Augustin Erba

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Lebenslauf

Real, kritisch und herzzerreißend: Der renommierte schwedische Autor und Journalist Augustin Petrus Amadeus Osiris Mina Erba-Odescalchi wurde 1968 in Stockholm geboren. Sein Vater stammt aus Ägypten, seine Mutter aus dem Haus Habsburg-Lothringen. Mit dem Roman „Ensamhetens broar“ lieferte Augustin Erba sein gefeiertes Debüt als Schriftsteller. Das Buch über die Freundschaft zweier Jungen erschien 2009 auf Schwedisch. Es erntete überwältigend positive Kritiken und erhielt einen Leserpreis. Seinen zweiten Roman – „Blodsbunden“ – veröffentlichte Augustin Erba 2015 in Schweden (deutscher Titel: „Die auffällige Merkwürdigkeit des Lebens“, Ullstein, 2018). Die schwedische Presse reagierte begeistert. Sie bezeichnete die epische Familiengeschichte als herzzerreißend, lustig und wunderbar dunkel geschrieben. „Blodsbunden“ basiert auf den Kindheitserlebnissen des Schriftstellers im Stockholmer Vorort Fisksätra. Riesigen Erfolg erzielte Augustin Erba 2013 mit seiner Radiotheaterserie „Die Geschichte der Welt“. Im Mittelpunkt der Stücke stand das Wirken politisch und sozial engagierter Menschen. Ein Jahr lang sendete der Schwedische Rundfunk täglich eine neue Folge. Im ganzen Land saßen die Hörer gebannt vor dem Radio. Augustin Erba wurde anschließend für den Prix Europa und den Stora Radiopreis nominiert. Augustin Erba ist ein vielseitig beschäftigter Autor und Radioproduzent. Er arbeitet und lebt mit seiner Familie in Stockholm.

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Neue Rezensionen zu Augustin Erba

Cover des Buches Die auffällige Merkwürdigkeit des Lebens (ISBN: 9783550050053)
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Rezension zu "Die auffällige Merkwürdigkeit des Lebens" von Augustin Erba

M.Lehmann-Pape
Entwicklungsroman auf zwei Zeitebenen

Entwicklungsroman auf zwei Zeitebenen

Das ist doch ganz normal und Alltag.

Dass man sich kennenlernt (nicht mehr ganz so jung wie zu früheren Zeiten, sondern bereits ein stückweit im Leben angekommen“, sich verliebt, zusammenzieht, das bis dato getrennte Leben zu einem gemeinsamen versucht umzubauen, dass Kinder hinzutreten und somit alles bereitet ist für einen langen, ruhigen Gang durch das Leben.

Wenn da nicht von Kindheit an (und nicht wenig von all dem wird dem Leser nahegehen, ruhig, klar und empathisch, wie Erba von den harten, kalten, emotionsarmen Kindertagen seines Protagonisten Amadeus in vielfachen Erlebnissen zu erzählen versteht) eben das Vertrauen in sich, in das Leben, in die Tragfähigkeit von Beziehungen, in das Spüren eigener Emotionen nachhaltig nicht angelegt wurde.

Und doch wird der Leser auch Verständnis erhalten, warum Vater und Mutter des kleinen Amadeus handeln, wie sie handeln (die Mutter länger, als der Vater, dessen Tod ein ebenfalls schockierendes Erlebnis für Amadeus sein wird, wie die emotionale Distanz und Kälte, die sich wie ein roter Faden durch seine Entwicklung zieht).

Denn auch „da draußen“, vornehmlich in der Schule, wird es ob seiner Eigenarten und Defizite nicht einfacher werden. Im Gegenteil. Wobei Erba es flüssig und treffend versteht, beim Leser eigene, nicht immer angenehme, Erinnerungen jener „Grausamkeit“ von Kindern und Pubertierenden wachzurufen, die den Leser ebenso umgehend (und das von Beginn an), an die Seite des Jungen und später Mannes Amadeus stellen.

Unter solch ungünstigen Startvoraussetzungen (die Erba mit mannigfaltigen Geschichten bestens illustriert, vom einsamen Herumstehen über das Aufwachsen in düsterer Umgebung, vom nicht verzehrbaren Essen, was die Mutter herstellt bis hin zu Mitschülern, die jene „erzherzogliche“ Abstammung der Mutter und damit auch seiner eigenen Person nicht eine Sekunde als wahr in Erwägung ziehen würden.

„Du bist ein Amme-Damme. Und stammst von einer langen Reihe von Lügnern ab. Und Schwuchteln“.

Kann einer mit solcher Kindheit und Jugend „normal“ werden? Ehemann, Vater, verantwortlicher Journalist, ein „Normales Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft“ werden? Oder wird zu irgendeinem Zeitpunkt die innere Isolation und Einsamkeit mit Macht ins Leben drängen? Und wie ist das als Vater, wird Amadeus alles besser machen als gerade seine Mutter oder wiegt das prägende Erbe zu schwer?

Dies sind die Fragen, die auf der zweiten Ebene, jener der Gegenwart, gelöst werden und auf die Erba ebenso intensiv im Lauf der Lektüre (wenn auch auf dieser Erzählebene nicht ohne Längen) eingeht. Vorweggesagt sei dabei, dass diese erwachsene Seite des Mannes Amadeus zutiefst geprägt ist von der Kinderzeit und auf keinen Fall ohne Komplikationen und mehrfacher Ernüchterung ihren Weg geht.

Eine intensive, emotional nahetretende Lektüre, die mit konsequentere Offenheit all das vor Augen legt, was Kinder in ihrer Entwicklung gerade an Härten und Kälte für ihr Leben prägt. Und in der wahrscheinlich nicht wenige eigene Erfahrungen verarbeitet werden.

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Zusätzliche Informationen

Augustin Erba wurde am 17. März 1968 in Stockholm (Schweden) geboren.

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