Die auffällige Merkwürdigkeit des Lebens

von Augustin Erba 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Die auffällige Merkwürdigkeit des Lebens
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Inhaltsangabe zu "Die auffällige Merkwürdigkeit des Lebens"

»Dieser Roman ist ein ernstzunehmender Vorschlag für die Gestaltung einer besseren Welt. Er wird viele, viele Leser finden.« Dagens Nyheter

Wer kann schon von sich behaupten, einen genialen Atomphysiker als Vater zu haben und eine ungarische Prinzessin als Mutter? Für das echte Leben geschaffen ist Amadeus‘ ungewöhnliche Familie aber nicht: Die Mutter verschanzt sich mit Migräne hinter der Schlafzimmertür, der Vater rechnet den ganzen Tag, wenn er nicht grad die Fassung verliert. Amadeus übernimmt die Rolle des Erwachsenen und kümmert sich um seine Geschwister. Nur Schäferhund Felix ist sein Verbündeter und das einzige Familienmitglied, das umarmt werden kann - bis er eines Tages eingeschläfert werden muss. Jetzt hat Amadeus nur noch das Schreiben. Kann es ihm helfen, seine Kindheit hinter sich lassen? Jahrzehnte später ist Amadeus Journalist und Vater, er hat eine liebevolle Frau. Doch die Angst davor, nicht zu genügen, begleitet ihn auf Schritt und Tritt. Er wird immer neurotischer, weigert sich schließlich, das Zentrum Stockholms zu verlassen und gefährdet damit seine Ehe. Aber wie soll er sich gegen seine Herkunft zur Wehr setzen? Und wie viel kann man im Leben selbst bestimmen?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783550050053
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:432 Seiten
Verlag:Ullstein Buchverlage
Erscheinungsdatum:10.08.2018

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    michael_lehmann-papevor 2 Monaten
    Entwicklungsroman auf zwei Zeitebenen

    Entwicklungsroman auf zwei Zeitebenen

    Das ist doch ganz normal und Alltag.

    Dass man sich kennenlernt (nicht mehr ganz so jung wie zu früheren Zeiten, sondern bereits ein stückweit im Leben angekommen“, sich verliebt, zusammenzieht, das bis dato getrennte Leben zu einem gemeinsamen versucht umzubauen, dass Kinder hinzutreten und somit alles bereitet ist für einen langen, ruhigen Gang durch das Leben.

    Wenn da nicht von Kindheit an (und nicht wenig von all dem wird dem Leser nahegehen, ruhig, klar und empathisch, wie Erba von den harten, kalten, emotionsarmen Kindertagen seines Protagonisten Amadeus in vielfachen Erlebnissen zu erzählen versteht) eben das Vertrauen in sich, in das Leben, in die Tragfähigkeit von Beziehungen, in das Spüren eigener Emotionen nachhaltig nicht angelegt wurde.

    Und doch wird der Leser auch Verständnis erhalten, warum Vater und Mutter des kleinen Amadeus handeln, wie sie handeln (die Mutter länger, als der Vater, dessen Tod ein ebenfalls schockierendes Erlebnis für Amadeus sein wird, wie die emotionale Distanz und Kälte, die sich wie ein roter Faden durch seine Entwicklung zieht).

    Denn auch „da draußen“, vornehmlich in der Schule, wird es ob seiner Eigenarten und Defizite nicht einfacher werden. Im Gegenteil. Wobei Erba es flüssig und treffend versteht, beim Leser eigene, nicht immer angenehme, Erinnerungen jener „Grausamkeit“ von Kindern und Pubertierenden wachzurufen, die den Leser ebenso umgehend (und das von Beginn an), an die Seite des Jungen und später Mannes Amadeus stellen.

    Unter solch ungünstigen Startvoraussetzungen (die Erba mit mannigfaltigen Geschichten bestens illustriert, vom einsamen Herumstehen über das Aufwachsen in düsterer Umgebung, vom nicht verzehrbaren Essen, was die Mutter herstellt bis hin zu Mitschülern, die jene „erzherzogliche“ Abstammung der Mutter und damit auch seiner eigenen Person nicht eine Sekunde als wahr in Erwägung ziehen würden.

    „Du bist ein Amme-Damme. Und stammst von einer langen Reihe von Lügnern ab. Und Schwuchteln“.

    Kann einer mit solcher Kindheit und Jugend „normal“ werden? Ehemann, Vater, verantwortlicher Journalist, ein „Normales Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft“ werden? Oder wird zu irgendeinem Zeitpunkt die innere Isolation und Einsamkeit mit Macht ins Leben drängen? Und wie ist das als Vater, wird Amadeus alles besser machen als gerade seine Mutter oder wiegt das prägende Erbe zu schwer?

    Dies sind die Fragen, die auf der zweiten Ebene, jener der Gegenwart, gelöst werden und auf die Erba ebenso intensiv im Lauf der Lektüre (wenn auch auf dieser Erzählebene nicht ohne Längen) eingeht. Vorweggesagt sei dabei, dass diese erwachsene Seite des Mannes Amadeus zutiefst geprägt ist von der Kinderzeit und auf keinen Fall ohne Komplikationen und mehrfacher Ernüchterung ihren Weg geht.

    Eine intensive, emotional nahetretende Lektüre, die mit konsequentere Offenheit all das vor Augen legt, was Kinder in ihrer Entwicklung gerade an Härten und Kälte für ihr Leben prägt. Und in der wahrscheinlich nicht wenige eigene Erfahrungen verarbeitet werden.

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