Audur Jónsdóttir

 3.8 Sterne bei 17 Bewertungen
Audur Jónsdóttir

Lebenslauf von Audur Jónsdóttir

Auður Jónsdóttir wurde am 30. März 1973 in Reykjavík geboren. 1997 debütierte sie mit ihrer Kurzgeschichte »Gifting« die in der Literaturzeitschrift Andblær abgedruckt wurde. Seither veröffentlicht sie ihre Werke in Zeitungen und Anthologien. Ihren Debütroman »Bliss« veröffentlichte sie 1998 und wurde für den Islandic Literatur Prize nominiert. Ihr erstes Kinder- und Jugendbuch veröffentlichte sie 2001 mit »Total freedom«. 2009 arbeitete sie als Hausdramaturgin für das Reykjavik City Theater. Sie lebt mit ihrem Ehemann heute in Reykjavík, nach Stationen in Kopenhagen und Barcelona.

Alle Bücher von Audur Jónsdóttir

Jenseits des Meeres liegt die ganze Welt

Jenseits des Meeres liegt die ganze Welt

 (13)
Erschienen am 18.05.2011
Wege, die das Leben geht

Wege, die das Leben geht

 (4)
Erschienen am 11.10.2016

Neue Rezensionen zu Audur Jónsdóttir

Neu
Eoris avatar

Rezension zu "Wege, die das Leben geht" von Audur Jónsdóttir

Wundervoll!
Eorivor einem Jahr

Klappentext
Drei Frauen, drei Generationen und ein Sommer, der alles entscheidet.
Eyja muss Schluss machen mit dem Chaos in ihrem Leben. Das denken vor allem ihre Großmutter, ihre Mutter und ihre beste Freundin Rúna. Deshalb verbringt sie den Sommer mit Rúna im idyllischen Schweden. Dort soll sie zu sich selbst finden, von ihrem Verflossenen loskommen und Zeit zum Schreiben haben. Denn Eyja hat einen Traum: Sie möchte Schriftstellerin werden. Doch so ganz einfach ist es mit dem neuen Leben dann doch nicht…

Erster Eindruck

Das Cover ist sehr hübsch, und lässt mit den von einem Steg baumelnden Beinen sehr viel interpretationsspielraum. Aber auch der Titel lädt dazu ein. Schlägt man das Buch auf, sieht man, dass die einzelnen Kapitel Überschriften haben, keine Nummerierung. Das gefällt mir!

Mein Fazit
„Es muss auch schlechte Schriftstellerinnen geben! Und sei es nur, damit man sich umso mehr über die guten freuen konnte.“ (S.28) Auf Audur Jónsdóttir trifft dieses Zitat Eyjas nun wirklich nicht zu. Das Buch, dass viel über das Leben und den Problemen damit erzählt, ist wirklich überragend gut! Dabei wird im Laufe der Geschichte immer wieder in die Vergangenheit oder die Zukunft der Protagonistin geblickt. Schnell erfährt der Leser viel über ihre Kindheit und ihr späteres Leben als Autorin. Man muss schon etwas aufpassen, um die vielen Informationen nicht durcheinander zu bringen, aber ich bin sehr schnell hineingekommen. Rúna lässt Eyja in Schweden gar keine Zeit, selbst Entscheidungen zu treffen, oder allzu viel nachzudenken. So merkt sie, dass sie sehr wohl Fähigkeiten hat und auch selbst Dinge schaffen kann. Sie schließt nach und nach mit ihrem bisherigen Leben (und Ehemann) ab. Eyja wächst über sich hinaus und lässt ihre Vergangenheit hinter sich.
Zwar habe ich nun ein etwas seltsames Bild von Isländern, denn wenn man der Autorin Glauben schenkt, sind die meisten Einwohner der Insel Kettenraucher und haben ein Alkoholproblem. Ich hoffe allerdings, dass dies nicht der Wahrheit entspricht!
In vielen Kapiteln habe ich das Buch zur Seite gelegt und selbst einmal über die angesprochenen Themen nachgedacht. Es ist ein Buch ohne Spannung, das den schweren Weg zur Selbsteinsicht, Erholung und Selbstbewusstsein einer nicht ganz perfekten Frau aufzeigt. 

Lieblingszitat
S. 92 „Kann man da denn gar nichts mehr machen?“ […] „Nur, wenn du jetzt ein neues Ende schreibst. Aber dazu musst du natürlich überhaupt erst mal anfangen.“

Kommentieren0
1
Teilen
skywatchers avatar

Rezension zu "Wege, die das Leben geht" von Audur Jónsdóttir

Ein Buch über starke isländische Frauen
skywatchervor einem Jahr

Wer sich für isländische Literatur interessiert, wird an Audur Jónsdóttir nicht vorbeikommen, vor allem in ihrem eigenen Land wird die Schriftstellerin und Journalistin viel gelesen. "Wege, die das Leben geht" ist ein typischer isländischer Roman, denn es kommen viele starke Frauen darin vor!
Eyja, die in einer unglücklichen Ehe mit einem deutlich älteren Mann lebt, soll laut ihrer Großmutter und Mutter endlich ihr Leben selbst in die Hand nehmen und ihren Traum verwirklichen: Schriftstellerin werden. Dafür fährt Eyja zu einer Freundin ihrer Mutter, Runa nach Schweden und versucht, all ihre Probleme hinter sich zu lassen.
Das Buch ist nicht ganz leicht zu lesen, doch genau das macht für mich auch den Roman aus: etwas Schweres, Undefinierbares, das sich wie ein roter Faden durch eine Art Familiensaga zieht. Es macht Spaß, diese vier Frauen, vor allem, natürlich Eyja dabei zu beobachten, wie sie versucht, ihren Traum zu verwirklichen und dabei die Unterstützung von so vielen Frauen bekommt (das macht den Roman für mich auch sehr aktuell, in der Debatte darüber, dass Frauen sich gegenseitig helfen sollten, um zum besten Ergebnis - in welchem Bereich auch immer - zu kommen). Ein kluges und mutmachendes Buch! Hoffentlich werden bald mehr Bücher von Jónsdóttir in deutscher Sprache übersetzt.

Kommentieren0
1
Teilen
Angie*s avatar

Rezension zu "Wege, die das Leben geht" von Audur Jónsdóttir

Schreiben - eine Begabung!
Angie*vor 2 Jahren

Inhalt: Ein Island der Westfjorden - ein Island verschiedener Generationen . Die sehr junge Eyja hat ihr Leben selbst in die Hand genommen. Alkohol, Drogen, Party-Leben und allgemeine Orientierungslosigkeit haben sie dazu gebracht einen älteren , bodenständigen Mann aus den Westfjorden, der auch ihr Vater sein könnte, zu heiraten. Sie liebt und lebt sorglos mit dem alkoholkranken Garri und ihrer Schwester Agga zusammen und ist  selber auch dem Trinken nie abgeneigt. Ein seltsames Trio. 

Endlich greifen Mutter, Grossmutter und Cousine Runa ein und schlagen Eyja einen Aufenthalt in Schweden vor, um sie vor Garri und seinem zweifelhaften Einfluss auf das junge Mädchen zu schützen. Ausserdem glauben sie an die Begabung der jungen Eyja für das Schreiben und möchten ihr die Ruhe und Gelegenheit in einem abgelegenen, schwedischem Sommerhaus an einem See geben um diese Neigung zu erweitern.

 Eyjas Grossvater war Literatur-Nobelpreisträger und sein Ruhm strahlt leuchtend in der Familiengeschichte. Auch Eyjas Mutter hat erfolgreich Kolumnen für Zeitungen geschrieben, aber durch familiäre Belastungen (Vier Kinder und eigene Alkoholprobleme) irgendwann damit aufgehört. Hat Eyja diese Familienbegabung und Passion für die Literatur geerbt?


Meine Meinung: Ein schwer zu lesendes Buch, Sätze und Abschnitte kann man auf keinen Fall leicht überfliegen. Zum Glück ist es in drei Abschnitte eingeteilt und zusätzlich noch in kleine Kapitel mit sehr ausdrucksstarken Überschriften. Zeitsprünge sind schwer und nur aufmerksam zu erlesen, tragen aber sehr gut zum Verständnis der Familiengeschichte und Eyjas Persönlichkeit bei. Zum Beispiel ein Zitat über Eyjas Empfinden auf Seite 87 „Umgeben von Trauernden wird man zum Nichts“ , oder auf Seite 89 „Das Dorf, so wie es vor der Lawine gewesen war, sollte Eyja erst ein Jahr später wieder betreten,nachdem sie entdeckt hatte,dass sie mit einer Schreibmaschine in die Vergangenheit reisen konnte.“  

Auch Eyjas Grossmutter wurde zum Schreiben nach Schweden geschickt und zwar kurz nach der Geburt von Eyjas Mutter, die dadurch als kleiner Säugling von ihrer Mutter getrennt wurde und weinend monatelang in den Armen anderer Frauen der Familie lag. Die Geschichte ist ein Verwobensein der Lebensgeschichten von Grossmutter, Mutter und Enkelin - immer mit dem Anspruch des Schreibens neben dem Familienleben und der unbändigen Lebenslustdroge ALKOHOL. Sehr treffend beschrieben im Kapitel „Durst“ auf Seite 319. Zitat: „Ihre Tochter hatte gejammert.Sie war so durstig gewesen, dass der Durst sie das ganze Leben hindurch begleiten sollte. Was war mit ihr los gewesen?“ Inmitten, eher über diesen komplizierten Familienbanden, steht immer der literarische Grossvater mit seinem Ruhm. Andere Männer der Familie schrumpfen meist in die Bedeutungslosigkeit und werden von den drei Frauen beliebig oft ausgetauscht. 

Ich habe lange gebraucht um Eyja und ihre charakterliche Entwicklung zu verstehen und auch um Sympathie für sie zu entwickeln. Oft endeten meine eigenen Gedanken bei ihren chaotischen Handlungen in *Wie kann sie nur,,,,*


Eine schwieriges, aktuelles Problembuch - auch über Alkohol und den intellektuellen Anspruch einer begabten Familie. Es ist sehr lesenswert und atmosphärisch dicht geschrieben und ich vergebe gern fünf Sterne . Eine Herausforderung für den interessierten Leser. 

Herzlichen Dank an den btb-Verlag bei RandomHouse für die Bereitstellung des Leseexemplar.

Kommentare: 1
38
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Audur Jónsdóttir wurde am 29. März 1973 in Reykjavík (Island) geboren.

Audur Jónsdóttir im Netz:

Community-Statistik

in 30 Bibliotheken

auf 6 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks