Audur Jónsdóttir

 3,7 Sterne bei 23 Bewertungen
Autorenbild von Audur Jónsdóttir (© Jóhann Páll Valdimarsson 2010)

Lebenslauf

Auður Jónsdóttir wurde am 30. März 1973 in Reykjavík geboren. 1997 debütierte sie mit ihrer Kurzgeschichte »Gifting« die in der Literaturzeitschrift Andblær abgedruckt wurde. Seither veröffentlicht sie ihre Werke in Zeitungen und Anthologien. Ihren Debütroman »Bliss« veröffentlichte sie 1998 und wurde für den Islandic Literatur Prize nominiert. Ihr erstes Kinder- und Jugendbuch veröffentlichte sie 2001 mit »Total freedom«. 2009 arbeitete sie als Hausdramaturgin für das Reykjavik City Theater. Sie lebt mit ihrem Ehemann heute in Reykjavík, nach Stationen in Kopenhagen und Barcelona.

Alle Bücher von Audur Jónsdóttir

Cover des Buches Jenseits des Meeres liegt die ganze Welt (ISBN: 9783442745166)

Jenseits des Meeres liegt die ganze Welt

(14)
Erschienen am 11.03.2013
Cover des Buches Wege, die das Leben geht (ISBN: 9783442714872)

Wege, die das Leben geht

(6)
Erschienen am 11.10.2016
Cover des Buches Großes Beben (ISBN: 9783442772674)

Großes Beben

(3)
Erschienen am 14.12.2022

Neue Rezensionen zu Audur Jónsdóttir

Cover des Buches Großes Beben (ISBN: 9783442772674)
Lia48s avatar

Rezension zu "Großes Beben" von Audur Jónsdóttir

Lia48
Ansprechendes Buch über Epilepsie, Gedächtnisverlust & Familiengeheimnisse

INHALT:
Saga kommt nach einem epileptischen Anfall auf dem Bürgersteig wieder zu sich.
Panisch stellt sie fest: Ihr Sohn ist weg!
Auf die Frage eines Passanten, wie alt er denn sei, weiß Saga keine Antwort.
Sie erinnert sich nur daran, wie sie zuletzt seine kleine Hand gehalten und gemeinsam mit ihm den vorbeifahrenden Doppeldeckerbus bestaunt hatte.
Doch besagten Bus hat niemand gesehen. Solche Busse soll es hier anscheinend gar nicht geben.
Und plötzlich kann sich Saga an so viele Dinge in ihrem Leben nicht mehr erinnern.
Sie hat vergessen, dass Bergur nicht mehr bei ihr wohnt. Warum haben sie sich getrennt? Was ist geschehen?
Und was hat es damit auf sich, dass ihre Mutter verschwindet? Was ist früher geschehen?
Saga merkt, dass mit ihrem Gedächtnis etwas nicht stimmen kann. Realität, Träume, Erinnerungen und Vorstellungen scheinen sich immer öfter zu vermischen.
Was ist wirklich geschehen?
Wer ist sie?

„Ich weiß, dass ich mehr weiß, als ich glaube zu wissen; (…) der Knoten in meinem Bauch krampft sich zusammen. (…) Ich kämpfe mit der Taubheit in meinem Kopf, (…) so panisch, dass ich mein Herz hämmern höre, laut und schnell, ich muss bestimmt sterben.“


MEINUNG:
Bisher habe ich mich weniger mit epileptischen Anfällen beschäftigt. Hier im Buch werden zumindest einige der Beschwerden und Auswirkungen, die man dabei haben kann, für Lesende deutlich. Für mein Empfinden hätte das Buch hier gerne noch mehr in die Tiefe gehen können.
Trotzdem fand ich das Thema sehr spannend, um sich mal ein Stück weit in Betroffene hineinzuversetzen zu können.
Zudem hat die Protagonistin anschließend mit ausgeprägtem Gedächtnisverlust zu kämpfen. Saga setzt alles daran, dass die Leute um sie herum, nicht mitbekommen, wie viel sie tatsächlich vergisst, bzw. vergessen hat – sie sollen sich nicht noch mehr Sorgen um sie machen.
Es muss schrecklich sein, wenn man sich plötzlich an die einfachsten Dinge im Leben nicht mehr erinnern kann! Sie tat mir hier richtig leid. Und gleichzeitig habe ich gehofft, dass sie ein Stück Verantwortung für ihren Sohn abgibt und Unterstützung bekommt, um den Jungen nicht in Gefahr zu bringen.

Außerdem steht eine Familiengeschichte mit im Fokus. Plötzlich verschwindet die Mutter von Saga. Doch warum? Was hat es mit ihrer Vergangenheit zu tun?
All das weiß die Protagonistin selbst nicht, da ihr Gedächtnis es ausblendet.
Manchmal hätte ich sie gerne geschüttelt und ihr zugerufen, sie solle endlich den Mund aufmachen und anderen mitteilen, wie es ihr tatsächlich geht!

Auf mich wirkt die Geschichte gut durchdacht und interessant aufgebaut. Dadurch, dass sich die Protagonistin irgendwann selbst nicht mehr über den Weg traut, ist man dauernd am Miträtseln, was passiert sein könnte. Es bleibt spannend und geheimnisvoll, da man sich nicht sicher sein kann, inwieweit man den Gedanken, Erinnerungen, Vorstellungen, Träumen und Erlebnissen der Protagonistin Glauben schenken kann, da sich alles miteinander vermischt. 

„Kann ich mich, so wie die Dinge liegen, überhaupt auf mein Gespür für andere Menschen verlassen? Bei der Frage legt sich wieder Raureif auf meine inneren Organe, gefrorenes Efeu schnürt mir das Herz zu. Habe ich mir die Ereignisse der letzten Tage zum Teil nur eingebildet?“ 

Das hat mich etwas an die Bücher von Banana Yoshimoto erinnert, deren Stil ich auch ganz gerne mag. So wird von der lesenden Person erwartet, selbst alles einzuordnen. Vor allem gegen Ende hätte ich mir jedoch noch etwas mehr Klarheit erhofft.
Außerdem hätte man das I-Wort und hin und wieder die Betonung auf den Brüsten weiblicher Figuren, weglassen können.
Sonst hat mir das Buch aber gut gefallen, auch der Schreibstil hat mir überwiegend sehr zugesagt.


FAZIT: Ein Buch, welches Themen wie Epilepsie, Gedächtnisverlust und Familiengeheimnisse gekonnt miteinander vereint. Eine sehr ansprechende Kombination, die mir gut gefallen hat.
Gegen Ende blieb es mir etwas zu verschwommen. Trotzdem ist es meiner Meinung nach ein Buch, das deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient hat! 4-4,5/5 Sterne!

(CN: u. a. Epilepsie, Gedächtnisverlust, häusliche Gewalt & se*ueller Missbrauch – mehr möchte ich nicht nennen, um nicht zu sehr zu spoilern.)

Cover des Buches Jenseits des Meeres liegt die ganze Welt (ISBN: 9783442752539)
M
Speziell

Indirekte Dialoge muss man mögen wenn man sich auf dieses Buch einlässt. Was sehr schade ist, denn die Protagonisten sind nicht so schlecht gewählt, der Plot ist interesant aber der Schreibstil lässt das ganze stocken.Was vielleicht auch gewollt ist um die Spannung langsam aufzubauen. 

Cover des Buches Wege, die das Leben geht (ISBN: 9783442714872)
Eoris avatar

Rezension zu "Wege, die das Leben geht" von Audur Jónsdóttir

Eori
Wundervoll!

Klappentext
Drei Frauen, drei Generationen und ein Sommer, der alles entscheidet.
Eyja muss Schluss machen mit dem Chaos in ihrem Leben. Das denken vor allem ihre Großmutter, ihre Mutter und ihre beste Freundin Rúna. Deshalb verbringt sie den Sommer mit Rúna im idyllischen Schweden. Dort soll sie zu sich selbst finden, von ihrem Verflossenen loskommen und Zeit zum Schreiben haben. Denn Eyja hat einen Traum: Sie möchte Schriftstellerin werden. Doch so ganz einfach ist es mit dem neuen Leben dann doch nicht…

Erster Eindruck

Das Cover ist sehr hübsch, und lässt mit den von einem Steg baumelnden Beinen sehr viel interpretationsspielraum. Aber auch der Titel lädt dazu ein. Schlägt man das Buch auf, sieht man, dass die einzelnen Kapitel Überschriften haben, keine Nummerierung. Das gefällt mir!

Mein Fazit
„Es muss auch schlechte Schriftstellerinnen geben! Und sei es nur, damit man sich umso mehr über die guten freuen konnte.“ (S.28) Auf Audur Jónsdóttir trifft dieses Zitat Eyjas nun wirklich nicht zu. Das Buch, dass viel über das Leben und den Problemen damit erzählt, ist wirklich überragend gut! Dabei wird im Laufe der Geschichte immer wieder in die Vergangenheit oder die Zukunft der Protagonistin geblickt. Schnell erfährt der Leser viel über ihre Kindheit und ihr späteres Leben als Autorin. Man muss schon etwas aufpassen, um die vielen Informationen nicht durcheinander zu bringen, aber ich bin sehr schnell hineingekommen. Rúna lässt Eyja in Schweden gar keine Zeit, selbst Entscheidungen zu treffen, oder allzu viel nachzudenken. So merkt sie, dass sie sehr wohl Fähigkeiten hat und auch selbst Dinge schaffen kann. Sie schließt nach und nach mit ihrem bisherigen Leben (und Ehemann) ab. Eyja wächst über sich hinaus und lässt ihre Vergangenheit hinter sich.
Zwar habe ich nun ein etwas seltsames Bild von Isländern, denn wenn man der Autorin Glauben schenkt, sind die meisten Einwohner der Insel Kettenraucher und haben ein Alkoholproblem. Ich hoffe allerdings, dass dies nicht der Wahrheit entspricht!
In vielen Kapiteln habe ich das Buch zur Seite gelegt und selbst einmal über die angesprochenen Themen nachgedacht. Es ist ein Buch ohne Spannung, das den schweren Weg zur Selbsteinsicht, Erholung und Selbstbewusstsein einer nicht ganz perfekten Frau aufzeigt. 

Lieblingszitat
S. 92 „Kann man da denn gar nichts mehr machen?“ […] „Nur, wenn du jetzt ein neues Ende schreibst. Aber dazu musst du natürlich überhaupt erst mal anfangen.“

Gespräche aus der Community

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Zusätzliche Informationen

Audur Jónsdóttir wurde am 29. März 1973 in Reykjavík (Island) geboren.

Audur Jónsdóttir im Netz:

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

in 45 Bibliotheken

auf 8 Merkzettel

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