Auguste Lazar Die Brücke von Weissensand

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Brücke von Weissensand“ von Auguste Lazar

Ich hatte dieses Buch in meiner Kindheit sehr geschätzt und suche nun die edle leinengebundende illustrierte Ausgabe, die ich besessen hatte

— Rezi-Tante
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Die Brücke von Weissensand" von Auguste Lazar

    Die Brücke von Weissensand

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. June 2010 um 09:31

    "Die Brücke von Weißensand" von Auguste Lazar ist ein in meiner derzeitigen Wohngegend (und im Gebiet der ehemaligen DDR) bekanntes Kinderbuch aus dem Jahre 1963, erschienen im Kinderbuchverlag Berlin, den es heute nicht mehr gibt. Erzählt wird die Geschichte zweier jüdischer junger Frauen, die, als sie mit ihrem Todestreck durch Weißensand im Vogtland (den Ort gibt es tatsächlich) ziehen, vom französischen Fremdarbeiter André und der beherzten Weißensanderin Frau Kupferschmidt gerettet werden. Nicht nur dieses Unterfangen ist gefährlich und schwierig, auch die anschließende Flucht der beiden in Richtung Zwickau sowie die Tage nach dem Einmarsch der Amerikaner wird erzählt. Der Stil des Buches schwankt zwischen nüchtern und emotional. Dass es sich um ein DDR-Buch handelt, erkennt man auch an den eingeschobenen "Zwischenverweisen" auf das von Nazis befreite, antifaschistische 'neue Deutschland'. Die Geschichte ist authentisch, es gab sowohl die Flüchtlingsmädchen als auch Frau Kupferschmidt und die Autobahnbrücke. Man kann sich die Situation und die Gefühle der beteiligten Personen gut vorstellen - die Angst der Jüdinnen vor den SS-Männern und dem "Marodenwagen", die Gefahr für Frau Kupferschmidt und André, das Unbehagen den nicht durchschaubaren einquartierten 'Mitbewohnern' in Weißensand gegenüber, die Geschwätzigkeit der Vogtländer in Rodewisch und die damit verbundene Gefahr für alle Beteiligten oder die Situation im Flüchtlingslager von Zwickau usw.usf. Insgesamt ein eindrückliches Zeitzeugnis für Jung und Alt, das von Mut und Menschlichkeit berichtet. "Spannend" fand ich die kleine Seitenhandlung zu den sowjetischen Kriegsgefangenen, die auch als Freunde dargestellt werden und über deren Schicksal nichts gesagt wird. Bekanntermaßen hatten diese anschließend in der SU das schlimmste zu erleiden. Solcherlei "Bruderkritik" kann man aber in einem DDR-Buch der 60er Jahre sicher nicht erwarten. Und außerdem ist es ja ein Kinderbuch (ab 12).

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks