Audur Ava Ólafsdóttir

 3.4 Sterne bei 42 Bewertungen

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Ein Schmetterling im November

Ein Schmetterling im November

 (42)
Erschienen am 21.10.2013

Neue Rezensionen zu Audur Ava Ólafsdóttir

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Petra54s avatar

Rezension zu "Ein Schmetterling im November" von Audur Ava Ólafsdóttir

ungewöhnlich, interessant, seltsam, witzig
Petra54vor einem Jahr

Anfangs irritierte mich der ungewöhnliche Schreibstil der Autorin, weil sie Gegenwart und Vergangenheit und wirre Gedanken vermischt. Ich wollte schon auf Seite 52 genervt aufgeben. 

Doch dann packte mich die Geschichte, in der eine junge Frau (Erzählerin) mit dem gehörlosen vierjährigen Sohn ihrer Freundin in den Norden Islands reist. Es ist November und regnet seit Wochen ohne Pause. Die Gletscherflüsse sind übervoll und drohen, die schmalen Brücken zu überschwemmen. Menschen treffen die Reisenden kaum. Die selbstbewusste Art, wie sich die Frau um das eigenwillige Kind kümmert, hat mich direkt fasziniert. 

Zum Schluss gibt es noch Kochrezepte wie zum Beispiel für einen ungenießbaren Kaffee oder für heiße Schokolade, die man „am besten dampfend heiß mit Schlagsahne trinkt, während man aus dem Fenster eines Ferienhauses den Novemberregen beobachtet“.

Ich bin froh, nicht abgebrochen zu haben, weil man solch eine seltsame und zugleich interessante Geschichte aus einem nahezu unbekannten Land höchst selten zu lesen bekommt.

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haunted_souls avatar

Rezension zu "Ein Schmetterling im November" von Audur Ava Ólafsdóttir

Ein Buch so skurril wie Island selbst
haunted_soulvor 4 Jahren

Inhalt:


Ein Buch etwas anderer Art erwartet den Leser in „Ein Schmetterling im November“. Die Autorin Audur Olafsdottir schickt ihre Romanheldin auf eine Reise quer durch Island. Der Beginn der Handlung ist genauso konfus, wie sie sich durch das ganze Buch zieht. Am selben Tag gleich wird die Hauptfigur zweimal von Männern verlassen- von Ehemann wie Liebhaber gleichermaßen. Daraufhin versucht sie zunächst, ihr Leben zu ordnen. Schwierig gestaltet sich das dadurch, dass beide Männer noch an ihr hängen. Außerdem bekommt sie eher ungewollt die Fürsorge für den behinderten Sohn ihrer besten Freundin. Immerhin gewinnt sie im Lotto, woraufhin sie das Auto packt und sich mit dem kleinen Jungen Tumi auf eine Fahrt ins Ungewisse macht. Auf ihrer Reise durch die novembertrübe Insel kommt es zu manch skurrilen Momenten und Begegnungen, bei der die Protagonistin auch mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert wird.

Meine Meinung:


Ich hatte eine ganz besondere Geschichte in „Ein Schmetterling im November“ erwartet und wurde auch nicht enttäuscht. Die Protagonistin bleibt zwar durchwegs namenlos, hat jedoch einen starken Charakter. Die Beziehung zwischen Tumi und ihr war wirklich ein Highlight in dem Buch. Sie, die so viele Sprachen beherrscht, wird plötzlich mit einem Gehörlosen konfrontiert. Beide haben anfangs Verständigungsschwierigkeiten, finden jedoch bald einen ganz eigenen Weg der Kommunikation. Abgesehen davon fiel es mir jedoch schwierig, mich in die Figuren hinein zu versetzen. Neue Personen werden plötzlich eingeführt und nicht weiter beschreiben. Zum Beispiel werden die unzähligen Männer, die im Roman auftauchen, nicht einmal mit Namen bezeichnet.


Ähnlich ist es mit der Handlung: Wichtige Ereignisse werden in einem Satz abgehakt und nicht weiter verfolgt. Meist muss man zwischen den Zeilen lesen, um sich zusammen zu reimen, was wirklich passiert ist. Der Leseanspruch ist daher recht hoch. Einerseits ist das wunderbar, denn es trägt zum Zauber dieses Buches und der unverwechselbaren Art der Ich-Erzählerin bei. Andererseits ist es natürlich sehr mühsam und mitunter frustrierend, weil wahre Ereignisse oft nicht klar werden. So wird in Kursivtexten immer wieder auf die Vergangenheit der Hauptfigur Bezug genommen- über das meiste kann man aber nur rätseln.


Eine sehr schöne Idee sind die unzähligen Kochrezepte, die Bezug auf besagte Stellen im Roman nehmen. Mit einem Augenzwinkern rät die Autorin nur bedingt zum Ausprobieren bestimmter Gerichte- wie etwa den „ungenießbaren Kaffee“.

Fazit:


Wer Interesse an einem „ganz anderen“ Buch hat und das wahre, unbeschönigte Island erleben möchte, darf hier gerne zugreifen. Leser, die sich eine klare Handlungsstruktur wünschen, werden jedoch eine Enttäuschung erleben. Eine Herausforderung ist der Roman allemal.

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Estel90s avatar

Rezension zu "Ein Schmetterling im November" von Audur Ava Ólafsdóttir

Verwirrend, melancholisch aber wunderschön bildliche Beschreibungen
Estel90vor 5 Jahren

Inhalt:

Eine junge Isländerin ist auf dem Rückweg von ihrem Liebhaber zu ihrem Ehemann. Sie wollte sich eigentlich von ihrem Liebhaber trennen - nur kam er ihr zuvor. Auf dem Heimweg überfährt sie eine Graugans - doch statt eines gemütlichen Abendessens zu zweit erwartet sie eine weitere Trennung: Ihr Ehemann hat eine andere.

Für eine Freundin springt sie als Ersatz-Mama für einen kleinen Jungen ein - erleichtert wird das durch einen überraschenden Lottogewinn. Diesen hatte ihr auch eine Wahrsagerin prophezeit. Ebenfalls prophezeit wurde der Tod mehrerer Tiere und mehrere Liebschaften, bevor sie einen neuen festen Partner finden würde.

Um nach all dem Drama mit sich selbst ins Reine kommen zu können, reist die junge Frau samt Kind und Goldfischen durch Island, im Gepäck den Lottogewinn und als Begleitung verschiedene Erinnerungen.

Mein Eindruck:

Sprachlich ist dieses Buch etwas ganz Eigenes und hat mich dadurch sofort in seinen Bann gezogen. Es ist kein üblicher Wechsel zwischen Handlungs- und Umgebungsbeschreibungen und dem Dialog. Es ist vielmehr ein stetiger Übergang zwischen Erinnerungen, Gedanken - mal ernsthaft, mal sarkastisch, mal erheiternd - und Gesprächsteilen. Viele Dinge muss man zwischen den Zeilen lesen, wenige werden explizit ausgesprochen und so bleibt man an der Geschichte dran, obwohl kein starker Spannungsbogen zu finden ist. Jedenfalls keiner, der mich kurz vor Schluss in Atem hielt.

Schwierig ist jedoch die Namenslosigkeit, die im Buch herrscht. Das Kind und dessen Mutter haben einen Namen, die Protagonistin oder ihre Liebschaften blieben aber bis zum Schluss verwirrend namenslos. Zwischen Erinnerungen, Grübeleien und gerade aktuellen Geschehnissen war es besonders schwierig, den Überblick über die männlichen Bekanntschaften zu halten und gegen Ende des Buches habe ich, was das anbelangt, aufgeben müssen.

Fazit:

Was ich ein wenig schade finde, ist, dass man nur am Rande etwas über Island erfährt - trotz der Tatsache, dass das Buch eine Art papiergebundener "Road-Movie" sein kann. Mir hängt die Hauptfigur ein wenig zu sehr in ihren eigenen Gedanken, aber ich fürchte, das liegt daran, dass mich das gerade an mir selbst ebenfalls stört.

Ich glaube, wer Lust auf ein stilleres Buch hat, mal ein wenig in sich gehen möchte oder an sich etwas über den Umgang mit Verlust, dem Gewinnen von Abstand und dem Wagen eines Neuanfangs lesen möchte, der ist hier richtig. Wer aber von den eigenen Gedanken abgelenkt werden will, sollte das Buch vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt lesen.

Deshalb gibt es von mir zeitabhängige 3 von 5 Sternen - mal sehen, ob sich das zu einem anderen Zeitpunkt noch ändert.

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Gespräche aus der Community

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Daniliesings avatar
Zusammen mit dem Insel Verlag möchte ich euch in dieser Woche zu einer besonderen Leserunde einladen. Gemeinsam wollen wir den wunderbaren Roman "Ein Schmetterling im November" von der isländischen Autorin Auður Ava Ólafsdóttir lesen und uns darüber austauschen. Dieser beinhaltet neben einer bewegenden Geschichte auch noch tolle Rezepte und eine Strickanleitung. Passend dazu wollen wir nicht nur das Buch lesen, sondern hier auch gemeinsam kochen und über unsere Erfahrungen dabei berichten.

Mehr zum Buch:
Eine junge Isländerin ist auf dem Weg zu einer Verabredung mit ihrem Liebhaber, von dem sie sich trennen will, aber er kommt ihr zuvor. Auf dem Weg zu ihm hat sie eine Graugans überfahren, die jetzt im Kofferraum liegt. Mit der Gans, nimmt sie sich vor, will sie ihren Mann überraschen und ein vorgezogenes Weihnachtsessen zubereiten. Der aber – „das kann so nicht weitergehen“ – eröffnet ihr während des Essens, dass er sie verlassen wird, um mit seiner Kollegin Nina zusammen zu ziehen, die ein Kind von ihm erwartet.

Hals über Kopf stürzt sich die junge Frau daraufhin in eine Reise durch ihr Land. Mit dem Handschuhfach voller Geld, denn tatsächlich ist eingetroffen, was ihr eine Wahrsagerin prophezeit hat, sie hat im Lotto gewonnen. Und noch etwas hat ihr die Wahrsagerin prophezeit: Sie wird den Mann ihres Lebens treffen, wenn zwei weitere Tiere gestorben sind … Begleitet wird sie von einem kleinen Kind, dem gehörlosen Sohn ihrer Freundin, mit dem sie, die vielsprachige Lektorin und Übersetzerin, Sprache ganz neu lernt. Eine Freundschaft entsteht. Nach vielen Abenteuern treffen sie in einem kleinen Ort an der Ostküste ein und richten sich im alten Haus der Großeltern ein, in dem die junge Frau als Kind viele Sommer verbracht hat. Drei Tiere sind gestorben. Wo ist der Mann ihres Lebens?

--> Leseprobe

Lasst euch von diesem berührenden Roman auf eine Reise ins winterliche Island mitnehmen und genießt diese Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft, das Leben und die Liebe!

Ihr könnt euch ab sofort und bis zum 20. Oktober 2013 als Testleser für 25 Exemplare von "Ein Schmetterling im November" aus dem Insel Verlag bewerben.* Beantwortet für die Chance auf eines der Bücher die folgende Frage!

Durch welches Land würdet ihr gern einmal reisen und wieso reizt euch gerade dieses ganz besonders?

* Im Gewinnfall sind eine zeitnahe Teilnahme am Austausch in allen Abschnitten der Leserunde sowieso das Verfassen einer abschließenden Rezension selbstverständlich.

Daniliesings avatar
Letzter Beitrag von  Daniliesingvor 5 Jahren
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