Sterblich sein

von Atul Gawande 
5,0 Sterne bei2 Bewertungen
Sterblich sein
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schwarzweisse_wortwelts avatar

Verständlich geschrieben und sehr lesenswert!

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Inhaltsangabe zu "Sterblich sein"

Die Medizin scheint heute immer häufiger über Krankheit und Tod zu triumphieren und unser Leben zu verlängern. Doch häufig sterben wir am Ende so trostlos wie nie zuvor. Der renommierte Arzt und Bestseller-Autor Atul Gawande schreibt in ›Sterblich sein. Was am Ende wirklich zählt. Über Würde, Autonomie und eine angemessene medizinische Versorgung‹ darüber, wie man mit Krankheiten und Gebrechen umgehen kann, was es in der heutigen Zeit bedeutet alt zu werden und was wir an unserem System ändern müssen, um unser Leben würdevoll zu Ende zu führen. Voller ergreifender Geschichten und persönlichen Erfahrungen, die unseren Blick schärfen und die Geschichte unseres eigenen Lebens prägen können. Ein mutiges und weises Buch.

'Atul Gawande ist für mich Vorbild und Inspiration: ein schreibender Arzt mit Herz, Geist und Weitblick. Seine Impulse als Chirurg haben bereits weltweit die Medizin sicherer gemacht. In diesem Buch widmet er sich der großen Frage: Wie wollen wir im Alter leben? Ich empfehle ›Sterblich sein‹ jedem, der sterblich ist! In jedem Alter.'

Eckart von Hirschhausen

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596034376
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:27.07.2017

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    schwarzweisse_wortwelts avatar
    schwarzweisse_wortweltvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Verständlich geschrieben und sehr lesenswert!
    Lohnt sich


    Auch für den medizinischen Laie ist dieses Buch gut verständlich geschrieben. Anhand von vielen Fallbeispielen erklärt Atul Gawande was mit uns passieren kann.
    Er schreibt über das Krankheitsbild seiner Familie in Indien und berichtet über sein Leiden als junger Arzt, als er feststellen musste das ein Patient auch streben wird.
    Er ist Amerikaner mit indischen Wurzeln und berichtet über seine Erfahrungen als Arzt, in seinem Land.


    Mit klaren Worten erklärt der Autor jedem Leser dass keiner um den Tod herum kommt. Jeder wird irgendwann streben.
    Er wählt keine Fachbegriffe, sondern beschreibt einfach das Leben.
    Unbedingt zu empfehlen ist der Epilog! Er macht das ganze erst perfekt!


    Wundervoll unverblümt berichtet er über Krankheit und den Tod, über das Lebensende und den Abschnitt davor.
    Man lernt beim lesen viel über Würde, die Werte der heutigen Zeit und über Stolz.
    Welche Einschränkungen nimmt man in kauf um weiter zu leben? Dieses Frage ist nur eine von vielen auf die Atul Gawande auf solch besondere Art und Weise eingeht.


    Vielleicht nimmt dieses Buch dem ein oder anderen einen Teil der Angst vor dem Altwerden.

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    M
    michael_lehmann-papevor 3 Jahren
    Erdung

    Erdung

    Es ist noch gar nicht so lange her (wobei in einer Zeit der exponentiellen Entwicklung von Informationen, der ständig sinkenden Halbwertzeit von Moden, Wohnorten und Lebenshaltungen 10 Jahre deutlich mehr an Entwicklungen beinhalten als in früheren Zeiten 50 Jahre), da gehörte das Alter, der Verfall, das Sterben und der Tod noch eng in das soziale, vor allem familiäre Leben hinein.

    Und damit ist nicht nur der „gemütliche Ruhestand“ im Schaukelstuhl vor dem Kamin inmitten der Seinen gemeint, sondern auch die weniger „schönen“ Seiten dieser letzten Phase des Lebens.

    Verwirrungen, Jähzorn, Altersstarrsinn, die körperliche Pflege, so notwendig, das Sterben, das Aufbahren des Toten, allgemein gesagt, die nicht nur emotionale, sondern einfach auch räumliche Nähe zum Sterben und zum Tod war Teil des Alltags. Eine Nähe, die in den letzten Jahrzehnten weitgehend „ausgelagert“ wurde in Altersheime, Pflegestationen, Krankenhäuser mit ihren modernen Palliativstationen und einer professionellen Bestatterkultur, die letztendlich über einige Zeiten hinweg so ziemlich alles, was mit dem Tod zu tun hatte, von der Familie und dem sozialen Umfeld weg in ihre professionellen Hänge genommen hat.

    Im Übrigen ist es gerade diese Berufssparte, die seit einigen Jahren bereits, sensibel für Entwicklungen im Umgang mit dem Tod, ihre Haltung und ihr Angebot spürbar (wieder) verändert hat. Aufbahrungen zu Haus (auch wenn der Mensch im Krankenhau oder Pflegeheim gestorben ist), individuell gestaltete Trauerfeiern, die Einrichtung von Abschiedsräumen und hauseigenen Trauerräumen sind hier nur ein Teil der (wiederentdeckten) Trauerkultur, die beginnt, den Tod langsam wieder „in das Leben“ zu holen.

    Die Pflegemöglichkeiten zu Hause durch professionelle Dienste, die mobile Palliativversorgung, die Hospize, all das zeigt, dass das rein technische „Abschieben“ des Sterbens aus dem Alltag heraus eine (zumindest erkennbare) Gegenbewegung erfährt.

    Was Atul Gawande sicherlich gefällt, denn sein Buch ist ein ruhiges, sachliches, in den medizinischen Teilen ungeschminktes und dennoch im Kern sensibles Plädoyer für ein Altern und Sterben in Würde (und damit im sozialen Umfeld verankert).

    Natürlich ist es für so manchen „auf der Höhe der Zeit“ stehenden und sich „jung und fit haltenden“ Leser nicht einfach, dieses „Es geht bergab“ und die Ausführungen Gawandes über die Abhängigkeit im Alter mit wachen Sinnen aufzunehmen, ebenso, wie die sachlichen Hinweise auf die vielen Tode (eben nicht) „vor der Zeit“.

    Bei aller Höhe der Medizin und Vorsorge, bei aller Steigerung der durchschnittlichen Lebenserwartung, der Tod ist der ständige Begleiter des Menschen in jedem Alter. Und auch wenn gilt: „Der Tod kommt später“, diese „letzte Kurve“, die Gawane beschreibt trifft auch heute noch im Blick auf das Sterben in der Regel genauso zu, wie vor hunderten von Jahren, nur später im Leben.

    „Der Weg, der so verlässlich und stabil erschein, kann immer noch plötzlich vor den Augen verschwinden“.
    Und auch, wenn alles seinen normalen Gang“ geht, die Fragend es Alters, der Selbstbestimmtheit (auch des Sterbens), der Geborgenheit, der „Un-Professionalität“ des Sterbens, die man sich tatsächlich trauen muss (bei gleichzeitiger palliativer Versorgung), das sind wesentliche Fragen des menschlichen Seins, die Gawane aufnimmt, erläutert.

    Und damit vorbereitet, was sein tiefes Anliegen ist: „Mut zur Tapferkeit“ zu machen. Die Wahrheit der Endlichkeit zu sehen, wenn das Sterben ansteht und danach handeln zu können. Und, vielleicht, auch die Tapferkeit für die Medizin, sich nicht auf „Gesundheit“ zu versteifen, sondern das „Wohlbefinden“ primär im Blick zu haben. Was das Loslassen auch von technischer Seite her vereinfachen würde und zu einer tieferen Form der Begleitung Sterbender führen wird (wie auch hier bereits vielfache Ansätze aktuell im „modernen“ Verständnis der Medizin zu erkennen sind).

    Ein wichtiges und lesenswertes Buch. 

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    Gekonnt webt Gawande in die Erzählung über den letzten Lebensabschnitt seiner Protagonisten die Erkenntnisse der modernen Medizin ein und die schonungslose Beschreibung des körperlichen Verfalls.

    Gawande beschönigt nichts, gibt aber zugleich Einblicke in eine bessere Alten- und Palliativpflege, die hoffnungsfroh stimmen.

    Nicht anbiedernd, nicht pathetisch, sondern ehrlich und offen. Sein Buch regt zum Nachdenken und vor allem zum Nachfragen an.

    ein glänzend geschriebenes Plädoyer dafür, sich in aller gebotenen Gefasstheit damit abzufinden, dass jedes Leben, vor allem das eigene, mit dem Tod endet.

    Kraftvoll.

    Meisterhaft. Bedeutend.

    Selten wurde ein Sachbuchautor diesem ebenso komplexen wie sensiblen Thema so gerecht wie der Chirurg einer Klinik in Boston.

    Sterben kann man später. Aber Gawandes Buch sollte man jetzt lesen. Sofort.

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