. Die Wahrscheinlichkeit, diese zu finden, ist geringer als die, beim Suchen anderswo hängen zu bleiben und sich festzulesen. Denn eines haben fast alle Beiträge gemeinsam: Sie unterhalten, lassen einen immer wieder mit dem Kopf nicken und ob der neuen Erkenntnis still "aha" sagen. Dafür der Autorin mein Respekt. Ich bin sicher, dass es ein ziemlicher Recherche-Aufwand war, all diese Informationen zu bekommen und dann noch so aufzubereiten, dass es beim Lesen nicht langweilig wird.

Das Tüpfelchen auf dem i sind die Abbildungen historischer Werbeplakate. Das werden damals wohl sogar noch Blechschilder gewesen sein. 

Fazit: Sehr empfehlenswert für alle, die sich für die Wirtschaftsgeschichte Baden-Württembergs interessieren. 4****

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Gespräche aus der Community

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Hallo liebe Lesebegeisterte!

Hier geht's nicht um ein Fachbuch, sondern um kurze, unterhaltsame Geschichten zu bekannten Firmen, Marken und Menschen - die Geschichte von Unternehmen und Industrie ist viel spannender als viele denken.

Die Leserunde zu "Autos, Dübel Teddybären - das Wirtschaftssammelsurium Baden-Württemberg" richtet sich vorzugsweise an Leute aus Baden-Württemberg. Wer aber mal über den eigenen Tellerrand schauen will, ist hier ebenfalls richtig.

Wer mag mitlesen und - Voraussetzung - hier bei lovelybooks mitdiskutieren? Kurze Bewerbung genügt.

Ich freue mich!

Liebe Grüße,
Astrid


Zur Leserunde
Warum immer nur Romane?
Hier kommt ein spannendes und vergnügliches Schmöker-Lese-Lach- und Staunbuch!

Thema. Einmal rundherum um Stuttgart. Wer hier lebt, wird viel Neues entdecken und wer nicht, wird erleben, dass es hier viel mehr gibt als nur Daimler und Spätzle.

Ähnlich wie in meinen "333 Entdeckungen in der Region Stuttgart" vom letzten Jahr habe ich viele neue, auch kuriose Schätze gehoben und mit Sprachwitz verfeinert.

Wussten Ihr, dass Casanova und Lenin in Stuttgart waren und was sie hergelockt hat? Oder, dass die Stadt früher beinahe in Wein ersoffen wäre? Dass Romeo und Julia hier zu Hause sind? Wie aus dem Heiligs Blechle ein Kultobjekt wurde? Dass ein Autokonzern eine Holperpiste aus der Region originalgetreu nachgebaut hat? In einer Pietistengemeinde geradezu sündige Sachen aus Gummi produziert, Riesenunterhosen wachsen in die Luft, chinesische Drachenboote flitzen über die Rems. Es gibt ein Freibad mit Schlossblick, eine Frau schaffte es vom Bissinger Ententeich in den Ärmelkanal, im Weinberg geben sich nackte Paare dem Leben und der Liebe hin. Auf dem Grab eines unbekannten Mädchens liegen fast jeden Tag frische Blumen, ein Weltunternehmen für Küchenutensilien entstand durch den Bau der Geislinger Steige, es gibt den Demokratenbuckel, und der Jerusalemtraktor orgelte den Bekehrten das Halleluja. 

Neugierig geworden?

Dann bewerbt Euch bis zum 17. Oktober und sagt mir, was Euch an der Schwabenmetropole und  "rundherum" gefällt  oder warum Ihr sie gerne kennenlernen möchtet.


10 Exemplare warten auf neugierige LeserInnen und ich freue mich über Feedback.

Herzliche Grüße,
Astrid




Zur Buchverlosung

Zusätzliche Informationen

Astrid Schlupp-Melchinger im Netz:

Community-Statistik

in 22 Bibliotheken

auf 1 Wunschlisten

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