Atiq Rahimi Verflucht sei Dostojewski

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Inhaltsangabe zu „Verflucht sei Dostojewski“ von Atiq Rahimi

In Kabul tötet ein verarmter junger Mann eine alte Frau. Niemand vermisst die Wucherin, und doch wird der ehemalige Jurastudent von seinem Gewissen verfolgt. Im Land der Taliban wird allerdings niemand mehr für den Mord an einer Frau zur Rechenschaft gezogen. Stumm vor Verzweiflung irrt er durch die zerstörte Stadt, auf der Suche nach einem Richter, der ihn von seiner seelischen Qual befreit.

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  • ''Aber ich komme, um verhaftet zu werden. Ich bin ein Verbrecher.'

    Verflucht sei Dostojewski
    sabatayn76

    sabatayn76

    21. February 2014 um 16:38

    ''Aber ich komme, um verhaftet zu werden. Ich bin ein Verbrecher.' - 'Dann kommen Sie morgen wieder. Heute ist niemand da.' Inhalt: Der ehemalige Jura-Student Rassul lebt in Kabul und tötet eines Tages aus Armut die Wucherin Nana Alia, verlässt ihre Wohnung jedoch ohne Schmuck, Geld oder andere Wertgegenstände. Rassul wird geplagt von seinem Gewissen, er muss ständig an Dostojewskis Raskolnikow denken, und so sucht er nach jemandem, der sein Verbrechen bestraft. Doch im kriegsgebeutelten Kabul der Religionsfanatiker gibt es niemandem, der sich für Rassuls Belange und sein Geständnis interessiert, denn er lebt in einem Land, 'in dem der Verrat schwerer wiegt als das Verbrechen. Egal, ob man tötet, stiehlt oder vergewaltigt... Es zählt einzig, dass man keinen Verrat begeht. Dass man Allah nicht verrät, seinen Clan, seine Familie, sein Vaterland, seinen Freund...'. Mein Eindruck: Dostojewski ist einer meiner Lieblingsautoren, und ich bin große Liebhaberin seines Romans 'Schuld und Sühne' ('Verbrechen und Strafe'). Zudem interessiere ich mich sehr für die politische Situation in Afghanistan und habe bereits sehr viel zum Thema gelesen. 'Verflucht sei Dostojewski' ist sehr stark an Dostojewskis Roman angelehnt, und teilweise hat mich das auch gestört, da ich stets Raskolnikow vor Augen hatte. Dostojewskis Charakterisierung seines Helden, seine psychologische Stimmigkeit und seine intensive Herausarbeitung des Themas und der moralischen Konsequenzen seines Verhaltens sind meiner Meinung nach unübertroffen und nicht mit Atiq Rahimi vergleichbar. Gerade auf den letzten 60 Seiten beweist Atiq Rahimi jedoch, dass seine Geschichte um Rassul dennoch eigenständig und überzeugend ist. Gerade das Ende des Romans ist regelrecht unheimlich und hat mir eine Gänsehaut beschert. Wer sich näher mit religiösem Fanatismus im Allgemeinen und der Situation in Afghanistan im Besonderen auseinandersetzen will, findet hier ebenso spannende wie erschreckende Details einer völlig absurden Gesetzeslage und eines Lebens unter der Scharia. Mein Resümee: Ein Buch über Schuld und Moralität, über die objektive und die subjektive Schwere eines Verbrechens, über das Leben in Gefangenschaft, über Armut und Verzweiflung. Sehr empfehlenswert!

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