Aude Le Corff

 3,7 Sterne bei 228 Bewertungen
Autorenbild von Aude Le Corff (© Julien Falsimagne / Insel Verlag / Quelle: Suhrkamp)

Lebenslauf

Aude Le Corff, Jahrgang 1977, wurde in Tokio geboren. Sie studierte Psychologie und Wirtschaft und begann im Jahr 2009 mit ihrem Blog Nectar du Net, der inzwischen mit dem Prix ELLE ausgezeichnet. Nach ihrem Erfolgsroman »Bäume reisen nachts« ist »Das zweite Leben des Monsieur Moustier« der neue Roman der Autorin. Gemeinsam mit ihrer Familie lebt sie im französischen Nantes.

Alle Bücher von Aude Le Corff

Cover des Buches Bäume reisen nachts (ISBN: 9783458361084)

Bäume reisen nachts

 (195)
Erschienen am 23.10.2015
Cover des Buches Das zweite Leben des Monsieur Moustier (ISBN: 9783458363200)

Das zweite Leben des Monsieur Moustier

 (33)
Erschienen am 14.01.2018
Cover des Buches Das zweite Leben des Monsieur Moustier (ISBN: 9783869742540)

Das zweite Leben des Monsieur Moustier

 (0)
Erschienen am 01.12.2016

Neue Rezensionen zu Aude Le Corff

Cover des Buches Bäume reisen nachts (ISBN: 9783458361084)
jenvo82s avatar

Rezension zu "Bäume reisen nachts" von Aude Le Corff

Verwurzelt und doch auf Reisen
jenvo82vor 4 Monaten

Inhalt

Die 8-jährige Manon durchlebt eine einsame, schwere Zeit: Ihre Mutter hat die Familie verlassen, einfach so, anscheinend vollkommen grundlos - wie es auf das Mädchen wirkt. Möglicherweise hat sie die Tochter vergessen oder schlimmer noch, ihr ist etwas zugestoßen. Während Manons Vater in seinem Kummer versinkt und sich nicht mehr um die Kleine kümmert, beginnt diese mit Katzen und Ameisen zu sprechen und sucht Zuflucht unter der Birke vor Ihrem Haus. Zum Glück bemerkt ein ebenfalls einsamer, pensionierter Lehrer aus dem Haus die Nöte von Manon und beginnt sich ihr über das Vorlesen einer Geschichte zu nähern. Schon bald wird Anatole zum selbsternannten Großvater des Mädchens und gewinnt Einblicke in das Familienleben seiner Nachbarn. Als nach langer Zeit endlich ein Lebenszeichen von der Mutter eintrifft, beschließen die drei gemeinsam, die Einsamkeit zu durchbrechen und dem Glück eine zweite Chance zu gewähren …

Meinung

Bei diesem kleinen Roman, der liebevoll eine traurige Geschichte erzählt, merkt man den stillen, kindlich-naiven Erzählton sehr deutlich und auch der französische Charme steht im Vordergrund der Erzählung. Viele Lebensweisheiten verbergen sich im Detail, es mag kein Schwermut aufkommen und die banalen Dinge des täglichen Lebens scheinen wichtiger zu sein, als die Gedankengänge der Protagonisten. Tatsächlich hätte mir diese Geschichte um Längen besser gefallen, wenn sie der Traurigkeit mehr Raum gelassen hätte, wenn die Tiefgründigkeit der Fokus gewesen wäre und nicht der spontane Roadtrip einer bunt zusammengewürfelten Truppe, die nicht mal genau benennen kann, was am Ende der Reise auf sie warten wird. Die depressive Mutter, die Labilität von verlassenen Kindern, das fragile Zusammenspiel einer Kleinstfamilie und ihr Zerbrechen, sind nur einige der genannten Themenschwerpunkt und darüber hinaus werden viele weitere Probleme angerissen, die damit gar nichts zu tun haben.

Fazit

Fazit: Ich vergebe 3 Lesesterne für dieses Buch, welches eher für Zwischendurch zu empfehlen ist. Man kann es schnell lesen und es stellt wenig Ansprüche an den Leser. Eigentlich könnte es ein gutes Drehbuch sein: bildlich, prägnant, abwechslungsreich und mit einem großen Aktionsradius. Auf wenigen Seiten passiert eine ganze Menge und man hat lebhafte Bilder vor Augen. Leider hinterlassen Geschichten mit viel Unterhaltungswert und wenig Nachdrücklichkeit kaum Spuren bei mir, so dass ich mich mit dem Text über kurz oder lang nicht identifizieren konnte. Dennoch ein lesenswertes Buch, vielleicht besser geeignet für jüngere Leser.

Cover des Buches Bäume reisen nachts (ISBN: 9783458360193)
Igelmanu66s avatar

Rezension zu "Bäume reisen nachts" von Aude Le Corff

Kleines Buch mit viel Inhalt
Igelmanu66vor einem Jahr

»Der kleine Prinz hat recht. Es ist blöd, den anderen erst zu zähmen, wenn man dann weggeht.«

 

Die achtjährige Manon leidet fürchterlich unter dem Verschwinden der Mutter. Vor Monaten war diese plötzlich in ein neues Leben aufgebrochen, ließ ihren Mann und die kleine Tochter zurück. Der Rentner Anatole hat Mitleid mit der Kleinen und beginnt, ihr täglich vorzulesen. Bald hat sich zwischen beiden ein Vertrauensverhältnis entwickelt, das beiden hilft, im Alltag nicht zu verzweifeln.

Als endlich, nach Monaten, ein Lebenszeichen von Manons Mutter kommt, machen sich die beiden, zusammen mit Manons Vater Pierre und ihrer Tante Sophie, auf den Weg, um die lang Vermisste zu finden…

 

Bei diesem Buch war ich mal wieder überrascht, wie viel Inhalt man auf 200 Seiten unterbringen kann. Das kann fürchterlich daneben gehen, aber hier passt es.

Jeder der vier so verschiedenen Reisegefährten hat sein Päckchen im Leben zu tragen. Die kleine Manon ist natürlich vom Verlust der Mutter traumatisiert, zudem hat sie im Grunde beide Eltern verloren, denn Pierre versinkt nach dem Weggang seiner Frau in einer Depression, kann weder arbeiten noch Manon ein Vater sein.

Anatoles Leben besteht seit geraumer Zeit nur noch aus Einsamkeit und Altersbeschwerden, der frühere Französischlehrer hat jeden Sinn und jede Freude am Leben verloren. Und Sophie hat noch ein besonderes Problem, dass sich dem Leser spätestens zur Mitte des Buchs im vollen Umfang erschließt.

 

Ein Miteinander so verschiedener, problembelasteter Menschen, die sich gegenseitig reiben und stützen, ist thematisch nicht neu, hier aber gut umgesetzt. Nicht wenige der geschilderten Probleme regen zum Nachdenken an und machen beim Lesen deutlich, wie schnell man doch bereit ist, Position zu beziehen und seine Vorurteile zu pflegen. Mein persönlicher Knackpunkt war zum Beispiel Manons Mutter. Es wird genau erklärt, weshalb sie ihre Familie verließ, weshalb sie mit ihrem Leben nicht mehr klarkam - und trotzdem konnte ich kein Verständnis für sie aufbringen. Immerhin: Die Protagonisten im Buch sind bereit, sich mit ihren Vorurteilen auseinanderzusetzen und bemühen sich um Verständnis. Das kann man nur als vorbildlich bezeichnen.

 

Das Buch liest sich leicht, hat trotz vieler ernsthafter Themen auch amüsante Momente und zahlreiche fernwehfördernde Reisebeschreibungen. Viele Zitate aus dem „Kleinen Prinzen“ werden zudem Fans dieses Buchs Freude machen. Wenn man etwas kritisieren könnte, dann vielleicht das sehr harmonische Ende. Ob das so realistisch ist, weiß ich nicht, aber ein Wohlfühlende hat auch was für sich.

 

Fazit: Kleines Buch mit viel Inhalt. Mir hat’s gefallen.

Cover des Buches Bäume reisen nachts (ISBN: 9783458360193)
Runenmädchens avatar

Rezension zu "Bäume reisen nachts" von Aude Le Corff

Manon und Anatole sind bezaubernd.
Runenmädchenvor 3 Jahren

Inhalt:

Es beginnt mit einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem achtzigjährigen pensionierten Französischlehrer Anatole und dem achtjährigen Mädchen Manon, das Anatoles Aufmerksamkeit erregte, indem sie voller Kummer tagein tagaus lesend unter einer Birke saß und mit Katzen und Ameisen sprach. Der Grund für Manons Kummer ist, dass sie und ihr Vater von Manons Mutter Anaïs verlassen wurden, ohne dass die beiden den Grund kannten, geschweige denn wussten, was aus Anaïs geworden ist. Manons Vater Pierre, ebenfalls in Kummer versunken, ist nicht mehr in der Lage, Manon Halt zu geben. Abgerundet wird das Gespann durch Manons Tante Sophie, die Manon ebensowenig erreichen kann. Nach dem ersten Hinweis über den Verbleib der Mutter, machen sich die Vier auf den Weg, um sie zu suchen und zurückzuholen.


Meine Meinung:

Manon und Anatole wirken bezaubernd. Es ist eine der zwischenmenschlichen Beziehungen, die voller Magie stecken. Die beiden haben sich nicht gesucht, aber gebraucht! Der Prozess, in dem Manon sich Anatole ggü. öffnet, ist wunderbar zu beobachten. Ich habe das Buch verschlungen. Es war schön, zu sehen, wie sich eine tiefe Freundschaft entwickelte und Manon dadurch Hoffnung und Positivität zurückgegeben wurden. Ebenso spannend war es, zu verfolgen, wie sich die drei Erwachsenen näher kamen und ihre Beziehungen, die es ohne Manon wahrscheinlich nicht gegeben hätte, zueinander aufgebaut haben. 

Das Cover mag ich sehr gerne. Insbesondere, weil die Blätter leicht strukturiert sind. Leider nur auf dem Frontdeckel, nicht auf dem Rückdeckel. Aber immerhin! Ich mag diese liebevollen Details. 

Der Schreibstil ist flüssig, die Autorin wechselt stetig zwischen direkter und indirekter Rede, was abwechslungsreich zu lesen war. Auch die Zitate literarischer Größen sind passend gewählt und keinesfalls überladen. Dadurch bekommt der Inhalt leichte Poesie, was diese zauberhafte Freundschaft abrundet. 

Mir gefällt der Klappentext überhaupt nicht, weil es inhaltlich nicht ganz stimmt. Der Plan wird (genau genommen) nicht von Anatole und Manon geschmiedet. Was mir zudem nicht gefällt, ist das Ende. Je näher ich dem Ende kam, desto mehr bekam ich den Gedanken, enttäuscht zu werden. Dem war schlussendlich auch so. Das, was Manon und ihre Familie aushalten musste, über Monate hinweg, mit all den schlechten Gefühlen, wie Sorge, Trauer, Wut, Verzweiflung usw. kann einfach nicht so aufhören, wie es aufhörte. Das Ende war für mich nicht authentisch genug. 

Dennoch es ist ein sehr gutes Buch, dass ich gerne weiterempfehle.


Gespräche aus der Community

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Zusätzliche Informationen

Aude Le Corff im Netz:

Community-Statistik

in 372 Bibliotheken

auf 78 Merkzettel

von 4 Leser*innen aktuell gelesen

von 2 Leser*innen gefolgt

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