Aude

 4,3 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Das Wanderkind.

Lebenslauf von Aude

Claudette Charbonneau alias Aude wurde in 1947 Montréal geboren und gilt als eine der wichtigsten Figuren der frankokanadischen Literaturszene. Nach dem Studium unterrichtete sie in Québec Kreatives Schreiben und Literaturtheorie. Ihr preisgekrönter Kurzgeschichtenband Cet imperceptible mouvement (1997) erschien 1998 auf Englisch (The Indiscernible Movement). Nach einer Phase des düsteres Erzählens über Wahnsinn und Tod wandte sie sich mit L’enfant migrateur einer hoffnungsfrohen Weltsicht zu. Aude starb 2012 an Leukämie. Sie wurde posthum zur Ehrenpräsidentin des nach ihr benannten Centre Aude d’études sur la nouvelle zur Förderung der Gattung Kurzgeschichte.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Das Wanderkind (ISBN: 9783520616012)

Das Wanderkind

 (13)
Erschienen am 22.03.2021

Neue Rezensionen zu Aude

Cover des Buches Das Wanderkind (ISBN: 9783520616012)katzenminzes avatar

Rezension zu "Das Wanderkind" von Aude

ein kleines Meisterwerk
katzenminzevor einem Jahr

Corinne und Pierre wünschen sich noch ein zweites Kind. Nach einer Fehlgeburt sollen es nun Zwillinge werden. Einer der beiden ist allerdings sehr schwach, sodass die Ärzte Corinne darauf vorbereiten, ein totes und ein lebendiges Kind gebären zu müssen. Doch aller Wahrscheinlichkeit zum trotz leben beide Zwillinge! Benôit ist zwar sehr schwach und zerbrechlich aber offenbar mit einem enormen Lebenswillen ausgestattet. Der Kleine, wie er von allen genannt wird, scheint in sich zu ruhen und einfach immer zufrieden zu sein. Ganz im Gegensatz zu seinem Bruder Hans, der von Zweifeln geplagt ist und eifersüchtig über seinen Bruder wacht.

Claudette Charbonneau alias Aude, schreibt einfach wunderbar. Kein Wort ist zu viel, keins zu wenig. Ihre Figuren sind lebendig und immer wieder stößt man auf Sätze zum innehalten. Sie beschreibt nachvollziehbar die Dynamiken innerhalb der Familie und besonders zwischen beiden Brüdern. Besonders der Wandel den Hans durchmacht ist bemerkenswert. Zwischenzeitlich einfach unausstehlich, versteht man ihn nach und nach besser, bis man schließlich ganz und gar mit ihm fühlt.

Aude ist hier auf knapp 150 Seiten ein kleines Meisterwerk gelungen. Traurig, hoffnungsvoll und schmerzhaft schön. Eine berührende Geschichte zum immer wieder lesen, die ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Cover des Buches Das Wanderkind (ISBN: 9783520616012)gsts avatar

Rezension zu "Das Wanderkind" von Aude

Das Geheimnis der Zwillinge
gstvor einem Jahr

Hans und Benoît sind sehr unterschiedliche Zwillinge. Der eine groß und kräftig, der andere klein, zierlich und kränklich. Aus diesem Grund wird er auch nur „der Kleine“ genannt. Dass er lebt, ist überhaupt ein Wunder. Die Ärzte hatten Mutter Corinne schon prophezeit, dass eines der Kinder tot zur Welt kommt. Doch der Kleine ist zäh und entpuppt sich in vielen Situationen sogar stärker als der große Bruder. Er ist derjenige, der die Familie zusammenhält.


Mich hat dieses Buch, in dem die Interaktion der Familie und das enge Verhältnis der Brüder beschrieben ist, tief beeindruckt. Der Stil der Autorin ist reduziert auf das Wichtigste. Kein Wort ist zuviel, um ein deutliches Bild vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen.


Claudette Charbonneau alias AUDE wurde 1947 in Montreal geboren und gilt als eine der wichtigsten Figuren der frankokanadischen Literaturszene. Sie war sieben Jahre alt, als die Mutter starb. Sie kam in ein Kinderheim und schrieb zwei Jahre später erste Geschichten. Nach dem Studium unterrichtete sie in Québec Kreatives Schreiben und Literaturtheorie. Nach einer Phase des düsteren Erzählens über Wahnsinn und Tod wandte sie sich mit „L‘enfant migrateur“ einer hoffnungsfrohen Weltsicht zu. Ihr gesamtes Werk ringt mit der Schwierigkeit des Seins, was sie selbst auf den frühen Verlust der Mutter zurückführte. AUDE starb 2012 an Leukämie.


Für mich war „Das Wanderkind“ ihr erstes Buch, doch es wird nicht das letzte sein. Auf jeden Fall kann ich es voller Überzeugung empfehlen.

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Cover des Buches Das Wanderkind (ISBN: 9783520616012)dr_y_schauchs avatar

Rezension zu "Das Wanderkind" von Aude

Berührend und besonders
dr_y_schauchvor einem Jahr

Es ist der Alptraum jeder werdenden Mutter: Irgendetwas stimmt nicht … 

Corinne erwartet Zwillinge, indes: „Vor zwei Wochen hat der Frauenarzt die endgültige Diagnose gestellt: Der Blutaustausch zwischen den Föten sei gestört. Der eine, den man zunächst für bedrohter gehalten habe, sei überraschend gewachsen und habe sich alles einverleibt, während der andere, anfangs kräftigere, langsam verkümmert sei, weil er sein eigenes Blut dem Zwilling übertragen habe“. (S. 7 f.)

Was endgültig klingt, mündet jedoch in eine Überraschung: Beide Zwillingsbrüder überleben, der eine groß und kräftig, der andere zart und empfindlich, auf ewig miteinander verbunden durch ein unsichtbares, unauflösliches Band. Doch was ist Stärke überhaupt? – Das, was man von außen, was man körperlich erkennt? Und was ist Liebe? – Zusammenhalt? Symbiose? Abhängigkeit?

 

Claudette Charbonneau (1947–2012), genannt Aude, gilt als eine der wichtigsten frankokanadischen Autorinnen, ist hierzulande indes weitgehend unbekannt. Umso mehr ist dem Alfred Kröner Verlag zu danken, dass er diese Ausnahmeerzählerin einem deutschsprachigen Publikum zugänglich macht. Audes Roman „Das Wanderkind“ (aus dem kanadischen Französisch von Ina Böhme) ist eine Geschichte über nichts weniger als die Liebe, ihre Ausprägungen und ihren Schmerz: die Liebe zwischen Geschwistern, die Liebe zwischen Eltern und Kindern, die Liebe zwischen Mann und Frau. Behutsam und berührend, eindringlich und herzzerreißend. Ein ganz besonderes Leseerlebnis, das auch lange nach der Lektüre nachklingt.

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